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Donnerstag, 1. November 2012

...ich seh schwarz...

...ich SEH schwarz?
Och neeeee...ich bin kein Schwarzseher. Nein. Ich nicht!!!!! Ich bin auch kein Schwarzmaler...geschweige denn ein Schwarzarbeiter.

Wenn ich will, dann koche ich schwarz. Ganz schwarz. Richtig schwarz!

Ich kann euch nur sagen, dass das gar nicht so einfach ist!

Schwarz kochen...


Ihr steht auf dem Schlauch? Dann klär ich euch mal auf. Die Firma "Fissler", bekannt für Töpfe und Pfannen, sucht Kochkünstler. Bei einem Gewinnspiel. Das heißt, jeden Monat wird eine Farbe vorgegeben, die dann hauptsächlich auf dem Teller erscheinen soll. Zu gewinnen gibt es ein hochwertiges Kochtopf-Set.

Das kommt euch bekannt vor? Stimmt! Uwe macht das auch schon das ganze Jahr und sucht die besten Beiträge für sein Farben-Kochbuch (aktuell die Farbe BRAUN). Allerdings ohne Kochtopfverlosung. Ich finde die Idee wirklich klasse. Von beiden.

Bei Fissler hatte ich im Sommer mein rotes Rezept eingereicht...der warmgezogene Lachs mit Paprika-Marmelade und gebratener Melone mit Currysalz... und prompt ein Topfset gewonnen (in schwarz!).

Da man mehrere Rezepte einreichen kann (weil es ja schließlich ganz am Schluss ein Auto zu gewinnen gibt), nehme ich noch einmal teil. In diesem Monat ist ja die letzte Gelegenheit...danach ist Schluss.

Tja...und dann das: SCHWARZ!
Uff.
Ich teil dem Kampi meinen Plan mit. Er verleiert die Augen, weil er schon jetzt sicher ist: das Foto kann nix werden! Schwarzes Essen. Und dann vielleicht noch auf einem weißen Teller. Ne echte Herausforderung.

Also denken wir mal um die Ecke. Es gibt ja schließlich Lebensmittel die die Farbe im Namen tragen.
Schwarzbier, Schwarzwurzel, Schwarzbrot fällt mir ein. Mehr auch nicht. Schwarzkümmel vielleicht noch. So richtig kann ich jetzt doch nichts mit der Farbe anfangen.

Streifzug durch den Supermarkt...nix passt. Nix da.

Hmm...was nu?
Ich lade alles in den Korb, was nur annähernd dunkel ist. Pumpernickel, ein paar Pflaumen.
Meine Gedanken schweifen durch meinen gesamten Vorratsschrank:
Beluga-Linsen, schwarze Nüsse, schwarze Bohnen, Balsamico...
Ich glaub, ich hab da ne Idee!
Wohlweißlich hatte ich mir ein Sauenfilet gekauft.

Na, dann fang ich mal an.

Die Pflaumen:
Sind ja schon dunkel, zumindest was die Schale betrifft. Die werden entkernt und in Spalten geschnitten.
In einer Pfanne schmelze ich Zucker bis er goldbraun ist. Abgelöscht wird mit rotem Port und Glühwein (der stand mir grad so vor der Nase...wir hatten ja schließlich reichlich Schnee). Als Würze kommen hinein eine Chilischote und ein paar Pimentkörner, am besten im Gewürzsäckchen. Ein wenig lass ich die Flüssigkeit einreduzieren und dann kommt Balsamico dazu und die Pflaumenspalten. Kurz aufkochen lassen und dann vom Feuer nehmen und vor sich hinziehen lassen.

Irgendwann waren die Früchte wirklich fast schwarz. Also durften sie aus dem Sirup-Bad. Die Flüssigkeit hab ich nochmal zu einem richtig dicken Karamell eingekocht. Ein klein wenig Balsamico kam noch einmal dran und etwas Salz. Dann die Pflaumen wieder zugeben.

Das nächste schwarze Element sollten Beluga-Linsen werden:
Eigentlich ganz einfach. Zwiebel und Möhre in Brunoise schneiden und in Olivenöl angehen lassen, eine Handvoll der Linsen dazu und nur soviel Brühe, das alles gerade so bedeckt ist. Es soll mehr wie ein Risotto garen, damit die Hülsenfrüchte den Geschmack aller Zutaten schön aufnehmen können. Lieber wieder etwas Brühe angießen, wenn keine Flüssigkeit mehr im Topf ist. Nach etwa 25-30 Minuten sollte der optimale Garpunkt erreicht sein. Jetzt wird gesalzen und etwas von dem Pflaumen-Karamell-Sirup zugegeben...fertig.

Jetzt kommt das Kontrast-Programm. Farblich.
Der Speckschaum:
Ich hab mich dabei im Großen und Ganzen an Annas Rezept angelehnt.
Zwiebel schmelzen, Südtiroler Speck in groben Würfeln dazu, ablöschen mit Weißwein. Etwas Brühe und Sahne dazu und mehr ziehen- als reduzierenlassen.

In der Zwischenzeit konnte ich mich ums Fleisch kümmern.

Wie schon erwähnt ein Sauenfilet. Ist mir zugelaufen aus der Metro.
Der Plan war, das Fleisch mit einem Brotmantel einzupacken und zu braten. Dafür hatte ich Pumpernickel gekauft. Pumpernickel kenn ich aus meiner Kindheit. Wurde früher in meinem Heimatdorf gebacken und war, zumindest in der DDR, weltbekannt. Ich hab das immer gerne gegessen. (leider gibt es die Bäckerei nicht mehr)

Das Brot wollte ich mit dem Nudelholz plattwalzen. Ging aber nicht...zu grobkrümelig. Also hab ich es zerbröselt. Aus dem Vorrat schwarze Nüsse aus dem letzten Jahr. Die hab ich kleingehackt. In einer Pfanne wurden sowohl die Brotkrumen als auch die feingehackten Nüsse ohne Fett mehr getrocknet als angeröstet. Nach dem Abkühlen einfach mit zimmerwarmer Butter mischen, in einem Gefrierbeutel plattwalzen und in den Tiefkühler geben.

Das Fleisch einfach nur salzen und in der Pfanne rundrum anbraten. Der Ofen heizt schon! Jetzt die Kruste aus dem Kühler geholt, größenmäßig zurechtgeschnitten, aufs Fleisch gegeben und ab damit in den Ofen, bis das Fleisch schön glasig ist...nicht mehr ganz rosa, aber auch nicht durch.
In meinem komischen alten Gasofen wird die Kruste nicht knusprig, das macht aber nix!

Jetzt nur noch den Speckschaum durch ein Sieb geben und mit dem Pürierstab aufschäumen. Die Linsen und die Pflaumen dürfen ruhig nur lauwarm sein.

Eine Hürde ist ja noch das vernünftige Anrichten. Meine Schwachstelle. Ich kann es nicht wirklich. Bin aber immer froh, wenn der Herr Kampi doch irgendein vernünftiges Foto hinkriegt. Denn das kann er. Auch wenn ich mir beim auf-dem-Teller-drapieren wieder selbst im Weg gestanden hab! Und gerade bei der Farbe schwarz ist das alles ja noch viel hundskomplizierter!




Ich denke, der Herr Kampi und ich haben das ganz gut hinbekommen!
Auch wenn ich jetzt keinen Topf ein Topfset mehr gewinnen kann, könnt ihr ja wenigsten mal die Daumen drücken. Vielleicht klappts ja mit dem Auto! Das wäre genau das Modell, welches dem Junior gefallen würde!


P.S.: habe heute mitbekommen, dass die Firma Fissler noch weitere zwei Monate drauflegt. Und Uwes Event läuft auch noch bis zum Ende des Jahres.
Also traut euch mal nach Farben zu kochen! Es macht echt Spaß!

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Metro, die Zweite...zum Zweiten

...puh!
Die ersten Zutaten hab ich eliminiert. Und ich war so richtig in meinem Element, nach der Vorspeise.

Jetzt wollte ich nicht nur kleckern! Sondern so richtig klotzen. Ich wollte nicht eine Hauptspeise auf den Teller bringen, sondern gleich drei! Ein Schweinedreierlei! Mit Pfifferlingen! Jedes Einerlei vom Dreierlei mit Pfifferlingen quasi...

Zum ersten dachte ich da an ein Carpaccio. Nagut, eigentlich dachte der Herr Kampi an ein Carpaccio. Und ich hab die Idee gerne aufgegriffen.
Da aber ein richtiges Carpaccio, also rohe Fleischscheiben vom Schwein nicht möglich sind (soweit ich weiß, sollte man Schweinefleisch nicht roh verzehren), hab ich mich eher am Vitello tonnato orientiert. Und da ich die italienische Sprache so mag, hab ich diesem Teil der Hauptspeise folgenden Titel gegeben:


Porco con finferli

Klingt gut, oder?

Die Pilze hatte ich ja schon vorbereitet. Ihr habt doch den letzten Post richtig gelesen? Nagut, wenn nicht, dann hier nochmal:

...kleinschneiden, in einer heißen Pfanne anbraten, salzen, geditschen Knoblauch und gemörserte Fenchelsaat zugeben. Dann in ein Schraubglas mit Rosmarin-Zweigen und Zitronenschale geben, mit Olivenöl aufgießen und im Kühlschrank vergessen für die nächsten zwei Tage...

Eigentlich ist das mein Standard-Rezept für eingelegte Steinpilze zu Pasta (hier schon mal beschrieben).

Brauchen wir jetzt noch das Fleisch dazu. Das hab ich in einem kräftigen Hühnerfond, gewürzt mit Fenchelsaat, Lorbeer, Chili, Piment, etwas Yuzu  etwa 20 Minuten pochiert und in Folie eingewickelt im Kühlschrank abkühlen lassen.


Dünn aufgeschnitten kamen die marinierten Pilze obenauf und ein paar frittierte Kapern (womit ich auch die aus den Füßen hatte)



Jetzt brauchen wir den zweiten Teil des Hauptgangs. Eher rustikal, fast ein deutscher Klassiker. Ihr erinnert euch? Weißkohl sollte auch verarbeitet werden. Was lag also näher, als Krautrouladen zu machen:


Krautrouladen von Duroc und Pfifferlingen

Dafür hab ich den Strunk aus dem Kohlkopf geschnitten und ihn mittels einer Fleischgabel in kochendes Wasser getaucht, immer und immer wieder, bis sich die äußeren Blätter lösten. Diese hab ich dann noch weiter in kochendem Wasser weichgekocht und in Eiswasser abgeschreckt. 
Für die Füllung hab ich die dünnen Filet-Spitzen abgeschnitten - einfach, damit die Fleischstücke für die weitere Verarbeitung schön gleichmäßig dick waren. Der Herr Kampi hat die Würfel mit Hingabe durch den Wolf gelassen. 
Jetzt kamen die Pfifferlinge der Kategorie "muss weg" ins Spiel. Die wurden fein gewürfelt, in einer Pfanne angebraten und etwas abgekühlt zum Hackfleisch gegeben. Ebenso eine Handvoll des gekochten Camargue-Reis und etwas feingeschnittene Zwiebel. Gewürzt wurde alles nur mit Salz, Pfeffer und einem Esslöffel Senf (können wir hinter dieser Zutat auch einen Haken machen).

Um schöne Krautrouladen zu erhalten, muss der Strunk unbedingt aus den blanchierten Blättern geschnitten werden. Ein reichlicher Esslöffel Füllung drauf und einwickeln. Wer das schon paar mal gemacht hat und ein klein wenig geschickt ist, braucht die Wickel weder zu binden oder anderweitig in ihrer Form zu fixieren. Beim Anbraten einfach an der Nahtstellen anfangen und beim wenden etwas vorsichtig sein.
Ich wollte sie nicht allzu braun angebraten. Nicht so, wie ich sie von zu Hause her kenne. Da wurde dem Kraut ordentlich Farbe in der Pfanne gegeben.
Nein, meine sollten etwas feiner sein. So durften sie nur leicht goldgelb werden und wurden anschließend in eine flache Auflaufform umgebettet. Der Bratenansatz in der Pfanne wurde mit dem Fond des Porco abgelöscht und zu den Röllchen gegeben, die jetzt bei sanfter Hitze im Ofen gar ziehen durften.




Dann brauchen wir also noch unseren dritten Teil des Schweinerlei-Dreierleis. Ich hab mich für ein gefülltes Filet entschieden:


Schweinefilet mit Pfifferlingsfüllung

Aus der Pfifferlings-Sortierungs-Kategorie "kann noch" hab ich mir ein paar der schönsten kleinen Pilze für die Dekoration zu Seite gepackt und den Rest wie bei den Krautrouladen gehackt und in einer Pfanne mit etwas gehacktem Thymian angebraten. Gewürzt mit Salz und etwas Parmesan.
In das Filet durfte der Herr Kampi mittig ein Loch bohren. Ganz vorsichtig hat er das gemacht.
Und da er das Fleisch auch grad in den Händen hielt, hat er es gleich mit der erkalteten Pilzmischung gefüllt. Von allen Seiten angebraten durfte es dann im Ofen seiner Vollendung entgegensehen.


Derweil hatte ich Zeit, die anderen Komponenten des Hauptganges in Angriff zu nehmen.


Spaghetti-Kürbis
 

Bevor ich alle Fleischteile überhaupt in den Ofen geschoben hatte, hab ich schon den längs halbierten und entkernten Spaghetti-Kürbis im heißen Rohr gegart. 


In unserer tollen Facebook-Gruppe (Käptn´s Dinner) hatte ich um Tipps zur Zubereitung gebeten. Da kam wirklich alles. Ich war so verwirrt, dass ich am liebsten dem Hinweis gefolgt wäre, das Teil auszuhöhlen, ne Fratze reinzuschneiden und mit einem Teelicht zu beleuchten.
Und das erst recht, als ich den Kürbis aus dem Ofen geholt hab! Nix mit Kürbisfäden ähnlich Spaghetti! Das Ding müsste Suppen-Nudel-Kürbis heißen. Denn genau so kurz waren die Fasern. Und im Geschmack wie roh gehobelte Kartoffeln. 


Aber dadurch ließ ich mich nicht entmutigen! Jetzt nicht mehr! Egal was passiert, ich zieh das Ding durch.
Also eine Pfanne erhitzt, das Kürbisgedöns mit Butter darein, mit etwas Milch aufgegossen und mit Salz und Muskat abgeschmeckt einfach unbeachtet weiter ziehen lassen.


Denn wir brauchen ja noch unbedingt eine Sauce:

Rotwein-Hibiscus-Sauce

Die ist, obwohl sie so unkompliziert ist ein Bringer. Einfach ein Drittel des Rotweins in einer Kasserolle soweit reduzieren, bis ein dickflüssiger Sirup übrig bleibt. Am besten funktioniert das in mehreren Schritten. Dann etwa die Hälfte des Hibiscus-Sirups aus dem Glas angießen. Den Bratensatz vom gefüllten Filet hatte ich mit etwas Pochier-Fond abgelöscht und ebenfalls zum Saucenansatz gegeben. 


Jetzt einfach weiter sanft vor sich hinköcheln lassen und noch ein klein wenig reduzieren. Ganz zum Schluss, vor dem Servieren, schön mit kalter Butter aufmontieren. Und das abschmecken nicht vergessen!


Bis jetzt hab ich schon ordentlich von den Sachen aus der Kiste weggekocht. 
Doch dann kamen mir die Datteln in den Sinn. MIST! 
Eigentlich waren sie das Einzigste, was ich noch nicht verarbeitet hatte. Und Dessert wollte ich nicht.

Kurz musste ich nachdenken.

So ein Gericht braucht doch noch irgendwas anderes an Beilage, dachte ich mir. Der Spaghetti-Kürbis ist ja ziemlich neutral. Vielleicht ein Krautbett für die Kohlroulädchen?  
Warum denn nicht?


Dattel-Weißkohl

Dafür ein Teil des verbliebenen Krauts in feine Streifen schneiden und in Butter sanft dünsten. Damit es nicht zu sehr Farbe annimmt, mit einem Schluck Weißwein ablöschen und garziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit etwas Salz würzen und mit  den in Streifen geschnittenen Datteln vermengen. Als Bett unter den Rouladen anrichten.


Das Anrichten der Teller war dann nur ein Klacks! Ich hatte mir die Reihenfolge schon in etwa auf meinem Schmierzettelchen aufgezeichnet. Nur der Herr Kampi fluchte, weil ich mal wieder meine gaaaaaanz langen Teller aus dem Schrank geholt hab.
Aber wenn das hier schon eine Herausforderung für mich war, sollte er ja nicht außen vor bleiben! Er wollte sich kurzzeitig aus der Verantwortung ziehen und hatte den Tisch liebevoll gedeckt.

Tischdeko mit Wein
Und die Tellerfotos hat er natürlich auch hinbekommen, wie ihr sehen könnt:



Herr Kampi war von den Socken! Dem Junior hat es auch toll geschmeckt. Und ich war fix und fertig. Und glücklich! Alle Komponenten hatte ich irgendwie untergebracht. Zufrieden konnte ich mich jetzt zurücklehnen. Fertig!



Donnerstag, 29. März 2012

Ich mache hier keine Werbung...

Mein Blog ist und bleibt werbefrei. Wenn ich über etwas berichte, dann, weil es mir wirklich gefallen hat und nicht, weil irgendwer möchte, dass ich positiv drüber schreibe. Und so halte ich das auch weiterhin.

Und doch werde ich heute Werbung machen...gerade aus oben genannten Gründen. Weil ich nämlich etwas wirklich klasse fand.

Von der Tasty-Box hatte ich euch ja schon mal erzählt. Alice hatte da auch schon mehrmals (hier und hier zum Beispiel) was auf ihrem Blog drüber berichtet. Ich bestelle da eigentlich mindestens einmal im Monat eine Box...ohne hier immer davon zu berichten. Via Facebook gibt es auch einen regelmäßigen netten Austausch mit Bestellern und auch mit den beiden "Machern" von FoodieSquare.

So kam es auch, dass eine kleine Umfrage gestartet wurde, welche Produkte wir denn gerne mal in der Box hätten.
Mein spontaner Gedanke war: richtig gutes Schweinefleisch!
Das bekomm ich hier nicht. Kein Schweinezüchter in der Nähe, der Wert auf anständige Haltung  und Fütterung legt.

Und was soll ich sagen? Mein Wunsch wurde erhört.

Was habe ich mich gefreut, als die email kam. Schwäbisch-hällisches!
Noch größer war die Freude, als ich die Box dann endlich geliefert bekam. Außer der Hauptzutat ist ja nichts vorher bekannt, was so drin steckt.

Dieses mal hatte das sorgfältig verpackte Paket folgenden Inhalt (für zwei Personen):

500gr. Schweineschulter, mit ordentlich Schwarte dran
200ml Olivenöl (es war eine Flasche mit 350ml schön grünem, wohlschmeckenden griechischen)
1gelbe oder rote Paprikaschote (ich hatte eine grüne)
1Zucchini
2Tomaten (noch ziemlich fest, was mir aber nichts ausmacht...ich hätte sie sowieso nicht roh gekostet)
2Schalotten
1Knoblauchzehe (ne Knolle war das, Jungs!)
1kleines Kräutersträußchen (wenn das klein war, wie sieht dann ein großes aus?)
500gr Kartoffeln
2Zweige Rosmarin

 Zur weiteren Zubereitung waren selbst noch zu besorgen:
250ml Weißwein, sowie Salz, Pfeffer und Zucker aus dem Vorrat.

Das Rezept sah vor, das Fleisch anzubraten, dann das gewürfelte Gemüse in der Pfanne anbraten und alles zusammen nach dem Ablöschen mit Weißwein im Ofen zu garen.
Dazu sollte es Rosmarin-Kartoffeln aus den gegarten Knollen geben.

Nur war mir die Zubereitung ein wenig zu einfach und unspektakulär. Zumal die Sonne schon ziemlich üppig vom Himmel scheint und uns eher nach einem frühlingshaft-leichten Gericht zumute war, als einem klassischen Schmorbraten.
Deshalb kam mir der erste Bärlauch des Jahres ziemlich recht.

Und so hab ich den Braten dann zubereitet:

Ich hab die Schwarte kreuzweise eingeschnitten, das Fleisch mit Salz eingerieben und in einem flachen Bräter zuerst die Schwartenseite scharf angebraten, danach alle anderen Fleischseiten. Das Fleisch wieder aus der Pfanne genommen.
Dann die in Stücke geschnittenen Schalotten und die Tomaten angeschwitzt, Knoblauch und die Kräuter zugegeben, das Fleisch wieder eingelegt, mit Weißwein abgelöscht und mit etwas Kalbsbrühe angegossen. Im vorgeheizten Backofen schmorte das Stück sanft vor sich hin, bis die Schwarte schön kross und das Fleisch schön weich war.


Es war mir einfach viel zu schade, die Zucchini und den Paprika mitzuschmoren. Ich hatte auch noch je eine halbe rote und orange Paprika im Kühlschrank. Die Gemüse hab ich in grobe Würfel, bzw. Stücke geschnitten und mit Salz und Zucker erstmal eine Weile mariniert.

In der Zwischenzeit aus etwas Bärlauch, Knoblauch, Olivenöl, Parmesan und gerösteten Kürbiskernen ein Pesto gerührt.

In einem Topf kochten schon die Kartoffeln aus der Box sowie ein paar neue (italienische) aus dem Vorrat vor sich hin. Milch mit Knoblauch, ein paar Zweigen Thymian und Rosmarin, den Stielen vom Bärlauch und den Schnittabfällen vom jungen Knoblauch zog auch schon auf ganz kleiner Flamme vor sich hin.
Mit etwas Butter wurden die Kartoffeln gestampft, mit der Milch verrührt und mit Salz und Muskat abgeschmeckt. Kurz vor dem Servieren hab ich die andere Hälfte des feingeschnittenen Bärlauchs untergehoben.

In einer Pfanne hab ich dann die marinierten Gemüse in Olivenöl angeschwitzt, mit Weißwein abgelöscht und Lauchzwiebeln zugefügt. Schön knackig soll alles bleiben. Und den jungen Knoblauch nicht vergessen...der ist so lecker und man dünstet wirklich kaum aus.

Eine aufwendige Sauce braucht das Gericht nicht. Das Fleisch durfte noch etwas nachruhen. In der Zwischenzeit kam der Bratenfond durch ein Spitzsieb. Durch die Schalotten und die Tomaten hatte das Ganze Bindung genug.

Alles auf einem Teller anrichten und schon hatten wir den Frühling auf dem Tisch und auf dem Gaumen.


Ich hab es mir natürlich nicht nehmen lassen (trotz, dass ich eigentlich bis Ostern auf Fleisch verzichte) ein kleines Scheibchen zu probieren. Schließlich weiß man ja nie, wann es solch tolles Fleisch wieder gibt. Und Sonntags ist Fleisch doch auch in der Fastenzeit erlaubt, hab ich mal irgendwo gelesen.

Obwohl das Fleisch beim Anbraten einen typischen Schweinegeruch verströmte, empfand ich es als angenehm, dass es nicht so bissig in die Nase stach. Und das setzte sich dann auch beim Essen fort. Typischer Fleischgeschmack, ohne aber streng zu schweineln.

Sollte ich die Möglichkeit haben, Schwäbisch-Hällisches irgendwo kaufen zu können, werde ich auf alle Fälle zuschlagen.

Eine Variante der Zubereitung hat auch meine Namensschwester Sandra From Snuggs Kitchen gepostet...lest doch einfach auch da mal nach.
Und lasst euch die nächste Tastybox nicht entgehen.

Montag, 1. November 2010

...na da hat der Herr Kampi aber mal ordentlich Schwein gehabt!

Ich mag ja eigentlich nicht so gerne Schweinefleisch. Nicht so wirklich. Ich bin der Meinung, dass es hier außer dem billigen Fleisch von Hochleistungsschweinen  keine vernünftige Qualität gibt. Und ich habe eigentlich auch noch nie so richtig gute Qualität gegessen. Ich finde, es gibt nichts schlimmeres, als wenn das Fleisch beim schneiden mit dem Messer quietscht. Ich finde das eklig!!!
Und so wird man bei mir keinen Schweine-oder Kasslerbraten zu essen bekommen! Und das Schnitzel ist bei mir aus Kalbfleisch.
Aber ab und an muss ich ja auch dem Herrn Kampi mal einen Wunsch erfüllen. Und er liebt Schweinskotelett, mit Semmelpanade.  Wegen des nagens am Knochen und weil Fleisch am Knochen besser schmeckt. Hat er ja eigentlich auch recht.
Na gut, ab und an beuge ich mich dann. Und da auch dem junior nix über ein gutes Schnitzel geht und er freitags ab und an mit isst, wollte ich meine Männer mal mit einem einfachen Gericht glücklich machen. Also ich auf den Markt, dort hat die Fleischerei aus dem Nachbarort immer ihren Wagen stehen.
Vor mir ne Schlange. Hab ich vollstes Verständnis für, weil die Wurst schmeckt wirklich gut. (Der junior nimmt ja täglich ein ordentliches Pausenbrot mit!)
Ich mich brav angestellt, weil man stellt sich ja nicht so an, wenn man was gutes haben will!

Und dann, vor mir ne Omma!
 "Üsch hödde görne drei Goddledden!" Aber sehr gerne doch! Und was hätten Sie?, wurde ich gefragt. Na das gleiche!
"Nee, de Goddledden sind jedst aus! Aber wennse was mit Gnochn woll, nähmse Rübbschen!"

???


Ich wollte auf die Schnelle doch nur nen Schnitzel mit schwäbischem Kartoffelsalat machen!!! Und kein Fleisch, was ich im Ofen schmoren muss. Wann sollen wir denn da essen? 
Aber gut aussehen tun sie schon! Also nehm ich sie mit. Das hatten wir schon ne gefühlte Ewigkeit nicht mehr. Und als Kind fand ich es eigentlich auch immer richtig gut, das Fleisch von den Knochen zu nagen.

Das Schnitzel/Kotelett gab es dann trotzdem, von nem anderen Fleischer. Und die Rippchen hab ich in aller Ruhe geschmort. Und wir haben sie am nächsten Tag genossen.

Und so hab ichs gemacht:


Ich hab eine Marinade aus Tomatenmark, Honig, Zitronensaft, Austernsauce und Olivenöl gemixt. Die Fleischstücken mit Salz und Pfeffer gewürzt und in der heißen Pfanne rundum angebraten. Das Fleisch wieder herausgenommen und eine in Streifen geschnittene rote Zwiebel angeschwitzt und eine halbe Birne in Würfeln und etwas getrockneten Chili dazugegeben. Dann die Fleischstücke mit der Marinade bepinselt und einen Schluck Port angegossen. Dann unter geschlossenem Deckel das ganze im Ofen weichgegart. Dann den Deckel geöffnet und unter ständigem Bepinseln dem Fleisch die richtige Farbe gegeben. 


Und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Dazu einfach ein KaPü, da brauchste nix anderes!!!
Wenns immer so lecker wär, würd ich gern auch mehr Schwein haben!