Montag, 31. Oktober 2011

Ich bins...

...der Kochlöffel!




Schon vor Monaten wurden ich und meine Geschwister in die ganze weite Welt verstreut. Ausgesetzt. Von einer Tochter eines gewissen Arthur. Bis nach China hats einige von den meinigen verschlagen, hab ich gelesen. Manmanman...
Zu meinen Geschwistern hab ich gar keinen Kontakt mehr. Auseinandergerissen wurden wir!!!!


Mich hats nach Sachsen verschlagen. Zu Frau Kampi.
Und die hat mir allerhand zugemutet. 

Arthurs Tochter hat ja ein paar Bedingungen dran geknüpft, wenn man mich beherbergen will.
Fotos will sie haben. Von mir.
Erst aussetzen und dann schauen, was aus den Kleinen geworden ist. Das nenn ich Mutterliebe! Und wenn es geht, die Guten wieder zurückhaben wollen!!!

Fotos!!! Aber nicht einfach nur von mir.


Neeeneeeeneee...ein bisschen tricky sollte es schon sein. 


Mit ner berühmten Persönlichkeit soll ich fotografiert werden. Töööö...

so stehts bei AT: 
"Eine prominente Person muss mit dem Löffel posieren. Prominent bedeutet, allgemein bekannt. Im Zweifel entscheidet die Jury über den Grad der Prominenz"



Wo bitte schön soll denn mitten in der sächsischen Provinz ein Promi auftauchen? Da müsste Frau Kampi dann eher in Bad Schandau im Elbsandstein-Gebirge wohnen. Da waren wenigstens Promis
Oder in Radebeul. Da kanns schon mal passieren, dass du Tom Hanks im DDR-Museum begegnest.
Aber hier, mitten in der Pampa?



Also hat mich meine neue Mama einfach in die Handtasche gepackt und ist nach Hamburg mit mir gefahren. Zu nem Weibertreffen!!!! Was soll ich da bloß?
Naja gut, in HH soll sich ja die ein oder andere berühmte Persönlichkeit rumtreiben. 


Ich dachte da bevorzugt an Udo Lindenberg. Der wohnt ja als Dauergast im "Atlantic". Da bin ich auch mit den verrückten Weibern vorbei gefahren. Aber die haben sich nicht reingetraut. Menno! Dieser wilde Typ, das wärs gewesen. Genau meine Wellenlänge. 


Aber was mir Frau Kampi dann angetan hat, glaubt ihr nicht! Die hat doch echt die Frechheit besessen, mich vor dem Ohnsorg-Theater Heidi Kabel in die Hand zu drücken!
Heidi Kabel!!!!

Berühmt ist die ja. Aber schon tot!!!!

Die spinnt doch, meine Frau Kampi.
Guckt euch doch mal das Foto an. Das kann doch niemals in die Wertung. Was sollen denn die Leute denken.



Wir sind dann noch ein wenig durch Hamburg gestreift...die verrückten Hühner, Frau Kampi und ich. Aber keine Promis zu finden. Nirgendwo.



Obwohl...
Da gabs dann doch noch eine Gelegenheit. Aber den als Promi bezeichnen? Gut, kennen tut ihn jeder. In Wikipedia steht er sicher auch. Und leben tut er ja auch noch.
Aber...
Promi?

Würd ja sagen, ich bewerb mich da doch eher mit DEM Foto in der Kategorie "Löffel in einer ungewöhnlichen Situation die nichts mit Kochen zu tun hat".

bei AT liest sich das so:
"Der Löffel muss in einer für ihn völlig untypischen verrückten Situation fotografiert werden. Losgelöst von allem, was mit Essen zu tun hat"
 
Passt doch eher, oder?



Bisschen peinlich ist mir das jetzt aber schon. Ich hoffe, das Bild wird nicht in der Presse veröffentlicht.




Irgendwann bin ich wieder in der dunklen Handtasche verschwunden und hab gar nicht gemerkt, dass ich von Hamburg wieder zurück in die Pampa gefahren bin.
Und von da wurde ich weiter geschleppt.


Das nächste mal, als ich das Licht gesehen hab, wurde ich auf einem Platz in die Höhe gehalten. Um mich drum lauter Menschen, die mit dem Kopf schütteln.


Wo war ich denn jetzt gelandet?
Ich hörte Wortfetzen...Flammekuche...Baeckeoffe...


Strasbourger Münster und ich

Was das denn? Wo bin ich?

Irgendwann dämmerts mir. Als ich die vielen Souvenirstände mit den Störchen sehe. 
Elsass...STRASBOURG!
Das war ja die dritte Bedingung die gestellt wurde. Ich soll an einem berühmten Ort fotografiert werden.


Bei AT liest sich das so:
"Der Löffel muss an einem weltbekannten Ort fotografiert werden. Die Definition für weltbekannt bedeutet in diesem Fall mindestens ein Eintrag bei Wikipedia"

STRASBOURG!
Da wollte ich schon immer mal hin. Da kann man gut essen! Hab ich jedenfalls so nebenbei mitgekriegt. Sehen tu ich ja nix in der Handtasche. Aber hören...und riechen. 
Und in der Stadt riecht es gut. Glaubt mir! Wer noch nicht da war, muss unbedingt mal hin. 
Da gibts außer dem Münster noch viel mehr schöne Gebäude zu sehen. Hab mich ja kurz umschauen können, als Herr und Frau Kampi mich vor den vielen Leuten verzweifelt in die Höhe gehalten haben, um ein Foto zu machen.


Leider war mein Aufenthalt in dem hübschen Städtchen nur von kurzer Dauer. Ein wenig Wehmut schwang mit, als ich zu Hause in der sächsischen Provinz wieder ausspannen durfte.

Aber da wusste ich noch nicht, warum mir eine kurze Zeit der Ruhe gegönnt wurde.
Ich sollte groß rauskommen. Beziehungsweise sollte ich hoch hinaus kommen! Und zwar ganz hoch hinaus!!!


Seit ich in Sachsen bei meiner neuen Familie bin, hab ich schon ein wenig mitbekommen, dass meine Kampis (ich nenne sie jetzt so, da ich sie schon ein wenig in mein Löffel-Herz geschlossen hab) eine Vorliebe für gutes Essen haben. Und dass sie die Berge lieben. Besonders die Südtiroler.

Aber, das ich so hoch darf wusste ich nicht!  Piz Boe...3152m...


Wahr wohl ne ganz schöne Schnauferei bis meine Kampis da oben waren. Aber die Aussicht! Gigantisch.
Da siehst du die gegenüber liegenden Gipfel.  Platt- und Langkofel


ich auf dem Höhepunkt des Sellastocks

Dir liegt die Welt zu Füßen. Einfach nur genial!!!! 
Ich bin froh, dass ich so hoch hinauf mitgenommen worden bin. Und ich durfte da oben auch ein klein wenig vom Wein nippeln! Schmeckt ja noch mal so gut, wenn du da ganz oben bist!



Und nun?
Einsendeschluss...

Ich war an Orten, wo ich nie hinwollte...nie hingekommen wäre...nie mehr so hinkomme.


Hallo Arthurs Tochter!!!
Ich möchte gerne weiter in der Welt rumreisen! Ich möchte Gipfel erklimmen.
Ich möchte Menschen kennenlernen, die ich bis jetzt noch nicht kannte.
Ich möchte in Situationen gebracht werden, in denen ich eigentlich einen roten Kopf bekomme.


Ich, der Löffel, möchte einfach weiter in der Welt unterwegs sein, Geschichten erleben dürfen und weiter meine Sicht der Dinge erklären dürfen.


Liebe ARTHURS TOCHTER...lass mich weitermachen. Schreib ein Buch über die Geschichten deiner Löffel!!!
Ich möchte nicht in den Tiefen einer Damenhandtasche versauern! BITTE!!!!!!!!

Dienstag, 25. Oktober 2011

...na dann geb ich auch mal meinen Senf dazu...

Alice hat aufgerufen,das jeder seinen Senf dazugeben soll.

SENF. Was hat sie sich denn dabei nur gedacht? Ich hab kein Verhältnis zu Senf. Und das, obwohl ich nicht weit weg von der Senfstadt Bautzen wohne.
Ich mag ihn einfach nicht. Weder in der mittelscharfen Variante, wie er bei uns traditionell ist noch süß.Keinen Dijon-Senf und erst recht keinen groben.
Das schlimmste sind für mich warme Würstchen mit Senf. Ich hasse warme Würstchen! Und dann noch dieses gelbbraune Zeugs dazu...brrrrrrrrrr.
Wenn ich das schon mal essen muss, lass ich das Würstchen kalt werden und streich den Senf aufs Brötchen. So ist das für mich wenigstens halbwegs essbar. Ich gehöre also definitiv nicht zu denjenigen Personen, die auf einem Wurstbrot die Butter durch Senf ersetzen.

Der Herr Kampi ist da das ganze Gegenteil. Egal wo wir sind, ein Töpfchen oder Gläschen muss immer mit. Notfalls auch mal ne Tube.

Bei mir gehört er ins Dressing, mehr nicht. Nagut, Eier mit Sensauce mag ich auch. Aber hauptsächlich wegen der Eier und den Kartoffeln. Und ich glaube, damit lässt sich Alice wohl nicht begeistern. Zumal sie die ja selbst auch kann. Und sehr gut sogar, glaub ich.

Aber ihren Event wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Da kam mir der Vorschlag von Herrn Kampi ganz recht, mal wieder einen heimischen Fisch zu essen. Karpfen scheidet aus. Den mag ich nicht, obwohl er ja bei uns hier auch heimisch ist. Und Forelle muss auch nicht unbedingt sein. Zander wäre meine Wahl. Aber der ist nicht so einfach zu bekommen.

Ich hab den Herrn Kampi einfach mal zur Fischzucht geschickt. Der wird schon irgendwas anbringen, aus dem ich was zaubere.
Hat er auch ganz brav gemacht. Schleien, 3Stück. Ziemlich kleine.


Begeistert war ich ja nicht unbedingt, aber die Auswahl ist nun wirklich nicht so riesig...

Das die Fische ziemlich klein waren, hat mich nicht ganz so sehr gestört. Den Kampi dafür umso mehr. Er hat ganz schön geflucht beim filetieren. Dafür waren die Gräten noch ganz zart und brauchten nicht erst gezogen werden.

Die Karkassen hab ich mit Weißwein, Suppengemüse und Wasser aufgegossen und einen Fond gekocht. In einer Sauteuse dann Schalotte angeschwitzt, mit Weißwein abgelöscht und dem Fond aufgegossen. Das kümmert sich, bis der Rest soweit fertig ist. Später hab ich noch einen halben Becher Sahne angegossen.


Dann Kartoffeln grob gewürfelt und weich gekocht. Ausdämpfen lassen und etwas Hühnerbrühe und Weißwein-Essig zugegeben.
Am Freitag hatte ich frischen Spinat bekommen. Saftige dunkelgrüne Blätter. Der wurde nur gewaschen und durft in der Pfanne zusammenfallen. Dann kamen die Kartoffelwürfel dazu und alles wurde nochmal mit Essig und Salz abgeschmeckt.  Und frisch gehobeltem Meerettich.

Der Fisch wurde in Portionsstücke geschnitten, mit Salz gewürzt und in einer Mischung aus Mehl, Pastagries und reichlich gemörserten Senfkörnern auf der Hautseite paniert. Dann diese Seite in der Pfanne angebraten...nicht zu heiß...und durfte dann im Ofen gar ziehen.

Zum Finish bekam die Sauce noch ihren Kick. Eine Riesenportion SENF. Groben Pommery und feinen Dijon. Aber reichlich bitte. Das ganze mit dem Zauberstab aufgemixt und abschließend noch mal mit Salz abgeschmeckt!

Der Kartoffel-Spinat-Salat wurde beim Anrichten noch einmal mit Meerrettich überhobelt.



Und es hat geschmeckt. Sehr gut sogar.

Zum Nachtisch gabs dann noch das versprochene Eis für den junior. Einfach ein halber Becher saure Sahne mit  einem Becher griechischen Joghurt mischen. Etwas Orangenlikör, Zitronensirup und Zucker zugeben. Mit fein geschnittener Minze mischen und ab damit in die Eismaschine.
Dazu gabs Ananas. In einer Pfanne Zucker schmelzen lassen und etwas fein geschnittenen Chili zugeben. Die Ananas-Scheiben darin karamellisieren und mit etwas Zitronen-Sirup und Orangenlikör abschmecken und ziehen lassen. Lauwarm zum Eis serviert.

 
schön den Sirup aus der Pfanne um die Eiskugel träufeln...hmmm


Samstag, 22. Oktober 2011

Kühlschrankinventur...

...da hätten wir:
  • eine halbe Entenbrust (die andere Hälfte wanderte am Tag zuvor in eine Tom Kha Gai-ähnliche Suppe)
  • zwei Birnen, die Zeit weg sind
  • ein Stück Hokkaido
  • etwas Kürbiskernpesto
Und nu? Viel mehr gibt auch der Keller nicht her.
Aber wir wollen doch satt werden. Und lecker essen auch noch. Und das mitten in der Woche.

Mein erster Gedanke war Pasta mit  Kürbisstreifen. Aber Pasta wollte ich nicht. Also Pasta an sich schon, aber keine aus der Packung. Ne Schüttelbrot-Pasta wäre toll. Nur leider gibt der Kühlschrank keine Eier mehr her. Und die Birnen würden ja auch nicht so optimal passen.

In so einem Falle gibts ne sichere Bank. Du tauschst dich mit AT aus. Wenn du Glück hast, erwischst du sie bei FB...in dieser elitären Gruppe...ich hatte ja schon mal berichtet.
Und ich hatte Glück...und ich hab sie erwischt. Und sie hat mich drauf gebracht. Kartoffeln. Das macht satt. Auch wenn du sonst nur Reste im Kühlschrank hast.

Also werden die Kartoffeln geschält und gewürfelt. Der Kürbis ebenso. Und in etwas Salzwasser weichgekocht, dann grob gestampft und mit etwas Milch und Butter zu einem schönen Pürree gerührt. Abgeschmeckt nur mit Salz und Muskat...oder hatte ich eine Knoblauchzehe mit im Kochwasser? Ich weiß das schon gar nicht mehr so genau...war ja auch eigentlich schon Anfang letzter Woche, als ich das gekocht hab. Egal.

Die Birnen ebenfalls geschält und entkernt. In einer Pfanne röste ich ein paar Koriander- und Fenchelkörner mit einer getrockneten Chilischote, dann etwas Zucker dazu. Dann geb ich die Birnenspalten rein und etwas Öl. Langsam karamellisieren und ziehen lassen. Meine Birnen waren schön fest und sind nicht zerfallen...so ähnlich wie Gemüse.


Vom Entenbrust-Rest einfach nur die überstehende Haut abschneiden und in einer Pfanne auslassen. Das Fleisch in Scheiben schneiden und in dem heißen Fett kurz, aber heiß anbraten, salzen, umdrehen. Die andere Seite ebenfalls salzen, rausnehmen und alles zusammen anrichten. Mit einer ordentlichen Portion Kürbiskernpesto. Und ein paar Tropfen Kürbiskernöl.

Oh mann war das lecker!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

immer wieder sonntags...

...kocht Frau Kampi ihrer Familie was leckeres (meist klappt es ja auch) und postet es dann montags...dienstags. Na gut meist wird es Mittwoch.
ok...ok...heute ist Donnerstag!

Heute mach ich es mal anders. Keine Angst, ich hab am Wochenende gekocht. Schon am Samstag. Da hatten wir liebe Freunde zu Gast. Für die gab es ein Petersilien-Cremesüppchen mit Zitronenöl und Croutons als Vorspeise. Als Hauptgang gab es Ossobuco und Stücke vom Kalbsschwanz mit Kürbisgnocchi (Hurra!!!! Sie sind geworden!) und eine Käseplatte mit Pflaumen-, Birnen- und Feigenchutney. Recht einfach, aber sehr lecker. So lecker, dass aus dem geplanten Resteessen am Sonntag nichts wurde...weil alles aufgegessen.


Ich hatte vorgesorgt und am Freitag ein Perlhuhn gekauft. Das gabs dann Sonntag mit einer schönen Fruchtnote aus Feigen, Orangen und einem Rest Chutney gefüllt. Dazu ein Rotweinrisotto und den mit Butter gebundenen Bratsud. Lecker wars.



Soviel zum Wochenende.

Aber heute will ich euch von meinem leckeren Abendessen gestern vorgestern erzählen. Eigentlich ziemlich einfach...aber so genial schmackhaft.
 
Ein Salat aus Kürbis. Roh!

Die Idee hab ich von Jaqueline Amirfallah aus dem ARD-Buffet. Sie hat letztens ein dreierlei mit Kürbis gemacht und da war roher Kürbis als Salat dabei. Angemacht mit Kürbiskernöl. Sie hat einen Muskatkürbis dazu genommen.

Die Idee hat mich sofort begeistert. Kürbis ist ja nicht viel anders als Gurke, Zucchini oder Melone. Zumindest, was die Pflanzenfamilie betrifft. Warum also nicht mal roh essen?

Nach dem Rezept hab ich gar nicht erst gegoogelt. Ich wollte mich irgendwie vom Angebot leiten lassen. Und ne bessere Inspiration als das Angebot bei meiner Einkaufs-Nr.1 gibts gar nicht.

Gut, die Muskatkürbisse waren mir zu groß, da hätte ich Salat für ne Kompanie draus machen können. Also hab ich mich entschieden, den Rest des Buternut zu verwenden, der noch im Kühlschrank war. Rucola hab ich ein schönes frisches Bund gekauft. Und schöne rosa Grapfruit. Ich mag den etwas bitteren Geschmack sehr gerne.

Ich hab das weichere Fruchtfleisch, welches um das Kerngehäuse ist, in ganz dünne Scheiben gehobelt. Da reichte mir die Menge von nem viertel Kürbis vollkommen aus. Das Schälen beim Buternut nicht vergessen!

Von der Grapefruit hat auch ne halbe genügt. Ich hab sie großzügig geschält (wie beim filetieren) und sie in Würfel, so 1,5cm x 1,5cm geschnitten und drüberverteilt, zusammen mit etwa einem viertel Bund Rucola. Darauf eine handvoll geröstete Kürbiskerne und ein paar angebratene Schinkenstreifen.

Dann ein paar Tropfen Weißweinessig, den Grapefruitsaft, der beim Schneiden auf dem Brett gelandet ist und etwa zwei Esslöffel Kürbiskernöl. Etwas Salz und eine Spur Zucker.


Und jetzt ab damit in den Mund. Der Geschmack des rohen Kürbis´ überrascht. Eher melonig, sogar ein wenig süßlich. Vielleicht auch etwas karottig...dieser zumindest von der Konsistenz sehr nahe.

Das nächste Mal werde ich den Kürbis aber etwas sorgfältiger schälen, manche Scheiben waren schon sehr bissfest. Oder ich hoble sie so Spaghetti ähnlich, mal schauen. Auf alle Fälle gabs den Salat nicht das letzte Mal bei uns.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Kochkatastrophe!

Da war ich jetzt an zwei Wochenenden hintereinander nicht da und hab mir gedacht, das nächste Sonntagsmahl wird ein Oberknaller. Schließlich muss ich ja einiges hier aufholen.
Tja, und dann das. Total versemmelt. Echt! Sowas von verkackt hab ich lange kein Essen mehr.

Ja was sollte es denn geben?

Rinderfilet im Heu gegart mit Kürbisgnocchi, Rahmwirsing und Kürbiskernpesto. Naja und irgendeine Sauce dazu.

Wie gesagt: sollte es. Wurde es aber nicht.

Zuerst mal zu dem, was funktioniert hat. Das Kürbiskernpesto. Das hab ich vor kurzem bei Jaqueline Amirfallah im ARD-Buffet gesehen und es hat mich sofort angesprochen. Ich hab mich auch weitestgehend an das Original-rezept gehalten, außer bei den Mengen. Wer die genauen Angaben braucht, liest einfach mal nach. Von mir gibts das jetz mal nur als ungefähre Zusammenfasssung aus dem Gedächtnis.

Die Kürbiskerne rösten und abkühlen lassen. Mit neutralem Öl, Petersilie und Knoblauch pürieren. Kürbiskernöl und geriebenen milden Bergkäse untermischen und abschmecken. Die Farbe des ganzen ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ein dunkles Grün...fast schwarz. Aber der Geschmack ist obergenial.


(Auch Johannes von Stuttgartcooking hat ein Kürbiskernpesto gemacht. Ohne Kernöl. Wer keins mag, sollte vielleicht sein Rezept mal ausprobieren.)

Auch der Rahmwirsing war keine wirkliche Herausforderung. Einfach in feine Streifen schneiden. In einer Pfanne etwas Südtiroler Speck in feinen Würfeln sanft anschmurgeln, das Kraut zugeben und mit Sahne angießen. Zum Schluss einfach nur mit Salz und Muskat abschmecken.

Tja...und dann die Kürbisgnocchi. Chef Hansen hatte welche gemacht...wollte sie aber (noch?) nicht verbloggen. Er hat es nur über Facebook kundgetan. Und so hab ich ihn gleich mal gefragt, wie er sie gemacht hat. Sein Rezept kam dem in meinem Kopf recht nahe. Er backt den Kürbis im Ofen. Ich wollte ihn dämpfen, da das Backrohr für das Fleisch reserviert war. Und er empfahl noch etwas Kartoffel mit zuzumischen, der Bindung wegen.
So hab ich die Kartoffel- und Kürbiswürfel zu etwa gleichen Teilen im Dämpfeinsatz weichgegart.

Ernüchterung beim Durchpressen! Das Ganze war so suppig, dass ich Unmengen an Mehl hätte zugeben müssen. Dann wären das wohl eher Mehl- als Kürbisgnocchi geworden. War also schon mal nichts. (das Backen wäre das vorteilhafter gewesen...)

Da Frau Kampi sich aber von sowas nicht erschüttern lässt, musste eine Lösung her.

Aber erstmal zum Fleisch. Das hab ich mit einer Mischung aus verschiedenen Pfeffersorten gewürzt und in der schmiedeeisernen Pfanne rundum angebraten, dann gesalzen, mit dem würzig duftenenden Bergheu von Franz Mulser von der Seiseralm ummantelt und mit ein paar Speckscheiben belegt. Kernthermometer rein und bei ganz sanfter Hitze in den Ofen geschoben. Dabei war mir die Temperaturangabe für medium-gebratenes Rindfleisch ein wenig hoch, so dass ich mich für die manuelle Einstellung entschieden hab. Bei 60°C wollte ich das Fleisch rausnehmen. Ich hatte den Ofen wirklich auf sehr geringe Hitze eingestellt, so dass ich genügend Zeit hatte, an meiner Beilage weiterzubasteln.



Den Kürbispamps, der schon mit etwas Mehl und einem Ei gemischt war, hab ich erstmal in eine Schüssel gegeben, drei weitere Eier zugefügt und soviel mehl untergeschlagen, bis das ganze einen schönen glatten Spätzleteig ergeben hat. Gewürzt mit Salz und Muskat. Wasser aufgesetzt, gesalzen und erstmal ein paar Probespätzle geschabt. Noch waren sie mir zu pampig, nicht kernig genug. Also noch ein kleinwenig Mehl. Die nächsten Spätzle waren dann genau von der Konsistenz, wie ich sie gerne haben wollte.
Nur hat mich beim verkosten bald der Schlag getroffen. Versalzen, aber wirklich total! Wahrscheinlich hatte sich das Salz im Kochwasser bei der Probe noch nicht vollständig gelöst. Deshalb hab ich den Teig dann nochmal nachgewürzt. Und das war wohl zuviel!
Vielleicht ließe sich der Geschmack durch anbraten in viel Butter wenigstens noch ins essbare umkehren. Da Versuch bekanntlich klug macht, hab ich sie in eine heiße Pfanne gegeben.

Ich weiß nicht, wie es gekommen wäre, hätte ich die Spätzle wenigstens kalt abgeschreckt. Das Salz wäre vielleicht etwas gemildert gewesen...
Da ich aber auf das Abschrecken verzichtet hab, musste ich zusehen, wie sich ehemals wohlgeformte goldgelbe Spätzle in der heißen Butter in einen undefinierbaen klumpenähnlichen Pamps verwandelten. Keine Chance auf Rettung.

Mittlerweile piepte das Bratenthermometer...das Fleisch muss raus. Also zuerst den Backofen auf, das Fleisch aus dem Heumantel geholt und in eine schöne Hülle aus Alufolie gewickelt und in die Wärmeschublade zum Warmhalten geschoben.

Dann als nächstes den Mülleimer geöffnet und den Kürbispamps entsorgt. Das ganze natürlich unter den vor Schreck geweiteten Augen des Herrn Kampi!

 Keine Beilage? Brot fällt aus, Pasta auch.
Im Frost hatte ich noch zwei kleine Rollen Semmelknödel im Vakuum. Die hab ich gleich in der Folie in das noch kochende Spätzlewasser geworfen.

Mittlerweile war die Kerntemperatur des Fleisches auf 56°C gesunken...nicht das wir das Fleisch kalt essen müssen. Also das ganze nochmal in den Ofen gepackt.

So nebenbei köchelte die Sauce auch noch auf dem Herd. Hab ich ja noch gar nicht erwähnt. Eher unspektakulär wie immer. Der gleiche Ansatz aus Zwiebeln wie immer. Abgelöscht mit Port- und Rotwein auch wie immer. Kalbsglibber dazu...ebenfalls wie immer. ziehen lassen. Nur aromatisiert mit etwas Heuschnaps.



Mittlerweile zeigt die Uhr nach halb zwei...Ungeduld machte sich breit. Nicht nur bei mir. Auch der junior und Herr Kampi schlichen hungrig durchs Haus und fragten, wenn es denn nun endlich etwas zu essen gäbe.

Also die Knödel aus dem Wasser geholt...natürlich waren die noch gefroren. Mit dem Brotmesser in Scheiben gesäbelt, dabei die Hälfte total zerfetzt...wenigstens hat das anbraten in Butter funktioniert.

Menno, wirklich nicht mein Tag. Mittlerweile zeigte das Fleischthermometer 65°C an. Na gut, hätten wir das Fleisch auch noch versaut, was solls.

Dann ist auch noch Zeit, ein paar Kürbisspalten in einer Pfanne mit Fenchel- und Koriandersaat, Chili und Knoblauch anzubraten.


Den Fleischsud aus der Folie hab ich noch zur Sauce gegeben und diese dann nach dem Abschmecken versucht mit Butter zu binden.
Und...

Ihr ahnt es doch sicher? Hat diesmal nicht geklappt. Also noch etwas Stärke eingerührt und damit angedickt! Ja angedickt...nicht gebunden. Aber darauf kommt es jetzt nicht mehr an!




Wenigstens hab ich das ganze noch versucht halbwegs vernünftig anzurichten. Wenigstens ist mir das auch leidlich gelungen. Der junior hat sich draufgestürzt. Es scheint ihm wirklich geschmeckt zu haben. Und auch Herr Kampi war durchaus angetan.

Ich hab aber fast keinen Bissen runterbekommen. Ich war einfach nur froh, dass ich das Chaos überstanden hab.

Aber was solls...ich kenne ja die Fehler, die ich gemacht hab. Und auch das bringt einen ja voran. Also mich jedenfalls.  Davon lass ich mir doch den Spaß am Kochen nicht vermiesen.

Wer ein Rezept für gelingsichere Kürbisgnocchi haben will, der sollte mal bei Juliane nachlesen.