Mittwoch, 16. Januar 2013

...da biste platt...

Ich schon wieder. Ja wirklich...da kannste von mir denken, was du willst.

Jaja, ich weiß, erst redet sie davon, ihr Blog einzustampfen. Dann gibts wochenlang nichts neues zu  lesen. Und dann gibts gleich wieder nen neuen Post. Innerhalb kürzester Zeit. Da biste wirklich platt, oder?

Platt wie ein Huhn.

Platt wie ein Huhn? Seit wann ist ein Huhn platt? Und was ist bitte schön an nem Huhn besonderes?

Ich fang da mal ganz von vorne an:

Den Blog von Frau Kampi gibts seit 2010. (im April wird er, also ich, DREI...kreisch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!). Ich hab ganz klein angefangen. Mit ner Pellkartoffel, erinnere ich mich. Aber egal, das gehört jetzt nicht hierher.

Irgendwann hab ich mich dann auch bei Facebook angemeldet. Da wusste ich noch gar nicht, wie dieses social-media-Zeugs funktioniert und wie weitreichend die Auswirkungen auf mein Leben sein werden. Ich hab damals einfach nur nach jemandem aus meiner Vergangenheit gesucht. Gefunden hab ich den/diejenige zwar nicht...

...aber liebe Menschen sind neu in mein Leben getreten.

Eine meiner ersten neuen Facebook-Freundinnen wurde Greta. So recht weiß ich eigentlich gar nicht mehr, wie wir zueinander gekommen sind. Nicht übers Kochen, aber sicher über gemeinsame Kochfreunde.
Egal.
Von der ersten Minute an haben wir festgestellt, dass wir gleich ticken. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch...menschlich, koch- und genusstechnisch.

Irgendwann bin ich nach Hamburg gefahren. Zu Greta. Wir waren uns gleich so vertraut, als würden wir uns ewig schon kennen.
Spaß hatten wir...und wie! Da war was mit ner Palme, Frühstück gegen nachmittag, einem laufenden Penis vorm Rathaus und verrückte Mädels, die ich nicht erst seitdem meine Freundinnen nennen darf.

Und ich durfte ihr Huhn essen! DAS Huhn. DAS Greta-Orangen-Huhn! Nie zuvor hab ich ein besseres Huhn gegessen. Ehrlich! Das Rezept so einfach wie raffiniert.

Das Grundprinzip der Zubereitung hab ich von meiner lieben Greta übernommen. Mittlerweile ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen. Ich halte mich nicht mehr sklavisch dran. Aber immer, wenn ich ein ganzes Huhn im Ofen zubereite, muss was orangiges dran. Denn nur dann ist es DAS Greta-Huhn.

So auch wieder letzten Freitag. Da ist bei uns Markttag und ich bekomm ein richtig tolles Maishuhn zu kaufen.

Du brauchst wirklich ein gutes Huhn. Mit diesen Turbo-Mast-Pseudo-Dingern aus dem Supermarkt kriegst du nie im Leben ein ordentliches schmackhaftes Ergebnis hin. Versuchs gar nicht erst...lohnt sich nicht!

Das Tier braucht ein Bett. Mindestens Zwiebeln und Möhren sollten es sein. Zum Sattwerden auch noch Kartoffeln. Das hat den Vorteil, dass du eine komplette Mahlzeit ohne viel Stress aus dem Ofen holen kannst.
Du kannst das noch durch andere Gemüse ergänzen. Je nachdem, was du magst. Ich hatte noch ein paar Steckrübenwürfel, etwas Pastinake und Petersilienwurzel.

Die Gemüse gibst du in Portions-Stückchen auf ein Blech oder in eine flache, entsprechend große, Auflaufform.

Du kannst das Huhn so wie es ist auf das Bett legen (später, nach der Maske!). Bei mir wird es plattgemacht.
JA! PLATT!

Keine Angst, du musst nicht drüberfahren. Es genügt, wenn du es am Rücken durchtrennst und aufklappst. Mit einer Geflügelschere geht das ganz leicht (dabei kannst du gleich diese kleinen tollen edlen Dingerchen suchen und auslösen, von denen Arthurs Tochter so schwärmt).
Das hat den Vorteil, dass das Tier gleichmäßiger und etwas schneller fertig gart. Und es wird noch viel mehr Haut knusprig. Deshalb hast du ja auch eine gute Qualität gekauft.

Jetzt kommt das make-up. Lass Butter schmelzen. Da hinein muss Knoblauch. Und Kräuter wie Rosmarin, Thymian...vielleicht auch Salbei. Wie du magst. Und Chili! Die Butter soll die ganzen Aromen aufnehmen. Bei mir muss Zitronenzeste mit rein und Pimenton de la vera. Lass die Butter aber nicht braun werden!

Pinsel das Huhn jetzt mit der herrlich duftenden Würzbutter ein. Wenn du dein Essen liebst, pinselst du nicht nur, sondern massierst das Fleisch. Du kannst dem Tier auch unter die Haut fahren! Alles was an Kräutern in der Butter schwimmt kommt mit dran.

Und vergiss die Orangen nicht!!!! Ohne Orangen kein Greta-Huhn!
Ich variiere gerne. Mal mehr Zitrone, manchmal auch mehr Orange...dieses mal Kumquat.Unbehandelt soll sie sein, damit du sie samt der Schale verwenden kannst. Wenn du das Huhn nicht platt machst, füllst du Orangenstücke in den Bauch. Ansonsten legst du sie schön untendrunter.

Der Ofen ist schon heiß, oder?

Dann gießt du jetzt noch einen Schluck Wein an und schiebst das Blech mit allem Drumunddran in den Ofen.


Garzeit? Temperaturangabe? Upps...da erwischt du mich kalt.

Vielleicht kann dir da GRETA weiterhelfen. Ich weiß nämlich, dass sie ihr Huhn auch verbloggt...ohne vorherige Absprache (ich sag ja, Schwestern im Geiste).

Lass dem Tier einfach die Zeit, die es braucht. Erst durchgaren lassen, dann bei etwas mehr Hitze Farbe geben. Das Hühnchen hatte Zeit zu wachsen und Geschmack auszubilden.Und genauso braucht es auch im Ofen Zeit.
Irgendwann fängt es an köstlich zu duften. Dann weißt du, der Weg ist der richtige. Wenn das Huhn garsein will, wird auch die Haut knusprig.
Ein bisschen Flüssigkeit darfst du gerne angießen, damit die Gemüse gar werden und Geschmack annehmen. Geflügelfond ist klasse, aber auch Wasser tuts zur Not.

Und dann holst du ein köstlich duftendes, goldgelb glänzendes Huhn aus dem Ofen, dem keiner widerstehen kann.


Hach...mir tropft schon wieder der Zahn. Ich brauch nur dran zu denken und schon hab ich diesen Duft in der Nase und den Geschmack auf der Zunge...

...und ich bin in Gedanken in Hamburg, bei Greta und schwelge in Erinnerung.






Kommentare:

Marion P. hat gesagt…

:) Ich sach' nix... ich genieße mit!
Ihr seid die besten Hühner der Welt!

Planet Greta hat gesagt…

Meine liebe Sandra ... ich freue mich sooo sehr, daß ich auch mal kochtechnisch inspirieren kann ;-)
Hast eine tolle Geschichte unseres Kennenlernens geschrieben ... bin happy deine Freundin zu sein ;-) Ich schreibe nachher auch meinen Blogpost und deine Geschichte muss mit rein !
Ich grüße dich ganz herzlich aus Hamburg <3

Honroth´s Kocherei hat gesagt…

So toll geschrieben und es sieht wirklich total köstlich aus! Lieben Gruß Manuel

Restaurant am Ende des Universums hat gesagt…

Ein sehr schöner Text, eine sehr schöne Geschichte über euch beide und ein sehr schönes Huhn. Ich kann es förmlich riechen....

...Frau Kampi... hat gesagt…

Heee hallo...zu diesem Hühnerhaufen gehörst du ja wohl genauso dazu!!!!

...Frau Kampi... hat gesagt…

Du ist mir immer wieder eine Inspiration!!! Liebe Grüße zurück aus Sachsen!

...Frau Kampi... hat gesagt…

Manuel, es schmeckt auch immer wieder köstlich!!!

...Frau Kampi... hat gesagt…

Danke!!!! Einfach mal nachkochen!

Hesting hat gesagt…

Hätte ich jetzt nicht gedacht, daß Du erst nach mir angefangen hast. Das mit der Einstampferei geht ja scheinbar gerade rum. Ich hab gestern durchaus was verbloggenswertes gekocht, aber ich bleib dabei, daß es bei mir erst mal nix neues zu lesen gibt.

Und ja, Ofenhuhn mit Zitrusfruchtzugabe geht immer. :)

...Frau Kampi... hat gesagt…

Hesting, ich hatte deinen Post gelesen. Hab mich da irgendwie wiedergefunden. Fände es allerdings schade, so überhaupt nix mehr von dir zu lesen...