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Dienstag, 4. März 2014

...Futter für die Seele...

...Soulfood. Genau das wünscht sich Bushcooks kitchen.


3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood


Seelenfutter. Ich denke nach. Was ist das genau?

Wie der Name sagt...
Die Seele streichelnd, das Herz wärmend, den Geist erweckend. Vielleicht schreit genau jetzt, in diesem Winter, der kein solcher war, alles danach.

Ich hätte damit umgehen können, wenn wir tief eingeschneit gewesen wären. So richtig mit Frost...der Teich vor der Haustür so fest gefroren, dass ich die Schlittschuhläufer neidisch beobachtet hätte. So lange, bis auch ich mich aufs Eis gewagt hätte. Dann hätte ich Glühwein getrunken. Oder Punsch. Mit lieben Freunden. Auf dem Eis. Oder daneben. Oder sonst irgendwo.
Der Schnee hätte in der Sonne geglitzert. Und wir hätten uns die kalten Nasen gerieben.

Aber dieser Winter war ein Frühling. Oder eher ein Schwebezustand. Und auch der Frühling war sich bis vor kurzem nicht wirklich schlüssig, ob er wirklich einer werden will.

Und so denke ich nach, was ich kochen könnte. Was meine, und auch die Seele, das Herz und alles andere meiner Lieben erwärmen könnte.
Da kommt mir nur eins in den Sinn.
Suppe.
Kartoffelsuppe!

Ich mach also die Tür meines Kühlschranks auf. Was ist drin?

Ein Paprika-Kartoffel-Pürree. Rest von einem Sonntagsessen. Das hast du nicht? Aber vielleicht hast du ja ein Kartoffelpü. Oder zumindest einen kleinen Rest von eben jenem. Und etwas (selbstgemachtes/n) Ajvar. Misch beides und mach es auf dem Herd warm. Damit es Suppe wird gib Milch dazu und etwas Wasser. Oder Brühe, wenn dein Vorrat gut bestückt ist. Und wenn deine Seele verlangt auch Sahne.
So eine kleine Spur Chili ist schön, wenn du Schärfe magst und verträgst. Und ein frisches Lorbeerblatt tut einer Kartoffelsuppe immer gut.
Alles sollte sanft köcheln, damit sich die Geschmäcker schön verbinden. Schmeck die Suppe mit Salz ab.

Wenn du jetzt noch ne halbe Paprika und eine kleine Zucchini im Kühlschrank hast, kannst du da noch echt Pfiff reingeben.

Jajaa...Paprika und Zucchini sind nicht wirklich Gemüse, die im Winter Saison haben. Weiß ich doch!
Aber Hand aufs Herz. Du hast wirklich im Winter noch nie ne Paprikaschote gekauft? Na, dann Hut ab. Dann hast du aber sicher noch eingelegte aus dem Sommer im Vorrat! Gut! Dann nimm davon!
Auf jeden Fall sollte die Paprika keine Haut haben. Verdaut sich besser. Und von dem Zucchino entfernst du das weiche Kerngehäuse. Beides schneidest du in kleine Würfel und gibst ihnen zusammen mit etwas Thymian in einer Pfanne etwas Schmackes. Nicht weichdünsten, -kochen, -braten! Die Würfelchen sollen unbedingt schön knackig bleiben.

Eigentlich wars das jetzt schon.

Eigentlich. Aber so ne kleine Fleischeinlage wäre jetzt doch noch was für deine Seele?

Dann geh mal zu deinem Fleischer/Metzger des Vertrauens. Der hat doch sicher eine gute grobe Bratwurst. Eine, die du im Sommer auf den Grill legst und die dich einfach so glücklich machen kann.
Dann nimm zwei dieser Würste mit, press den Inhalt aus der Pelle, würze mit etwas Szechuanpfeffer, frischem Thymian und Knoblauch, drehe kleine Kügelchen und brate die in einer Pfanne ganz sanft an. So ein ganz klein wenig sollten sie rundum goldbraun werden. Und dann gib sie in dein Süppchen und lass sie durchziehen.

Jetzt richtest du alles in einem Tellerchen an. Die Gemüsewürfel schön obendrauf...



Und jetzt nimm dir einen Löffel und hau rein genieße! Und sei einfach glücklich und freu dich auf den nahenden Frühling!
Er steht vor der Tür!




Dienstag, 21. Februar 2012

Nachkriegsgemüse????? Nööö...lecker!

Hier und heute gleich noch ein Beitrag zum Thema Wintergemüse. Noch ist der Frühling ja nicht da.
Bushcooks Event ist zwar abgelaufen, aber ich finde das Thema viel zu spannend, um es jetzt links liegen zu lassen. Wintergemüse ist so lecker!


Ich liebe ja Steckrüben.
Ich weiß, dass viele jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Jaaaa STECKRÜBEN! Gerne in einem guten deftigen Eintopf mit Kartoffel, Pastinaken, Möhren und anderem Gedöns. Vielleicht noch etwas Knackwurst oder Schinkenwürfel mit drin...Petersilienpesto obenauf. Fertig.
Nicht spektakulär, aber durchaus wärmend bei Schmuddelwetter.

Heute etwas, was mir quasi im Schlaf eingefallen ist. Mit Steckrüben. Wer die nicht mag, muss jetzt ganz tapfer sein! Aber nicht wegschalten!!!!! Weiterlesen!

Inspiriert haben mich meine Facebook-Freunde. Ihr wisst schon, die Gruppe "Käptn´s Dinner". Ist ja schon mal passiert...einer kocht was vor, die anderen ziehen nach. So zum Beispiel das Boeuf bourguignon. Oder Königsberger Klopse (upps, die stehen bei mir ja noch aus!).

Und ein paar hatten Krautkrapfen. Nudelteig gefüllt mit Sauerkraut und dann im Ofen gegart. Da waren richtig schöne Rezepte und Anregungen dabei. Ich wusste bis dato noch gar nicht, das Pasta-Teig und Sauerkraut zusammenpassen. Davon wollte ich mich selbst überzeugen. Allerdings wollte ich das ganze nicht so rustikal haben...mir schwebte eine andere Variante vor...

Zuerst hab ich den Nudelteig gemacht...nach meiner bewährten Methode: Halb Pastagries-halb Mehl (mittlerweile aber Gries:Mehl = 2:1). Ein paar Tropfen Olivenöl. Kein Salz. Auf jedes 100gr. ein Vollei. Notfalls etwas Wasser. Das Wasser hab ich aber nicht benötigt, da ich einen ordentlichen Klacks Tomatenmark zugegeben hab. Ein wenig Erfahrung mit Pasta-Teig ist schon nötig. Der Teig darf nicht zu klebrig sein. Notfalls eben noch etwas Gries zugeben.

Während der Teig vor sich hin ruht, geht es an die Füllung. Jetzt kommt die Steckrübe ins Spiel. Ich hab davon ganz klitzekleine Würfelchen geschnitten. Und auch vom Speck. Den hab ich in einer Pfanne ausgelassen und die Rübenwürfel darin sanft angebraten. Aber um Gottes Willen keine Farbe nehmen lassen! Sie sollen noch schön knackig sein. Etwas salzen...mehr muss nicht sein.

Den Nudelteig hab ich mit der Maschine nicht zu dünn ausgerollt, Quadrate geschnitten, die Speck-Steckrüben-Mischung auf jedem Pastaviereck verteilt, die Ränder mit Wasser bepinselt, ordentlich festgedrückt. Nicht vergessen, dass keine Luft in den Teigtaschen bleibt! (die Ränder zusätzlich mit einer Gabel anzudrücken schadet auf keinen Fall!)
Auf einem mit Gries bestreuten Brett durften die Teilchen jetzt ein wenig antrocknen. Ich finde, dadurch werden sie etwas kerniger, als wenn man sie gleich ins Kochwasser gibt. Wichtig ist nur, je weicher und flüssiger die Füllung ist, um so mehr Gries sollte auf dem Brett sein. Sonst weicht die Füllung den Teig zu sehr auf und die Ravioli kleben am Brett. Wer Angst vor dem ankleben hat, kann das Ganze auch in den Tiefkühler geben. So kann man die gefrorene Pasta sogar roh wegfrieren!

In der Zwischenzeit hab ich mich um mein Sauerkraut gekümmert. Wir wohnen ja nicht allzu weit vom Spreewald entfernt. Der ist nicht nur für seine sauren Gurken berühmt, sondern auch für das Kraut. Meine Lieblings-Gemüsehändlerin hat das vom Fass. Und auch bei jedem Fleischer ist es ohne Probleme lose zu bekommen.
Normalerweise schmeiße ich es ja gleich so in den Topf. Dieses mal hab ich es aber etwas abgespült, da ich es nicht zu sauer wollte. Leicht angeschwitzt, ein Lorbeerblatt und ein paar Wacholderbeeren zugegeben und mit weißem Port abgelöscht. So hab ich es eine gute Stunde sanft gedünstet. Nach 45 Minuten hab ich einen Becher saure Sahne zugegeben. Ein klein wenig Salz...nur nicht zuviel.
Das Kraut soll weich sein, aber durchaus auch noch etwas Biss haben.

Zwei tolle Komponenten haben wir schon. Aber irgendwie fehlt doch noch der Kick, oder? Und jetzt sei bloß froh Käptn, dass du bis hierher gelesen hast!!!!
Jetzt kommt sie ins Spiel.
Blutwurst!!!!
Wir haben hier einen ganz kleinen Fleischerladen, der es versteht, die noch richtig gut zu machen! Die ist wirklich sowas von lecker! Die ist schon sonst wohin verschickt worden!!!!!

Ich hab einfach nur ein paar Scheiben geschnitten, die gemehlt und in einer Pfanne ganz sanft ausgebraten. Nebenbei haben auch die Ravioli in kochendem Wasser gebadet.

Zum Anrichten kam das Sauerkraut ganz unten hin. Mit dem Sauerrahm-Sud natürlich. Darauf die Blutwurstscheiben und obenauf die Ravioli.

War das lecker!!!!!

Für diejenigen, die Steckrübe auf den Tod nicht ausstehen können, könnte ich mir auch eine Füllung mit Kartoffeln, Speck und Meerettich vorstellen.
Aber probiert doch lieber erst mal diese Variante aus!

Und wer die Krautkrapfen mal ausprobieren will, kann hier nachlesen:

Obers trifft Sahne
Schnuppschnüss ihr Manzfred
Barafras Kochlöffel

(hast du sie auch gekocht und verbloggt, gib mir Bescheid. Ich verlinke dann!)

Donnerstag, 16. Februar 2012

Wintergemüse für Bushcook

Pause war hier...ihr habts sicher gemerkt. Und Schuld ist mein Laptop! Die Festplatte hat sich verabschiedet. Ich hoffe, ein Garantiefall...

Jetzt sitz ich hier vor meinem kleinen Netbook. Darauf ist eigentlich alles, was ich brauche...nur leider keines meiner aktuellen Bilder, die ich in letzter Zeit mit meiner Küchenknipse gemacht hab.
Grrr...gefällt mir nicht! Gar nicht.  Ich hatte doch so einige Posts im Kopf, die ich veröffentlichen wollte. Dazu gehörten eben auch ein paar Schnappschüsse.
Alle anderen Fotos sind da. Die hat ja Herr Kampi gemacht und auf seiner Festplatte gespeichert.
Das schreiben macht auch nicht wirklich Spaß...der Bildschirm ist zu klein. Und eigentlich wollte ich doch auch noch ein wenig an meinem Layout basteln. Aber das muss jetzt erstmal warten.

Leider hab ich es auch nicht geschafft, an Bushcooks Event teilzunehmen. Wintergemüse war gefragt.
Das war eigentlich genau mein Thema.
Ich hab mich entschlossen, obwohl das Event schon abgeschlossen ist und auch die Gewinner schon ermittelt sind (Gratulation!), dennoch noch was dazu zu schreiben.
Wir haben ja schließlich noch Winter.

Und was wir, die Familie Kampi, schon sehr lange nicht hatten, ist Lamm.

Ich geh ja sehr gerne auf den Wochenmarkt. Jeden Freitag. Da ist der Wagen vom Geflügel-Steinert ein Muss. Da kauf ich mein Suppenhuhn und meine Eier. Manchmal Maishuhn, Perlhuhn, Wachteln, Ente... Da ist auch der Frischling her und das ganze Reh, welche im Moment im TK ruhen. Der Junior-Chef scheint ein kreativer Mensch zu sein. Der hat sich die Entenbratwürste einfallen lassen, die wir sehr gut finden. Und auch die ein oder andere leckere Angelegenheit.
Ein absolutes Plus dieser Einkaufsquelle ist auch der Verkäufer. Er ist ein Talent!!!
Ich mag ihn sehr gerne. Der weiß doch mittlerweile, das ich was ehrliches haben will.

Und so hat er mir letzte Woche, unentschlossen wie ich mal wieder vor dem Wagen stand, genau das richtige empfohlen. Eine Lammkeule. Die Tage vorher frisch geschlachtet. Nix eingefroren...nix importiert.
Ich konnte nicht anders, die musste mit.

Die Begeisterung meiner Familie hielt sich so ziemlich in Grenzen...mit Lamm hatten meine beiden Männer nicht gerechnet. Aber mir ist das so ziemlich egal.

Irgendwas mit Kartoffeln war dann noch die einzige Vorgabe von Herrn Kampi...na gut, keine Tomate dazu wolle er auch.
Oooch...wenns weiter nichts ist!

Die Keule hab ich dann mal schon am Samstag mit Rosmarin, Knoblauch, Pfeffer und Olivenöl eingerieben und in Folie eingepackt im Kühlsachrank marinieren lassen. Am Sonntag kam das Stück, so wie es war in den Ofen bei etwa 100°C.
So hatte ich Zeit alles andere zuzubereiten.

Spitzkohl wollte ich dazu...
Den Kohlkopf hab ich kleingeschnitten. Etwas Speck in der Pfanne ausgelassen, die Kohlstreifen zugegeben und angeschwitzt.

Hab ich schon erwähnt, dass ein Topf mit Hühnerbrühe schon heiß auf dem Herd steht? Ach egal!
Der Kohl wurde mit Weißwein abgelöscht und mit etwas von der Brühe abgelöscht und garziehen gelassen.


Möhren sollte es noch dazu geben. Also die Rübchen schälen, in eine Pfanne geben, mit Zucker und Salz bestreuen, etwas Butter dazu und sanft erwärmen. Wenn der Zucker karamellisiert ist, mit einem Schluck Brühe ablöschen und sanft garen und dabei mit der Flüssigkeit glasieren.


Und jetzt das Highlight neben dem Fleisch...das Kartoffel-Petersilienwurzel-Risotto. Das ist weniger schwierig, als ihr denkt.
Das geht im Prinzip genau so wie jedes normale Risotto. Nur mit Kartoffeln eben.

Dieses Mal hab ich die Kartoffeln relativ klein geschnitten. Etwa so Brunois-Größe. (ich hab es aber auch schon mit größeren Kartoffelwürfeln gemacht)
Die Petersilienwurzel in der selben Größe. Das Verhältnis zwischen Kartoffel und Petersilienwurzel war in etwa 3:1

Schalottenwürfel hab ich zuerst in einem Topf angeschwitzt...diese dann gesalzen, die Kartoffelwürfel zugegeben und und nachdem die genau so glasig sind, wie der Reis bei einem Risotto, das ganze mit Weißwein abgelöscht. Dann immer wieder mit der vorbereiteten Brühe abgelöscht, gerührt, reduziert, aufgegossen, gerührt, reduziert, aufgegos........naja, wie bei einem Risotto eben. Irgendwann auch die Petersilienwurzelwürfel zugegeben.

Die Lammkeule hab ich mittlerweile mit etwas rotem Port angegossen und mit dem entstandenen Sud immer wieder überschöpft. Bei einer Kerntemperatur von 58°C hab ich sie aus dem Ofen genommen und von allen Seiten angebraten. Dann durfte sie weiter im Ofen schön vor sich hin wärmen...

Den entstandenen Sud hab ich durch ein Sieb in ein Kasserol gegeben und noch etwas reduziert.

Jetzt musste nur noch das Kartoffelrisotto mit Butter (bei mir Rucola-Butter) und Parmesan richtig cremig gerührt und abgeschmeckt werden.

Die Sauce wird mit kalter Butter gebunden, aufgemixt und abgeschmeckt.

Das Fleisch in Scheiben schneiden...salzen, eine Rucolabutter-Nocke obenauf, fertig. Und jetzt einfach nur das saftige rosa Fleisch genießen. HERRLICH!




Die Zusammenfassung des Events und die Gewinner könnt ihr hier nachlesen.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Suppentage

Die Geschichte vom Suppenkaspar kommt euch da sicher in den Sinn...oder? "Meine Suppe ess ich nicht!" 
Ja so oder so ähnlich hat der Herr Kampi bis vor einiger Zeit auch noch argumentiert. Suppe? Kein Essen. Zumindest nicht als Hauptgang.

Dabei liebe ich Suppen. Schon immer. Schon als kleines Kind. Früher oftmals aus der Tüte. Aber auch Großmutters Graupeneintopf! Oder Brühreis. Oder Kartoffelsuppe. Damals in der Grundschule. Noch handgekocht von ein paar alten Damen in unserer kleinen Schulküche auf dem Dorf. Mit frischen Sachen aus dem Schulgarten...oder oder oder.

Und diese Vorliebe hab ich heute noch. Vor allem im Winter. Da ist Suppe mein Doping.
Und mittlerweile hab ich auch den Herrn Kampi überzeugt.
Ist ja auch eine schöne Resteverwertung.

Und so gabs in den Tagen seit dem wir aus unserem Südtirol-Urlaub wieder da sind so einiges suppiges aus Übriggebliebenem oder Vorrätigem.

Als erstes hat sich der Herr des Hauses eine Solljanka bestellt. So richtig old school aus DDR-Zeiten. Die hab ich bestimmt schon 18-20 jahre nicht mehr gekocht und gegessen. Also musste ich mich erst mal belesen. Das uralte Rezept, welches mir Schwiegermutter in den Anfängen meines Kochinteresse zukommen ließ, war nicht das, was ich wollte. Das sah noch Fleisch vor, welches ich erst kochen sollte. Aus den vielen Rezepten aus dem Internet und meinen geschmacklichen Erinnerungen hab ich mir dann so mein Rezept zusammen gebastelt.

Dafür zwei Zwiebeln in etwas Öl glasig dünsten und mindestens die gleiche Menge gewürfelte Jagdwurst oder Lyoner zugeben und beides goldbraun anrösten. Dazu hab ich dann je eine halbe rote, orange und gelbe Paprikaschote gegeben. Darauf kommt dann ein kleines Glas Tomatenketchup (selbstgemacht natürlich!), ein großes Glas Letscho und ein kleines Gläschen Tomatenpaprika süßsauer (Gott sei dank gibt es diese "alten" Spezialitäten noch in guter Qualität ohne Zusatzstoffe bei uns hier zu kaufen). Etwas gute Brühe angießen, Lorbeer und Piment dazu und sanft köcheln lassen. Manche geben noch saure Gurken dazu, die mag ich aber nicht, wenn sie warm sind.

Und damit das ganze nicht allzu altbacken daher kommt, gabs noch nen Dipp obenauf. Im Original ist das ja saure Sahne. ich hab sie allerdings noch mit Schnittlauch und Zitronenabrieb und -saft abgeschmeckt.

Zum Servieren gabs dann noch ein paar hauchdünne Lauchzwiebelscheiben drauf...fertig!



Mittwoch, 1. Dezember 2010

Schwatzfurzeln, ganz neu...

Etwas verwirrend, der Titel? Ich fands lustig. (ich hoffe nur dass das jetzt nicht schon jugendgefährdend ist) Nennen wir doch die Schwarzwurzel manchmal so. Wer sie schon mal gegessen hat, weiß sicher warum.
Aber jetzt im Winter ist das ein tolles Gemüse. Und Winter haben wir ordentlich. So langsam versinkt die Oberlausitz im Schnee. Wer mag, schaut mal hier und klickt die Webcam an.

Also heute mal wieder was mit Schwarzwurzeln. Die kenn ich noch von früher. Meine Mutter hat sie oft als Gemüse gemacht. So richtig schön weich gekocht und mit Mehlschwitze ummantelt. BRRRRRRRRR!

Aber ich mag sie dennoch! Die Mama sowieso und die Wurzeln auch.
Und so ist ein Pasta-Rezept entstanden.

Der Initiator war eigentlich mein Bruder am Bodensee, der die Idee dafür hatte und mich gefragt hat, wie er sie machen soll. Ich habe ihm den Ratschlag gegeben, etwas gehackte Nuss und Orangenschale zu verwenden. Und da ich die Füllung nicht zu fest mag, hab ich ihm abgeraten, Kartoffeln oder Eigelb darunter zu mischen.Vom Ergebnis war er aber nicht so überzeugt, die Füllung war wohl sehr weich. Also hab ich mich aufgemacht, selbst ein Rezept zu erfinden. Und zu probieren, ob die Füllung Eigelb braucht oder nicht.


Den Nudelteig hab ich nach dem Rezept von 180° gemacht.
Ich mag ihn aber lieber im Verhältnis 1Teil Nudelgries zu 1Teil Mehl und auf je 100Gramm 1 Ei, sowie etwas Olivenöl und Wasser, kein Salz. Den finde ich etwas kerniger und er bricht nicht so schnell, vor allem, wenn es beim Füllen mal länger dauert! (das passiert ja mal ganz schnell, wenn man quer durch Deutschland chattet!)
Aber der Teig ist ja nicht der Hauptdarsteller.
Es ist ja die Schwarzwurzel, auch Winterspargel genannt.

Wie ihr sicher wisst, tue ich mich hier immer etwas schwer, genaue Mengenangaben zu geben, weil ich ja vieles aus dem Bauch koche. Das fällt mir auch heute sehr schwer, aber ich werde mich mal bemühen, das mit den Mengen so gut es geht hinzukriegen.


Und so sind sie entstanden:
In Mohnbutter geschwenkte Schwarzwurzel-Ravioli mit gebratenen Wurzeln und Ziegenkäse-Sauce

Ich habe zuerst 3 schöne dicke Wurzelstangen geschält und sie gleich in Zitronenwasser gegeben, damit sie nicht braun anlaufen.
Dann hab ich eine kleine Zwiebel geschält, in feine Würfel geschnitten und in einem Esslöffel Butter glasig gedünstet. Danach die in Scheiben geschnittenen Schwarzwurzeln hineingegeben und ebenfalls mit angeschwitzt. Einen kleinen Schluck Hühnerfond und Sahne (ich schätze je so 50-75ml) angegossen und die Wurzeln unter dem geschlossenen Deckel weich ziehen lassen. Das weiche Gemüse hab ich mit dem Pürierstab nicht zu glatt püriert. Dem Brei habe ich eine Handvoll gehackte geröstete Haselnüsse, etwa 60 Gramm Parmesan, die Zesten einer kleinen Orange, Salz, Pfeffer und Muskatnuss zugefügt. Damit habe ich die Nudelquadrate dann gefüllt.
Das habe ich schon gestern abend gemacht. Bei dem Frost draußen, kann ich meine Nudeltaschen prima in unserem Hinterhof unter dem Dach lagern, ohne sie einfrieren zu müssen.

Und die ganze Nacht hab ich überlegt, was denn nun dazu passen könnte. Ein Wildragout, ja sicher. Aber mitten in der Woche schon wieder Fleisch? Nein das muss ja nun wirklich nicht sein.
Was mit Birne. Auch nicht schlecht, nur leider nicht vorrätig.
So hab ich heute mittag erst mal die restliche Schwarzwurzel geschält. Ich hatte ja den Herrn Kampi los geschickt, ein Paket zu kaufen. Und wie Männer so sind, er bringt zwei!
Und beim Schnippeln und Vorbereiten hab ich meist die besten Ideen, wie ich beim Kochen weiter verfahre.

Ich habe eine Zwiebel in kleine Würfel geschnitten, die Hälfte davon hab ich in einer Sauteuse in Butter geschwenkt, etwas Knoblauch zugegeben und mit weißem Port abgelöscht. Etwa 100ml Hühnerfond zugegeben und vor sich hin ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren hab ich 150 Gramm Ziegenfrischkäse drin schmelzen lassen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt.

Die andere Hälfte der fein gewürfelten Zwiebeln durfte in ein klein wenig durchwachsenem Schinkenspeck (60-80Gramm?), ebenfalls in kleine Würfel geschnitten, andünsten. Die in Scheiben geschnittene Schwarzwurzel zugeben und anbraten. Das Gemüse sollte nicht zu weich werden und darf aber durchaus ein paar Röstaromen abbekommen.
Die Ravioli habe ich einfach nach dem Kochen in etwas Mohnbutter durchgeschwenkt (danke Magdi für die Anregung). Auf dem Teller alles nach dem Anrichten mit Parmesan bestreuen und genießen!


Und es war wirklich ein Genuss. Die Fruchtigkeit der Zesten und der Biss der Haselnüsse in der Füllung passten sehr gut zu der leichten Süße der angebratenen Schwarzwurzeln.Und die Ziegenkäsesauce liefert dazu mit ihrer leichten Säure den rechten Gegenspieler. Sehr ausgewogen und rund. Zum Nachkochen unbedingt empfohlen.
Und die Füllung war nicht zu weich und es braucht ganz bestimmt kein Ei.

Und damit ich auf der sicheren Seite bin, hier ein freiwilliger Warnhinweis:
 FSK:Aufgrund des Alkohols in der Sauce nicht für Personen unter 16 geeignet.

Mittwoch, 24. November 2010

kalt ist es geworden...

Und heute hat es auch bei uns bis ins Flachland geschneit. Toll, pünktlich zum ersten Advent diese Woche!

Und da dürfen sie dann raus!

Der














 
und der












 
der mit seinem Snowboard











 
und natürlich auch der mit dem Hund










Ich freu mich jedesmal wie ein kleines Kind, wenn ich sie aus ihrer knisternden Seidenpapier-Verpackung wickeln darf. Ich bin ja nicht so für diese kitschigen Weihnachtsengel und Räuchermännchen. Aber in die hab ich mich schon vor Jahren verguckt. Und fast jedes Jahr kommt dann einer dazu.
Und dann werden sie liebevoll ins rechte Licht gerückt.


Noch ein paar selbstgefertigte Dekoteile dazu, aber da bin ich noch nicht so weit. Das Dekorieren kann bei mir schon mal bis zum dritten Advent dauern, bis alles meinen Vorstellungen entspricht. Dabei zählt nicht die Menge an Teilen sondern , dass es optisch meinen Vorstellungen von Ästhetik entspricht.
Aber meine "Köhler"-Weihnachtsmänner machen den Anfang und ein paar Windlichter.

Die bringen mir jetzt schon jeden Abend etwas heimelige Stimmung und Wärme in die gute Stube. Und zaubern so ein vorfreudiges Gefühl ins Herz.

Und was bei mir unbedingt in die Vorweihnachtszeit gehört, ist (m)ein Weißweinpunsch. Er vereint alle Aromen die ich so liebe. Zitrus, Ingwer und Vanille.

Der Punsch ist auch so ein Rezept, das schon seit vielen Jahren in meinem Repertoire ist. Etwa 15 Jahre dürften es nun schon sein. Ich weiß schon gar nicht mehr, aus welcher Zeitschrift er ursprünglich mal stammt.
Auf jeden Fall wärmt er das Herz und den Magen. Genau das richtige nach einer Wanderung draußen oder einem harten Arbeitstag in unserem kalten Blumenladen.
Und er kommt nächste Woche zum Einsatz, wenn wir in der Stadt wieder eine lange Einkaufsnacht haben und unsere Almhütte wieder zum Einsatz kommt. Diesmal soll es Glühwein und Rumtopfpunsch geben. Neben dem Punsch natürlich, der zu dieser Veranstaltung schon genau so dazugehört, wie der Herr Kampi und ich. Wir haben Kunden, die schon weit vorher fragen, ob er auch dieses Jahr wieder gekocht wird und extra seinetwegen kommen. Das ist eine ungeheure Ehre für mich.


Und jetzt verate ich euch mein Rezept:

Zwei Liter Weißwein (einfache Qualität genügt völlig!) mit einem Stück (3-5 cm)  in Scheiben geschnittenem Ingwer und einer aufgeschlitzten Vanilleschote erwärmen und 15min ziehen gelassen. Dann kommen dazu 1/2 Liter Orangen- oder Mandarinensaft, am besten beides gemischt und frisch gepresst, und der Saft von etwa zwei Zitronen. Gesüßt wird mit Honig oder braunem Zucker.  Danach noch einmal erwärmen und mit 1/8 Liter Orangenlikör abschmecken. Es geht auch Rum, aber ich finde den Orangenlikör passender! Und am besten den Punsch auf dem Ingwer und der Vanilleschote stehen lassen, dadurch wird er immer besser. (Am besten richtig viel vorproduzieren!)


Und jetzt, zum Wohl! Auf eine schöne und friedliche Adventszeit!