Dienstag, 26. Juli 2011

...welches Schweinderl hätten`s denn gerne...oder vom (fast vergeblichen) Aufwand, einen vernünftigen Post zu schreiben.

Warum ich Blogger geworden bin und wer mich dazu inspiriert hat, hab ich ja hier schon mal geschrieben.
Seitdem macht es mir einen Höllenspaß, auch wenn ich manchmal ein bisschen ein schlechtes Gewissen hab, weil ich nicht immer und regelmäßig was zu schreiben hab. Manchmal sind mir einfach die Kochideen ausgegangen, manchmal habe ich keine Zeit, manchmal keine Lust. Meist fehlt mir einfach der rote Faden, wie ich euch mit dem, was ich gekocht hab unterhalten kann. Schließlich möchte ich ja eher Küchengeschichten erzählen, als nur Rezepte wiedergeben.

Und dieses Blog hat sich in den letzten 1 1/2 Jahren doch ganz gut entwickelt. Denke ich zumindest.
Und auch alles andere drumrum hat sich entwickelt. Ich will jetzt hier nicht wieder davon anfangen, dass sich mein Einkaufsverhalten geändert hat. Ja klar, hat es! Und das zum positiven, aber darüber steht hier was.

Entwickelt hat sich auch das Bloggen an sich (bei mir). Hab ich  doch die ersten Posts eher aus dem Bauch raus geschrieben, Foto gemacht, eingefügt...fertig.

Mittlerweile überlege ich mir schon, wenn ich einkaufe und mir in groben Zügen die Zubereitung ausdenke, wie ich das ganze dann hier wiedergeben werde.
Oft werde ich da von Stimmungen geleitet...Farben inspirieren mich. Jahreszeit...ganz wichtig! Und mittlerweile finde ich regionale Produkte, so es sie in ansprechender Qualität gibt (was bei uns nicht immer so ist), ganz großartig.


Und dann die Vorbereitung. Den groben Leitfaden für ein Sonntagsgericht bestimmen ja die Zutaten. Der Einkauf geschieht ganz intuitiv. Ich lasse mich vom Angebot , meiner Laune und auch meinen Sinnen leiten. Oft ist das auch stimmungsabhängig.

Manchmal ist es Neugier.
Und dieses mal sollte es mehr Nostalgie sein. Schwein!

Wir meiden ja schon seit Jahren Schweinefleisch. Es gibt hier einfach keins in guter Qualität. Es gibt keine Züchter mehr und die Fleischer schlachten ja auch nicht mehr selbst.
Da kriegste nur die Turbo-Sauen, die mit Antibiotika oder weiß der Geier hochgeputscht sind. Bääääh.
Ich finde nichts furchtbarer, als ein Stück Kassler, welches nicht rosa ist, sondern eher so komisch bunt schillert. Nicht weil es alt ist, ich kann das schon ganz gut unterscheiden. Aber ich weiß nicht, was die Fleischer machen, dass es so komisch ausschaut.
Oder ein Stück Schweinebraten, das beim Schneiden mit dem Messer quietscht. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Und dann dieser komische schweinelnd-sauer-muffige Geschmack.
Neeeee, muss ich wirklich nicht haben. Uääärgs!


Früher gabs bei uns fast ausschließlich Schweinefleisch. Es gab ja auch nichts anderes. Mein Großvater hat mindestens einmal im Jahr ein Schlachtfest veranstaltet. Aber das nur am Rande.

Nun haben wir letzte Woche in der Metro ein Rücken-Stück Porco iberico gekauft. Das sah irgendwie ganz anders aus, als das Fleisch in der Auslage bei unserem Fleischer. Schön gemasert mit ganz zarten Fettadern. Ich weiß zwar auch nicht unbedingt genau, ob die Sau glücklich war, aber ich musste es haben. Und da ich in letzter Zeit immer wieder gelesen hab, dass gutes Schweinefleisch wieder im Kommen ist, hab ich es einfach mitgenommen.


Ein wenig skeptisch war ich aber doch.

Meist fragt ja der Herr Kampi spätestens am Samstag abend, wie ich das Sonnatgsessen nun genau zubereiten will. Und regelmäßig bekommt er zur Antwort: "Weiß nicht, entsteht beim Kochen!"
Meist recherchiere ich dann noch, auf was ich denn so Lust hab, was zusammenpasst, wie lange was dauert und so weiter.
Und wenn mir mal gar nichts rechtes einfallen will, frag ich einfach bei Facebook nach. Da krieg ich immer ne Antwort. Und daraus bastel ich mir dann ein grobes Konstrukt.

Am Sonntagvormittag geh ich dann erst mal in meine Badewanne! Ja, die ist ganz wichtig bei meiner Essenszubereitung. Indem ich mich im warmen Wasser entspanne, lege ich die endgültige Zubereitung fest. Wobei ich die dann beim Kochen auch meist noch einmal über den Haufen werfe.

Nach meiner Pflege- und Entspannungs-Kochzubereitungs-festleg-Phase gehts dann ab in die Küche.
Dazu gehört der Laptop auf den Tisch. Um noch mal was nachzurecherchieren, evtl. die Facebook-Vorschläge mit einzubauen und überhaupt um vernetzt zu bleiben. Man kann ja heutzutage alles verpassen, wenn man nicht ständig vernetzt ist.

Alles Licht angeschalten, was die Küche zu bieten hat. Ich muss ja alles genau sehen. Und natürlich springt mir der Herr Kampi immer zwischen den Füßen rum mit seiner Kamera. Da muss es ordentlich hell sein!
Fotografie= schreiben/malen mit Licht!
Ist natürlich etwas schwierig in einer Küche, die mehr oder weniger nur ein Kochloch ist, zu zweit rumzuwuseln. Da schnauf ich schon ab und an mal, wenn  der Herr Kampi mal wieder im Wege steht und so gar nicht Platz machen will.

Meist fange ich mit der Sauce an. Da hat sie Zeit auf dem Ofen schön vor sich hinzuziehen und schön konzentriert zu werden. So auch diesmal. Ich dachte mir, Paprika-Sauce wäre gut.
Also erst mal den Backofen an und eine rote Paprika-Schote reingeschoben, damit ich sie, wenn sie schön braun ist, abziehen kann.
Da ich ja in der glücklichen Lage bin, mit einem Gasherd (Manfred) zu kochen, habe ich unterm Backofen eine Wärmeschublade, die ich immer mit nutze, um meine Teller anzuwärmen.


Das ist dann der zweite Arbeitsschritt, Teller rein.

Die Paprika hab ich gehäutet, in Würfel geschnitten und zu fein geschnittenen angeschwitzten Schalotten in die Sauteuse getan. Etwas Chili dazu, abgelöscht mit weißem Port und mit Kalbsfond aufgegegossen (der kochte grad auf dem Herd vor sich hin). Die Sauce kümmert sich dann auf kleiner Flamme um sich selbst und wird von mir dann lange Zeit vernachlässigt.

Da der junior zur Zeit bei Omma ist, hab ich mich für Polenta als Beilage entschieden. Der Herr Sohn mag die nicht unbedingt.
Hatten wir hier im Blog schon mal Polenta? Ich glaube nicht. Also dann eben heute. Dafür dann Manfred mit einem Topf bestücken und das Ganze nach dem Rezept kochen. Und rühren, rühren, rühren.


Wenn du das nicht richtig kannst, darfste dann Montag gleich zum Arzt gehen ---> Sehnenscheidenentzündung. Damit haben sich schon ganz andere rumgequält!
Eigentlich wollte ich dann auch noch Sticks aus der erkalteten Masse schneiden und braten. Aber fest wurde da nichts. Ich empfand das aber gar nicht als schlimm. Gibts eben cremige Rosmarinpolenta.

Und immer wieder wuselt Herr Kampi hier rum. Mal steht er im Weg...mal blitzt er so doof, dass es mir die Augen blendet. Manchmal könnt ich platzen!

Nicht vergessen, mal wieder auf den Läppi  zu schauen, was es denn neues gibt. Was kocht Johannes, was  Alice, Klärchen und AT. Hat Heike vielleicht doch noch einen besseren Vorschlag zu meinem Essen? Das lenkt ab meinst du? NEIN, das ist doch wichtig!!!! Muss  doch auf dem Laufenden bleiben.

Die Pfifferlinge sind dann schon fast nebenbei geputzt. Ich bestäub die mit Mehl und wasch die kurz durch. Wenn die in ne knackeheiße Pfanne kommen, ist das kein Problem. Wenn sie angebraten sind und kein Wasser mehr in der Pfanne steht, in Streifen geschnittene Zwiebeln, Chili und etwas Knobi dazu. Die Hitze reduzier ich dann, damit der kleine Stinker nicht verbrennt. Nix schmeckt fieser, als verbrannter Knoblauch! Das kann jetzt erst mal auf die Seite, bis der Rest fertig ist.

Zwischendrin muss ich auch noch meinen Durst stillen, vom Köchinnenwein natürlich. Wie Biolek schon sagt: "Küchenwein muss sein!" Auch noch so ein Kostenfaktor! (gut den gabs schon vor der Bloggerei...fällt aber auch unter den Punkt Aufwand)


Jetzt kommt das Fleisch dran. Die Schwarte einschneiden, mit Salz würzen und in der Pfanne anbraten, dann in Thymianblättchen wälzen und ab damit in den warmen Ofen. Der läuft ja noch von der Paprika-Aktion. Was für ein Energieaufwand!

 


 
Mittlerweile springt der Herr Kampi nicht nur durch die Küche, sondern auch durchs Wohnzimmer. Um immer wieder auch um die Ecke in die Küche zu spähen. Ach Gott, ich hab ja die Zeitansage für ihn vergessen. Das ist doch ganz wichtig!!!! Er muss ja das Licht anschalten!

Das Licht? Klaro!!! Das Licht!

Footgrafieren=schreiben/malen mit Licht

Soll heißen, die Fotolampen/Softboxen müssen angeschalten werden, damit sie dann, wenn der Teller auf den Tisch kommt, optimal leuchten.
In den Anfangszeiten meiner Bloggerei gabs das natürlich noch nicht. Da wurde drauflosgeknippst wie es grad passte. Und wenn die Sonne zum Wohnzimmerfenster reinschien, wurde auch schon mal das zu fotografierende Objekt auf den Fußboden gestelllt und in der Sonne hin- und hergedreht. Sah manchmal schon lustig aus, wenn der Herr Kampi vor so einem nett angerichteten Teller lag. 
Da ihm dass auf Dauer aber zu doof war, hat er sich zuerstmal eine Fotolampe selbergebaut, bis er mir die erste und dann noch eine weitere als dringend notwendig untergejubelt hat.

Jetzt kann aber auch endlich angerichtet werden. Die Pilze und die Sauce hab ich noch mal gewärmt, die Teller sind schön heiß.
Aber wie denn nun anrichten? Wieder schöne runde Türmchen aus der Polenta? Mittlerweile hab ich ja so 10 oder 12 Dessert-/Anrichtringe in rund und eckig in verschiedenen Größen. Abgesehen von den unzähligen Schüsselchen, Becherchen, Löffelchen, Tellern, Platten...die jubel ich dem Herrn Kampi ab und an als äußerst notwendig unter (versteht ihr doch, oder?)

2x anrichten, nicht für dieses Gericht, aber so läufts ab
Diesmal wird die Polenta auf den Teller gestrichen, die Sauce (da ihre Farbe von rot ins braun übergegangen ist durchs reduzieren) daneben, das Fleisch drauf und die Pfifferlinge dazu. Und die Deko darf nicht fehlen. Heute ganz puristisch...ein Thymianzweig muss genügen. Gut, dass diese Balsamico-Creme-Kleckserei aufgehört hat. Wobei ich das auch ab und an mal mache, hab ich mir doch sowas ähnliches mit Erdbeeren und Weißweinessig zusammengebastelt. Aber das passt zu unserem Schwein ja nun wirklich nicht!
Ihr denkt, jetzt ist es ja endlich geschafft und es kann gegessen werden.
MITNICHTEN. FOTO!!!!!!


Lampen sind an, Fotoapparat ist eingestellt (natürlich auf nem Stativ! Hat mir der Herr Kampi auch irgendwann als dringend notwendig untergejubelt), Teller plaziert.


Während ich die anderen Teller anrichte (junior, wenn er da ist bekommt meist den ersten, weil der muss sich ja satt essen), rufts schon im Wohnzimmer: "komm mal schauen, ob es so ok ist". Ich also wieder zurück, durch den Sucher geschaut, den Teller gedreht, zurück in die Küche.
Dann endlich kann gegessen werden. (Natürlich opfert sich Herr Kampi selbstlos und ist das kalt gewordene.)

Meist sitzen wir dann noch vor den leer geputzten Tellern und werten das Mahl aus. Fremden würde das vorkommen, wie der totale Verriss. Gnadenlos wird analysiert, was gut war und was nicht...
Wenn der junior da ist, darf der Punkte verteilen a la Perfektes Dinner.

Während ich dann den halben Nachmittag damit verbringe, die Küche wieder zugänglich zu machen, sichtet mein Fotograf die Ausbeute des ganzen.
Wenn er zufrieden mit sich ist, braucht er dann kaum was nachzubearbeiten. Vielleicht mal ein klein wenig zurechtschneiden, aufhellen, Kontrast angleichen oder weiß der Geier, was er noch so alles macht.
Dann liegt es an mir, dass ganze in lesbare Form zu bringen. Da mir dafür der (späte) Sonntagnachmittag zu schade ist, verschieb ich dass dann auf die nächsten Tage.  Das kann dann schon mal Mittwoch werden, bis ihr hier lesen könnt, wie ein Mittagsgericht entstanden ist.

Es hat uns wirklich überraschend gut geschmeckt. Weder beim Anbraten noch später auf dem Teller dieser typische schweinelnde Geschmack. Ganz zart, noch ein wenig rosa. Harmonisch alle Komponenten aufeinander abgeschmeckt. War ich zufrieden mit mir!!!!


Aber das Schweinderl stand unter keinem guten Stern. Macht mir doch der Herr Kampi die Heidi! Sagt er zu mir: "Ich habe heute kein Foto für dich!"
Wie jetzt? Was mach ich denn  jetzt? Ich muss doch was schreiben!
Er sagt mir dann, alle Fotos gelöscht. Die waren Sch....
Und das, ohne mir auch nur eins zu zeigen. Alle im Papierkorb und schon endgültig gelöscht.

Hallo? Geht doch gar nicht! Da muss doch irgendwo noch was sein!!!!
Nachdem mein Fotograf ne Nacht drüber geschlafen hat, erzählt er mir, dass er doch noch ein paas Fotos auf seiner externen abgespeichert hat, die er mir zur Begutachtung überlässt. Aber zufrieden ist bei ihm anders.

Und so schreib ich hier doch schon seit Stunden an meinem Post. Die Fotos hab ich mir natürlich schon längst angeschaut und durchaus für verwendenswert befunden. Und natürlich hab ich mir die besten schon ausgesucht.  Jetzt muss ich noch alle erwähnten verlinken...man will ja auch gelesen werden. Das dauert schon ne Weile, bis das alles seine Ordnung hat.
Die Fotos hochladen und platzieren, noch so ein Zeitfaktor!

Die Labels!!! Nicht zu vergessen...damit ich und alle meine Leser auch nach bestimmten Stichworten suchen können.
Boah, so einen Blog zu betreiben ist schon ein zeitaufwendiges Hobby!!!
Aber Spaß macht es! Immer noch und immer wieder.

Kannste auch einfacher haben, macht aber dann nicht mehr ganz so viel Spaß!


P.S.: Das ist der bis jetzt längste und recherchemäßig aufwendigste Post auf diesem meinen Blog. Und sagt bitte mal meinem Kampi, dass die Fotos gut sind! Man muss die nicht gleich in den Papierkorb schmeißen!!!!

Freitag, 22. Juli 2011

Da isse wieder!

...und schön hat sie es gehabt im Urlaub im schönen (heißen) Südtirol!


Ja klar...man fährt ja auch nicht im Juli dahin! Und dann auch noch in die Meraner Gegend. Ich weiß, ich weiß.
Nur leider ließ sich das dieses mal nicht anders regeln, was weniger an uns, sondern an dem Bruder der Frau Kampi lag. Denn der wollte sollte unbedingt mit und das war nur zu diesem Zeitpunkt möglich.
(Da Herr und Frau Kampi schon zum 18.Mal dort urlauben, haben sie dem Bruder 15mal voraus)


Und genau aus dem Grund ist es auch kein reiner Wanderurlaub geworden, sondern ein kulinarisch/sinnliches Erkunden des Landes. Schließlich wollten wir dem Brüderchen so viel wie möglich zeigen, von dem was wir an Südtirol so mögen.

Wir hatten eine tolle Ferienwohnung gebucht. Mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, zwei Balkons und einem riesigen Aufhenthaltsraum mit Küche. Das war so richtig nach meinem Geschmack. Da konnte, wollte, durfte ich auch im Urlaub kochen. Bei den tollen Lebensmitteln die einem da zur Verfügung stehen ist das ja auch wunderschön. Nur der E-Herd hat mich an die Grenzen gebracht. Aber ein paar Pasta-Gerichte hab ich schon zustande gekriegt.



Das Wetter war leicht durchwachsen.
Dennoch haben wir uns ein paar Highlights geschaffen. Die Jungs haben ihren Gipfel bestiegen, wir waren in den Gärten von Schloss Trauttmansdorf, wir hatten Sonnenbrand (was davon kommt, dass man sich vergisst einzucremen) und wir haben mal mehr, mal weniger gut gegessen. Wir haben Fun gehabt mit den Mayrhofnern und den Südtiroler Spitzbuam. Und wir wurden für einheimische gehalten, wegen der Lederhosen und ausreichend fotografiert.

Für mich gab es zwei absolute Höhepunkte in dieser einen Woche. Eigentlich war die ganze Woche ein Höhepunkt...aber die zwei waren die absolute Krönung.

Zum einen durfte ich endlich Magdalena kennenlernen. Ihr wisst doch: Täglich Freude am Kochen!
Ich hab sie am Donnerstag vormittag in ihrem Haushaltwaren-Geschäft besucht.
Eigentlich wollte sollte ich nur kurz, da wir ins Ultental zum wandern wollten. Aber aus dem KURZ sind zwei Stunden geworden.
Und was soll ich euch sagen? Magdi ist echt so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Herzlich! Ja herzlich trifft es auf den Punkt.

Sie hat mir vom Keller bis zum Dach alles gezeigt, ihre Vorräte an Mehl, ihre Marmeladen...Sirupe/s, ihre Küche für die Kochkurse, ihre private Küche...

Und wir haben geratscht. So als würden wir uns schon ewig kennen. Es ist ja irgendwie auch so. Nur dass man sich noch nicht so Auge in Auge gegenüber gesessen hat. Es war echt ein schöner vormittag bei dir. Danke dir noch mal. Ich komme auf alle Fälle wieder, wenn ich darf.

Und übrigens. Das neue Teil ist zu meinem Lieblingsspielzeug geworden. Ich hatte ja bei dir schon gelesen, dass es einfach zu bedienen ist. Aber so einfach? Toll. Danke auch dafür noch mal! Der Herr Kampi lässt dich und deinen Mann auch noch mal lieb grüßen!
(Und vergiss mir bitte nicht zu berichten, wie das Öl und der Senf schmecken!)


Und der zweite Höhepunkt war der wiederholte Besuch bei Franz Mulser in seiner Gostner Schwaige auf der Seiser Alm. Wir waren ja im letzten Urlaub schon mal da. Hab ich euch ja hier schon erzählt.Schon da war ich ja total begeistert. Hier hab ich davon berichtet. Er hat eine ganz unverwechselbare Art zu kochen. Er fasst in seinen Gerichten zusammen, was ihn umgibt. Sein Essen schmeckt einfach wie...Seiser Alm. So wie es da riecht, aussieht, sich anhört.

Weil ich das letzte Mal so begeistert war und der Herr Kampi damals alle Gerichte fotografiert hat, wollte ich ihm ein kleines Geschenk mitbringen. So hat er, der Herr Kampi, aus den Fotos ein Bild zusammengebastelt (liest sich sicher wie Kindergeburtstag).


Als wir an der Gostner Schwaige angekommen sind, waren wir die einzigen Gäste. Das war ja auch nicht verwunderlich. Es hat in Strömen geregnet. Wir bedanken uns noch einmal unbekannterweise bei dem Kutscher, der uns bei dem Wetter bis vor die Tür gefahren hat.

Wir haben Wein bestellt. Einen Hammer und Nagel. Und bitte den Chef an den Tisch.
Was hat uns die nette Bedienung verwundert angeschaut. Und was haben wir uns bei dem Anblick amüsiert...

Schließlich kam Franz auch an unseren Tisch. Ich hab irgendwas gestammelt von wegen, dass ich mich freue, wieder da sein zu können und dass es so köstlich bei ihm war und überhaupt und das ich ein Geschenk hätte. Als ich ihm das Bild in die Hand gedrückt hab, war die Freude auf seiner Seite.  Der Herr Kampi ht ihn dann auf die Adresse meines Blogs hingewiesen, welche er ganz dezent in das Bild eingebaut hat.


"Du bist Frau Kampi?"
Hab ich das richtig gehört? Er kennt Frau Kampi? Verwunderung meinerseits.
Er erzählt mir, das Gäste ihm von der Seite erzählt hätten. Und das sie aufgrund meiner Beschreibung bei ihm  gewesen seien. Und das er auch schon bei mir gelesen hätte. Und das er es toll findet, was ich schreibe und koche.
Und da hab ich ein Tränchen im Auge. Damit ich nicht soviel stammel, kommt unser bestelltes Essen wahrscheinlich gerade recht. Wir genießen und schweigen.

Wir haben toll gegessen. Das Brüderchen hatte Brennnesselbandnudeln mit Haselnussblätter-Pesto, der Herr Kampi ein hervorragendes Schulternahtl vom Simmendorfer Rind und ich die Frischkäse-Terrine mit Saisongemüse und Almkräutersalat.

So hatte ich Zeit, mich wieder zu fangen.
Franz hat auch eine passende Stelle für das Bild gefunden...direkt neben dem Eingang. Ich freu mich so! Und er möchte mal mit mir kochen.
(Kann mir mal einer das Grinsen aus dem Gesicht wegoperieren?)

Leider haben wir in der ganzen Aufregeung total vergessen Fotos zu machen. Weder vom Essen, noch von Franz, dem Team und uns. So gibt es nur diese Schnappschüsse.

 




Ich kann allen wirklich nur raten, die Gostner Schwaige zu besuchen und sich dort vollständig in die Seiser Alm fallen zu lassen. Und vergesst nicht, nach dem Bild zu schauen! Gleich neben dem Eingang!!!

Das war jetzt aber hier nur eine kurze Zusammenfassung unseres Urlaubes. Wer gerne noch ein paar mehr schöne Bilder aus Südtirol sehen mag, schaut sich einfach hier die aktuellen Fotos an. Oder ihr stöbert mal die ganze Homepage von Herrn Kampi durch.





Samstag, 9. Juli 2011

So!

...ich mach dann mal ne Woche Urlaub!

Mich und meinen Herrn Kampi verschlägt es auch in diesem Jahr wieder eine Woche in unsere zweite Heimat Südtirol!

Also euch allen eine schöne Zeit...und vermisst mich wenigstens ein ganz klein wenig.

Bis denn dann!

Mittwoch, 6. Juli 2011

Kirschen...überall! Auch bei mir.

Im Moment findest du sie ja überall...Kirschen.


Am Baum, auf dem Wochenmarkt, zum Selbstpflücken in der Plantage, in diversen Kochblogs, z.B. bei Eline, mit der nicht gut Kirschen essen ist oder den 180°lern, die sie trotzdem gegessen haben. Rock the kitchen hatte sie kandiert auf ihren Cupcakes, Heike in der Quiche und Anikó in der Suppe. Und Engelchen lässt sie in Alkohol ziehen, genauer in Amaretto.

Und während ich das so niederschreibe, hab ich den Geschmack schon wieder auf der Zunge, hmmmm!

Und nicht nur auf meiner Zunge wollte ich sie haben, nein ich wollte sie auch zur Zunge. Zur Kalbszunge.

Ich hab ja mal so ein wenig im www gestöbert. Da findest du nicht so viel über Kalbszunge. Mit Madeira-Sauce. Sicher lecker. Aber diesmal nichts für mich. Mit Vinaigrette, als Ragout. Nöö, auch nicht.
Und ne Anleitung findest du, wie du die ledrige Haut abziehen sollst.
Wozu brauch ich dafür ne Anleitung? Das ergibt sich doch von selbst.
Aber ansonsten ist da nicht allzuviel zu finden.

Zunge mögen ja manche nicht. Die wird von ihnen zu den Innerreien gezählt...
Finde ich irgendwie komisch. So tief drin ist die doch gar nicht. Da wäre ja nen Filet auch Innerei, liegt ja auch innendrin. Und dann der Witz "was andere schon im Mund hatten". Jaja, aber Eier essen!

Neeee, Zunge ist wirklich was feines. Und Kalbszunge gleich noch mal feiner. Meine war ungepökelt.
Wusste bis vor kurzem gar nicht, dass es die ungepökelt gibt. Ich dachte immer, alle Arten von Zunge sind gepökelt.

Und da ich nichts richtiges im Netz gefunden hab, hab ich meine...also die vom Kalb...einfach so behandelt, wie das meine Mama immer gemacht hat. In Wurzelsud gegart. Ich hab allerdings kein Wasser genommen, sondern nen Kalbsfond. Von mir selber hergestellt.
Eine reichliche Stunde braucht dieser Muskel mindestens, bis er annähernd weich ist. Im Prinzip ist das ja so wie mit jedem Siedfleisch: rutscht  das Fleisch beim Anspießen von der Gabel, ist es gar!

Und dazu sollte es ne Sauerkirsch-Sauce geben. Ich liebe es im Moment, was fruchtiges zum Essen dazu zu haben. Passt ja in die Jahreszeit, finde ich.

Dazu hab ich einfach alles so wie immer gemacht. Schalottenwürfel in Butter angeschwitzt, mit Portwein abgelöscht, einreduzieren lassen. Dann die halbierten und entsteinten Sauerkirschen dazu, ein paar Zweigchen Thymian, weil die so gut zu den Kirschen passen, mit etwas Brühe aufgießen (bei mir der Sud von der Zunge, den ich nicht gesalzen hab) und langsam vor sich hinziehen lassen.


Und was dazu?
Da ich noch einen Blumenkohl im Gemüsefach des Kühlschranks hatte, dachte ich an ein Blumenkohl-Pürree. Das hab ich schon mal zum Reh gemacht. Allerdings war da Zimt mitdrin. Und den mögen wir nicht unbedingt. Also hab ich halb Blumenkohl und halb Kartoffeln in Salzwasser weichgekocht, abgegossen und durch die Presse gedrückt. Mit ganz viel Butter und mit Milch zu einem schönen glatten Pürree gerührt. Abgeschmeckt mit Salz und Muskat. Fertig!

Da ich aber nicht den ganzen Blumenkohl verpürieren wollte, hab ich einfach ein paar schöne Röschen zurück gehalten. Diese hab ich in Scheiben geschnitten und in Butter schön langsam in der Pfanne gebraten. Ein wenig Salz und Muskat als Gewürz genügen vollkommen.

Die Zunge war in der Zwischenzeit schon gepellt und in Scheiben geschnitten. Das lässt sich auch gut vorbereiten. Und vor dem Anrichten hab ich sie einfach in Salzbutter leicht angebräunt. So bekommt sie wenigstens etwas Farbe. Da sie ja nicht gepökelt ist hat sie ja nicht diese schöne rosa Farbe.
Aber der Geschmack ist der pure, feine Kalbsgeschmack. Ohne verkünstelt und versalzen zu sein.





Lecker wars!