Dienstag, 17. August 2010

Regen, Regen, Regen...

Also wenn ich so aus dem Fenster schaue...
Wir haben Mitte August und draußen ist so ein Wetter. Man könnte denken, wir haben schon Herbst. Dabei ist doch Herbstanfang erst in einem Monat!!! Wo ist denn der Sommer geblieben? Und mal ehrlich, Wasser ist doch nun auch schon genug aus dem Himmel gefallen. Ich wills wieder warm und sonnig!!!

Aber etwas gutes hat das Wetter:

ES GIBT PILZE IM WALD!

Und der Herr Kampi hat mir schon welche mitgebracht. Richtig schöne Steinpilze (und noch ein paar Maronen).

Zubereitungsvarianten und Pilzgerichte gibt es ja viele. Wir mögen zum Beispiel Steinpilzrisotto oder auch eine schöne Pilzsuppe. Doch die werd ich später mal hier beschreiben.
Denn die ersten gibts bei uns immer zur Pasta.

Das Rezept hab ich mal vor Jahren aus irgendeiner Wohn- oder Gartenzeitschrift abgeschrieben. Ich weiß schon gar nicht mehr so recht, aus welcher. 

Nach dem Putzen werden die Pilze in grobe Stücke geschnitten und in heißem Öl in der Pfanne angebraten. Gewürzt wird mit Fenchelsaat, Chilischote und angequetschten Knoblauchzehen. Das ganze soll laut Originalrezept mit Rosmarinzweigen, Zitronenschnitzen und Kapernäpfeln in Olivenöl mindestens zwei Tage marinieren.
Ich hab aber gestern in Ermangelung von Zeit und Kapernäpfeln den Rosmarin gleich mit in die Pfanne gegeben und angebraten. Anschließend die Zitronenstücke in eine Schüssel gegeben und die warmen Pilze darüber geschüttet. Mit Olivenöl aufgegossen und nur über Nacht ziehen gelassen.
Und heute hab ich einfach ein paar Spaghetti gekocht, diese dann in ein wenig Marinieröl geschwenkt, die Pilze ohne Zitrone (und auch ohne die Knoblauchzehen) auf die Nudeln gegeben und ein wenig (viel) frischen Parmesan darübergehobelt.
Es gibt nichts besseres!!!


Da stört einen das Wetter schon gar nicht mehr so doll. Also, mich zumindest. Der Herr Kampi musste bei dem Wetter leider noch mal raus.
In den Wald.
Neue Pilze holen.

Freitag, 13. August 2010

Freitag, der 13. ...

...ist nicht jedermanns Glückstag.

Da bin ich doch wegen kulinarischer Vernachlässigung  gerade noch mal mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen und dann das!
Da passiert schon wieder ein Verbrechen in Frau Kampis Küche.



Aber ich kann nur meine Unschuld beteuern.
Ich mag nicht schon wieder zu Maggifix im besonders schwerem Maß verurteilt werden!

Gut, der arme Kerl kann ja nichts dafür. Er war zur falschen Zeit am falschenOrt.
Aber wenn er schon mal da ist, wird er verarbeitet. Vielleicht gelingt es mir ja, das Verbrechen irgendwie zu vertuschen. Vielleicht, wenn nichts übrig bleibt.....

Also wird Pumpkin noch richtig zerhackstückt, das heißt in Spalten geschnitten, nachdem ich das Kerngehäuse und das ganze Geschlungs entfernt habe.
Als nächstes bereite ich eine Gewürzmischung aus getrockneter Chili, Fenchelsamen, Korianderkörner, Knoblauch und Salz, die ich im Mixer zerhacke. Der Kürbis wird mit Olivenöl benetzt und mit der Mischung bestreut und solange gerüttelt und geschüttelt, bis ihm ganz schwindlig ist, er nix mehr sagen kann (Täter und so) und vollständig mit den Gewürzen umgeben ist.
Dann kommt er mit der Schale nach unten auf ein Blech oder in eine Form und wird im heißen Ofen gänzlich mundtot gemacht.



Das Rezept hab ich mal bei Jamie Oliver nachgelesen und es ist eigentlich unsere beliebteste Kürbiszubereitung. Der erste wird meist gleich so gefuttert.
Er macht sich aber auch gut auf einem mit Ziegenfrischkäse bestrichenen Crostini. Oder als Grundlage und Topping für ein Risotto mit Maronen und kross gebratenem Schinken. Oder als Zugabe mit Ziegenkäse zu einem Linsensalat (hab ich mal als Gruß aus der Küche bei einem Kochwettbewerb gemacht).

Heute ist er mir aber ein wenig zu salzig geraten. Ich hab aber noch einen und werde daraus wohl ein Kürbissüppchen zaubern. Vielleicht als Auftakt für unser morgiges Sonntagsmenü?

Montag, 9. August 2010

...kulinarische Vernachlässigung, ist das strafbar?

oiiih, oiiihjoiiihoiiihoiiihoiiih, na da hab ich mir ja was geleistet. Hab ich doch mein Baby so sträflichst vernachlässigt. Mein Blog. Seit zwei Wochen kein neuer Post mehr.
Habt ihr mich denn gar nicht vermisst?
Nicht das ich nichts gekocht hätte. Ganz im Gegenteil.

Zuerst war mein Bruder vom Bodensee für zwei Wochen in die alte Heimat zu Besuch gekommen. Der wollte natürlich auf das vortrefflichste verköstigt werden. Hab ich auch gemacht. So viele leckere Sachen hab ich gekocht. Rehrücken, gebeizte Forelle, Kaninchen, was weiß ich denn noch alles. Aber ich wollte ja auch so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen, so dass ich einfach nicht zum schreiben gekommen bin.
Dann stand ja auch noch die Party anlässlich meines Geburtstages aus. Da hab ich neben meiner Arbeit auch noch das vorbereitet. Und wieder keine Zeit gefunden, alles niederzuschreiben.

Dann einen Tag und eine Nacht in Bochum. Da haben wir nicht so kulinarische Highlights gesucht, deshalb auch da nur ein kurzer Bericht in der Zweigstelle(klick).
Und letztes Wochenende waren wir auf einer Schuleingangsfeier und waren vorher mit der Deko für diese und noch für eine Hochzeitsfeier so beschäftigt, dass nicht einmal die Zeit da war, was ordentliches einzukaufen.
Ich hatte noch nicht einmal Zeit, ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Naja, ein wenig schon. Und zwar, als wir Samstag die Deko für die Hochzeitsfeier einer Kundin in unserem absoluten Lieblingsrestaurant(klick) herrichteten. Wir waren zwar unter enormem Zeitdruck (wir wollten ja noch selbst feiern gehen), aber ein Blick auf die Speisekarte musste doch erhascht werden. Und was las sich das doch lecker.

Impressionen Tischdekoration Erbgericht Tautewalde

Da der junior dann am Sonntag seinen letzten Ferientag hatte und der Herr Kampi ja auch für gutes Essen zu haben ist, haben wir kurzerhand für Sonntag mittag einen Tisch bestellt.
Wir haben dem junior vorher gar nicht erst verraten, was wir vorhaben. Waren wir doch auch ein wenig unsicher, ob wir am Sonntag überhaupt zu unserem Mahl kommen würden, hatte unsere Gegend doch das Hochwasser heimgesucht und wurde doch schon am Samstag der Keller im Restaurant ausgepumpt. Umso größer dann die Erleichterung, dass das Restaurant dann doch geöffnet hatte.
Und der junior hatte ein Grinsen im Gesicht, welches auch nach dem Nachtisch noch nicht aus seinem Gesicht verschwand. Das machte uns glücklich, neben dem vorzüglichen Essen natürlich.
Schon der Gruß aus der Küche war ein Gedicht. Ein Rote-Bete-Schaumsüppchen, welches so gar nicht diesen dumpfen erdigen Geschmack der Knolle aufwies, sondern ganz fein abgestimmt war. Dazu etwas Krustenfleisch in einem offenen Miniravioli.


Das machte Lust auf noch mehr. Der Herr junior entschied sich für einen Calamaretti-Salat mit Gemüseterrine als Vorspeise und medium gebratenen Thunfisch mit Portweinrisotto als Hauptgang.
Der Herr Kampi hat sich zur Vorspeise die Gänsestopfleber mit Pfefferaprikosen und als Hauptgang die Kalbsbäckchen mit Polentaecken ausgesucht. Und für mich gabs gebeizten Gewürzlachs mit Wildkräutersalat und hausgemachte Pappardelle mit Garnelen und Chorizo.
Vorspeise junior




Vorspeise Herr Kampi

Vorspeise Frau Kampi









Ich hör schon einige beim lesen flüstern, dass man das doch locker auch zu Hause nachkochen könnte. Sicherlich. Aber was sich Herr Schulz trotzdem immer wieder einfallen lässt, um die Gaumen seiner Gäste zu verwöhnen, ist schon einmalig. Er versteht es auf das beste, immer wieder ganz feine Aromen zuzufügen, mit denen keiner rechnet.
Kalbsbäckchen




Tunfisch mit Portweinrisotto
Pappardelle mit Chorizo und Garnelen










Am liebsten verwendet er heimische Produkte. Am besten noch saisonal.
Den Köchen kann man da auch schon mal im Kräutergarten begegnen. Und das zuschauen beim Kochen ist hier sogar gewünscht.
Da kommt auch schon mal ein netter Nachbar und bringt die Pilzausbeute von einem Waldspaziergang. Wir lieben das.
Wir haben auch schon nach den nächsten Kochkursen gefragt. Das macht bei der Familie Schulz ganz besonderen Spaß. Es geht da nicht unbedingt darum, etwas zu lernen, sondern einfach mit guten Produkten umzugehen, die man so nicht immer in seiner eigenen Küche auf den Tisch bekommt. (So haben wir schon einmal einen Stör aus einer einheimischen Fischzucht verarbeiten dürfen). Und vor allen Dingen mit Gleichgesinnten in der Küche zu stehen.

Aber jetzt hätte ich doch fast den Nachtisch unterschlagen.
Normalerweise sind wir ja alle nicht so die Süßen. Aber hier muss Dessert sein.
Zitronengrasmousse mit Mangosorbet auf Erdbeercarpaccio, Schokoladenravioli mit Tonkabohneneis und zwei dicke Kugeln Schokoeis, selbstgemacht, für den junior.

Schokoravioli





Zitronengras-Mousse mit Mangosorbet









Ein ausgezeichneter Abschluss für eine stressige Zeit und ein guter Auftakt für das neue Schuljahr, was will man mehr.
Und wenn irgendeiner von euch, liebe Mitleser und Blognachbarn sich mal in unsere Gegend verirren sollte, ich kann euch dieses kleine Landhotel, familiengeführt, mit seiner ausgezeichneten Küche nur wärmstens ans Herz legen. Ihr werdet es wirklich nicht bereuen. Und bestellt liebe Grüße von der Familie Kampi!!!
Vielleicht treffen wir uns ja auch mal beim Kochkurs!