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Donnerstag, 21. Juni 2012

(fast) vergessen

Heute mal was aus der Kategorie: Irgendwie aus irgendwelchen Gründen in Vergessenheit geraten und keiner weiß, warum...

Gut, diese Kategorie gibt es bis jetzt noch nicht auf meinem Blog. Aber ich denke drüber nach. Da ist so einiges, was (fast) vergessen ist. Alte Rezepte von Oma. Essen aus meiner Kindheit. Gemüse, welche wir früher im Garten hatten. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen...

Erinnert ihr euch noch?
Es ist doch noch gar nicht soooo lange her, als Saltimbocca im wahrsten Sinne in aller Munde war. Überall kochte und aß man das.
Diese kleinen dünnen Kalbsschnitzelchen. Mit Salbei und Parmaschinken. Manchmal gerollt, manchmal zusammengeklappt, manchmal auch den Schinken nur festgespickt mit einem Zahnstocher.

Ich kann mich gar nicht so richtig erinnern, wann ich dass das erste mal auf dem Teller hatte. Und auch nicht, wo. Allerdings erinnere ich mich auch nicht mehr, wann ich das zuletzt gekocht und gegessen habe.

Und so stand ich mal wieder ratlos in meiner Küche und sinnierte, was ich denn kochen könnte. Schließlich will Herr Kampi jeden Tag verköstigt werden. Plötzlich gelüstete es mich irgendwie danach, ich weiß gar nicht, warum.
Gut, dass es auch beim Fleischer ein Stück Kalbsrücken zu kaufen gab.

Die Schnitzelchen plattiert, mit Parma und Salbei präpariert und in der heißen Pfanne auf der ungespickten Seite schnell angebraten. Die Hitze runter, die Fleischscheiben gewendet...kurz braten lassen. Wieder auf die andere Seite gedreht, Weißwein angegossen. Hitze aus. Butter in die Pfanne zum Sauce binden, fertig!




Dazu gab es einen Erbsen-Kartoffel-Stampf mit Zitronenabrieb und gedünsteten Fenchel.

Wir schwelgten...ein wenig in Nostalgie. Aber ganz viel im guten Geschmack. Und wir stellten uns immer wieder die Frage: Warum haben wir das eigentlich sooooo lange nicht gegessen?

Sonntag, 15. April 2012

Ich kann nicht backen...

...ich kann es wirklich nicht.
Ich weiß, dass ich mit meiner Back-Legasthenie nich die einzigste bin in der Foodblogger-Welt. Ich find es nicht wirklich schlimm. Ich weiß, das können andere viel besser.
Jutta zum Beispiel. Was die in ihrem Manzfred zaubert ist der helle Wahnsinn. Ich erinnere mich sehr gerne an den Gugelhupf mit Kokos, den sie mir als Dankeschön für eine sächsische Blutwurst geschickt hat. Von den Cookies, die auch mit im Päckchen waren, hab ich nicht ein Stück davon bekommen, die hat sich der junior gleich unter den Nagel gerissen. Der ist ja auch der einzige Süßzahn bei uns. Wobei er seinen Zuckerbedarf aber ansonsten am liebsten mit Schokolade stillt.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich nicht backe(n kann). Es wird bei uns wenig süßes gegessen. Weder ich, noch der Herr Kampi machen sich so richtig was aus Kuchen und Torten. Auch nicht von Fremdbäckern. Ganz selten mal ein Stückchen...aber herzhaftes ist uns wirklich lieber.

Und herzhaftes kann ich backen. Mein Zwiebelkuchen im Herbst ist schon legendär. Als wir noch unsere Almhütte hinter dem Laden stehen hatten und jeden Herbst zum Hüttengaudi eingeladen hatten, ging es übers Wochenende nie unter 10 Blechen Zwiebelkuchen.

Flammkuchen kann ich auch. Das ist auch nicht wirklich hohe Kunst. Vor allem mit meinem Backstein. Dünnen Hefeteig mit Schmand bestreichen, mit dem Belag der eigenen Wahl versehen und für ein paar Minuten in den knackeheißen Ofen.

Aber ansonsten...

Nun wartete allerdings in meinem Kühlschrank ein schönes Kalbskotelett. 500 Gramm. Das hab ich am Freitag auf dem Wochenmarkt ergattert. Ohne so richtig zu wissen, was ich damit anstelle.

Zuerst dachte ich an Aioli dazu. Ich hatte allerdings Angst, dass der kräftige Knoblauch-Geschmack das feine Fleischaroma erschlagen könnte. Da ich noch ein wenig von der selbstgemachten Kräuterbutter im Kühlschrank hatte, brauchte es ja auch nicht so was schweres mayonaisiges sein.
Ich wollte allerdings auch kein Risotto dazu und auch keine Rosmarinkartoffeln.

Beim Blick in den Kühlschrank fiel mein Blick auf den Hefewürfel, den ich eigentlich für Flammkuchenteig besorgt hatte. Und schon war die Idee geboren: Foccacia! Die hatte ich schon ewig nicht mehr gebacken. Das ist auch ein Gebäck, was ich kann. Allerdings hab ich schon ewig keine mehr gebacken. Ich glaub, auf meinem Blog ist zumindest keine vertreten (und den gibts jetzt schon zwei Jahre...MIST...Bloggeburtstag vergessen...wird nachgeholt...versprochen!)

Das ist eigentlich auch gar nicht so schwierig.

25gr. Hefe in 120ml warmen Wasser auflösen und mit einer Prise Zucker etwa 10 Minuten gehen lassen.
Dann mit 400gr. Mehl (550), etwas Salz und 2EL Olivenöl verkneten, dabei weitere 150ml Wasser (ca) zufügen. Abgedeckt mindestens eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Während des Gehenlassens hab ich überlegt, was ich dem Teig noch zufügen könnte. Ich mag die Variante mit getrockneten Tomaten, Pinienkernen und Kräutern sehr gerne. Aber das wollte ich dieses Mal nicht.

Ich hatte grünen Spargel im Gemüsefach. Ich gebs zu, es war ein Sonderangebot aus dem Supermarkt. Es gibt ja nun auch bei uns schon den ersten deutschen Spargel...und ich hatte sooooo einen Appetit drauf. Nur leider war an diesem Samstag nirgendwo welcher zu bekommen. Also musste die dünnen Supermarkt-Stangen eben mit. Da er wirklich billig war, hatte ich auch keine Skrupel, ihn zu hacken und zu häckseln.

So hab ich die Stiele eines 25ogr. Bundes über der Reibe grob geraffelt und nach der Hälfte der Gehzeit unter den Teig geknetet.
Ich hätte das schon am Anfang machen sollen. Aber so geht es nunmal, wenn man spontan in der Küche rumwerkelt.
Der Teig war durch die Feuchtigkeit im Spargel viel zu klebrig. Wenn ich ihn am Anfang zugegeben hätte, hätte ich weniger Wasser zugeben müssen. Aber so musste ich noch recht viel Mehl unterkneten. Die Hefe hat aber dennoch ausgereicht, ihn bei der weiteren Gehzeit doch noch in die Höhe zu treiben.

Nachdem er ordentlich Zeit hatte, fluffig zu werden, hab ich ihn in zwei Teile geteilt. Der eine durfte noch ein bisschen ruhen und der andere wurde noch einmal geteilt und zu flachen Ovalen ganz voorsichtig geformt.
Da es in der Küche durch das Vorheizen des Ofens schon ordentlich warm war, brauchten diese Fladen auch nicht mehr viel Zeit um wieder schön fluffig zu werden. Mit dem Zeigefinger noch schöne Mulden eingedrückt und ordentlich mit Olivenöl beträufelt in das 200°C heiße Backrohr geben und 20-25 Minuten backen. Genau so mit der anderen Teighälfte verfahren.



Wahrscheinlich war der Ofen beim ersten Backschwung noch nicht wirklich heiß genug. Deshalb sind diese beiden Teigteilchen noch mal schön aufgegangen und ähneln eher Ciabatta...die zweite Variante war schön Flach wie Fladen. So wie es sein soll.

Das Kalbfleisch hab ich einfach nur in meiner Turk angebraten und mit Rosmarin und reichlich frischem Knoblauch im Ofen, der ja nach dem Backen noch ordentlich warm war, so lange ziehen lassen, bis es innen schön rosa und saftig gegart war.


Es war ein Traum!
Die Foccacia war so unglaublich saftig und fluffig und hatte einen tollen Spargelgeschmack. Damit ließ sich der Fleischsafat so richtig schön aufstippen. Und als das Fleisch alle war gabs einfach nur noch ein schönes Olivenöl und Fleur de sel dazu.


Ich hab auch noch zwei der Fladen übrig, die ich gleich eingefroren hab. Dann brauch ich sie beim nächsten Mal nur aus dem Frost nehmen, etwas mit Wasser befeuchten und im heißen Ofen aufbacken.
Ich freu mich drauf!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

immer wieder sonntags...

...kocht Frau Kampi ihrer Familie was leckeres (meist klappt es ja auch) und postet es dann montags...dienstags. Na gut meist wird es Mittwoch.
ok...ok...heute ist Donnerstag!

Heute mach ich es mal anders. Keine Angst, ich hab am Wochenende gekocht. Schon am Samstag. Da hatten wir liebe Freunde zu Gast. Für die gab es ein Petersilien-Cremesüppchen mit Zitronenöl und Croutons als Vorspeise. Als Hauptgang gab es Ossobuco und Stücke vom Kalbsschwanz mit Kürbisgnocchi (Hurra!!!! Sie sind geworden!) und eine Käseplatte mit Pflaumen-, Birnen- und Feigenchutney. Recht einfach, aber sehr lecker. So lecker, dass aus dem geplanten Resteessen am Sonntag nichts wurde...weil alles aufgegessen.


Ich hatte vorgesorgt und am Freitag ein Perlhuhn gekauft. Das gabs dann Sonntag mit einer schönen Fruchtnote aus Feigen, Orangen und einem Rest Chutney gefüllt. Dazu ein Rotweinrisotto und den mit Butter gebundenen Bratsud. Lecker wars.



Soviel zum Wochenende.

Aber heute will ich euch von meinem leckeren Abendessen gestern vorgestern erzählen. Eigentlich ziemlich einfach...aber so genial schmackhaft.
 
Ein Salat aus Kürbis. Roh!

Die Idee hab ich von Jaqueline Amirfallah aus dem ARD-Buffet. Sie hat letztens ein dreierlei mit Kürbis gemacht und da war roher Kürbis als Salat dabei. Angemacht mit Kürbiskernöl. Sie hat einen Muskatkürbis dazu genommen.

Die Idee hat mich sofort begeistert. Kürbis ist ja nicht viel anders als Gurke, Zucchini oder Melone. Zumindest, was die Pflanzenfamilie betrifft. Warum also nicht mal roh essen?

Nach dem Rezept hab ich gar nicht erst gegoogelt. Ich wollte mich irgendwie vom Angebot leiten lassen. Und ne bessere Inspiration als das Angebot bei meiner Einkaufs-Nr.1 gibts gar nicht.

Gut, die Muskatkürbisse waren mir zu groß, da hätte ich Salat für ne Kompanie draus machen können. Also hab ich mich entschieden, den Rest des Buternut zu verwenden, der noch im Kühlschrank war. Rucola hab ich ein schönes frisches Bund gekauft. Und schöne rosa Grapfruit. Ich mag den etwas bitteren Geschmack sehr gerne.

Ich hab das weichere Fruchtfleisch, welches um das Kerngehäuse ist, in ganz dünne Scheiben gehobelt. Da reichte mir die Menge von nem viertel Kürbis vollkommen aus. Das Schälen beim Buternut nicht vergessen!

Von der Grapefruit hat auch ne halbe genügt. Ich hab sie großzügig geschält (wie beim filetieren) und sie in Würfel, so 1,5cm x 1,5cm geschnitten und drüberverteilt, zusammen mit etwa einem viertel Bund Rucola. Darauf eine handvoll geröstete Kürbiskerne und ein paar angebratene Schinkenstreifen.

Dann ein paar Tropfen Weißweinessig, den Grapefruitsaft, der beim Schneiden auf dem Brett gelandet ist und etwa zwei Esslöffel Kürbiskernöl. Etwas Salz und eine Spur Zucker.


Und jetzt ab damit in den Mund. Der Geschmack des rohen Kürbis´ überrascht. Eher melonig, sogar ein wenig süßlich. Vielleicht auch etwas karottig...dieser zumindest von der Konsistenz sehr nahe.

Das nächste Mal werde ich den Kürbis aber etwas sorgfältiger schälen, manche Scheiben waren schon sehr bissfest. Oder ich hoble sie so Spaghetti ähnlich, mal schauen. Auf alle Fälle gabs den Salat nicht das letzte Mal bei uns.

Mittwoch, 14. September 2011

Eigentlich wollte ich nur Bratwurst kaufen...

Ich wollte ne Bratwurstsauce machen, wie so oft. Dazu brauch ich die grobe Hausmacher, die bei uns eigentlich fast jeder Fleischer in einigermaßen essbarer Qualität kann. Und so bin ich gleich bei uns um die Ecke in den Laden der Fleisch-GmbH gegangen. Den Chef kenn ich vom sehen...der isst bestimmt auch gerne. Sieht zumindest aus wie ein Gerne-Esser. Sonst kauf ich da ja nicht so viel (obwohl die eine ganz tolle Trüffel-Parmesan-Salami haben)

Also ich dahin, Bratwürste kaufen. Und was sehe ich?
Kopfschüttel...Augenwisch...Nochmalhinschau.

Ein Schild: FRISCHES KALBSBRIES
Frisches Kalbsbries? JAAAA! Frisches Kalbsbries.

Glückstreffer! Und das hier, mitten in der Pampa!
Da kann ich doch nicht dran vorbei gehen. Da muss ich doch zuschlagen. Die Verkäuferin freut sich, dass ich mich freue. Wahrscheinlich ist sie froh, dass das hier überhaupt jemand kauft.

Ich hab noch nie Bries zubereitet. Aber gegessen hab ichs schon mal. Irgendwann. Vor vielen vielen Monden.

Frag ich halt mal bei Fb nach, wer das schon mal wie gemacht hat. Aus den Antworten bin ich aber nicht wirklich viel schlauer geworden. Ganz davon zu schweigen, dass viele diese Wachstumsdrüse gar nicht mögen. Aus den Links bastel ich mir wenigstens so ein wenig die Zubereitung zurecht.

Ich blanchiere die Teile erst mal in kochendem Wasser, und beschwere sie beim Akühlen zwischen zwei Tellern. Danach versuch ich die Häutchen so gut es geht abzuziehen.

Nebenbei koche ich Kartoffel- und Pastinakenwürfel in Salzwasser weich. Die jage ich dann durch die Kartoffelpresse und verrühre das dann mit Milch und Butter zu einem cremigen Pürree.

Zwei schöne feste Äpfel viertle ich. Ein bissel Zucker in einer Pfanne schmelzen lassen, die Apfelspalten dazu, eine getrocknete Chilischote, ein Zweig Thymian und mit Calvados ablöschen. Etwas Weißwein dazu und die Äpfel kurz ziehen lassen, dann vom Feuer nehmen.

Das Bries hab ich in dickere Scheiben geschnitten, mit Fleur de sel gewürzt, bemehlt und in Butter sanft ausgebraten. Zwischen zwei heißen Tellern warm gehalten.

In den Bratenansatz kommt jetzt die Schmorflüssigkeit der Äpfel und noch einmal Calvados. Kurz aufkochen lassen und nur noch mit kalter Butter binden. Anrichten, genießen.


Und es hat sooooo toll geschmeckt! Gibts auf jeden Fall wieder, wenn ich es bei uns bekomme!

Dienstag, 13. September 2011

...was tut man nicht alles für die Kinder

Freitag abend...lange zu tun gehabt. Drei Hochzeitsdekos wollten für den Samstag auslieferungsbereit gemacht werden. Endlich Feierabend.
Eingekauft hab ich nicht wirklich viel. Sonntag soll es endlich mal das T-Bonesteak aus dem Frost geben, dass schon ne ganze Weile auf seine Zubereitung wartet. Soll nicht großartig aufwendig werden. Ich muss ja am Samstag die Blumen noch schön hindrapieren. Und Sonntag soll es nach dem Mittagessen zum Federweißenfest auf Schloss Wackerbarth gehen.

Aber der Sohn ist da ganz anderer Meinung. Er eröffnet mir Freitag abend 22.00Uhr, das wir Sonntag Besuch zum Essen bekommen. Na toll! Perfektes Timing...genau an diesem Sonntag!

Also bedeutet das, dass ich am Samstag irgendwie zwischendrin noch einkaufen muss.

Samstag dann Deko auf dem Dorf...Fleischer gleich um die Ecke. Ich also den Herrn Kampi losgeschickt: "Bring mir mal ein Stück Kalbfleisch mit!"

Macht er auch...also lostraben. Nach etwa 10 Minuten ist er wieder da. OHNE Fleisch. Er wüsste nicht, was ich denn wollen wollte. Oh, menno. "Einfach nur ein Stück Kalbfleisch!!!! Egal was, ich mach schon was draus."

Also ich mit zum Fleischer...
Aber es gibt nichts mehr. Ich schau mir die Auslage wieder und wieder an, überlege hin und überlege her, diskutiere mit der Verkäuferin, denke laut. Aber zu  einem richtigen Ergebnis kommen wir beide nicht. Sie möchte mir gerne das Stück Rinderfilet verkaufen. Das möchte ich aber nicht.
1. weiß ich nicht, obs dem Mädel schmeckt und ich ihr das schön rosa servieren kann
2. schockt mich der Preis, weil es
3. vakuumiert ist.

Ich nehme dann letztendlich 3 Hühnerbrustfilets und ein Stück Kalbsfilet (leider auch im Plastik eingeschweißt, aber ich hatte keine Lust mehr zu diskutieren!) Irgendwas fällt mir damit schon ein.

Den junior brauch ich ja nicht fragen, was die junge Dame mag. Weiß der nicht. Oder will es nicht wissen.

Ach, ich mach es so wie immer. Sonntag in die Badewanne und das Essen in Gedanken kreieren.
Bis zuletzt hab ich mit mir gerungen, Pasta zu machen. Aber irgendwie hatte ich keine Lust drauf.Weder auf dei Zubereitung, noch welche zu essen. Schließlich bin ich ja, was das Essen anbelangt, der Bestimmer. So hab ich mich für ein Risotto entschieden. Champignonrisotto.

Zuerst hab ich aber das Fleisch zubereitet. Für jedes Fleischstück (wir erinnern uns: 1 Stück Kalbsfilet, 3 Hühnerbrustfilets ohne Haut) ein Stück Frischhaltefolie ausgebreitet, mit Zitronen-Olivenöl eingepinselt, eine Mischung aus kleingehacktem Thymian und Rosmarin und einer kleingestoßenen Pfeffermischung bestreut. Das Fleisch schön eingewickelt und noch eine Umhüllung aus Alufolie drum. Dann ab damit in den nicht mal 100°C heißen warmen Ofen. Eher zum Geschmack annehmen, als zum Garen.

Nebenbei dämpfen die Röschen vom Romanesco schon auf dem Herd und brauchen dann nur noch abgeschreckt und später in Butter erwärmt zu werden. Von den Champignons hab ich die Stiele rausgedreht und klein gewürfelt, die Hüte in sechstel geschnitten.

Die Sauce hat mir etwas Kopfzerbrechen bereitet...sie sollte ordentlich Kraft und Geschmack haben, aber das junge Mädchen nicht verschrecken. Also nix mit Chili, Früchten oder anderweitigen ungewohnten Aromen.


Da sowieso ein großer Topf mit einem Suppenhuhn auf meinem Herd vor sich hinköchelte, hatte ich gleich eine Grundlage für meine Sauce und natürlich die Brühe fürs Risotto. Ich hab mir eine kleingeschnittene Zwiebel in Butter angeschwitzt, mit weißem Port und Weißwein abgelöscht, etwas Langpfeffer zugegeben und mit dem Fond aufgegossen. So durfte der Saucenansatz gemütlich vor sich hinziehen.

In einem Topf hab ich dann die gewürfelten Pilzstiele mit etwas Zwiebel angedünstet, den Risotto-Reis dazugegeben, etwas Knoblauch und Salz dazu und ein ganz stinknormales Risotto gekocht. Ihr wisst doch, wie das geht. Keinen Bock, das jetzt hier auch noch ausführlich zu beschreiben.

Die Champignons nur in einer Pfanne anbraten, etwas gewürfelten Schinken dazu, abschmecken, fertig.

Die Sauce...wie mach ich die Sauce? Hat mich während der ganzen Kocherei doch arg beschäftigt.
Tja, das Gute liegt oft so nah.  Zitronenöl ist doch am Fleisch...also kommt etwas Zitronensaft auch ins Sößchen. Abschmecken mit Salz nicht vergessen!

Und dann das Fleisch auspacken. Ein Duft strömt durch die ganze Küche...unbeschreiblich! Jetzt muss ich das nur anbraten, damit es von außen auch noch ein paar Röstaromen kriegt.

Die Sauce wird nur noch mit kalter Butter aufmontiert und schon kann angerichtet werden.


Der Herr Kampi hat noch ein paar Blüten von der Kapuzinerkresse besorgt. Wenn wir schon Eindruck bei der jungen Dame machen wollen, dann richtig! (Fies, oder?)
 

Ganz brav hat sie ihren Teller leer gegessen. Es scheint ihr wohl geschmeckt zu haben. Aber den junior brauchste nicht nach seiner Meinung fragen: "War ok. Mehr nicht."
Ganz schön verwöhnt!

Nen Eis haben die beiden noch bekommen. Ich hatte noch etwas Zeit, bis wir abfahren wollten. Dafür vier richtig vollreife Birnen geschält und mit Zucker püriert, etwas von meinem Zitronensirup dazu, etwas Limoncello. Dann ein Becher Sahne und ab damit in Luigi Unoldi. Der junior bekommt noch die Order, die geraspelte Schokolade zuzufügen, wenn die Masse anfängt fest zu werden. (die beiden haben das ganze Eis alleine aufgegessen!)

Und wir haben uns nen schönen Nachmittag gemacht. Bei Federweißen und schönem Wetter.




Mittwoch, 6. Juli 2011

Kirschen...überall! Auch bei mir.

Im Moment findest du sie ja überall...Kirschen.


Am Baum, auf dem Wochenmarkt, zum Selbstpflücken in der Plantage, in diversen Kochblogs, z.B. bei Eline, mit der nicht gut Kirschen essen ist oder den 180°lern, die sie trotzdem gegessen haben. Rock the kitchen hatte sie kandiert auf ihren Cupcakes, Heike in der Quiche und Anikó in der Suppe. Und Engelchen lässt sie in Alkohol ziehen, genauer in Amaretto.

Und während ich das so niederschreibe, hab ich den Geschmack schon wieder auf der Zunge, hmmmm!

Und nicht nur auf meiner Zunge wollte ich sie haben, nein ich wollte sie auch zur Zunge. Zur Kalbszunge.

Ich hab ja mal so ein wenig im www gestöbert. Da findest du nicht so viel über Kalbszunge. Mit Madeira-Sauce. Sicher lecker. Aber diesmal nichts für mich. Mit Vinaigrette, als Ragout. Nöö, auch nicht.
Und ne Anleitung findest du, wie du die ledrige Haut abziehen sollst.
Wozu brauch ich dafür ne Anleitung? Das ergibt sich doch von selbst.
Aber ansonsten ist da nicht allzuviel zu finden.

Zunge mögen ja manche nicht. Die wird von ihnen zu den Innerreien gezählt...
Finde ich irgendwie komisch. So tief drin ist die doch gar nicht. Da wäre ja nen Filet auch Innerei, liegt ja auch innendrin. Und dann der Witz "was andere schon im Mund hatten". Jaja, aber Eier essen!

Neeee, Zunge ist wirklich was feines. Und Kalbszunge gleich noch mal feiner. Meine war ungepökelt.
Wusste bis vor kurzem gar nicht, dass es die ungepökelt gibt. Ich dachte immer, alle Arten von Zunge sind gepökelt.

Und da ich nichts richtiges im Netz gefunden hab, hab ich meine...also die vom Kalb...einfach so behandelt, wie das meine Mama immer gemacht hat. In Wurzelsud gegart. Ich hab allerdings kein Wasser genommen, sondern nen Kalbsfond. Von mir selber hergestellt.
Eine reichliche Stunde braucht dieser Muskel mindestens, bis er annähernd weich ist. Im Prinzip ist das ja so wie mit jedem Siedfleisch: rutscht  das Fleisch beim Anspießen von der Gabel, ist es gar!

Und dazu sollte es ne Sauerkirsch-Sauce geben. Ich liebe es im Moment, was fruchtiges zum Essen dazu zu haben. Passt ja in die Jahreszeit, finde ich.

Dazu hab ich einfach alles so wie immer gemacht. Schalottenwürfel in Butter angeschwitzt, mit Portwein abgelöscht, einreduzieren lassen. Dann die halbierten und entsteinten Sauerkirschen dazu, ein paar Zweigchen Thymian, weil die so gut zu den Kirschen passen, mit etwas Brühe aufgießen (bei mir der Sud von der Zunge, den ich nicht gesalzen hab) und langsam vor sich hinziehen lassen.


Und was dazu?
Da ich noch einen Blumenkohl im Gemüsefach des Kühlschranks hatte, dachte ich an ein Blumenkohl-Pürree. Das hab ich schon mal zum Reh gemacht. Allerdings war da Zimt mitdrin. Und den mögen wir nicht unbedingt. Also hab ich halb Blumenkohl und halb Kartoffeln in Salzwasser weichgekocht, abgegossen und durch die Presse gedrückt. Mit ganz viel Butter und mit Milch zu einem schönen glatten Pürree gerührt. Abgeschmeckt mit Salz und Muskat. Fertig!

Da ich aber nicht den ganzen Blumenkohl verpürieren wollte, hab ich einfach ein paar schöne Röschen zurück gehalten. Diese hab ich in Scheiben geschnitten und in Butter schön langsam in der Pfanne gebraten. Ein wenig Salz und Muskat als Gewürz genügen vollkommen.

Die Zunge war in der Zwischenzeit schon gepellt und in Scheiben geschnitten. Das lässt sich auch gut vorbereiten. Und vor dem Anrichten hab ich sie einfach in Salzbutter leicht angebräunt. So bekommt sie wenigstens etwas Farbe. Da sie ja nicht gepökelt ist hat sie ja nicht diese schöne rosa Farbe.
Aber der Geschmack ist der pure, feine Kalbsgeschmack. Ohne verkünstelt und versalzen zu sein.





Lecker wars!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Dekadenz aus vollen Backen...

Kommt das bei euch eigentlich auch mal vor, das ihr einfach nicht an euch halten könnt? Ich meine, dass ihr mal so richtig über die Strenge schlagt und das gute Gewissen und alle guten Vorsätze außer acht lasst?
Also bei mir ist das manchmal so.  Und dieses "Manchmal" war gestern.

Eigentlich sollte es ja am heutigen Sonntag mittag Lamm geben. Einmal in der Woche darf es dann schon ein gutes Stück Fleisch sein. (eigentlich wollte ich ja unseren Fleischkonsum minimieren, aber sonntags muss schon was gutes auf den Tisch)
Ich hatte am Freitag schon das Fleisch besorgt.
Da der Knochen schon ausgelöst war, wollte ich es füllen....
Nur daraus ist jetzt nichts geworden.

Und schuld hat der Herr Kampi. Der musste ja gestern mit mir unbedingt in die Metro fahren.
Na gut, der Einkauf war wieder mal fällig. Gibt es dort doch so einige Sachen, die wir hier in der Provinz nicht zu kaufen bekommen. Pastamehl z.B. oder diverse Spirituosen wie Pernod oder Portwein.

Und jetzt in der Vorweihnachtszeit haben die ihr Angebot ordentlich aufmunitioniert. Fleisch und Fisch sind schon voll auf die kommenden Weihnachtstage abgestimmt. Da kommt man leicht in Versuchung... sehr leicht!

Zu allererst zog es den Herrn Kampi wie magisch zur Frischfischtheke. Gut, dort zieht es ihn immer hin.
Und wie Magie muss dann auch die Dorade rose in unseren Einkaufswagen gewandert sein und das Salicorn,und der Stockfisch...


Über die Zubereitung der Dorade werde ich hier als nächstes noch erzählen und der Stockfisch ist zu Hause erst mal in den Frost gewandert. Den bekommt man nämlich in der Metro auch nicht oft zu kaufen.

Die übrigen Dinge, die auf meiner Einkaufsliste standen, wanderten dann auch in den Einkaufswagen, welcher schon wieder wie von Geisterhand das Fleischkühlhaus ansteuerte.
Und was lagen da alles für Köstlichkeiten. Sachen, die es hier auch nicht immer gibt. Wagyu-Fleisch zum Beispiel, oder einen ganzen Kotlettstrang vom Kalb. Aber da es ja bis zu den Feiertagen noch ein wenig hin ist, habe ich die schönen Stücke doch liegen gelassen.
Beim Rind hat der Herr Kampi zwar lautstark protestiert, aber ich habe ihn besänftigt indem ich ihm die Doradenzubereitung für den Abend garantierte.

Aber dann hab ich sie entdeckt... die Kalbsbäckchen. Die stehen doch schon so lange auf meiner Wunschkochliste. Ich konnte wirklich nicht widerstehen. Die mussten mit.
Wieder protestierte der Herr Kampi: "wir haben doch das Lamm für morgen."
Na, das ist doch kein Argument! Wer weiß, wann ich wieder mal an Kalbsbäckchen komme...
Das Lamm wandert also in den Frost und darf dem Rehrücken und dem Stockfisch Gesellschaft leisten.

Und weil ich nun so gar nicht widerstehen konnte und das ja nun auch egal war, hab ich gleich noch eine Kalbszunge mitgenommen.

Diese wurde in einem Kochsud mit Möhren, Zwiebeln, Lorbeer, Piment, Pfeffer und Salz etwa zwei Stunden gekocht und danach die derbe Haut abgezogen. In Scheiben geschnitten wurde sie dann einfach nur noch sanft in Butter angebraten.
Die Kalbsbäckchen hab ich gewürzt mit Salz und Pfeffer und scharf angebraten.


Danach etwas klein geschnittenens Gemüse (Möhren, Sellerie) und Schalottenspalten in die Pfanne gegeben, Tomatenmark mit angeröstet und mit etwas Port und Rotwein abgelöscht. Etwas Rinderfond angegossen und das ganze für knapp zwei Stunden in den Ofen geschoben.

Einen Spitzkohl hab ich in grobe Streifen geschnitten und in der Pfanne angebraten. Etwas Zitronenzeste zugegeben, gesalzen und mit Weißwein abgelöscht. Der Kohl braucht ja nicht sehr lange um gar zu werden.
In der Zwischenzeit hab ich noch ein Spitzmorchelrisotto zur Vollendung gebracht und ein paar Böhnchen blanchiert und in ausgelassenen Schinkenwürfel angeschwenkt.


In der Zwischenzeit waren die Bäckchen so zart geworden, dass man eigentlich  kein Besteck braucht. Das ist eigentlich ein Essen, welches Einzug in sämtliche Seniorenheime finden sollte.
Kräftige Sauce, guter Fleischgeschmack und eine Konsistenz die sogar die dritten Zähne überflüssig macht.