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Mittwoch, 10. Dezember 2014

...zwischen-Herbst-und-Winter-Vorweihnachts-Salat...

So langsam gehts auf Weihnachten zu...ist dir schon danach?

Der Herbst, der ein wirklich langer und schöner war, ist, zumindest wettertechnisch noch nicht so wirklich rum. Und doch gehts jetzt in den Endspurt des Jahres.
Na gut, bei uns hats heute dann doch geschneit, aber der Wetterbericht sagt, dass das Winter-Intermezzo nur ein kurzes ist.

Du hast schon das Menü für die Festtage geplant? Vielleicht auch das ein oder andere Rezept ausprobiert?
Vielleicht hast du auch noch so ein paar Fragmente aus der Herbstküche in deinem Vorrat...

Schau einfach mal in deinen Kühlschrank! Da ist doch noch ein Stückchen Hokkaido, was vor sich hindümpelt und eigentlich schon lange nach Verarbeitung schreit!
Von den Maronen, die du zum Auspobieren der Maroni-Suppe fürs Feiertagsmenü eingekauft hast, ist auch noch was übrig.

Und da du dich jetzt noch schnell kalorienarm ernähren wolltest, um für die "fetten" Tage gerüstet zu sein, ist da auch Feldsalat und etwas vom Radicchio im Gemüsefach.

Das sollte jetzt alles mal irgendwie weg...auf den Teller...oder?

Was hast du noch da? Nen Rest Lauch? Einen Apfel? Gut!
Dann kaufste noch ein bisschen Schinken. Südtiroler ist gut...Schwarzwälder tuts aber auch.

In deinem Mörser (oder wo auch immer du deine Gewürze zerkleinerst) zerreibst du ne Mischung aus Fenchelsaat, Korianderkörner, Salz und Zucker...und wenn du es gerne scharf hast, auch etwas Chili.
Den Kürbis würfelst du, ab in ne Pfanne und von der Würzmischung dazu. Alles sanft braten.
Den Lauch schneidest du in Streifen und gibst sie zum Kürbis dazu. Magst du Knoblauch? Dann auch rein damit!

Die Maronen kannst du auch schon mal klein schneiden und in einer anderen Pfanne ein wenig anrösten.

Jetzt hast du Zeit, die Salate kleinzuzupfen.
Klöppel dir ein Dressing aus Senf, Balsamico, Olivenöl, Salz und Zucker.

Der Kürbis ist weich? Dann würfel den Schinken und gib ihn dazu. Stell aber die Hitze runter, damit er nur seinen Geschmack entfaltet. Dann kommt noch der fein gewürfelte Apfel und die Maronen dazu und du schwenkst alles noch mal durch. Und schon kannst du anrichten.

Unten den Salat und dann die Kürbis-Lauch-Maronen-Schinken-Apfel-Mischung. Alles mit dem Dressing überträufeln.

Wenn du jetzt so ein richtig eingefleischter Südtirol-Fan bist wie ich (oder ne gute Bezugsquelle kennst), dann hast du Vinschgerl da, die du in Scheiben schneidest und kurz anröstest. Die reichst du zu diesem Salat dazu...



...und bist glücklich!!!!!!!

Und jetzt darf auch Weihnachten kommen.



Samstag, 2. November 2013

...fast ein Rezept: Gnocchi für eine liebe Freundin...

Obwohl wir jetzt schon gefühlt viel zu lange aus unserem Urlaub wieder zu Hause sind, bin ich in Gedanken eigentlich immer noch und immer wieder in Südtirol. Mein Herz ist einfach immer noch immer wieder da.

Da liegt es doch nahe, ab und an im Alltag die im Urlaub vertrauten Aromen auf der Zunge zu spüren und in wunderschönen Erinnerungen zu schwelgen.
Was ja auch nicht allzu schwer ist, da mein Vorrat so einige Dinge bereithält, um mich und Herrn Kampi geschmacklich wieder in den Urlaub zu beamen.

Zu eben jenem Vorrat gehört immer ein gutes Stück Speck, etwas Käse. Natürlich Südtiroler Wein. Und Schüttelbrot...aber ich schweife mal wieder ab.

Und wie bekomme ich den Geschmack von Urlaub in unseren Alltag? Gut, ich könnte in meinen zahlreichen Südtirol-Kochbüchern blättern und ein Original-Rezept einfach nachkochen. Will ich aber nicht. Aus dem ganz einfachen Grund: so, wie es im Urlaub schmeckt...auf einer einfachen Hütte oder im Sternerestaurant, egal...so bekomm ich das zu Hause einfach nicht hin. Nicht, weil ich das nicht kochen könnte, sondern weil das ganze Drumherum fehlt. Die Berge, die Luft, die Menschen!

auf dem Gfallhof im Schnalstal

Geislerspitzen in Villnöss

Also überleg ich mir, auf was ich denn so Appetit habe. Ich frag meinen Herrn Kampi, der mir wie immer antwortet: koch was leckeres, Hauptsache es schmeckt nach Südtirol!
Ich nehm den Speck aus dem Vorrat und schaue, was denn sonst noch passen könnte.

Vielleicht mal Mohn. Den gibts zwar nicht überall in Südtirol, aber die Bäuerin vom Gfallhof (auf dem wir vier wundervolle abgeschiedene Tage verbringen durften) hat ihn in ihrem Garten selbst angebaut. (ich hab zwar nur gekauften, das dürfte aber keine Rolle spielen)


Hatte ich nicht letztens in der weltbesten Facebook-Kochgruppe was von Mohnbutter gelesen?
Das wärs doch!
Bastel ich mir also irgendwas mit Mohnbutter und Speck!

Gnocchi...ich will Gnocchi!

Das Drumherum ist  mir egal. Ein Entenragout. Ähnlich dem von Arthurs Tochter. Und meinen Bratkürbis. Alles Nebendarsteller!!!!!


Gnocchi müssen her!

Und prompt erreicht mich ein Hilferuf von meiner lieben Freundin:



Uiuiuiuiiiiiii...ich und ausführlich. Und dann noch mit Rezept. *kreisch*

Ich versuchs mal:

Du kochst die Kartoffeln in der Schale weich.
Ich hör dich schon fragen: welche?
Keine Ahnung! Ich koch einfach die, die ich grad da habe.
Wieviel?
Hallo...hab ichs mit Rezepten?
Kartoffeln pellen und pressen. Salz, Muskat, Ei und Mehl zugeben.
Wieviel Mehl?
Was weiß denn ich? Ich hab vor vielen Jahren Franca Magnani in der Biolek-Kochsendung beim Gnocchi-Machen bewundert, mir darauf hin das Biolek-Kochbuch gekauft und die Kartoffelklößchen nach ihrem Rezept ausprobiert. Das waren meine ersten Gnocchi, sie waren wunderbar fluffig, haben geschmeckt und ich habe die Zubereitung verinnerlicht. Vor allem das Gefühl für den Teig.
Gut, ok. Gefühl und ungefähr hilft dir nicht weiter...

Was ich noch als ungefähre Angaben im Kopf hab: auf ein Kilo Kartoffeln kommt ein Ei. Und Backpulver (warum auch immer...ich lass das einfach weg)
Und Mehl/Stärke soviel, wie der Teig aufnehmen will. Einfach alles nur so schnell wie möglich verkneten! Gnocchi-Teig mag nicht gestreichelt und über Stunden massiert werden!

Seitdem mach ich sie immer so und mir sind noch nie welche beim Kochen zerfallen. Schwörung! Ich kann gar nicht verstehen, dass du Gnocchi NICHT kannst.

Vielleicht willst du sie ja wie ich ein wenig südtirolerisch. Dafür würfelst du etwas Südtiroler(!) Speck fein und mischst das zusammen mit feingeschnittenem Schnittlauch unter den Kartoffelteig. Das Formen der kleinen Scheißerchen ist nicht wirklich ein Akt. Das kriegst du hin!
Einfach etwas vom Teig abnehmen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche eine lange Wurst rollen, mit dem Messer in Stücke (je nach gewünschter Größe) schneiden. Jedes Stück in der bemehlten Hand zu einer Kugel rollen und dann mit der Gabelspitze flachdrücken. Die Zinken sollen ein Muster in die Klößchen drücken, damit später die Sauce schön haften bleibt.
Dann gibst du sie einfach nur in siedendes Wasser. Pass auf, dass es nicht sprudelnd kocht! Wenn sie oben schwimmen, sind sie gar.




Muss ich dir die Mohnbutter erklären? Ich glaub, die Idee hatte ich doch von dir übernommen.

Ich schreibs mal für die anderen auf!

In einer Pfanne einfach nur etwas Butter aufschäumen und den Mohn durchschwenken. Die abgetropften Gnocchi darin leicht anbraten. Wer noch mehr Südtirol will (so wie ich) gibt einfach noch ein paar ganz feine Würfel vom Speck dazu. Die sollten dann aber nicht mehr zu lange mitbraten, da sonst der feine Geschmack verloren geht.

Wie schon gesagt, die Beilagen sind so ziemlich egal. Ein schönes Ragout. Oder ein Rehrücken und Kürbis? Oder einfach nur so mit etwas Parmesan drüber...die Gnocchi bleiben einfach der Hauptdarsteller.

Entenragout, Rotwein-Pflaumen und Bratkürbis

Rehrücken rückwärts, Kürbis-Pü und -Spalten, Calvados-Äpfel

Aber ein schöner Südtiroler Vernatsch geht immer dazu...den sollten wir mal zusammen trinken.


Meine Liebe, ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.





Dienstag, 24. September 2013

...die Reste müssen weg...

Der Urlaub rückte also näher und es waren noch Reste im Kühlschrank. Etwas vom Bratkürbis und dem Kartoffelstampf. Zwei Zucchini, ein paar Kartoffeln, ein Stück frischer Hokkaido.
Und Herr Kampi hatte im Wald einen Steinpilz und ein paar Pfifferlinge gefunden.

Irgendwie wollte ich alles noch verarbeiten und gleichzeitig aber auch dem Junior was gutes tun. Er "schreit" ständig nach Fleisch. Vielleicht liegts daran, dass seine Gehirnzellen Nahrung benötigen. In den nächsten Wochen beginnt er sein Physik-Studium.

So bin ich schnell zur Fleischerei gehopst und hab ein Schweinefilet gekauft und in Medaillons geschnitten. Die brauchte ich in der Pfanne nur anbraten und durchziehen lassen. Ohne Schischi.

Den frischen Kürbis und die Kartoffeln hab ich grob gerieben. Dazu kamen die Reste vom Bratkürbis und der Kartoffelstampf.
Eier waren nicht mehr im Haus, also habe ich zur Bindung des Teiges etwas Stärke zugegeben.
In einer Pfanne portionsweise Küchlein von beiden Seiten anbraten und im Ofen garziehen lassen.

Ich liebe gebratene Zucchini. Einfach in Scheiben geschnitten, in einer Pfanne sanft gebraten mit Knoblauch...herrlich. Genau das passt zu den Küchlein.

Die Pilze brauchten ebenso wenig Schischi. Braten, würzen...fertig.

Jetzt musste nur noch ein frischer Dipp dazu sein. Joghurt mit einem Löffel Frischkäse, etwas Olivenöl, Kräuter (Sauerampfer, Schnittlauch, Petersilie, Rucola...) und Knoblauch. Salz.

Sieht doch gut aus, oder?













Samstag, 21. September 2013

Vorfreude...Hauptsache...Nebendarsteller

Vorfreude ist was ganz tolles.
Kennt ihr das? So kurz vor Weihnachten? Als Kind?
Wie wird es sein, was wird es geben?

Keine Angst, ich will euch jetzt hier noch nicht auf Weihnachten einstimmen.

Nein...ich freu mich auf was ganz anderes. Das heißt, WIR freuen uns gemeinsam...der Herr Kampi und ich. Wir starten nämlich in den Urlaub. In unsere zweite Heimat Südtirol!



Um die Vorfreude noch ein wenig zu steigern, habe ich meiner Familie am letzten Sonntag ein früh-herbstlich angehauchtes Gericht gekocht. Mit Südtiroler Anklängen.


Denn ich hatte Speck und Äpfel aus unserer Lieblings-Urlaubsregion im Haus. Mitbringsel von meinen und des Herrn Kampis Eltern.



Da das Wetter draußen schon leicht Richtung Herbst tendiert, durfte auch der erste Kürbis in mein Kochloch.

Bratkürbis mit Apfel-Zwiebelsalat, Kartoffelstampf und Fleisch

Warum ich hier einfach nur Fleisch schreibe? Ganz einfach...es ist hier mal nicht der Hauptsache, sondern nur der Nebendarsteller.

Ich hatte einen Schweinsrücken am Stück.  Kannst du auch nehmen. Es passt.
Oder du könntest ein Kalbsfilet bei Niedrigtemperatur garen. Vielleicht mit einem Kräutermäntelchen drumrum. Oder vielleicht ein Rinderfilet? Roastbeef? Nimm einfach was du magst nach deinem Rezept.


Alles andere ist keine komplizierte Angelegenheit:


Den Kürbis würfeln und in einer Pfanne anbraten. Wie bei Bratkartoffeln. Ist er fast weich in Streifen geschnittene Zwiebel und fein gewürflten Südtiroler Speck oder Schinken zufügen und alles fertig braten. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.


Für den Apfel-Zwiebelsalat die Äpfel schälen, entkernen und würfeln. Mit ein paar Spritzern Zitronensaft, Salz und Zucker marinieren.
Lauchzwiebeln in feine Streifen schneiden. In einer Pfanne ganz kurz sanft angehen lassen. Sie sollen nur ein wenig ihrer Zwiebelschärfe verlieren, aber noch nicht  mal glasig werden. Die Apfelwürfel samt Marinade zufügen, durchschwenken, einen Spritzer Weißwein-Essig angießen und vom Feuer ziehen. Mit frischem Thymian würzen, etwas Traubenkernöl untermischen und noch einmal mit Salz und Zucker abschmecken (wenn nötig)

Für den Kartoffelstampf die Kartoffeln mit einer Knoblauchzehe weich kochen, abgießen, ausdampfen lassen und stampfen. Ordentlich von einem guten Olivenöl untermischen und mit Salz abschmecken.


Wenn du noch ein wenig mehr Südtirol-Geschmack haben willst, machs wie ich:
Schneide ein Vinschgerl (muss man als Südtirol-Fan im Vorrat haben *augezwinker*) in dünne Scheiben und brate es in etwas Butter als Chip sanft aus und reiche es dazu. Alternativ kannst du auch etwas Schüttelbrot zerbröseln und als Crunch auf den Bratkürbis streuseln.

Dann machst du einfach die Augen zu und siehst die Berge vor dir. Atme tief ein und genieße den Duft der Alpenluft.



Na, Lust in die Berge zu fahren?
Vielleicht treffen wir uns ja!



Donnerstag, 11. Oktober 2012

Metro, die Zweite...zum Zweiten

...puh!
Die ersten Zutaten hab ich eliminiert. Und ich war so richtig in meinem Element, nach der Vorspeise.

Jetzt wollte ich nicht nur kleckern! Sondern so richtig klotzen. Ich wollte nicht eine Hauptspeise auf den Teller bringen, sondern gleich drei! Ein Schweinedreierlei! Mit Pfifferlingen! Jedes Einerlei vom Dreierlei mit Pfifferlingen quasi...

Zum ersten dachte ich da an ein Carpaccio. Nagut, eigentlich dachte der Herr Kampi an ein Carpaccio. Und ich hab die Idee gerne aufgegriffen.
Da aber ein richtiges Carpaccio, also rohe Fleischscheiben vom Schwein nicht möglich sind (soweit ich weiß, sollte man Schweinefleisch nicht roh verzehren), hab ich mich eher am Vitello tonnato orientiert. Und da ich die italienische Sprache so mag, hab ich diesem Teil der Hauptspeise folgenden Titel gegeben:


Porco con finferli

Klingt gut, oder?

Die Pilze hatte ich ja schon vorbereitet. Ihr habt doch den letzten Post richtig gelesen? Nagut, wenn nicht, dann hier nochmal:

...kleinschneiden, in einer heißen Pfanne anbraten, salzen, geditschen Knoblauch und gemörserte Fenchelsaat zugeben. Dann in ein Schraubglas mit Rosmarin-Zweigen und Zitronenschale geben, mit Olivenöl aufgießen und im Kühlschrank vergessen für die nächsten zwei Tage...

Eigentlich ist das mein Standard-Rezept für eingelegte Steinpilze zu Pasta (hier schon mal beschrieben).

Brauchen wir jetzt noch das Fleisch dazu. Das hab ich in einem kräftigen Hühnerfond, gewürzt mit Fenchelsaat, Lorbeer, Chili, Piment, etwas Yuzu  etwa 20 Minuten pochiert und in Folie eingewickelt im Kühlschrank abkühlen lassen.


Dünn aufgeschnitten kamen die marinierten Pilze obenauf und ein paar frittierte Kapern (womit ich auch die aus den Füßen hatte)



Jetzt brauchen wir den zweiten Teil des Hauptgangs. Eher rustikal, fast ein deutscher Klassiker. Ihr erinnert euch? Weißkohl sollte auch verarbeitet werden. Was lag also näher, als Krautrouladen zu machen:


Krautrouladen von Duroc und Pfifferlingen

Dafür hab ich den Strunk aus dem Kohlkopf geschnitten und ihn mittels einer Fleischgabel in kochendes Wasser getaucht, immer und immer wieder, bis sich die äußeren Blätter lösten. Diese hab ich dann noch weiter in kochendem Wasser weichgekocht und in Eiswasser abgeschreckt. 
Für die Füllung hab ich die dünnen Filet-Spitzen abgeschnitten - einfach, damit die Fleischstücke für die weitere Verarbeitung schön gleichmäßig dick waren. Der Herr Kampi hat die Würfel mit Hingabe durch den Wolf gelassen. 
Jetzt kamen die Pfifferlinge der Kategorie "muss weg" ins Spiel. Die wurden fein gewürfelt, in einer Pfanne angebraten und etwas abgekühlt zum Hackfleisch gegeben. Ebenso eine Handvoll des gekochten Camargue-Reis und etwas feingeschnittene Zwiebel. Gewürzt wurde alles nur mit Salz, Pfeffer und einem Esslöffel Senf (können wir hinter dieser Zutat auch einen Haken machen).

Um schöne Krautrouladen zu erhalten, muss der Strunk unbedingt aus den blanchierten Blättern geschnitten werden. Ein reichlicher Esslöffel Füllung drauf und einwickeln. Wer das schon paar mal gemacht hat und ein klein wenig geschickt ist, braucht die Wickel weder zu binden oder anderweitig in ihrer Form zu fixieren. Beim Anbraten einfach an der Nahtstellen anfangen und beim wenden etwas vorsichtig sein.
Ich wollte sie nicht allzu braun angebraten. Nicht so, wie ich sie von zu Hause her kenne. Da wurde dem Kraut ordentlich Farbe in der Pfanne gegeben.
Nein, meine sollten etwas feiner sein. So durften sie nur leicht goldgelb werden und wurden anschließend in eine flache Auflaufform umgebettet. Der Bratenansatz in der Pfanne wurde mit dem Fond des Porco abgelöscht und zu den Röllchen gegeben, die jetzt bei sanfter Hitze im Ofen gar ziehen durften.




Dann brauchen wir also noch unseren dritten Teil des Schweinerlei-Dreierleis. Ich hab mich für ein gefülltes Filet entschieden:


Schweinefilet mit Pfifferlingsfüllung

Aus der Pfifferlings-Sortierungs-Kategorie "kann noch" hab ich mir ein paar der schönsten kleinen Pilze für die Dekoration zu Seite gepackt und den Rest wie bei den Krautrouladen gehackt und in einer Pfanne mit etwas gehacktem Thymian angebraten. Gewürzt mit Salz und etwas Parmesan.
In das Filet durfte der Herr Kampi mittig ein Loch bohren. Ganz vorsichtig hat er das gemacht.
Und da er das Fleisch auch grad in den Händen hielt, hat er es gleich mit der erkalteten Pilzmischung gefüllt. Von allen Seiten angebraten durfte es dann im Ofen seiner Vollendung entgegensehen.


Derweil hatte ich Zeit, die anderen Komponenten des Hauptganges in Angriff zu nehmen.


Spaghetti-Kürbis
 

Bevor ich alle Fleischteile überhaupt in den Ofen geschoben hatte, hab ich schon den längs halbierten und entkernten Spaghetti-Kürbis im heißen Rohr gegart. 


In unserer tollen Facebook-Gruppe (Käptn´s Dinner) hatte ich um Tipps zur Zubereitung gebeten. Da kam wirklich alles. Ich war so verwirrt, dass ich am liebsten dem Hinweis gefolgt wäre, das Teil auszuhöhlen, ne Fratze reinzuschneiden und mit einem Teelicht zu beleuchten.
Und das erst recht, als ich den Kürbis aus dem Ofen geholt hab! Nix mit Kürbisfäden ähnlich Spaghetti! Das Ding müsste Suppen-Nudel-Kürbis heißen. Denn genau so kurz waren die Fasern. Und im Geschmack wie roh gehobelte Kartoffeln. 


Aber dadurch ließ ich mich nicht entmutigen! Jetzt nicht mehr! Egal was passiert, ich zieh das Ding durch.
Also eine Pfanne erhitzt, das Kürbisgedöns mit Butter darein, mit etwas Milch aufgegossen und mit Salz und Muskat abgeschmeckt einfach unbeachtet weiter ziehen lassen.


Denn wir brauchen ja noch unbedingt eine Sauce:

Rotwein-Hibiscus-Sauce

Die ist, obwohl sie so unkompliziert ist ein Bringer. Einfach ein Drittel des Rotweins in einer Kasserolle soweit reduzieren, bis ein dickflüssiger Sirup übrig bleibt. Am besten funktioniert das in mehreren Schritten. Dann etwa die Hälfte des Hibiscus-Sirups aus dem Glas angießen. Den Bratensatz vom gefüllten Filet hatte ich mit etwas Pochier-Fond abgelöscht und ebenfalls zum Saucenansatz gegeben. 


Jetzt einfach weiter sanft vor sich hinköcheln lassen und noch ein klein wenig reduzieren. Ganz zum Schluss, vor dem Servieren, schön mit kalter Butter aufmontieren. Und das abschmecken nicht vergessen!


Bis jetzt hab ich schon ordentlich von den Sachen aus der Kiste weggekocht. 
Doch dann kamen mir die Datteln in den Sinn. MIST! 
Eigentlich waren sie das Einzigste, was ich noch nicht verarbeitet hatte. Und Dessert wollte ich nicht.

Kurz musste ich nachdenken.

So ein Gericht braucht doch noch irgendwas anderes an Beilage, dachte ich mir. Der Spaghetti-Kürbis ist ja ziemlich neutral. Vielleicht ein Krautbett für die Kohlroulädchen?  
Warum denn nicht?


Dattel-Weißkohl

Dafür ein Teil des verbliebenen Krauts in feine Streifen schneiden und in Butter sanft dünsten. Damit es nicht zu sehr Farbe annimmt, mit einem Schluck Weißwein ablöschen und garziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit etwas Salz würzen und mit  den in Streifen geschnittenen Datteln vermengen. Als Bett unter den Rouladen anrichten.


Das Anrichten der Teller war dann nur ein Klacks! Ich hatte mir die Reihenfolge schon in etwa auf meinem Schmierzettelchen aufgezeichnet. Nur der Herr Kampi fluchte, weil ich mal wieder meine gaaaaaanz langen Teller aus dem Schrank geholt hab.
Aber wenn das hier schon eine Herausforderung für mich war, sollte er ja nicht außen vor bleiben! Er wollte sich kurzzeitig aus der Verantwortung ziehen und hatte den Tisch liebevoll gedeckt.

Tischdeko mit Wein
Und die Tellerfotos hat er natürlich auch hinbekommen, wie ihr sehen könnt:



Herr Kampi war von den Socken! Dem Junior hat es auch toll geschmeckt. Und ich war fix und fertig. Und glücklich! Alle Komponenten hatte ich irgendwie untergebracht. Zufrieden konnte ich mich jetzt zurücklehnen. Fertig!



Samstag, 22. Oktober 2011

Kühlschrankinventur...

...da hätten wir:
  • eine halbe Entenbrust (die andere Hälfte wanderte am Tag zuvor in eine Tom Kha Gai-ähnliche Suppe)
  • zwei Birnen, die Zeit weg sind
  • ein Stück Hokkaido
  • etwas Kürbiskernpesto
Und nu? Viel mehr gibt auch der Keller nicht her.
Aber wir wollen doch satt werden. Und lecker essen auch noch. Und das mitten in der Woche.

Mein erster Gedanke war Pasta mit  Kürbisstreifen. Aber Pasta wollte ich nicht. Also Pasta an sich schon, aber keine aus der Packung. Ne Schüttelbrot-Pasta wäre toll. Nur leider gibt der Kühlschrank keine Eier mehr her. Und die Birnen würden ja auch nicht so optimal passen.

In so einem Falle gibts ne sichere Bank. Du tauschst dich mit AT aus. Wenn du Glück hast, erwischst du sie bei FB...in dieser elitären Gruppe...ich hatte ja schon mal berichtet.
Und ich hatte Glück...und ich hab sie erwischt. Und sie hat mich drauf gebracht. Kartoffeln. Das macht satt. Auch wenn du sonst nur Reste im Kühlschrank hast.

Also werden die Kartoffeln geschält und gewürfelt. Der Kürbis ebenso. Und in etwas Salzwasser weichgekocht, dann grob gestampft und mit etwas Milch und Butter zu einem schönen Pürree gerührt. Abgeschmeckt nur mit Salz und Muskat...oder hatte ich eine Knoblauchzehe mit im Kochwasser? Ich weiß das schon gar nicht mehr so genau...war ja auch eigentlich schon Anfang letzter Woche, als ich das gekocht hab. Egal.

Die Birnen ebenfalls geschält und entkernt. In einer Pfanne röste ich ein paar Koriander- und Fenchelkörner mit einer getrockneten Chilischote, dann etwas Zucker dazu. Dann geb ich die Birnenspalten rein und etwas Öl. Langsam karamellisieren und ziehen lassen. Meine Birnen waren schön fest und sind nicht zerfallen...so ähnlich wie Gemüse.


Vom Entenbrust-Rest einfach nur die überstehende Haut abschneiden und in einer Pfanne auslassen. Das Fleisch in Scheiben schneiden und in dem heißen Fett kurz, aber heiß anbraten, salzen, umdrehen. Die andere Seite ebenfalls salzen, rausnehmen und alles zusammen anrichten. Mit einer ordentlichen Portion Kürbiskernpesto. Und ein paar Tropfen Kürbiskernöl.

Oh mann war das lecker!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

immer wieder sonntags...

...kocht Frau Kampi ihrer Familie was leckeres (meist klappt es ja auch) und postet es dann montags...dienstags. Na gut meist wird es Mittwoch.
ok...ok...heute ist Donnerstag!

Heute mach ich es mal anders. Keine Angst, ich hab am Wochenende gekocht. Schon am Samstag. Da hatten wir liebe Freunde zu Gast. Für die gab es ein Petersilien-Cremesüppchen mit Zitronenöl und Croutons als Vorspeise. Als Hauptgang gab es Ossobuco und Stücke vom Kalbsschwanz mit Kürbisgnocchi (Hurra!!!! Sie sind geworden!) und eine Käseplatte mit Pflaumen-, Birnen- und Feigenchutney. Recht einfach, aber sehr lecker. So lecker, dass aus dem geplanten Resteessen am Sonntag nichts wurde...weil alles aufgegessen.


Ich hatte vorgesorgt und am Freitag ein Perlhuhn gekauft. Das gabs dann Sonntag mit einer schönen Fruchtnote aus Feigen, Orangen und einem Rest Chutney gefüllt. Dazu ein Rotweinrisotto und den mit Butter gebundenen Bratsud. Lecker wars.



Soviel zum Wochenende.

Aber heute will ich euch von meinem leckeren Abendessen gestern vorgestern erzählen. Eigentlich ziemlich einfach...aber so genial schmackhaft.
 
Ein Salat aus Kürbis. Roh!

Die Idee hab ich von Jaqueline Amirfallah aus dem ARD-Buffet. Sie hat letztens ein dreierlei mit Kürbis gemacht und da war roher Kürbis als Salat dabei. Angemacht mit Kürbiskernöl. Sie hat einen Muskatkürbis dazu genommen.

Die Idee hat mich sofort begeistert. Kürbis ist ja nicht viel anders als Gurke, Zucchini oder Melone. Zumindest, was die Pflanzenfamilie betrifft. Warum also nicht mal roh essen?

Nach dem Rezept hab ich gar nicht erst gegoogelt. Ich wollte mich irgendwie vom Angebot leiten lassen. Und ne bessere Inspiration als das Angebot bei meiner Einkaufs-Nr.1 gibts gar nicht.

Gut, die Muskatkürbisse waren mir zu groß, da hätte ich Salat für ne Kompanie draus machen können. Also hab ich mich entschieden, den Rest des Buternut zu verwenden, der noch im Kühlschrank war. Rucola hab ich ein schönes frisches Bund gekauft. Und schöne rosa Grapfruit. Ich mag den etwas bitteren Geschmack sehr gerne.

Ich hab das weichere Fruchtfleisch, welches um das Kerngehäuse ist, in ganz dünne Scheiben gehobelt. Da reichte mir die Menge von nem viertel Kürbis vollkommen aus. Das Schälen beim Buternut nicht vergessen!

Von der Grapefruit hat auch ne halbe genügt. Ich hab sie großzügig geschält (wie beim filetieren) und sie in Würfel, so 1,5cm x 1,5cm geschnitten und drüberverteilt, zusammen mit etwa einem viertel Bund Rucola. Darauf eine handvoll geröstete Kürbiskerne und ein paar angebratene Schinkenstreifen.

Dann ein paar Tropfen Weißweinessig, den Grapefruitsaft, der beim Schneiden auf dem Brett gelandet ist und etwa zwei Esslöffel Kürbiskernöl. Etwas Salz und eine Spur Zucker.


Und jetzt ab damit in den Mund. Der Geschmack des rohen Kürbis´ überrascht. Eher melonig, sogar ein wenig süßlich. Vielleicht auch etwas karottig...dieser zumindest von der Konsistenz sehr nahe.

Das nächste Mal werde ich den Kürbis aber etwas sorgfältiger schälen, manche Scheiben waren schon sehr bissfest. Oder ich hoble sie so Spaghetti ähnlich, mal schauen. Auf alle Fälle gabs den Salat nicht das letzte Mal bei uns.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Kochkatastrophe!

Da war ich jetzt an zwei Wochenenden hintereinander nicht da und hab mir gedacht, das nächste Sonntagsmahl wird ein Oberknaller. Schließlich muss ich ja einiges hier aufholen.
Tja, und dann das. Total versemmelt. Echt! Sowas von verkackt hab ich lange kein Essen mehr.

Ja was sollte es denn geben?

Rinderfilet im Heu gegart mit Kürbisgnocchi, Rahmwirsing und Kürbiskernpesto. Naja und irgendeine Sauce dazu.

Wie gesagt: sollte es. Wurde es aber nicht.

Zuerst mal zu dem, was funktioniert hat. Das Kürbiskernpesto. Das hab ich vor kurzem bei Jaqueline Amirfallah im ARD-Buffet gesehen und es hat mich sofort angesprochen. Ich hab mich auch weitestgehend an das Original-rezept gehalten, außer bei den Mengen. Wer die genauen Angaben braucht, liest einfach mal nach. Von mir gibts das jetz mal nur als ungefähre Zusammenfasssung aus dem Gedächtnis.

Die Kürbiskerne rösten und abkühlen lassen. Mit neutralem Öl, Petersilie und Knoblauch pürieren. Kürbiskernöl und geriebenen milden Bergkäse untermischen und abschmecken. Die Farbe des ganzen ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ein dunkles Grün...fast schwarz. Aber der Geschmack ist obergenial.


(Auch Johannes von Stuttgartcooking hat ein Kürbiskernpesto gemacht. Ohne Kernöl. Wer keins mag, sollte vielleicht sein Rezept mal ausprobieren.)

Auch der Rahmwirsing war keine wirkliche Herausforderung. Einfach in feine Streifen schneiden. In einer Pfanne etwas Südtiroler Speck in feinen Würfeln sanft anschmurgeln, das Kraut zugeben und mit Sahne angießen. Zum Schluss einfach nur mit Salz und Muskat abschmecken.

Tja...und dann die Kürbisgnocchi. Chef Hansen hatte welche gemacht...wollte sie aber (noch?) nicht verbloggen. Er hat es nur über Facebook kundgetan. Und so hab ich ihn gleich mal gefragt, wie er sie gemacht hat. Sein Rezept kam dem in meinem Kopf recht nahe. Er backt den Kürbis im Ofen. Ich wollte ihn dämpfen, da das Backrohr für das Fleisch reserviert war. Und er empfahl noch etwas Kartoffel mit zuzumischen, der Bindung wegen.
So hab ich die Kartoffel- und Kürbiswürfel zu etwa gleichen Teilen im Dämpfeinsatz weichgegart.

Ernüchterung beim Durchpressen! Das Ganze war so suppig, dass ich Unmengen an Mehl hätte zugeben müssen. Dann wären das wohl eher Mehl- als Kürbisgnocchi geworden. War also schon mal nichts. (das Backen wäre das vorteilhafter gewesen...)

Da Frau Kampi sich aber von sowas nicht erschüttern lässt, musste eine Lösung her.

Aber erstmal zum Fleisch. Das hab ich mit einer Mischung aus verschiedenen Pfeffersorten gewürzt und in der schmiedeeisernen Pfanne rundum angebraten, dann gesalzen, mit dem würzig duftenenden Bergheu von Franz Mulser von der Seiseralm ummantelt und mit ein paar Speckscheiben belegt. Kernthermometer rein und bei ganz sanfter Hitze in den Ofen geschoben. Dabei war mir die Temperaturangabe für medium-gebratenes Rindfleisch ein wenig hoch, so dass ich mich für die manuelle Einstellung entschieden hab. Bei 60°C wollte ich das Fleisch rausnehmen. Ich hatte den Ofen wirklich auf sehr geringe Hitze eingestellt, so dass ich genügend Zeit hatte, an meiner Beilage weiterzubasteln.



Den Kürbispamps, der schon mit etwas Mehl und einem Ei gemischt war, hab ich erstmal in eine Schüssel gegeben, drei weitere Eier zugefügt und soviel mehl untergeschlagen, bis das ganze einen schönen glatten Spätzleteig ergeben hat. Gewürzt mit Salz und Muskat. Wasser aufgesetzt, gesalzen und erstmal ein paar Probespätzle geschabt. Noch waren sie mir zu pampig, nicht kernig genug. Also noch ein kleinwenig Mehl. Die nächsten Spätzle waren dann genau von der Konsistenz, wie ich sie gerne haben wollte.
Nur hat mich beim verkosten bald der Schlag getroffen. Versalzen, aber wirklich total! Wahrscheinlich hatte sich das Salz im Kochwasser bei der Probe noch nicht vollständig gelöst. Deshalb hab ich den Teig dann nochmal nachgewürzt. Und das war wohl zuviel!
Vielleicht ließe sich der Geschmack durch anbraten in viel Butter wenigstens noch ins essbare umkehren. Da Versuch bekanntlich klug macht, hab ich sie in eine heiße Pfanne gegeben.

Ich weiß nicht, wie es gekommen wäre, hätte ich die Spätzle wenigstens kalt abgeschreckt. Das Salz wäre vielleicht etwas gemildert gewesen...
Da ich aber auf das Abschrecken verzichtet hab, musste ich zusehen, wie sich ehemals wohlgeformte goldgelbe Spätzle in der heißen Butter in einen undefinierbaen klumpenähnlichen Pamps verwandelten. Keine Chance auf Rettung.

Mittlerweile piepte das Bratenthermometer...das Fleisch muss raus. Also zuerst den Backofen auf, das Fleisch aus dem Heumantel geholt und in eine schöne Hülle aus Alufolie gewickelt und in die Wärmeschublade zum Warmhalten geschoben.

Dann als nächstes den Mülleimer geöffnet und den Kürbispamps entsorgt. Das ganze natürlich unter den vor Schreck geweiteten Augen des Herrn Kampi!

 Keine Beilage? Brot fällt aus, Pasta auch.
Im Frost hatte ich noch zwei kleine Rollen Semmelknödel im Vakuum. Die hab ich gleich in der Folie in das noch kochende Spätzlewasser geworfen.

Mittlerweile war die Kerntemperatur des Fleisches auf 56°C gesunken...nicht das wir das Fleisch kalt essen müssen. Also das ganze nochmal in den Ofen gepackt.

So nebenbei köchelte die Sauce auch noch auf dem Herd. Hab ich ja noch gar nicht erwähnt. Eher unspektakulär wie immer. Der gleiche Ansatz aus Zwiebeln wie immer. Abgelöscht mit Port- und Rotwein auch wie immer. Kalbsglibber dazu...ebenfalls wie immer. ziehen lassen. Nur aromatisiert mit etwas Heuschnaps.



Mittlerweile zeigt die Uhr nach halb zwei...Ungeduld machte sich breit. Nicht nur bei mir. Auch der junior und Herr Kampi schlichen hungrig durchs Haus und fragten, wenn es denn nun endlich etwas zu essen gäbe.

Also die Knödel aus dem Wasser geholt...natürlich waren die noch gefroren. Mit dem Brotmesser in Scheiben gesäbelt, dabei die Hälfte total zerfetzt...wenigstens hat das anbraten in Butter funktioniert.

Menno, wirklich nicht mein Tag. Mittlerweile zeigte das Fleischthermometer 65°C an. Na gut, hätten wir das Fleisch auch noch versaut, was solls.

Dann ist auch noch Zeit, ein paar Kürbisspalten in einer Pfanne mit Fenchel- und Koriandersaat, Chili und Knoblauch anzubraten.


Den Fleischsud aus der Folie hab ich noch zur Sauce gegeben und diese dann nach dem Abschmecken versucht mit Butter zu binden.
Und...

Ihr ahnt es doch sicher? Hat diesmal nicht geklappt. Also noch etwas Stärke eingerührt und damit angedickt! Ja angedickt...nicht gebunden. Aber darauf kommt es jetzt nicht mehr an!




Wenigstens hab ich das ganze noch versucht halbwegs vernünftig anzurichten. Wenigstens ist mir das auch leidlich gelungen. Der junior hat sich draufgestürzt. Es scheint ihm wirklich geschmeckt zu haben. Und auch Herr Kampi war durchaus angetan.

Ich hab aber fast keinen Bissen runterbekommen. Ich war einfach nur froh, dass ich das Chaos überstanden hab.

Aber was solls...ich kenne ja die Fehler, die ich gemacht hab. Und auch das bringt einen ja voran. Also mich jedenfalls.  Davon lass ich mir doch den Spaß am Kochen nicht vermiesen.

Wer ein Rezept für gelingsichere Kürbisgnocchi haben will, der sollte mal bei Juliane nachlesen.

Donnerstag, 25. August 2011

Schlaraffenland

Ihr meint, Frau Kampis Küche ist nicht das Land, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen?
Dann fragt mal den junior und meinen Herrn Kampi.
Die werden euch was erzählen!

Beide setzen sich an den Tisch und dann geht es los. Nagut...Herr Kampi muss den Teller noch fotografieren...
Und nach dem Essen sehen die Teller meist so aus:


Das ist doch Schlaraffenland, oder?

Ganz im Ernst, uns war wieder mal nach Täubchen. Der Geflügelhändler meines Vertrauens hatte am Freitag auf dem Wochenmarkt genau noch drei Stück. Zusammen 900Gramm schwer. Und schön dunkel im Fleisch. Der nette Verkäufer fragte mich mit leicht entsetztem Gesicht, ob ich die denn auch kochen würde. Als ich ihm erzählte, dass das für mich nicht in Frage käme und ich mir sicher was leckeres einfallen lasse, entspannte sich seine Miene. Ich konnte ihm allerdings noch nicht wirklich genaueres zur Zubereitung erzählen, da ich das ja zu dem Zeitpunkt selbst noch nicht wusste.
Ich hab ja schon mehrfach Taube gemacht und das hier und hier schon verbloggt.

Fest stand nur, dass es mit Kürbis sein sollte. Für mich ist die Kombi Taube-Kürbis ein ähnliches Zwillingspaar wie Wachtel-Linse.

Der Herr Kampi hat mir die Tiere schön geteilt in Brust und Keule. Nicht das ich das nicht kann, aber er macht es zu gerne. Und das ist auch fast die einzige Hilfe von ihm, die ich in meiner Küche dulde.
Die Karkassen hab ich in einem Topf mit kaltem Wasser aufgegossen, eine ordentliche Portion vom Kalbsglibber und ein paar Wacholderbeeren zugefügt und erwärmt. So gut 1,5 Stunden durfte der Fond jetzt den Taubengeschmack annehmen.

In der Zwischenzeit widme ich mich dem Kürbis. Ein bewährtes Rezept von Jamie Oliver. Mit dem hab ich M. dazu gebracht, Kürbis zu mögen. Und seitdem wird es immer wieder zubereitet.

Eigentlich pipi-einfach. Den Kürbis in Spalten schneiden, mit einer Mischung aus gemörserten Korianderkörnern, Fenchelsaat, Chili, Salz, Zucker und Knoblauch und etwas Olivenöl mischen und im Ofen backen, bis er weich ist. Fertig! Kann man so knabbern oder als Grundlage für ein Risotto hernehmen oder als Einlage für eine Kürbiscremesuppe.

Diesmal hab ich den Kürbis in Würfel geschnitten und nach dem Backen püriert. Parallel dazu ein paar Kartoffeln weichgekocht, gestampft und den Kürbis untergemischt. Mit Butter und ein wenig Milch geschmeidig gerührt.

So richtig schlüssig war ich mir aber bis fast zum Schluss nicht, was ich denn für eine Sauce ich zum Fleisch machen sollte. Ursprünglich hab ich an Brombeeren gedacht, in einer klassischen Rotweinsauce gezogen aus dem Taubenfond. Ich hab dann allerdings noch ein weing gegoogelt, was es denn sonst noch so gäbe. So richtig fündig wird man ja da auch nicht. Die meisten Taubenrezepte sind entweder als Vorspeise gedacht oder sehr rustikal als Ragout...Wollte ich alles nicht.

Dann bin ich aber bei Tina Foodina fündig geworden. Sie hatte vor kurzem auch Taubenbrust. Und da hat sie auf ein Rezept von ihr verwiesen: Lackierte Taubenbrust...mit Röstkaffee.
Ich fand, dass sich das sehr interessant las. Ich hab ja noch nie eine Sauce mit Kaffee gemacht und onnte mir das gar nicht so richtig vorstellen. Da bei Foodina die Brust nur mit dem Lack bestrichen wurde, hab ich mich dennoch dran gewagt.

In einer Sauteuse hab ich etwa 2 Löffel Kaffeebohnen ganz sanft angeröstet. In einer anderen Sauteuse hab ich ein ordentlich großes Glas Rotwein reduziert. Beide hab ich nach etwa 20 Minuten mit Flüssigkeit aus dem Taubenfondtopf aufgegossen. Die Rotwein/fondmischung durfte weiter reduzieren, das Kaffeegemisch hab ich an den Rand geschoben zum ziehen.

Nach weiteren 20 Minuten hab ich dann beide Flüssigkeiten gemischt (dabei die Kaffeebohnen entfernen!) und schonmal verkostet. Der Geschmack hat mich positiv überrascht. Und da hab ich einfach kurzerhand beschlossen, dass ich damit das Fleisch nicht nur lackiere, sondern dass das meine Sauce wird. Noch ein klein wenig Fond und Rotwein dazu und schön auf winziger Flamme vor sich hinziehen lassen.

Als Beilage hab ich ein paar Blumenkohlröschen in Scheiben geschnitten und in Olivenol und Butter mit etwas Chili sanft gebraten, so das er aber noch schön knackig bleibt. Und als kleinen Gag einfach noch ein paar Petersilienblätter frittiert. 


Das Fleisch hab ich nur mit meiner Wildgewürzmischung, Salz und Pfeffer gewürzt und auf der Hautseite sanft in Butter angebraten. Das dauert, wegen der geringen Hitze eine ganze Weile. Als die Haut schön braun und knusprig war, hab ich das Fleisch in eine flache Form gelegt, mit dem Saucenansatz, dem ich noch ein wenig Honig zugefügt habe, eingepinselt und in den Ofen geschoben.

Man braucht bei der Taubenbrust nicht unbedingt drauf achten, dass sie rosa wird.
1. ist das bei der Größe Kleine sehr schwer möglich
und
2. wird Taubenbrust nicht trocken
Man kann also unbedenklich warten, bis die Keulchen durch und zart sind.



Der Sauce wird nur noch ordentlich eiskalte Butter zugefügt, etwas Salz zum abschmecken. Mixen...fertig.

Freitag, 8. Oktober 2010

...faul, viel zu faul!

Ich hab ja schon beim letzten Post bemerkt, dass ich recht faul geworden bin. Zumindest was das Schreiben im allgemeinen und das Beschreiben der Gerichte im besonderen betrifft.
Und genau das setzt sich heute auch fort.

Hab ich doch in dieser Woche dieses leckere Pastagericht mit Kürbis entdeckt. Und ich wollte das auch ausprobieren. Alleine die Fisselei mit dem Füllen der Nudelröhren war mir zuviel Arbeit. Ich wollte es einfacher haben, weil ich ja faul bin. Und wie schon ein ehemaliger Lehrer behauptet hat: Faulheit macht kreativ.

Ich hab daraus eine Lasagne gemacht. 
Die Zubereitung und die Zutatenliste kann ich mir sparen, könnt ihr ja alles bei pastasciutta nachlesen.
Ich hab das lediglich so verändert, dass ich den Kürbis in einer Mischung aus Orangensaft und Hühnerbrühe gegart habe. Die Frucht fand ich irgendwie passend.
Das ganze hab ich dann abwechselnd geschichtet: Nudelplatten, Tomatensoße, Kürbismasse, Fleisch und etwas geriebenen Parmesan. Und ich hab noch ein paar der lecker halbgetrockneten Tomaten von 180° mit hineingeschichtet.
Die sind im Moment mein absolutes Küchenhighlight. Fast jeden Tag hab ich jetzt ein Blech in den Ofen geschoben. Und nie bin ich zum einfrieren gekommen. Immer ratzekahl weggeputzt. So langsam fang ich an, die Dinger richtig zu mögen.( Die meisten wissen ja von meiner Abneigung gegenüber Tomaten!)

Und da ich heute auch noch zu faul zum Fotografieren bin und der Herr Kampi nicht zur Stelle war, gibts heute auch nur ein Foto der restlichen Tomaten!

Danke hier noch mal an die beiden Blognachbarinnen/-freundinnen/-vorbilder und natürlich an alle anderen Inspirationsquellen in der großen weiten Bloggerwelt!

Achso, zum Essen war ich natürlich nicht zu faul! 
Und es hat ganz wunderbar geschmeckt. Das hat sogar der junior angemerkt, dem solche gesunden Sachen mit so einem geringen Fleischanteil sonst eher weniger munden. Er hat beide Daumen gehoben, das ist schon fast das größte Lob, welches er mir aussprechen kann

Samstag, 25. September 2010

...Hühner on tour und Futter danach

Nachdem ja nun der Herr Kampi das Wochenende in Weingefilden weilt, hatte ich auch Lust drauf.
Nach Federweißer und Flammkuchen und toller Stimmung. Also hab ich die anderen zwei Mädels angerufen, die auch ohne Männer zu Hause waren und nen Ausflug zu einem Weinfest angezettelt.
So haben wir am Freitag abend nen Hühnerausflug nach Altkötzschenbroda gemacht. Es war eine laue Spätsommernacht und es war auch ordentlich was los. Man konnte kaum treten. Das ist ja nicht ganz so mein Fall, da ich leicht klaustrophobisch veranlagt bin. Ich bin auch nicht die Größte (körperlich) und so fällt es mir schwer, mich zwischen den unzähligen Leuten zu orientieren. Aber mit meinen zwei Mädels war es doch ein sehr lustiger Abend. Wir haben guten Federweißen, Wein und Sekt getrunken. Und Flammkuchen gegessen.
Und da hatte ich doch gleich Lust, selber welchen zu backen.

Der Herr junior mag den nämlich auch sehr gerne.

Also einen Hefeteig gerührt, gehen lassen und portionsweise hauchdünn ausgerollt.
Zu gleichen Teilen Ziegenfrischkäse und Creme fraiche mit etwas Milch glatt gerührt und nach Gusto belegt.


Für den Herrn Sohn musste drauf: Schinken und Lauchzwiebel.
Und ich hab mir meinen belegt mit hauchdünn gehobelter Birne und Hokkaido, Blauschimmelkäse und Walnüssen.
Über das ganze noch frisch gemahlenen Pfeffer und etwas salz gestreut und mit ein paar Tropfen Olivenöl beträufelt und bei voller Hitze in den Ofen auf den Pizzastein gegeben und fertig gebacken.


Leider hatte ich vergessen, mir gestern eine Flasche vom Federweißen mitzunehmen. So hab ich eben ein Glas Müller-Thurgau aus Baden dazugetrunken. War nicht ganz dasselbe, aber es passte schon.
Dafür hat mich die Kürbis-Birnen-Variante absolut überzeugt. Morgen abend werde ich noch einmal den Ofen anschmeißen und auch den Herrn Kampi damit verköstigen. Vielleicht bringt er ja eine Flasche Federweißen mit.

Der Herbst kann so schön sein!

Montag, 13. September 2010

...geschafft!...

Da war ja mal ordentlich was los in unserer Stadt. Soviel fröhliche Leute hat die Stadt nicht allzu oft zu Gast.



Nachdem wir nun unsere Hütte fertig hatten und ein anstrengendes Wochenende mit Zwiebelkuchen-Backmarathon, Run auf unsere Almhütte und dem gröbsten Aufräumarbeiten überstanden haben, hat auch pünktlich das Wetter umgeschlagen. Von himmelblau in herbstgrau. Und da ich auch noch mit einer ganz schönen Erkältung zu kämpfen habe, war mir heute mal nach einer wärmenden Suppe. 

Kürbiscremesuppe

Auch wenn viele jetzt stöhnen: ohhh, wie langweilig! Hatten wir doch schon alles, wer kocht denn noch Kürbiscremesuppe! 
ICH!
Ich liebe Kürbiscremesuppe!

Das erste Mal habe ich sie in Südtirol gegessen, vor fünf bis sechs Jahren. Im Garten des Restaurant "Bad Turmbach" in Eppan. So richtig klassisch, klischeehaft unter Apfelbäumen bei strahlendem Herbstwetter.
Und damals habe ich mich verliebt.In diese Suppe, in die Südtiroler Landschaft hatte ich mich ja schon viel eher verliebt.

Seither muss ich diese Suppe immer wieder kochen, habe auch den Herrn Kampi damit überzeugt, dass man Kürbis essen kann.

Dazu schwitze ich Schalottenwürfel in Butter an und gebe kleingeschnittenen Knoblauch und Chili dazu. Dann den in Würfel geschnittenen Kürbis zufügen.
Ich nehme dazu Buternut-Kürbis.


Der hat so eine schöne orange Farbe und schmeckt mir wesentlich besser als der Hokkaido. Der ist mir zu langweilig im Geschmack. Buternut macht zwar etwas Arbeit, weil man ihn schälen muss. Aber mit einem Sparschäler ist das gar kein Problem. Ich geb dann auch noch ein paar grob gewürfelte Kartoffeln dazu, das macht die suppe hinterher so schön sämig. Ablöschen mit Weißwein oder Noilly Prat und aufgießen mit einer guten Brühe. Das ganze weichkochen lassen, etwas Sahne angießen und pürieren. Abschmecken mit Salz und Muskatnuss.
Am liebsten esse ich diese Suppe mit einer Nocke Ziegenfrischkäse und Kürbiskernöl.


Zusätzlich kann man das noch mit gerösteten Kürbiskernen bestreuen. es geht aber auch die Variante mit Maroni und gebratenen Speck/Schinkenstreifen.
Aber die ziegige Variante ist mir die liebste.

Freitag, 13. August 2010

Freitag, der 13. ...

...ist nicht jedermanns Glückstag.

Da bin ich doch wegen kulinarischer Vernachlässigung  gerade noch mal mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen und dann das!
Da passiert schon wieder ein Verbrechen in Frau Kampis Küche.



Aber ich kann nur meine Unschuld beteuern.
Ich mag nicht schon wieder zu Maggifix im besonders schwerem Maß verurteilt werden!

Gut, der arme Kerl kann ja nichts dafür. Er war zur falschen Zeit am falschenOrt.
Aber wenn er schon mal da ist, wird er verarbeitet. Vielleicht gelingt es mir ja, das Verbrechen irgendwie zu vertuschen. Vielleicht, wenn nichts übrig bleibt.....

Also wird Pumpkin noch richtig zerhackstückt, das heißt in Spalten geschnitten, nachdem ich das Kerngehäuse und das ganze Geschlungs entfernt habe.
Als nächstes bereite ich eine Gewürzmischung aus getrockneter Chili, Fenchelsamen, Korianderkörner, Knoblauch und Salz, die ich im Mixer zerhacke. Der Kürbis wird mit Olivenöl benetzt und mit der Mischung bestreut und solange gerüttelt und geschüttelt, bis ihm ganz schwindlig ist, er nix mehr sagen kann (Täter und so) und vollständig mit den Gewürzen umgeben ist.
Dann kommt er mit der Schale nach unten auf ein Blech oder in eine Form und wird im heißen Ofen gänzlich mundtot gemacht.



Das Rezept hab ich mal bei Jamie Oliver nachgelesen und es ist eigentlich unsere beliebteste Kürbiszubereitung. Der erste wird meist gleich so gefuttert.
Er macht sich aber auch gut auf einem mit Ziegenfrischkäse bestrichenen Crostini. Oder als Grundlage und Topping für ein Risotto mit Maronen und kross gebratenem Schinken. Oder als Zugabe mit Ziegenkäse zu einem Linsensalat (hab ich mal als Gruß aus der Küche bei einem Kochwettbewerb gemacht).

Heute ist er mir aber ein wenig zu salzig geraten. Ich hab aber noch einen und werde daraus wohl ein Kürbissüppchen zaubern. Vielleicht als Auftakt für unser morgiges Sonntagsmenü?