Samstag, 15. September 2012

Säggs-sch fier Fordgeschriddne...

Uiuiuiuiiii, ich versuch jetzt mal nen Post in sächsisch. Einfach weil ich Sächsin bin, was ich im Gespräch mit Nichtsachsen nicht verleugnen kann und weil heute auch was besonderes passiert ist.

ICH HABE GEBACKEN!

Und dazu noch einen sächsischen Kuchen...



Aussm Vuchdland gommder Kuchn, den-sch hoide in der Reehre hodde (ich hatte einen Kuchen nach einem Vogtländer Rezept im Ofen)

S iss groade moa...na lasses fimf Joahre her sein...da woarch in demm scheenen Boad Elsdor. Damols warch zer Kur. Woar scheen dorde! Gannsch alln nur offs wearmsde ans Herze leegn. Echd Glasse! (Ich war in Bad Elster zur Kur und es war sehr schön. Fahrt mal hin!)



Drei Woachn woarsch da. E bissl Behandlungn, e bissl Schbord, e bissl inner Geechnd rumloadschn und guggn...  un e bissl was fern Gaumn. (3 Wochen Behandlungen, Sport, schön wandern und sich die schöne Landschaft anschauen und genießen)


Bin ja nu geene Sieße...das ganze Guchnzeich mogsch ne wirglisch. Abbor genau das genn die dorde! Gloobsd mir! Na gudd, des ganse Sahnedingens iss o dorde ne meins gewordn, obwohl die immor gudd aussahn. (Ich mag eigentlich nichts Süßes, mit Kuchen punktet bei mir keiner wirklich. Aber im Vogtland können die wirklich backen. Die Sahnetorten sahen traumhaft aus.)


Abor mir sinn immor ins Albord-Boad zen Gaffee-dringgn eingefloagn  ( wemmer ne im Bismoarg warn...das heeesd Bismoarg, weil jedor Biss ne Moarg!)



Dorde isses so herrlisch nosdoalgisch. De oaldn Wann fersch Moar-Boad schdeen da no so rumm. Un im noin Gaffee gonnsde den Boadndn zuguggn. (Wir waren gerne im alten Albert-Bad. Nostalgisches Flair gepaart mit moderner Architektur. Und beim Kaffeeetrinken kann man auf das moderne Schwimmbad schauen.)



Und dorde gabs deeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeen Guchn!  Deeeeen Faforidd! Vuchtländschn Gardoffl-Guchn. Ne ze siees, midd e bissl Rosien´n un Nissn, luffdsch und loggor. Eh Scheelchn Heesn dezu...mer brauch dor Saggse ne! (Mein Favorit, der Kartoffelkuchen ist ein luftig-lockerer Blechkuchen mit Rosinen und ein paar Nüssen. Mehr als einen Kaffee braucht es nicht dazu)

Isch bin no bald bleede geworn. Ham die do des Räzebd glei mit neingedruggt in de Goarde. So dämlch woarn die. Die wussdn ni, das´sch das midn Fodo bloos abzefoddografiern muss. Hobsch o gemachd!
(ich war ganz erstaunt, dass das Original-Rezept in der Speisekarte veröffentlicht war. Fotoapparat und abfotografiert...so einfach wars!)



Nu binsch ne de Bagg-Graft. Nischd Sieses. Gannsch ne...(ich kann nicht backen)

Nu stoand oabr e Ievend an. An ledsdn Sonnamd un Sunndoag. Dor wollde ich e bissl mähr moachn als bloß denn Zwieblguchn, dench schonn de goansn ledsn Joare immer in de Reehre geschobn hoab.
Doar hosch mer eifach ma ds oalde Räzebd ausn Schiebor gehold un das Goanse nochgebaggn.
(Wie schon erwähnt, kann ich nicht backen. Da aber ein Event in der Stadt, aber auch in der Bloggerszene anstand, hab ich das Rezept hervorgekramt und mich getraut, einen Blechkuchen zu backen)

Un nu gibdss ne kleene Brämijeeere, e Räzebd!

  • dreihunnerdfuffzsch Gramm Gardoffln inner Schale gochn un belln
  • ferzsch Gramm Häfe mitn Läffl Zuggor un hunnerdfuffzsch Milliliddor Milsch verriehrn. 
  • finfhunnerd Gramm Mähl inne Schissl gäbn un so e bissl enne Mulde neindriggn. Die Häfe-Milch-Zuggor-Schloddse neingäbn un mid e bissl von den Mähle abdeggn. Nen Deggl druffmachn un e bissl ruhn loassn.
  • hunnerd Gramm Zuggor, hunnerdfuffzsch Gramm zerloofne Buddor, ne Hanfoll Rosien´n (wennse in Rum e boar Daage gelägn ham, wärs gudd), e bissl geriebne Zidronenschoale derzugebn un gnädn. 
  • gleen gehaggde Wallnisse dazu!!!! Ganz wichtsch. Fuffzsch Gramm!
  • Abdeggn un zähn Minudn gehnlossn
  • de gebällden Gardoffln un e Ei undrgnädn un noma gehnlassn
  • off äm Blech mid Baggbabier ausrulln un nochema undr em Duch gehnlassn.
  • inner Zwischnzeid werd der Ufn woarm...hunnerdachtzsch Grad. Vleicht o e bissl winger.
  • Nu mussor baggn. Fimzwansch Minudn braucher
  • Goldbraun musser...
  • isser ferdsch, soller no woarm mid e bissl guder Buddor bebinseld wärn...un Zuggor muss droff!
  • denn Zimmd habsch weggelassn, den mogsch ne!

    Das Rezept muss ich euch jetzt übersetzen, oder?

    • 350gr. Kartoffeln kochen, pellen, durchdrücken und abkühlen lassen
    • einen Hefewürfel mit einem Esslöffel Zucker in 150ml warmer Milch verrühren
    • 500gr. Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde bilden und die Milch-Hefe-Zuckermischung hineingeben und mit Mehl bedeckt ruhen lassen
    • 100gr. Zucker, 150gr. weiche (zerlassenen) Butter, 100gr. Rosinen (bei mir etwa 60gr. in Rum eingeweichte), 50gr. klein gehackte Walnüsse zugeben (das Original-Rezept sieht Mandeln vor, aber die sind nicht wirklich sächsisch), vielleicht auch ein wenig abgeriebene Zitronenschale (statt des Orangeats und Zitronats, was mir den Kuchen zu weihnachtlich gemacht hätte)
    • wieder abgedeckt gehen lassen
    • danach die gepressten Kartoffeln und ein Ei untermischen und nochmals gehen lassen
    • auf einem Blech sanft ausbreiten und nochmals luftig gehen lassen
    • den Ofen auf 170-180°C aufheizen und den Blechkuchen backen, bis er duftet und goldbraun gebacken ist.
    • noch ein wenig im abgeschalteten Ofen ruhen lassen
    • lauwarm mit flüssiger Butter einpinseln und mit Feinzucker bestreuen 
    Nu woar der Guchn offm Ievend ne werglich von Needn...also ich meene das Ievend bei uns off der Goasse. Den Guchn ess mer moal in Ruhe. (Der Kuchen ist im Moment im Frost, da wir ihn zu einem späterem Zeitpunkt essen wollen...frisch aufgebacken)
     
    Oabor de liebe Zorra hodde ja oh no zu en Ievende gebädn...
    Dor woar do woas mid Gnaggn un Baggn. Habsch mer gedoachd, dafier is der Guchn alle moal gudd. Leggor isser ja. Un ne Giechn-Moaschiene gönndsch oh no gewinn-n.

    Blog-Event LXXXI - Knacken & Backen und eine KitchenAid gewinnen! (Einsendeschluss 15. September 2012)

      Kommentare:

      Heike hat gesagt…

      Hihi, sehr schön.
      Hast du von dem Gerichtsurteil gehört, bei dem eine Sächsin verurteilt wurde, die versehentlich nach Bordeaux anstatt nach Porto gebuchte Reise zu bezahlen?
      Pass bloss auf, was die Leser nu aus dem Rezept machen :D

      Planet Greta hat gesagt…

      Das ist sooo klasse liebe Sandra !

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Nu gloar...
      Mer muss schonn endscheidn, ob mer nach Borrdo odor ins Borrdooo will. Is schonn e Undorschied!

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Ich grins im Kreis, wenn du das lesen kannst meine Liebe ;-)

      Wilde Henne hat gesagt…

      Das tönt fasch wie Schwizerdütsch, i ha da gar keini Problem, das z'verschdah. ;-)

      Hesting hat gesagt…

      Ätsch, ich kann's auch lesen. Und deshalb werde ich den Zimt _nicht_ weglassen, falls ich den Kuchen jemals nachbacke.

      zorra hat gesagt…

      Zum Glück gibt es die Uebersetzung. Ein bisschen hätte ich schon verstanden, aber nicht alles. Danke, dass du für mich gebacken hast. Fühle mich sehr geehrt. :-)

      Tom hat gesagt…

      Was freue ich mich, dich bald live zu hoeren....sandra, du bist der hammer !

      Cora hat gesagt…

      Liebste Frau Gambi, des woar e Erlebnis!
      Dangge!

      Da wurde das sicher sehr leckere Rezept glatt zur Nebensache! Grandios! Und ich freue mich, dass er dir so gut gelungen ist!
      Nu gannsde doch sieße! :-)

      ninivepisces hat gesagt…

      Wunderboar, do her'sch direggd mähn Vadder rädn..... der der hätte den Kuchen auch geliebt.... danke für den Ausflug in meine Vergangenheit, hab alles (mit laut vorlesen) verstanden und bin ganz stolz- da schon seit frühester Kindheit ausgebürgert

      C. K. hat gesagt…

      Als waschechte Sächsin strengt das Lesen trotzdem an!
      LG,Christiane

      Anonym hat gesagt…

      ist das schön, Klänge aus der Heimat zu lesen. Das fühlt sich gut an, ich mag mein säggsch einfach, viel besser als das doofe schwäbisch

      Marion Prosenz hat gesagt…

      Das ist der Hammer.... ich lern's noch!
      "Nischd Sieses." genau mein Motto, aber den Kuchen will ich unbedingt backen! Ohne Übersetzungshilfe! MM! Du bist die Größte!!!!

      Barafra hat gesagt…

      Du liebe Güte, sag mal, war das nicht schwer, im Dialekt zu schreiben, bestimmt gibt es da auch einen sächsischen Rechtschreibduden für Mundart ;-) Hihi, echt genial! Noch dazu bin ich stolz auf dich, dass du gebacken hast!
      Liebe Grüße von Barbara

      Honroth´s Kocherei hat gesagt…

      ei verbibbsch, den mogsch ;))

      pe. hat gesagt…

      isch ganns lesen. is dem düringschen ganz schöne ähnlich. awer baggen mach ich nich so gerne, nur guchen esse ;)

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Lesen ist manchmal einfacher, weil man immer wieder drauf schauen kann.

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Liebe Zorra, gerne doch! Auch wenn ich es nicht wirklich kann. Mittlerweile haben wir den Kuchen auch verkostet. War gar nicht mal so übel

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      :-)))))

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Ach Cora!
      So richtig kann ich es trotzdem nicht. Aber ich geb nicht auf.

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      ach bitte gerne doch!

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Hihihiiiii...frag mal, wie schwierig das schreiben war ;-)

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      So schlecht ist das schwäbische nun auch nicht. Aber die Heimatsprache bleibt eben die Heimatsprache

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Ich Doofi hätte den mit nach Arnsgrün bringen können. Manchmal bin ich wie vernagelt

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      Es war sowas von schwer! Ich weiß ja, wie man es ausspricht...aber wie schreibt man dass dann, damit es jeder nachvollziehen kann. Und so ein Duden würde nicht wirklich weiterhelfen, da es so viele regionale Unterschiede gibt.

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      der iss o leggor!
      Aber ei verbibbsch sagt bei uns hier kein Mensch ;-)

      ...Frau Kampi... hat gesagt…

      nu gloar! Mir ham uns verschdandn, odor meine Liebe?