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Donnerstag, 17. Juli 2014

...Sommer, so richtig

Schon Wetterbericht gehört?
Es wird heiß. Richtig heiß. Der Sommer ist da und wird wahrscheinlich auch etwas bleiben. So mit 36°C und mehr. Puhhhh...
Ich bin ja ein Kind des Sommers, aber diese Hitze. Da bin ich zu nicht viel fähig. Erst recht nicht in meinem Kochloch.

Ne großartige Mahlzeit brauchts da (tagsüber) nicht. Eher was kleines frisches. Ne Handvoll Erdbeeren, oder Kirschen. Oder ein Stück Salatgurke. Oder Melone...und das Ganze am liebsten richtig gekühlt.  Oder irgendwas, was mich erfrischt. Was meinen hitzigen Körper, Geist, Verstand mich runterkühlt.

Wohin man schaut, gibts kalte Suppen. Gazpacho und Verwandte.
Ist leider nicht so mein Fall. Ich mag ja keine Tomaten. Rohen Paprika verträgt mein Magen nicht. Und zu viel Salatgurke stößt mich immer auf. Jajaja...irgendwas ist immer.

Ich habs jetzt mal mit nem Joghurt-Drink probiert:
300gr. Joghurt mit einer großen Hand Kräutern (viel Minze, etwas Basilikum und Zitronenthymian) püriert. Alles durch ein Sieb gegeben und mit Salz, Zitronensaft- und -zeste, sowie etwas Olivenöl abschmecken. Schön durchgekühlt. Dazu ein Stück ebenfalls gekühlte Wassermelone.



kühle Erfrischung durch Joghurt-Drink im Glas mit gekühlter Melone

Ein prima Zwischengericht, geeignet fürs zweite Frühstück.
Wichtig ist, dass alles richtig kalt ist!

Ich hab dafür meine doppelwandigen Gläser in den Tiefkühler gepackt. Das hat super funktioniert.

*


Gern hätte ich das bei Simones Event eingereicht...aber ich habs mal wieder verpennt. Das Event ist schon vorbei.
Erfrischt aber trotzdem!!!!!!!!
 



*Affiliate-Link




















Donnerstag, 10. Mai 2012

...und weiter geht die Spargelwoche

Ich kann mich an dem köstlichen Gemüse einfach nicht satt essen, könnte es bei mir wirklich jeden Tag geben. Aber das hatte ich euch letztens schon erzählt.

Mittlerweile sind wir Stammkunden an der Spargelbude und bekommen nur noch die erstklassige Qualität.
Und so war ich auf der Suche nach einem neuen Rezept. Schließlich liebt der Herr Kampi Abwechslung auf seinem Teller.

Fündig geworden bin ich in der Essen&Trinken Mai/2012, die den leckeren Stangen mehrere Rezeptseiten gewidmet haben.

Ofenspargel mit Zitronenstreusel...das sollte es heute sein.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eigentlich nie nach Rezept koche. Ich nehme sie eher als Inspiration. Aber heute wollte ich dann doch mal ganz streng bei der Vorlage bleiben. Ihr könnt euch sicher den Ausgang denken, oder?

Für alle, die die Zeitschrift grad nicht zur Hand haben oder sich das Geld für den Kauf sparen wollen, tippe ich das Rezept mal schnell ab. MOMENT!


Zutaten:
Zitronenstreusel:
30gr. weiche Butter
70gr. Mehl
30gr. Zucker
1 gestr. Tl Salz
fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone

Ofenspargel:
1kg. weißer Spargel
Fleur de Sel
Zucker
15gr. Pinienkerne
1rote Pfefferschote
10 schwarze Oliven ohne Stein
1-2EL Chardonnay-Essig
1EL Nussöl (Hasel- oder Walnuss)
4EL Olivenöl
2 Stiele Petersilie

außerdem:
Backpapier, Bratschlauch

Zubereitung:

1. Für die Zitronenstreusel Butter, Mehl, Zucker, Salz und Zitronenschale mit den Händen zu Streuseln reiben. 1 Stunde kaltstellen. Streusel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streuen. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Gas 1-2, Umluft 150Grad) auf der zweiten Schiene von unten in 15-20 Minuten goldbrau backen. Aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.

2. Für den Ofenspargel den Spargel schälen und die Enden abschneiden. Die Spargelschalen und -abschnitte in einem großen Topf mit ca. 300ml Wasser, 1Prise Fleur de Sel und Zucker aufkochen und 30 Minuten ziehen lassen. Dann durch ein Sieb gießen und 80ml Spareglsud abmessen.

3. Für das Pfefferschoten-Dressing die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Die Pfefferschote längs halbieren, entkernen und in feine Würfel schneiden. Oliven grob schneiden.  Den abgemessenen Spargelfond mit 1/2 Tl Fleur de Sel, Essig, Nussöl und Olivenöl verrühren. Pfefferschoten, Pinienkerne und Olivenöl dazugeben.

4. Den Bratschlauch auf einer Seite zubinden. Spargel hineinlegen und mit dem Dressing auffüllen. Bratschlauch verschließen und auf ein Backblech legen. Mit einem scharfen Messer an der Oberfläche einmal einstechen. Im vorgeheizten Backofen bei 180Grad (Gas 2-3, Umluft 160Grad) auf der 2. Schiene von unten 25-30 Minuten garen.

5. Petersilenblätter abzupfen und grob hacken. Bratschlauch vorsichtig aufschneiden. Spargel auf einer vorgewärmten Platte mit dem Pfefferschoten-Sud anrichten. Mit Petersilie bestreuen und sofort mit den Zitronenstreuseln anrichten.



Soweit, so gut.

Bei den Streuseln hab ich mich ja noch ans Rezept gehalten. Und Spargel schälen kann ich auch ohne Anleitung. Aber schon beim Sud konnte ich nicht anders. Ich hab einfach einen Schluck Weißwein mit auf die Schalen gegossen, mach ich immer so.
Das nächste "Problem" war, ich hatte keinen Bratschlauch zur Hand. Aber en papillotte dürfte das ja genau so gehen.

Beim Dressing hatte ich das nächste Problem. Kein Nussöl zur Hand. Pööö...Nussöl. Hollunderblütenöl war noch. Und da dieses für mich kein Highlight ist (was ich eigentlich beim Aufsetzen erwartet hatte), und das nun langsam mal weg muss, hab ich das Nussöl eben damit ersetzt. Alles anderes des Rezeptes hab ich übernommen.

Und so kam es, dass ich mir aus Backpapier zwei Päckchen geklöppelt habe, in der Hoffnung, dass sie dicht genug bleiben und das Dressing samt dem entstehenden Sud in sich behalten und die Spargelstangen schön die Aromaten des ganzen aufnehmen.

Aber Spargel so pur ohne Sättigungsbeilage ist bei uns keine vollwertige Mahlzeit. Da könnt ich dem Herrn Kampi nicht mit kommen.

Ich hab ein paar kleine Kartöffelchen gekocht, in der Schale. Wenn du das Glück hast, einen Kartoffelbauern zu kennen oder einen Gemüsehändler, der schon die neuen im Sortiment hat, dann schlag zu!
In einer Pfanne lässt du dann ein paar Streifen Chorizo aus, in der du die gepellten Knollen noch einmal durchschwenkst.
So hab ich es jedenfalls gemacht. Was ich noch gemacht hab? Eier pochiert. Von richtig glücklichen Hühnern. Mit einem schönen Eigelb, welches seinen Namen auch wirklich verdient.





Das ganze hab ich meinem Herrn Kampi sehr liebevoll auf dem Teller angerichtet, während er das Päckchen mit dem Spargel fotografieren "musste".
 

Und soll ich dir was sagen? Vergiss die Zitronenstreusel. Die brauchst du nicht! Nicht zu diesem Gericht. Gib noch etwas fein geschnittenes Basilikum oben drauf, das verträgt sich echt gut mit den mediterranen Aromen. Viel besser, als die im Original vorgesehene Petersilie.


Und wenn du Brösel auf Spargel willst, mach die Stangen pur. Und dann hälst du es mit Arthurs Tochter und gibst Amarettini-Butterbrösel auf den Spargel!!! Die hats drauf, glaub mir.

Jetzt brauch ich nur noch eine Idee, was ich mit den Zitronenstreusel machen soll...

Sonntag, 6. März 2011

Was rauchen die denn da für Zeug? (oder wie Frau Kampi den Winter austreibt)

So oder so ähnlich hab ich die Nachbarn heute gestern tuscheln hören. Na zumindest kam es mir so vor.

Das ich ne Kochverrückte bin, hat sich in der Nachbarschaft ja schon seit geraumer Zeit herum gesprochen. Daggi von rechts neben uns kommt schon mal etwas Butter oder eine Knoblauchzehe bei mir borgen. Und Moni von links nebenan bemerkt ab und an mal, dass es bei mir aus der Küche immer so gut duftet. IMMER!?

Außer heute...

Aber mal von Anfang an:
Ich will, dass es endlich Frühling wird!!! Ich hab den Winter satt. Es ist immer noch lausig kalt bei uns und die Wiesen und Felder haben immer noch diesen grau-braunen Farbton. Das k.... mich an! Ich mag nicht mehr!

Aller paar Tage gehe ich zu meinem Lieblingsgemüsehändler in froher Erwartung, dass es jetzt los geht. Ich will Frühlingsgemüse! Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich so richtig will. Aber ich weiß, was ich nicht (mehr) will. Ich mag keine Wintergemüse mehr. Keine Steckrübe, kein Pürree aus Pastinake, Petersilie, Sellerie oder was auch immer. Und keine Schwarzwurzeln, keine Rote Bete... Und den Wirsing kann ich auch so langsam nicht mehr sehen, trotz der grünen Farbe. Das will ich alles im Moment nicht mehr haben! (ich hab ja bei einigen gelesen, dass es schon Bärlauch gibt)



Aber so richtig frühlingshaft ist das Angebot ja noch nicht.
Na wenigstens gibt es schon frische grüne Gurken aus Sachsen, das ist ja schon mal was. Gut, sie schmecken noch nicht so richtig. Aber sie sind aus der Region.
Und als ich bei highfoodality letztens den tollen Mango-Gurken-Salat entdeckt hatte, stand für mich fest, den mach ich. Und Entenbrust dazu.Punkt!

Aber ich wollte die Entenbrust ja nicht nur einfach so, poblig gebraten... Neee, ich wollte was extravagantes.

Schon ewig wollte ich mal was räuchern. So homemade.
Ich weiß ja, dass die hundertachtziggrad-Mädels mal Entenbrust geräuchert haben. Mit Räuchermehl.
(Mädels gebt mir mal Bescheid, wann das war. ich finds nicht mehr. Würde es gerne verlinken. Hab es damals nur abgeschrieben.)
Nur will ich ja nicht nen ganzen Sack irgendwelche Holzspäne bei mir einlagern, nur weil ich da mal so ein paar Stücken Geflügel in den Qualm hängen will.

Bei der Suche nach einem geeigneten Rezept quer durch alle meine Kochbücher (es dürften jetzt schon so an die 115 Stück sein) bin ich dann mal wieder bei Tanja Grandits fündig geworden. In ihrem Buch "Aroma pur Meine fröhliche Weltküche" beschreibt sie eine Lavendelgeräucherte Entenbrust.
Ich find ja Lavendel an sich ein tolles Kraut. Aber zur Ente find ich es suboptimal... Ich hätte da lieber was zitroniges dazu.

Aber die Idee ist ja nicht so schlecht. Das bau ich nach!

Dafür hab ich dann schon am samstag die Entenhaut kreuzweise eingeschnitten, 3 Kaffirlimettenblätter mit einem Esslöffel Salz im Mörser zerrieben, einen Löffel Zucker untergemischt und dann die Ente damit eingerieben. Damit das ganze so richtig in das Fleisch einzieht, durfte der Herr Kampi sein neues Spielzeug hervorholen und das Fleisch einvakuumieren. Und das durfte dann auch 12 Stunden vor sich hinziehen.

Der Gurkensalat war keine große Schwierigkeit. Da hab ich mich schon ans Original gehalten. Außer dass ich keine Sweet-Chili-Sauce hatte. Hab ich eben eine Chilischote genommen und das Dressing mit Mirin gesüßt.


Ein bisschen Beilage wollte ich schon irgendwie dazu. Also Zuckerschoten und Maiskölbchen blanchiert und Möhren gestiftelt.

Aber ich schweife ab...

Als ich meinem Wok ein Kleid aus silbern glänzender Alufolie verpasste, schaute mich der Herr Kampi etwas ungläubig an. Meist versucht er ja zu erraten, was ich so küchentechnnisch vorhabe und er kommt oft auch nach einigem Nachfragen drauf...
Aber heute? Erst nach einer ganzen Weile fragte er: Du willst doch nicht etwa räuchern??
Ja genau, das ist mein Plan. Worauf er noch ungläubiger nachfragte, mit was ich denn räuchern wolle, so ohne Räuchermehl.
Als ich ihm dann erklärte, dass ich das mit Reis und schwarzem Tee vorhätte, hielt er mich gänzlich für bekloppt.


Aber genau so beschreibt es Tanja Grandits. Und es scheint auch nicht unbedingt sehr kompliziert zu sein.
Ich musste dafür nur das Gitter von meiner Mikrowelle (die ich zum Teekochen und Milch wärmen benutze) etwas zurecht biegen, damit das Fleisch zwar genügend Abstand zum "Räuchermehl" hat, mein Deckel aber dennoch auf den Wok passt. Leider passte es nicht ganz 100%ig.

Ich habe das Fleisch erst mal aus der Marinade genommen und mit Küchenpapier abgetrocknet. Durch das Salz fühlte sich das Fleisch schon etwas fester an als im frischen Zustand.
Nach dem Abtupfen hab ich es auf der Hautseite in der heißen Pfanne ohne Fett zwei Minuten angebraten und dann kurz auf die Fleischseite gedreht.



Dann habe ich den Wok aufgeheizt und je einen Esslöffel Schwarztee und Reis (bei T.G. Basmatireis, der allerdings aus unerklärlichen Gründen irgendwie aus meinem Vorrat verschwunden war) hineingegeben.

Und jetzt Deckel drauf und Fenster auf!
Wenn das ganze zu rauchen beginnt, die Entenbrüste einlegen. Dabei kann man dann auch die Hitzezufuhr zurücknehmen, das qualmt schon ordentlich. Spätestens jetzt wusste ich, warum der Deckel ordentlich dicht sein soll. Das war er nämlich bei mir nicht!!! Die ganze Bude war voller Rauch. Gut das wir keinen Brandmelder im Haus haben, der hätte sich heiser gekreischt.

jetzt aber schnell den Deckel drauf!!!
Da ich aber die Alufolie reichlich bemessen hatte, konnte ich sie noch so ein wenig um den Deckel knübbern. Mit Hilfe der Abzugshaube hielten sich die Rauchschwaden dann auch in Grenzen.
Laut Rezept ist der Vorgang dann auch nach acht Minuten zu beenden. Ich konnte mir zwar noch nicht so recht vorstellen, dass dann der Geschmack schon ins Fleisch eingezogen sein soll, hab mich aber genau an die Zeitvorgabe gehalten.

Nur kam jetzt die zweite Rauchattacke. Den Deckel wieder lupfen und das Fleisch raus nehmen. Ich hab den Wok schnell vom Feuer gezogen, das Fleisch rausgenommen und das Alupapier schnell über den stinkenden rauchigen Überbleibseln zusammengerödelt und mit dem Wok quer durchs Haus das Freie aufgesucht. Spätestens jetzt hatte sich der intensive Räuchergeruch überall verbreitet. Und  die Nachbarn kamen nun auch vollends in den Genuss. (da es draußen recht kalt war, hat das natürlich recht schnell nachgelassen und es hatte ja auch keiner die Fenster offen zum lüften)

In der Zwischenzeit hab ich den Backofen mühevoll mit einem Kochlöffel und viel Fingerspitzengefühl auf knapp unter achtzig Grad gedreht, was gar nicht so einfach ist. Das Fleischthermometer in eines der Fleischstücke geschoben, und dann gewartet, bis eine Kerntemperatur von 64°C erreicht war.

Da war dann genug Zeit für die Zubereitung der Beilage. Das blanchierte Gemüse und das weiße von zwei Lauchzwiebeln im inzwischen gereinigten Wok in Sesamöl (geröstet) und neutralem Öl anbrutzeln, mit Zucker, Ingwer, Knoblauch und Chili würzen.Das in Ringe geschnittenen Zwiebelgrün zufügen und mit Fischsauce abschmecken. Etwas Hühnerbrühe und Kokosmilch dazu, leicht köcheln lassen und zum Schluss vorgekochte Mie-Nudeln unterschwenken.

Dann alles versuchen schön angerichtet auf den Teller zu bekommen. Dazu hab ich ein paar erbsenspargelsprossen verwendet. Die haben so einen schönen knackigen Biss.
Den Mango-Gurkensalat hab ich in einem Extraschälchen dazugereicht.




Beim Fleisch ist es wichtig, sehr dünn aufzuschneiden. Man muss das ganze auch nicht unbedingt warm essen, sondern kann die Entenbrüste auch vorbereiten und kalt aufschneiden. Ich fand aber gerade das warme Fleisch mit dem kalten Salat sehr spannend. Das einzige, was mir ein wenig gefehlt hat, war Korianderkraut. Obwohl ich das Grünzeugs nicht unbedingt so mag, hätte es dazu ausgezeichnet gepasst.

Fazit:
Die acht Minuten Räucherzeit sind vollkommen ausreichend. Der Rauchgeschmack ist schön ins Fleisch eingezogen, ohne zu stark zu dominieren. Schmeckt kalt auch noch am nächsten Tag.
Ich werde das ganze auf jeden Fall noch einmal wiederholen. Dann werde ich nur den Salat mit dem Fleisch reichen, als Vorspeise.

Nachmachen absolut empfohlen!

P.S.: Das mit dem Winter austreiben hat nicht funktioniert. Ich hab grad mal aufs Thermometer geschaut. Wir haben schon wieder -2°C und es soll in der Nacht bis ins zweistellige runtergehen.
Das nächste Mal mach ich noch mehr Rauch!

Dienstag, 1. März 2011

Nach der Poesie...eine entspannte Frau Kampi mit Lachs(em Umgang)

Denkt jetzt bloß nicht, das ich in Zukunft jeden meiner Posts in Reimform packe. Neeneenee! Das passiert so schnell nicht wieder!
Die ganze Nacht hab ich mir deswegen um die Ohren geschlagen. Bis das alles passte. Ist ja nicht so, dass du ein paar Worte zusammenwürfelst, das muss ja auch irgendwie einen Sinn ergeben.
Also bleibt DAS eine Ausnahme.

Dem entsprechend müde war ich dann auch am Sonntagmorgen. Da hatte ich keinen Bock stundenlang irgendwelche Sößchen zu zaubern und ewig vor dem Backofen zu hocken und dem Fleisch beim niedriggaren gut zuzusprechen. Da musste es schon schnell und unkompliziert sein.

Gut, ich bin ehrlich. Das Sonntagsmahl hatte ich schon vor meinem Dichtanfall im groben durchkonzipiert. Und ich hatte am Samstag auch schon was vorbreitet.

Aber fangen wir von vorne an. Beim Einkauf.
Muss ich euch erzählen, dass wir in der Metro waren? Eigentlich nicht, habt ihr euch schon gedacht.
Und so muss ich euch auch nicht erzählen, was der Herr Kampi dort in den Wagen eingeladen hat.
RICHTIG! FISCH!

Ein schöner Lachs, Aquakultur, Norwegen. Der lachte uns zu. So an die 4kg hatte der.


Ab in den Einkaufswagen damit. In der Gemüseabteilung hab ich dann eine Spezialität entdeckt, von der ich zwar schon gelesen habe, aber sie noch nie irgendwo in echt gesehen habe. Limettenkaviar. Diese, auch Fingerlimes genannten Zitrusfrüchte haben ein Kaviar ähnliches Fruchtfleisch. Aber auch einen atemberaubenden Preis. Der stand allerdings nicht dran. Denn wenn, hätte ich sie sofort wieder zurück gelegt!

 
Und was macht man dann mit so einem Riesenfischteil?

Na der Herr Kampi durfte als allererstes mal seine Filetierkünste beweisen. Was gar nicht so einfach ist bei so einem großen Exemplar.

(Die hinteren Enden wurden dann auch sogleich in eine Beize mit Dill, Orangen und Gin eingelegt und ziehen jetzt noch ein paar Tage im Kühlschrank vor sich hin - andere Geschichte!)

schön drapieren zur Fotosession muss sein!

Im Moment hat sich ja der Frühling noch nicht so richtig durchsetzen können. Die Sonne lacht zwar, aber...
Und deshalb gibt es auch noch nicht so richtig schönes Frühlingsgemüse zu kaufen. Mal abgesehen von peruanischem Spargel, den man jetzt schon in den Supermärkten kaufen kann. Aber den mag ich nicht, never!!!!
Aber irgendwie wollte ich trotzdem Frühling auf dem Teller. Keinen Wirsing, keine Steckrübe, keine Schwarzwurzel. Auch keinen Kartoffel-, Petersilienwurzel-, Pastinaken- oder Rote Betestampf.

NEIN!

Was Leichtes! Und leicht verbinde ich meist mit asiatisch. Zumindest was Gewürze und die Zubereitung betrifft. Dabei lasse ich mich meist von meinem Geschmack treiben, koche nie nach Rezept.
(Wobei ich das ohnenhin selten tue!)

Da mir dazu aber noch die Initialzündung fehlte, hab ich mal eine meiner Lieblingsköchinnen bemüht: Tanja Grandits. Ich liebe es, wie sie mit den Aromen spielt. Und natürlich bin ich bei ihr fündig geworden. Sie hat zu einem gebeizten Lachs Karottenpickles gemacht, die mich sofort angesprochen haben. Gut mein gebeizter war ja noch nicht fertig. Aber Lachs ist Lachs!

Und da ich das Rezept ja aus einem Kochbuch hab (Alles klar Im Glas gekocht-im Glas serviert), kann ich sogar mit exakten Angaben dienen:

Karottenpickles: 

Dazu zwei Karotten in feine Streifen schneiden oder hobeln, mit einer fein geschnittenen Chilischote, einer zerdrückten Knoblauchzehe, einem Esslöffel Zucker,30ml Fischsauce, 30ml Reisessig und 30ml Limettensaft verrühren und mindestens zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
Dennoch hab ich das Rezept ein wenig an meine Gegebenheiten angepasst. Zuallererst hab ich die Fischsauce weggelassen und durch Salz ersetzt. Ich wollte es nicht so fischig haben. Der Limettensaft war bei mir Zitrone. Und da das Sushi meinen letzten Reisessig aufgebraucht hatte, hab ich einfach eine Mischung aus Mirin und Reisessigzubereitung für Sushi (hatte ich noch da) verwendet und dafür keinen Zucker.
Über Nacht in den Kühlschrank damit.

Sonntag konnte ich es dann ganz entspannt angehen. Fisch braucht ja nicht viel Zeit zum zubereiten. Da habe ich erst mal meine Vorräte durchgewühlt. Dort kam mir das Päckchen Glasnudeln von ganz unten gerade recht. Die brauchen ja auch nicht viel um gar zu werden. Mit kochendem Wasser überbrühen, kurz ziehen lassen, abseihen, fertig.

So vorbereitet hab ich mich dann dem Fisch gewidmet. Ich hab ihn in schöne Portionsstücke geschnitten und dann eine Gewürzmischung zusammengebastelt. Ein paar Korianderkörner in der Pfanne geröstet. Diese mit einigen ungerösteten, etwas Kubebenpfeffer, Kaffirlimettenblatt, Zitronengras, Chili, Ingwer, Zitronenzeste, Salz und Chili in einem Mörser ganz fein gemahlen, den Fisch damit bestreut und diesen in Norialgenblätter eingeschlagen. Seit ich das mit Petersfisch einmal ausprobiert habe, geistert es in meinem Kopf herum, auch Lachs damit einzupacken.
In einer Pfanne Sesamöl und neutrales Öl erhitzen, etwas Zitronengras sein Aroma abgeben lassen und den Fisch von allen Seiten nur kurz anbraten. In eine flache Schale umfüllen, in der das Zitronengras sein Aroma weiter verströmen kann und im Ofen bei niedriger Temperatur ganz sanft gar ziehen lassen.



In der Pfanne hab ich zwei in feine Streifen geschnittene Lauchzwiebel angedünstet, Ingwer, Knoblauch und Chili zugegeben. Dann eine große Handvoll Salicorne, ebenfalls aus der Metro, dazu und mit Ananas-Saft abgelöscht. Kurz (sehr kurz!) ziehen lassen und dann die Glasnudeln wild mit dem ganzen Pfanneninhalt herumwirbeln, bis sich alles vermischt hat.


Mit Fischsauce abschmecken, bis die Würze stimmt.

Das ganze dann nur noch ordentlich auf den Teller gebracht und mit geröstetem Sesam bestreut.
Und oben auf den Fisch den Limettenkaviar.

Wenn man diese Zitrusfrucht so kostet, hat sie einen sehr sauren, aber auch einen fast seifigen Geschmack, was mich im ersten Moment erschreckt hat. Ich dachte, sie sei verdorben. Ich habe also gleich noch eine andere geöffnet, die eine andere Fruchtfleischfarbe hatte, aber das gleiche Aroma.
Sparsam eingesetzt ist es aber ein köstliches Topping für den Fisch. Die kleinen Kügelchen platzen auf der Zunge genau wie Kaviar. Braucht man nicht unbedingt, ist aber ein origineller Gimmick.



Das war genau das richtige Essen für diesen Sonntag. Frisch, leicht, easy und sowas von saulecker!!!!!

Und es war das erste mal seit langem, dass meine Spülmaschine nach dem Gelage nicht voll geworden ist und die Küche in nullkommanix aufgeräumt war. Genial! Solche Essen hätte ich gerne öfter. Und meine Familie glaub ich auch! Und die Karottenpickles werde ich auch öfter mal machen. Im Sommer zum Grillen auf jeden Fall! Und vorher bestimmt auch schon mal!

Und wenn ihr jetzt nen Weintipp für mich dazu hättet, wäre ich der glücklichste Mensch. Das ist nämlich mein absoluter Schwachpunkt. Ich trinke gerne welchen, der Herr Kampi auch. Aber unser Weinkeller ist doch sträflichst vernachlässigt.