Donnerstag, 10. Juni 2010

saure Abbern... eut goch mer ma säggssch

Für alle die, die des sächsischen Dialekts nicht so mächtig sind:
saure Kartoffeln... heute kochen wir mal sächsisch


Das ist ein uraltes Gericht, fast schon ein Nationalgericht in der Oberlausitz. Vor allem jetzt in der Gurkenzeit ist es besonders lecker. Unter dem Begriff saure Kartoffeln stellt sich jetzt mancher etwas komisches, ja beinahe ekliges vor. Aber mitnichten und -neffen.

Aber was ist es denn nun genau?

Um das Geheimnis zu lüften: es ist eine Art lauwarmer Kartoffel-Gurkensalat.

Und hier mal die Zubereitung in Kurzfassung:

-eine Salatgurke schälen, entkernen und in feine Scheiben hobeln
-salzen, damit das ganze Wasser zieht
-in der Zwischenzeit einen Topf Pellkartoffeln kochen
die Flüssigkeit von den Gurken abschütten, ausdrücken entfällt (der Salat soll ja schön schlotzig werden)
-eine Zwiebel, Lauchzwiebeln, Schalotten (je nach Gusto) in feine Würfelchen schneiden und zur Gurke hinzufügen
-Dill und Schnittlauch feinschneiden, ebenfalls dazu
-Räucherspeck in feine Würfelchen schneiden und in einer Pfanne auslassen
-Kartoffeln pellen und in Scheiben schneiden, noch warm zu den Gurken geben
-die gehackten Kräuter dazugeben und den Speck (die Figurbewussten geben nur die Grieben ohne Fett dazu- macht aber wenig Sinn, da sowieso noch einige Tropfen Keim- oder Rapsöl hinzugefügt werden)
-jetzt wird das ganze noch mit Essig, Salz und Pfeffer abgeschmeckt und richtig durchmischt
Fertig!
...und was gibts dazu?
einfaches Rühr- oder Spiegelei, gern auch mal gebratener Hering oder Räucherfisch
Ganz wichtig ist, das Gericht frisch und noch lauwarm zu essen, nur dann schmeckt es am besten

 

Kommentare:

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Sächsisch reden kann ich nicht, aber offenbar sächsisch kochen. So einen sehr ähnlichen Kartoffelsalat mache ich auch, zum Bratfisch.
Hoch lebe die Vielseitigkeit.

...Frau Kampi... hat gesagt…

Ja meine liebe, da ist die Welt dann mal wieder ein Dorf. Aber lecker ist schon, oder?

Barbara hat gesagt…

Ich mag diese Kartoffelsalate mit Mayo gar nicht - der hier mit den Gurken und lauwarm gefällt mir gut.

Nachdem ich die Übersetzung gelesen hatte, hab' ich auch den Titel verstanden. ;-)

Toni hat gesagt…

Jetzt hast Du mich erstmal verwirrt, aber das ist ja ein einwandfreier Kartoffelsalat. Bei mir kommt noch etwas Brühe rein und dazu gibt's Fleischpflanzerl. Wie heißen die bei Dir?

...Frau Kampi... hat gesagt…

@Barbara,
Kartoffelsalate mit Mayo sind auch überhaupt nicht meins. Aber den mag auch der junior immer wieder gerne.
@Toni,
den mit Brühe mach ich auch. Ist eher so schwäbisch/bayrisch? Und Fleischpflanzerl sind bei uns in Hochdeutsch Buletten, aber original säggssch sogn mir Beff-schtääk (angelehnt an das Beaf-steak, was ja aber was ganz anderes ist:-) )

Toni hat gesagt…

Genau, schwäbisch/bayrisch. Ich beanspruche den bayerischen Anteil ;). Beff-schtääk gefällt mir, klingt so nach ner klaren Ansage :)))

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Herrlicher Dialekt, mehr davon.

Suse hat gesagt…

Tut mir echt leid, aber sächsischer Dialekt ist echt nicht mein Ding ;o)
Der Salat hingegen könnte mich durchaus verwöhnen...

Arthurs Tochter hat gesagt…

Kaum verstanden, aber den Salat mag ich trotzdem!
Und das, wo ich mich so sehr in meinem Blog um die Deutsche Sprache verdient mache, da kommst Du mir ganz schön ins Gehege, meine Liebe...!
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