Samstag, 5. Mai 2012

Los Wochos Asparagus

Zur Zeit spargelt es ja überall. Auf welchem Blog du dich auch umschaust, überall gibt es die weißen oder grünen Stangen.
Und auch ich kann dem königlichen Gemüse nicht widerstehen. Dafür lieb ich es zu sehr und die Zeit des Genusses ist doch auch wirklich sehr kurz.

Letzte Woche weilte Familie Kampi mal wieder in Südtirol (Fotos gibts hier zu sehen). Großartig! Spargel satt. Ich konnte nicht anders. So oft es ging, musste ich zuschlagen.
Und ich hab mich verliebt. In Bozner Sauce.
Noch nie habe ich die gegessen. Immer nur drüber gelesen. Das liegt nicht daran, dass wir noch nicht oft genug in unserer "zweiten Heimat" zu Gast waren, wohl aber, dass wir das erste Mal in der Spargel-Saison in diesem wundervollen Fleckchen Erde unsere Zelte aufgeschlagen unser Quartier bezogen haben.
Vor unserer Abreise haben wir demnach auch bei einem Produzenten vor Ort so richtig zugeschlagen.

Ordentlich bepackt machten wir auf dem Nachhause-Weg einen Schwenk über das kulinarische Wunderland, nicht ohne da etwas unserer leckeren Fracht abzugeben.
Es bleib aber noch genug für uns übrig, so dass ich mich nach unserer Rückkehr gleich an die Zubereitung machen konnte.

Zuerst hab ich mich ein wenig mit dem Rezept beschäftigt. Wobei es eigentlich, wie bei allen anderen kulinarischen Sachen, nicht DAS Rezept gibt.
Bei Magdi bin ich fündig geworden. Sie hat ein Rezept schon 2010 verbloggt. Das hätte mich auch sehr stark gewundert, wenn sie nichts darüber geschrieben hätte. Auch Robert war schon schneller als ich. Letztes Jahr. Genau wie vor kurzem Christopher.
Und noch ehe ich meinen Post hier nur im Ansatz geplant hab, hat Eline auch schon berichtet.

Das ist ja auch kein Wunder, es ist und bleibt eben ein Klassiker.  Und ein ganz einfach zuzubereitender noch dazu.
Im Prinzip wird aus hartgekochten Eiern, das Eigelb herausgelöst, mit Mayonnaise verrührt und das kleingehackte Eiweiß wird wieder hinzugefügt. Das ganze noch ordentlich abschmecken, fertig.

Wer das ganze dann noch anspruchsvoller haben will, der macht die Mayonnaise selbst. Das bedeutet, das Eigelb wird durch ein Sieb gestrichen und mit Olivenöl dicklich gerührt, mit Senf und Weißweinessig verfeinert.
Nicht ganz so mächtig wird die Sauce, wenn sie mit Sauerrahm oder Joghurt gestreckt wird.
Was nicht fehlen darf, ist der Schnittlauch.


Nun mag ich zwar gerne Spargel, aber die klassische gekochte Variante, womöglich noch mit Zitronensaft im Kochwasser, sagt mir nicht ganz so zu.
Deshalb kommt bei mir der Spargel immer in die Pfanne. Mal mit mehr ...und zur Bozner Sauce eben mit weniger Röstaromen.
Und genau so sah der Teller dann aus. Ein paar Frühkartoffeln, den Spargel in der Pfannenvariante grün, der Sauce und in Ermangelung des Schnittlauchs mit ein paar Blättchen Wasserkresse (gesammelt an einem Bächlein im Urlaub).


Da ich aber mal wieder ein Mengenproblem hatte...5 gekochte Eier sind einfach zu viel, wenn du Bozner Sauce machst... war natürlich noch reichlich übrig. Das war aber so gar kein Problem. Denn auch von den Kartoffeln und den Spargeln war noch etwas übrig. So habe ich kurzerhand die Kartoffeln in Scheiben geschnitten, den Spargel zugefügt, die Sauce untergemischt und mit ordentlich von der Kresse vermengt. Abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer, etwas Zitronensaft und -zeste dazu und schon war ein sehr schmackhafter Salat für eine Spontan-Party fertig. Der war so angesagt, dass es nicht mal ein Foto davon gibt. Das schreit nach einer Wiederholung.



Da wir schon mitten in den Spargel-Wochen sind, gab es dann gleich noch ein Kartoffel-Spargel-Bärlauch-Süppchen. Das war, trotz Reste-Verwertung eines Kartoffel-Pürrees eine durchaus leckere Sache.
Dafür hab ich die Spargelspitzen abgeschnitten und die Stangen kleingeschnitten in Butter mit Schalotten angedünstet. Mit Weißwein ablöschen und mit Spargelfond aus den Schalen gezogen aufgießen. Etwas Milch dazu, wer mag, nimmt Sahne. Das Kartoffelpü zufügen, alles garen und später mit grob zekleinertem Bärlauch pürieren. Auf das passieren hab ich verzichtet, da ich Kartoffelsuppen durchaus mit etwas Biss mag. Als Einlage dann die sanftgebratenen Spargelspitzen...lecker!
Wieder zu lecker, so dass es auch hier kein Foto gibt.


Aber aller guten Dinge sind ja drei. Dafür gibt es auch ein Foto. Und ein Rezept.
Das stammt nicht von mir, sondern von Arthurs Tochter.
Spargel und Radieschen mit Radieschenblätter-Pesto und Amarettini-Butterbröseln.

Da ich mich fast sklavisch an das Rezept gehalten hab, könnt ihr doch gleich bei ihr mal nachlesen.

Ich habe nur zwei Sachen verändert. Der Spargel wurde mit den Radieschen (ihr könnt es euch schon denken) in Butter in der Pfanne gegart. Abgelöscht mit einem Schlückchen Weißwein und mit Zitronengras und einer Scheibe Ingwer als Aromaten.

Und bei uns gab es noch eine Fleischbeilage dazu. Entenbällchen.

Das Ganze aus zwei ausgelösten Entenkeulen, deren Fleisch mit Haut gewolft wurden. Da ich mir eine leicht asiatische Variante vorgestellt hatte, wurde das Hack mit geriebenem Ingwer, Zitronenzeste und kleingeschnittenem Chili, sowie Salz abgeschmeckt. ein Ei und etwas Semmelbrösel dazu. Mehr Gewürz braucht das ganze nicht.
Ganz sanft hab ich sie gebraten. Sie waren innen drin supersaftig und passten hervorragend zu dem feinen Gemüse.


Mein Herr Kampi hätte ja am liebsten den Teller abgeschleckt.

Kommentare:

Marion P. hat gesagt…

Ich muss es mal wieder sagen: M.M. -) Hab' ich alles noch nie gegessen und wird noch diese Saison nachgekocht! Haben in Kürze einen lieben Gast, der liebt Spargel :-) Und hat uns den passenden Wein schon vorausgeschickt. Skål!

...Frau Kampi... hat gesagt…

MM...du weißt ja, wenn du Hilfe brauchst, wo du mich findest ;-)

Marion P. hat gesagt…

Ja, ich weiß! Gib' mir 5!

...Frau Kampi... hat gesagt…

patsch!

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Ich hoffe es ist an der Kürze des Urlaubs gelegen, dass ihr nicht vorbei geschaut habt!! Wir machen zur Zeit auch eine Spargel-Kur:)

...Frau Kampi... hat gesagt…

Liebe Magdi, Urlaube sind immer zu kurz. Und diesesmal waren wir lieber mit den Füßen, als mit dem Auto unterwegs. Wir haben ja auf einem der Muthöfe oberhalb Dorf Tirols gewohnt.
Ich wollte mich ja auch mit Christopher aus Klausen treffen, aber selbst das hab ich nicht geschafft.
Vielleicht sollten wir einfach mal ein Bloggertreffen in Südtirol organisieren...

mein Ideentopf hat gesagt…

Hallo Sandra, der Boznersauce fehlt eindeutig der Schnittlauch :)
sag dem Hr. Kampi einen schönen Gruß und er hat wundervolle Bilder geschossen. Ich muß auch wieder mal hoch zum Talbauer ein "Scheppsenes" essen. Ich kann eure ganzen Wanderungen verfolgen und teilweise weiss ich sogar, von wo aus geknipst wurde - sehr schön
LG Siglinde

...Frau Kampi... hat gesagt…

@ Siglinde,
magst du ihm das nicht mal selber in sein Gästebuch schreiben? Er freut sich, vor allem über Kommentare aus der "zweiten Heimat".
Das du nachvollziehen kannst, wo wir überall waren, ist mir klar. Ich schreib ja Reisetagebuch, seit unserem ersten Urlaub. Und dieses mal das erstemal nicht handschriftlich, sondern gleich digital. Du hättest deine helle Freude, glaub ich.

Wilde Henne hat gesagt…

Frau Kampi, das sieht sündhaft lecker aus. Schon gemein, dass man da nicht vom PC zuhause aus ein bisschen probieren kann, da ein Löffelchen Sauce naschen, hier ein Entenbällchen stibitzen...

Nysa hat gesagt…

die röstaromen sind nicht zu unterschätzen!!! ich mag den spargel so auch lieber :-)

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Das wäre ja eine Superidee!!