Posts mit dem Label Gurke werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gurke werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 29. April 2014

...Osterlämmchen...

Lamm-Gerichte sind ja mal so richtig typisch für Ostern.
Und dieses Osterfest gab es überall Lamm. Im Netz allgemein, bei Facebook sowieso und im besonderen in der weltbesten Kochgruppe.

Da meine Fleisch-Verzichts-Phase (ich habe nicht gefastet bis Ostern, sondern nur auf Fleisch verzichtet) beendet ist, wollte auch ich ein Osterlämmchen.
Dafür hab ich in der Metro ein paar schöne Lammnacken-Karrees ergattert.

Ich wollte das Fleisch so pur wie möglich. Ich hab deshalb nur Thymian, Rosmarin und Knoblauch ganz fein gehackt, etwas Pfeffer und Chili zugegeben, das ganze mit Olivenöl geschmeidig gerührt und das Fleisch damit einmassiert. So wie es mir von einem Grillprofi empfohlen wurde.


Die Fleischstücke kamen in den auf 120°C vorgeheizten Ofen, bestückt mit dem Fleischthermometer.
Bis die Kerntemperatur von 63°C erreicht war, hatte ich genug Zeit, die Beilagen zuzubereiten.

Curry...irgendwie war mir nach Curry. Als Sauce:
Also Schalotte gewürfelt, angeschwenkt. Currypulver dazu. Mit Weißwein abgelöscht. Hühnerbrühe. Einreduziert. Mit Butter vor dem Servieren aufgemixt und mit Salz abgeschmeckt.


Zufällig sprang mir genau am Ostersonntag ein Foto von Alexander Hermann auf Facebook an, dessen Idee mich nicht losgelassen hat. Gurkennudeln. Mit Creme fraiche.
Ich hab das Bild betrachtet, den Geschmack auf der Zunge versucht zu erspüren und mich an die Zubereitung gemacht, nicht genau nach Rezept. Eher nach Gefühl:

Eine halbe Gurke geschält, ebenfalls einen halben Kohlrabi (für uns drei Hansel)
Daraus hat der Lurchi* feine Gemüse-Spaghetti gedreht. In einer Pfanne Butter erhitzt, eine angedätschte Knoblauchzehe dazu, die beiden Gemüse kurz durchgeschwenkt. Ein klein wenig Estragon fein gehackt und alles mit einem halben Becher Creme fraiche in die Pfanne gegeben. Kurz durchgeschwenkt, gesalzen...fertig.


Auf Wunsch des Juniors gabs auch noch Couscous. Ganz ohne irgendwelchen Schischi:

Nach Packungsanleitung in Hühnerbrühe (statt Wasser) sanft gegart und mit Butter und Salz abgeschmeckt. Fein geschnittene Lauchzwiebeln und etwas Harissa...mehr braucht es nicht.




Das Curry-Butter-Sößchen war nicht unbedingt nötig. Das pochierte Wachtelei auch nicht. Aber die Kombi war einfach perfekt.

* Affiliate-Link:



Mittwoch, 26. März 2014

...grün, ja grün...hätt ich jetzt gern


Huch, was ist denn da mit dem Frühling passiert? War der nicht grade kurz da? Hab ich geträumt? Oder hab ich mich doch letzten Freitag mit Sonnebrille und T-Shirt in den Zug gesetzt um, liebe Freunde zu treffen? Da wars doch warm...

Ich war in Maulbronn. Zu einer Geburtstagsnachfeier.
Warst DU schon mal da?
Das Kloster ist ja weltberühmt...und mal ganz ehrlich: Das musst du sehen!

ICH war da, um mich nett auszutauschen. Zu sitzen. Mit lieben Menschen, die mir zu Freunden geworden sind. Gemeinsam zu essen, trinken. Eine Ölmühle (historisch! Mit interessanter Geschichte!) zu besuchen, die viele Jahre im Dornröschenschlaf lag und jetzt wieder leckere Öle presst. Solltest du mal hin!

Und ja, es gab Fleisch. Richtig gutes Fleisch. Lamm, Rind und Schwein. Vom Grill. Und ich hab es genossen! Wer freiwillig verzichtet, darf ja schließlich selbst entscheiden, wann er verzichtet. Und wann nicht.


Jetzt bin ich wieder zu Hause. Es ist kalt. Ich schau aus dem Fenster. Es regnet...wenn es grad nicht hagelt. Sogar ein paar Schneeflöckchen haben sich aus den Wolken gemogelt.

Ich will JETZT Frühling!
Wenn nicht draußen, dann auf dem Teller!!!!


Deshalb schäle ich eine Salatgurke. Die gibts schon regional. Zwar aus dem Gewächshaus, aber dennoch gut. Die teile ich, nehme das Kerngehäuse raus und schneide alles. In Scheiben.

Radieschen. Lauchzwiebeln auch.
Ab damit in eine Schüssel.


Grün...ich brauch Grün!
Was hab ich da? Rucola von meiner GNmV (Gemüse-Nadine meines Vertrauens) und Ampfer, der gerade in meinem Blumenkasten aus dem Winterschlaf erwacht.


.

Kartoffeln. Hab ich gekocht, gepellt und auskühlen lassen...und danach in Scheiben geschnitten. In die Schüssel damit!
Angemacht mit Senf, Weißweinessig, Salz, Zucker, Pfeffer und Olivenöl. Vorsichtig mischen, die Kartoffeln sollen bloß nicht zerfallen!


Und was braucht das Ganze jetzt nur noch dazu? Ein pochiertes Ei! Und Kürbiskerne. Geröstet und
 gehackt. 


Und Sonne! Hätte ich gerne!
Der Wetterbericht versprichts. Ich sollte einfach nur meinen Teller schön leer essen.
Und ihr da draußen natürlich auch...


















Sonntag, 19. August 2012

SO! Schluss jetzt...

...ich enter die ganze Sache mal hier. Geht ja so nicht weiter. Frag mich, was das hier alles soll...



Ihr braucht gar nicht so verwirrt guggen! Mein  Frauchen ist grad mit anderen Sachen beschäftigt (Wäsche machen oder so, keine Ahnung), da muss ich mir hier mal Luft machen.

ICH, das Katerchen.

Meine neue Familie - also die Kampis - haben mir den Namen Luziefer gegeben. Warum weiß ich nicht, ist mir sowieso egal.
Ich mach hier mein Ding. Die Kampis denken, dass die mich im Griff haben, dass ich auf das höre, was sie sagen. Die freuen sich, dass ich stubenrein bin und immer um ihre Beine streife, wenn sie mich rufen. Sie denken, dass sie mich erziehen können...

Wenn die wüssten!
Ich werd mir die schon erziehen, wie ich es will!

Und im Moment bin ich ziemlich angesäuert!!!
Es wurden mir Versprechungen gemacht, die bis jetzt noch in keinster Weise eingehalten wurden.

Da, wo ich herkomme, gabs ja auch bloß dieses doofe Dosenfutter. Und das musste ich mir auch noch mit dem Typen teilen, der sich "mein Bruder" nannte. Püüü! Alles weggefressen hat der mir.

Umso fröhlicher war ich, als dann diese nette Frau kam. Sie wollte mich abholen und hat mir den Himmel versprochen.
Dass ich in eine richtig gute Familie komme. Da gibt es immer frisches Fleisch. So vom Reh. Oder Kaninchen. Oder Huhn...richtig gutes Huhn. Ganz bestimmt auch mal so Leber oder so.
Und Fisch! Sowohl einheimischen von umme Ecke, als auch ganz exotische Sachen, von denen ich in meinen jungen Jahren noch nie was gehört hab.
Gut, Lachs kenn ich...hab ich schon mal gelesen. Auf der Verpackung von den kleinen glänzenden Döschen. Die so klasse duften. Die ich bekomme, wenn ich nur genug schnurre.
Aber meine Schenkerin flüsterte mir sowas von Dorade (?), Seeteufel (?), Makrele (?), Rotbarben (?) oder so ins Ohr. Nur damit ich ins Körbchen springe und sie mich mitnehmen kann.

Und dann? Komm ich da an.

Ganz nett sind sie ja, meine Kampis. Aber auch ein wenig skurril.
Die essen nicht einfach. Die machen mit irgend so nem schwarzen Apparat vorher Blitze auf den Teller. Dazu kommt noch, dass rundrum alles irgendwie mit weißen Lappen abgedeckt ist. Und Licht machen die an...
Wozu das gut ist, hab ich bis jetzt noch nicht feststellen können.

Bei denen bin ich jetzt schon drei Wochen...aber gekocht für mich hat SIE noch nicht. Kein Fisch, keine feinsten Fleischteile, kein Hühnchen...NIX!
Ich hab ja schon ein paar mal versucht, ein  KaderKatergespräch zu führen, aber man hört mir ja nicht zu.

Gut, die Frau Kampi hats mal mit Leber versucht. Hat mir ganz süffisant vorgesäuselt, wie toll Kaninchenleber sei. Dass es das Feinste vom Feinen sei, dass das auch der junior sooooooo gerne mag. Gebraten mit Salat und so...

Und? Warum bekomm ich die roh? (ich denk die holde Frau Kampi kann ordentlich kochen?)
Sie war doch wirklich so dreist und hat mir das Leberteil roh in den Fressnapf gelegt. Da hab ich gestreikt und das Stück in der Katzenstreu verbuddelt!

Aber nicht, dass die da draus gelernt hat!


Was die heute so auf den Tisch gebracht hat, war der Gipfel! Nicht ein Stück irgendwas essbares, was mir gefällt! Darf nicht wahr sein.


GURKENSUPPE!

HALLO! Gehts noch? Gurken? Schnittfestes Wasser?
Möchte ich nicht!

Gurkensuppe.

Gurke hat sie ganz klein gehobelt. Gesalzen.
Damit das gebundene Wasser wieder sichtbar wird. Joghurt hat sie dazu gegeben. Reichlich Knoblauch (bäääääääääääääääääh...ich mag nicht auf den Arm. Das stinkt zum Himmel!)
Irgendso ein grünes Kraut. Heißt das Dill?
Und irgendso ne komischen rosa Körner (was für Mädchen...glaub, das hieß wohl Pfefferbeeren).
Und dann hat sie mal wieder mit so nem Maschinchen Krach gemacht. Es hat geschäumt und hinterher hat die Olle gesagt, dass durchs pürieren das Süppchen ne schöne Konsistenz hätte.

Ich hab gemauzt. Laut.
Ich hab versucht zu sagen: Esst das nicht! Kein Fleisch, kein Fun!

Kurzzeitig hab ich gedacht: Jeeeaaaaaaaaaaaaaaaah! Die haben es begriffen. Haben die Schüssel in diesen komischen Schrank gepackt. Da, wo es immer so toll draus riecht, aber auch diese unglaublich kalte Luft rauskommt.

Wie gesagt, kurzzeitig vermutete ich einen Sinneswandel.
Doch schon wenig später stand die Schüssel wieder da (ordentlich kalt...brrrrrrrrrrrrrrrr). Und wieder ein Aufschrei meinerseits. 

Denkt ihr, da hat einer drauf reagiert?


Im Gegenteil. Diese Frau Kampi hat sogar noch so nen Käsestangensteil ausgepackt.
Groß hat sie getönt, dass sie nun endlich die Käsetaler in Mohn-Sesam-Panade von einer gewissen Frau Snugg dazumachen könnte. Wer bitteschön ist das denn wieder? Und wieso hat die so einen Einfluss auf dass, was meine diese Frau Kampi so kocht?

Pöööh...
Auf mich gehört hat keiner.
Die haben das echt gegessen. Kalte Suppe, gebratener Käse...


Wer will das denn? 

Ich nicht. Ich überleg echt grad, ob ich vielleicht abhauen kann...

...manchmal steht hier ja ne Tür offen, oder ein Fenster. Dann kletter ich über die Dächer! Dann trau ich mich über die Straße!

Und dann können die mich suchen...da, wo es was leckeres zu essen für mich gibt...
So mit ordentlich gekochtem Fleisch, Fisch oder Leber.

Aber ich glaub, da schlaf ich erst mal ne Runde drüber..............

Frauchen ruft! Es gibt Fresserle. Machts mal gut bis zum nächsten Mal!





Dienstag, 14. August 2012

Manmanman...

...oder doch besser Mohnmohnmohn?

Könnte man denken. Zumindest hat Melanie zum Mohn-Event aufgerufen.

Blog-Event LXXX - Papaver (Einsendeschluss 15. August 2012)

Mohn?

Mohn...

So einen richtigen Bezug hab ich jetzt nicht dazu. Ich liebe Mohn als Pflanze. Diese feinen, fast zerbrechlichen Blütenblätter, die trotz ihrer Zartheit die enorme Kraft haben, die massive Blütenknospe zu sprengen fasziniert mich immer wieder aufs neue.

In der Küche hält er aber fast gar keinen Einzug bei mir. Das liegt vielleicht daran, dass ich es als Kind schon immer unangenehm fand, dass nach dem Genuss eines Mohnkuchens (den die hiesigen Bäcker wirklich lecker und saftig hinbekommen haben) diese kleinen schwarzen fiesen Körnchen so hartnäckig die Zahnzwischenräume für sich einnahmen und bei jedem Lächeln dem Gegenüber gezeigt haben, was man da grade gegessen hat.

Es könnte allerdings auch daran liegen, dass meine Großmutter immer beim Sonntagsnachmittagskaffee vor dem saftigen Mohnkuchen mit erhobenem Zeigefinger uns Kinder warnte: Vorsicht! Mohn macht dumm!

Hmmmm...was es nun genau war, dass Mohn in meiner Küche keine so große Rolle spielt, kann ich wirklich nicht sagen.

Wenn ich so nachdenke, hab ich ein einzigesmal mit Mohn gekocht. Ein köstliches Rehfilet mit Blumenkohl. Aus einem Südtirol-Kochbuch. Südtirol.

Ich hatte eigentlich schon beschlossen, dieses Event an mir vorbei gehen zu lassen. Doch dann kam meine Marion. Sie, leidenschaftliche Genießerin, meine liebe Freundin bot mir als Gastbloggerin bei Melanie/Pimpi-MEL-la eine Steilvorlage! Was war ich beeindruckt! Und jetzt hat sie mir einen Floh Mohn ins Ohr gesetzt.
Ich konnte nicht anders, ich musste jetzt auch in Mohn...

Der Pasta-Gedanke gefiel mir gut. Allerdings war ich ja voll und ganz mit der Tricolori-Schmetterlings-Jubiläums-Pasta für Arthurs Tochter beschäftigt.

Und dann kam wieder mal Südtirol. Das Land meiner Träume, Sehnsüchte. Meine, unsere zweite Heimat. Mohn gibts da. Zum Beispiel im Ultental wird er angebaut.
Und genau von da hatte ich Mohn-Honig. Nicht Honig aus Mohnblüten, sondern Honig mit Blaumohn.

Die Sonne stand hoch, es war heiß...Zeit für ein kaltes Mahl.
Viele verbinden den Sommer mit Tomaten. Ich nicht. Ich mag die nicht.
Aber ich mag Wassermelone. Und Salatgurke. Und am allerliebsten eine Kombi aus beidem.

Also hab ich von einer geschälten Gurke das Kerngehäuse entfernt, das Fruchtfleisch gewürfelt und mit der gleichen Menge Melonenwürfel in eine Schüssel gegeben. Dazu etwas fein geschnittene Lauchzwiebel. Schön kalt sollte alles sein.

Das Dressing: etwas neutrales Öl, etwas Olivenöl. Knoblauch, wer mag. Weißwein-Essig. Salz. Und zum Süßen den Mohnhonig!
Schon beim Kosten des Dressings war mir klar: Das passt!
Als alles vermischt war, hätte ich die Schüssel am liebsten sofort geleert! Ich war verliebt.

Da ich den Herrn Kampi allerdings schon länger und ausdauernder liebe, als so einen kurzen Genuss, musste ich mir was einfallen lassen.
Mit so nem kalten Salat krieg ich ihn nicht satt.

So hab ich eben noch nebenbei ein(e) Gazpacho aus Melone, roter Paprika, Chili, Gurke, Zwiebel und Knobi gemixt. Abgeschmeckt mit Salz, Olivenöl..ohne Tomate, ohne Sellerie.

Dem nicht genug wollte ich noch was handfestes. ER hat das gern. Also noch Chorizo in Stücken in der Pfanne gebraten, mit Balsamico und Rotwein abgelöscht.



Ein kleines Dreierlei, welches sicher auch zu ATs Geburtstagsevent gepasst hätte...
Aber dafür ist es ja zu spät.





Dienstag, 17. Juli 2012

EnteSaltimboccaSushiErbsenWasabiGurkensalatPflaume

uiuiuiuiuiuiuiuiiiiiii...was denn das für ein Posttitel?

Ein Zungenbrecher. Allerdings auch ein Gaumenkitzler. Ich sags euch!

Schon als ich letztens die Saltimbocca in meiner Pfanne hatte, reifte die Idee, mal eine Entenbrust so zu verarbeiten. FromSnuggsKitchen ist mir da ein klein wenig zuvor gekommen. In ihrem Metro-Menü. Ihr wisst schon...die Kochherausforderung.
Allerdings hat sie auf die klassischen Aromen zurückgegriffen. Das machte mir Mut, dass das auch bei mir was werden könnte.
Da ich Ente sehr gerne mit asiatischen Aromen kombiniere, sollte es dann aber doch etwas anders werden als bei Sandra.

Ich finde ja, dass sich Ente für asiatische Aromen geradezu aufdrängt. Also war schnell die Idee geboren ein asiatisch angehauchtes Entensaltimbocca zu kochen.

Lange hab ich überlegt, wie ich das am besten realisieren könnte. Was ziemlich schnell feststand, war , dass ich den Bratensud entweder mit Sake oder Pflaumenwein (Ume) ablöschen wollte.
Da unser örtliches alteingesessenes Weinfachgeschäft gut sortiert ist, aber nicht jedem Trend folgen kann, hab ich nur Ume bekommen.

Jetzt war meine Badewanne gefragt. Wie krieg ich das so hin, dass es zwar ein Saltimbocca ist, aber dennoch asiatisch. Welche Beilage ist die beste...was passt noch dazu?

Wasabi!
Hatte ich schon erwähnt, dass ich Wasabi liebe? Der darf im Hause Kampi nie ausgehen. Wasabi passt zu Erbsen. Und zu Gurken.
Nur passen Erbsen und Gurken nicht unbedingt zueinander.
Wasabi passt zu Sushi...mit Gurke. Aber Sushi mit Erbse ist doof, oder?

Meine Badewanne brachte mich also nicht wirklich weiter. Und auch nicht das flüchtige Durchblättern irgendwelcher Kochbücher und -Zeitschriften.

Doch dann...das Sushi-Buch fiel mir in die Hände. Und BLING! Die Eingebung.

Aber schön der Reihe nach.

Die Gurken hab ich mittels meines Sparschälers zu "Nudeln" geschnitten, ohne das Kerngehäuse zu verwenden. Mit etwas Salz durften sie kurz ziehen. Gleichzeitig hab ich ein Dressing aus neutralem Öl, etwas Weißweinessig und ordentlich Wasabipaste geshaked. Abschmecken mit Salz und Zucker. Darin durften die Gurkenstreifchen im Kühlschrank schön vor sich hin marinieren.

Jetzt wirds aber Zeit für den Sushireis. Der muss erst gewaschen werden, bis das Wasser klar ist. Dann wird er mit Wasser aufgesetzt und sanft gegart. Dann kommt er in eine Schüssel, wird befächelt, mit ner Mischung aus Mirin, Sushiessig und Salz gewürzt, weiter befächelt, sanft durchmischt, befächelt...

Jetzt die Erbsen. Aus den Schoten waren sie ja schon gepuhlt. Die werden gekocht. Sind sie weich, werden sie püriert und durch ein Sieb gestrichen. Ein Flöckchen Butter kommt drunter. Erbsen mit Butter sind etwas wunderbares!!!!
Und WASABI! Erbsen und Wasabi sind noch wunderbarer als Erbsen mit Butter. Vielleicht noch ein wenig Salz, das hebt den Geschmack.

Wird Zeit für die Ente, meint ihr doch auch.
Die Haut muss ab. Leider. Aber mit Haut wird das nichts.

Dann wird die Entenbrust in Scheiben geschnitten. Nur nicht zu dünn. Dünn geschnittener weißer Speck wird drum gewickelt. Genau so wie bei einem echten Saltimbocca. Da der Lardo nicht gereicht hat, hab ich ein paar der Entenscheiben mit Schinkenspeck umwickelt. Das war dann nicht unbedingt die beste Entscheidung. Der Schinken hat den feinen Entengeschmack übertönt.

Da die Scheibchen in der Pfanne nicht wirklich lange brauchen, wird erst mal der Rest fertig gemacht.
Du erinnerst dich doch noch...da war doch die Idee aus dem Sushi-Buch.

Ich hatte Sushi-Schiffchen entdeckt. Das ist wirklich nichts kompliziertes. Ein Reisklumpen wird mit feuchten Händen zu einer Kugel geformt und in ein Nori-Blatt gewickelt. Dessen Rand sollte etwas überstehen. Dahinein kommt kurz vor dem Servieren ein Teil des Erbsen-Wasabi-Pürrees.

Die mit dem Speck umwickelten Entenscheiben werden in einer heißen Pfanne kurz von beiden Seiten angebraten und danach warmgehalten.
Den Bratensaft jetzt mit dem Pflaumenwein ablöschen und einreduzieren. Die Fleischscheiben noch einmal kurz in den Sud geben und warm ziehen lassen.

Das Anrichten ist bei dem Gericht kein wirkliches Hexenwerk. Zwei der Sushi-Schiffchen aufstellen, etwas Erbspürree auf dem Teller verstreichen. Den Gurkensalat einkringeln, Fleischscheibchen dazu. Ein wenig des Bratenfonds dazu. Fertig. Vielleicht noch ein ganz klein wenig schwarzes Hawaii-Salz dazu.



Und jetzt? Einfach nur genießen. Herrlich!

Ein kleiner Nachtrag:
Sandra hat mir nen Award verliehen. Mein liebster Blog. Ich hab mich auch ehrlich drüber gefreut. Ich mag diese Kettenbrief-artigen Verleihungen nicht. Ist nicht böse gemeint...allerdings machen die immer wieder die Runde und irgendwann hat jeder so einen Preis mindestens einmal für sein Blog verliehen bekommen. 
Ich lese lieber Blogposts über Küchenerlebnisse oder -Pannen.

Sonntag, 6. März 2011

Was rauchen die denn da für Zeug? (oder wie Frau Kampi den Winter austreibt)

So oder so ähnlich hab ich die Nachbarn heute gestern tuscheln hören. Na zumindest kam es mir so vor.

Das ich ne Kochverrückte bin, hat sich in der Nachbarschaft ja schon seit geraumer Zeit herum gesprochen. Daggi von rechts neben uns kommt schon mal etwas Butter oder eine Knoblauchzehe bei mir borgen. Und Moni von links nebenan bemerkt ab und an mal, dass es bei mir aus der Küche immer so gut duftet. IMMER!?

Außer heute...

Aber mal von Anfang an:
Ich will, dass es endlich Frühling wird!!! Ich hab den Winter satt. Es ist immer noch lausig kalt bei uns und die Wiesen und Felder haben immer noch diesen grau-braunen Farbton. Das k.... mich an! Ich mag nicht mehr!

Aller paar Tage gehe ich zu meinem Lieblingsgemüsehändler in froher Erwartung, dass es jetzt los geht. Ich will Frühlingsgemüse! Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich so richtig will. Aber ich weiß, was ich nicht (mehr) will. Ich mag keine Wintergemüse mehr. Keine Steckrübe, kein Pürree aus Pastinake, Petersilie, Sellerie oder was auch immer. Und keine Schwarzwurzeln, keine Rote Bete... Und den Wirsing kann ich auch so langsam nicht mehr sehen, trotz der grünen Farbe. Das will ich alles im Moment nicht mehr haben! (ich hab ja bei einigen gelesen, dass es schon Bärlauch gibt)



Aber so richtig frühlingshaft ist das Angebot ja noch nicht.
Na wenigstens gibt es schon frische grüne Gurken aus Sachsen, das ist ja schon mal was. Gut, sie schmecken noch nicht so richtig. Aber sie sind aus der Region.
Und als ich bei highfoodality letztens den tollen Mango-Gurken-Salat entdeckt hatte, stand für mich fest, den mach ich. Und Entenbrust dazu.Punkt!

Aber ich wollte die Entenbrust ja nicht nur einfach so, poblig gebraten... Neee, ich wollte was extravagantes.

Schon ewig wollte ich mal was räuchern. So homemade.
Ich weiß ja, dass die hundertachtziggrad-Mädels mal Entenbrust geräuchert haben. Mit Räuchermehl.
(Mädels gebt mir mal Bescheid, wann das war. ich finds nicht mehr. Würde es gerne verlinken. Hab es damals nur abgeschrieben.)
Nur will ich ja nicht nen ganzen Sack irgendwelche Holzspäne bei mir einlagern, nur weil ich da mal so ein paar Stücken Geflügel in den Qualm hängen will.

Bei der Suche nach einem geeigneten Rezept quer durch alle meine Kochbücher (es dürften jetzt schon so an die 115 Stück sein) bin ich dann mal wieder bei Tanja Grandits fündig geworden. In ihrem Buch "Aroma pur Meine fröhliche Weltküche" beschreibt sie eine Lavendelgeräucherte Entenbrust.
Ich find ja Lavendel an sich ein tolles Kraut. Aber zur Ente find ich es suboptimal... Ich hätte da lieber was zitroniges dazu.

Aber die Idee ist ja nicht so schlecht. Das bau ich nach!

Dafür hab ich dann schon am samstag die Entenhaut kreuzweise eingeschnitten, 3 Kaffirlimettenblätter mit einem Esslöffel Salz im Mörser zerrieben, einen Löffel Zucker untergemischt und dann die Ente damit eingerieben. Damit das ganze so richtig in das Fleisch einzieht, durfte der Herr Kampi sein neues Spielzeug hervorholen und das Fleisch einvakuumieren. Und das durfte dann auch 12 Stunden vor sich hinziehen.

Der Gurkensalat war keine große Schwierigkeit. Da hab ich mich schon ans Original gehalten. Außer dass ich keine Sweet-Chili-Sauce hatte. Hab ich eben eine Chilischote genommen und das Dressing mit Mirin gesüßt.


Ein bisschen Beilage wollte ich schon irgendwie dazu. Also Zuckerschoten und Maiskölbchen blanchiert und Möhren gestiftelt.

Aber ich schweife ab...

Als ich meinem Wok ein Kleid aus silbern glänzender Alufolie verpasste, schaute mich der Herr Kampi etwas ungläubig an. Meist versucht er ja zu erraten, was ich so küchentechnnisch vorhabe und er kommt oft auch nach einigem Nachfragen drauf...
Aber heute? Erst nach einer ganzen Weile fragte er: Du willst doch nicht etwa räuchern??
Ja genau, das ist mein Plan. Worauf er noch ungläubiger nachfragte, mit was ich denn räuchern wolle, so ohne Räuchermehl.
Als ich ihm dann erklärte, dass ich das mit Reis und schwarzem Tee vorhätte, hielt er mich gänzlich für bekloppt.


Aber genau so beschreibt es Tanja Grandits. Und es scheint auch nicht unbedingt sehr kompliziert zu sein.
Ich musste dafür nur das Gitter von meiner Mikrowelle (die ich zum Teekochen und Milch wärmen benutze) etwas zurecht biegen, damit das Fleisch zwar genügend Abstand zum "Räuchermehl" hat, mein Deckel aber dennoch auf den Wok passt. Leider passte es nicht ganz 100%ig.

Ich habe das Fleisch erst mal aus der Marinade genommen und mit Küchenpapier abgetrocknet. Durch das Salz fühlte sich das Fleisch schon etwas fester an als im frischen Zustand.
Nach dem Abtupfen hab ich es auf der Hautseite in der heißen Pfanne ohne Fett zwei Minuten angebraten und dann kurz auf die Fleischseite gedreht.



Dann habe ich den Wok aufgeheizt und je einen Esslöffel Schwarztee und Reis (bei T.G. Basmatireis, der allerdings aus unerklärlichen Gründen irgendwie aus meinem Vorrat verschwunden war) hineingegeben.

Und jetzt Deckel drauf und Fenster auf!
Wenn das ganze zu rauchen beginnt, die Entenbrüste einlegen. Dabei kann man dann auch die Hitzezufuhr zurücknehmen, das qualmt schon ordentlich. Spätestens jetzt wusste ich, warum der Deckel ordentlich dicht sein soll. Das war er nämlich bei mir nicht!!! Die ganze Bude war voller Rauch. Gut das wir keinen Brandmelder im Haus haben, der hätte sich heiser gekreischt.

jetzt aber schnell den Deckel drauf!!!
Da ich aber die Alufolie reichlich bemessen hatte, konnte ich sie noch so ein wenig um den Deckel knübbern. Mit Hilfe der Abzugshaube hielten sich die Rauchschwaden dann auch in Grenzen.
Laut Rezept ist der Vorgang dann auch nach acht Minuten zu beenden. Ich konnte mir zwar noch nicht so recht vorstellen, dass dann der Geschmack schon ins Fleisch eingezogen sein soll, hab mich aber genau an die Zeitvorgabe gehalten.

Nur kam jetzt die zweite Rauchattacke. Den Deckel wieder lupfen und das Fleisch raus nehmen. Ich hab den Wok schnell vom Feuer gezogen, das Fleisch rausgenommen und das Alupapier schnell über den stinkenden rauchigen Überbleibseln zusammengerödelt und mit dem Wok quer durchs Haus das Freie aufgesucht. Spätestens jetzt hatte sich der intensive Räuchergeruch überall verbreitet. Und  die Nachbarn kamen nun auch vollends in den Genuss. (da es draußen recht kalt war, hat das natürlich recht schnell nachgelassen und es hatte ja auch keiner die Fenster offen zum lüften)

In der Zwischenzeit hab ich den Backofen mühevoll mit einem Kochlöffel und viel Fingerspitzengefühl auf knapp unter achtzig Grad gedreht, was gar nicht so einfach ist. Das Fleischthermometer in eines der Fleischstücke geschoben, und dann gewartet, bis eine Kerntemperatur von 64°C erreicht war.

Da war dann genug Zeit für die Zubereitung der Beilage. Das blanchierte Gemüse und das weiße von zwei Lauchzwiebeln im inzwischen gereinigten Wok in Sesamöl (geröstet) und neutralem Öl anbrutzeln, mit Zucker, Ingwer, Knoblauch und Chili würzen.Das in Ringe geschnittenen Zwiebelgrün zufügen und mit Fischsauce abschmecken. Etwas Hühnerbrühe und Kokosmilch dazu, leicht köcheln lassen und zum Schluss vorgekochte Mie-Nudeln unterschwenken.

Dann alles versuchen schön angerichtet auf den Teller zu bekommen. Dazu hab ich ein paar erbsenspargelsprossen verwendet. Die haben so einen schönen knackigen Biss.
Den Mango-Gurkensalat hab ich in einem Extraschälchen dazugereicht.




Beim Fleisch ist es wichtig, sehr dünn aufzuschneiden. Man muss das ganze auch nicht unbedingt warm essen, sondern kann die Entenbrüste auch vorbereiten und kalt aufschneiden. Ich fand aber gerade das warme Fleisch mit dem kalten Salat sehr spannend. Das einzige, was mir ein wenig gefehlt hat, war Korianderkraut. Obwohl ich das Grünzeugs nicht unbedingt so mag, hätte es dazu ausgezeichnet gepasst.

Fazit:
Die acht Minuten Räucherzeit sind vollkommen ausreichend. Der Rauchgeschmack ist schön ins Fleisch eingezogen, ohne zu stark zu dominieren. Schmeckt kalt auch noch am nächsten Tag.
Ich werde das ganze auf jeden Fall noch einmal wiederholen. Dann werde ich nur den Salat mit dem Fleisch reichen, als Vorspeise.

Nachmachen absolut empfohlen!

P.S.: Das mit dem Winter austreiben hat nicht funktioniert. Ich hab grad mal aufs Thermometer geschaut. Wir haben schon wieder -2°C und es soll in der Nacht bis ins zweistellige runtergehen.
Das nächste Mal mach ich noch mehr Rauch!