Dienstag, 17. Juli 2012

EnteSaltimboccaSushiErbsenWasabiGurkensalatPflaume

uiuiuiuiuiuiuiuiiiiiii...was denn das für ein Posttitel?

Ein Zungenbrecher. Allerdings auch ein Gaumenkitzler. Ich sags euch!

Schon als ich letztens die Saltimbocca in meiner Pfanne hatte, reifte die Idee, mal eine Entenbrust so zu verarbeiten. FromSnuggsKitchen ist mir da ein klein wenig zuvor gekommen. In ihrem Metro-Menü. Ihr wisst schon...die Kochherausforderung.
Allerdings hat sie auf die klassischen Aromen zurückgegriffen. Das machte mir Mut, dass das auch bei mir was werden könnte.
Da ich Ente sehr gerne mit asiatischen Aromen kombiniere, sollte es dann aber doch etwas anders werden als bei Sandra.

Ich finde ja, dass sich Ente für asiatische Aromen geradezu aufdrängt. Also war schnell die Idee geboren ein asiatisch angehauchtes Entensaltimbocca zu kochen.

Lange hab ich überlegt, wie ich das am besten realisieren könnte. Was ziemlich schnell feststand, war , dass ich den Bratensud entweder mit Sake oder Pflaumenwein (Ume) ablöschen wollte.
Da unser örtliches alteingesessenes Weinfachgeschäft gut sortiert ist, aber nicht jedem Trend folgen kann, hab ich nur Ume bekommen.

Jetzt war meine Badewanne gefragt. Wie krieg ich das so hin, dass es zwar ein Saltimbocca ist, aber dennoch asiatisch. Welche Beilage ist die beste...was passt noch dazu?

Wasabi!
Hatte ich schon erwähnt, dass ich Wasabi liebe? Der darf im Hause Kampi nie ausgehen. Wasabi passt zu Erbsen. Und zu Gurken.
Nur passen Erbsen und Gurken nicht unbedingt zueinander.
Wasabi passt zu Sushi...mit Gurke. Aber Sushi mit Erbse ist doof, oder?

Meine Badewanne brachte mich also nicht wirklich weiter. Und auch nicht das flüchtige Durchblättern irgendwelcher Kochbücher und -Zeitschriften.

Doch dann...das Sushi-Buch fiel mir in die Hände. Und BLING! Die Eingebung.

Aber schön der Reihe nach.

Die Gurken hab ich mittels meines Sparschälers zu "Nudeln" geschnitten, ohne das Kerngehäuse zu verwenden. Mit etwas Salz durften sie kurz ziehen. Gleichzeitig hab ich ein Dressing aus neutralem Öl, etwas Weißweinessig und ordentlich Wasabipaste geshaked. Abschmecken mit Salz und Zucker. Darin durften die Gurkenstreifchen im Kühlschrank schön vor sich hin marinieren.

Jetzt wirds aber Zeit für den Sushireis. Der muss erst gewaschen werden, bis das Wasser klar ist. Dann wird er mit Wasser aufgesetzt und sanft gegart. Dann kommt er in eine Schüssel, wird befächelt, mit ner Mischung aus Mirin, Sushiessig und Salz gewürzt, weiter befächelt, sanft durchmischt, befächelt...

Jetzt die Erbsen. Aus den Schoten waren sie ja schon gepuhlt. Die werden gekocht. Sind sie weich, werden sie püriert und durch ein Sieb gestrichen. Ein Flöckchen Butter kommt drunter. Erbsen mit Butter sind etwas wunderbares!!!!
Und WASABI! Erbsen und Wasabi sind noch wunderbarer als Erbsen mit Butter. Vielleicht noch ein wenig Salz, das hebt den Geschmack.

Wird Zeit für die Ente, meint ihr doch auch.
Die Haut muss ab. Leider. Aber mit Haut wird das nichts.

Dann wird die Entenbrust in Scheiben geschnitten. Nur nicht zu dünn. Dünn geschnittener weißer Speck wird drum gewickelt. Genau so wie bei einem echten Saltimbocca. Da der Lardo nicht gereicht hat, hab ich ein paar der Entenscheiben mit Schinkenspeck umwickelt. Das war dann nicht unbedingt die beste Entscheidung. Der Schinken hat den feinen Entengeschmack übertönt.

Da die Scheibchen in der Pfanne nicht wirklich lange brauchen, wird erst mal der Rest fertig gemacht.
Du erinnerst dich doch noch...da war doch die Idee aus dem Sushi-Buch.

Ich hatte Sushi-Schiffchen entdeckt. Das ist wirklich nichts kompliziertes. Ein Reisklumpen wird mit feuchten Händen zu einer Kugel geformt und in ein Nori-Blatt gewickelt. Dessen Rand sollte etwas überstehen. Dahinein kommt kurz vor dem Servieren ein Teil des Erbsen-Wasabi-Pürrees.

Die mit dem Speck umwickelten Entenscheiben werden in einer heißen Pfanne kurz von beiden Seiten angebraten und danach warmgehalten.
Den Bratensaft jetzt mit dem Pflaumenwein ablöschen und einreduzieren. Die Fleischscheiben noch einmal kurz in den Sud geben und warm ziehen lassen.

Das Anrichten ist bei dem Gericht kein wirkliches Hexenwerk. Zwei der Sushi-Schiffchen aufstellen, etwas Erbspürree auf dem Teller verstreichen. Den Gurkensalat einkringeln, Fleischscheibchen dazu. Ein wenig des Bratenfonds dazu. Fertig. Vielleicht noch ein ganz klein wenig schwarzes Hawaii-Salz dazu.



Und jetzt? Einfach nur genießen. Herrlich!

Ein kleiner Nachtrag:
Sandra hat mir nen Award verliehen. Mein liebster Blog. Ich hab mich auch ehrlich drüber gefreut. Ich mag diese Kettenbrief-artigen Verleihungen nicht. Ist nicht böse gemeint...allerdings machen die immer wieder die Runde und irgendwann hat jeder so einen Preis mindestens einmal für sein Blog verliehen bekommen. 
Ich lese lieber Blogposts über Küchenerlebnisse oder -Pannen.

Kommentare:

Wolfgang hat gesagt…

das liest sich und schaut aus als wenn ich es gerne probieren würde

...Frau Kampi... hat gesagt…

ich kann es nur empfehlen!

Greta Grechetto hat gesagt…

Liebste Sandra ,
ich werde deine Badewanne entführen , damit mir auch mal sowas kreatives einfällt !

Chapeau , wie der Italo-Japaner sagen würde :-)

Muscheljägerin hat gesagt…

Sandra-Schatz, ich schlafe nächste Woche in Deiner Badewanne und nehme das Essen und ne Extratube Wasabi mit....toll, Liebes!
Deine Tante Su :-*

jinjakocht hat gesagt…

Das sieht hervorragend aus, liebe Sandra,

für mich gerne ohne Wasabi. Aber den Rest nehme ich auf der Stelle!
Muss noch überlegen, womit ich das Püree aromatisiere und die Gurke mariniere. Evtl. Knoblauch-Vanille?
Danke für die Idee.
Lg
jinja

...Frau Kampi... hat gesagt…

Jinja, warum kein Wasabi? Die Gurke braucht das auf alle Fälle. Das Pü mit Vanille/Knobi? Weiß nicht...probiers aus!

jinjakocht hat gesagt…

Meerrettich ist bäh. Japanischer Meerrettich ist doppelt-bäh. :) Nichts für ungut. Meistens lasse ich es einfach weg und lasse mich Banause schimpfen.
Es gibt nicht einmal eine Handvoll Dinge, die ich nicht esse, aber Wasabi gehört dazu. Ich ärgere mich ja selbst darüber...

...Frau Kampi... hat gesagt…

Wer Ingwer mag, MUSS doch Wasabi mögen *duckweg*
Ich koch für dich mal mit Wasabi...ganz dezent. Vielleicht magst du es dann

jinjakocht hat gesagt…

Das ist doch ein Wort, Sandra. :)

...Frau Kampi... hat gesagt…

...machen wir ;-)

sandra / from-snuggs-kitchen hat gesagt…

oooh sieht das lecker aus, dann weiß ich ja jetzt endlich, was ich mit den Tonnen von Wasabi zu Hause anfangen kann :-) Spätestens am Wochenende gibt es Gurkensalat mit Wasabi!

sandra / from-snuggs-kitchen hat gesagt…

ups, wo ist jetzt mein Kommentar hin? mmhh, ich tipp nochmal...

Das schaut wirklich total lecker aus und ich weiß jetzt endlich, was ich mit den Tonnen von Wasabi zu Hause anfange! Aus alle Fälle gibts am Wochenende schonmal den Gurkensalat, Rezept hab ich in KD schon gesehen die Tage :-)

Nicole hat gesagt…

Das sieht hammerlecker aus. Davon lass ich mich gerne inspirieren. Erbsenpüree ist jetzt auf jeden Fall etwas was ich ausprobieren werde. Bis jetzt hatte ich immer Skrupel die armen Dinger zu zermatschen.

Die Muh hat gesagt…

Wahnsinn! Rein optisch ist das jetzt schon mal ein mega Hammer! BOAH! Da würd ich mich sofort einladen ...

Heike hat gesagt…

Sehr sehr schön!
Und ganz genau so ist das mit der Ideenfindung...passt, passt, passt nicht, passt auch, passt doch ... :)

Küchenjunge hat gesagt…

Die Idee mit dem Algenblatt-Wickel um das Püree finde ich sehr schön! Ich mache sehr gerne Erbsenpüree, aber so schön habe ich es noch nie verpackt! ;)

...Frau Kampi... hat gesagt…

beide Kommentare sind angekommen, meine Liebe. Nur werden sie erst von mir freigeschaltet. Den Wasabi-Gurkensalat kann ich nur empfehlen. Und Erbse und Wasabi ist auch eine wunderbare Kombi ;-)

...Frau Kampi... hat gesagt…

Danke für dein Lob. Ja so läuft die Ideenfindung meist bei mir ab. Und am Schluss passt es meist

...Frau Kampi... hat gesagt…

Warum hast du Skrupel? Das tut den Erbsne doch nicht weh. Probier es aus! Trau dich!

...Frau Kampi... hat gesagt…

Leider schon alles alle. Da bleibt nur noch das Selberkochen ;-)

...Frau Kampi... hat gesagt…

Lieber Küchenjunge: den Reis drunter nicht vergessen ;-)
Die Idee stammt aus einem Sushi-Buch. Freut mich, wenn es dir gefällt.

...Frau Kampi... hat gesagt…

dickes Herzchen Tante!

...Frau Kampi... hat gesagt…

Meine Badewanne bleibt hier! Dir fällt doch auch ohne immer was ein. Küsschen!