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Freitag, 28. November 2014

Lust auf Südtiroler Speck und Fisch?

...so eine Anfrage zu einem Wettbewerb.


Natürlich hatte ich Lust…große sogar. Den besten zehn Einreichungen winkte schließlich ein Workshop in Hamburg.
Die von einer Jury im Vorfeld ausgewählten vier besten Rezepte sollten dann verkocht und der endgültige Sieger gekürt werden. Dieser würde dann einen Kurztrip nach Südtirol zum Bozner Genussfestival im Mai 2015 unternehmen.
Mein Kopf fing sofort an zu rauchen, war doch die gestellte Aufgabe keine leichte. Der Speck sollte mit Fisch oder Meeresfrüchten kombiniert  werden. 
Mir fiel sofort die gängige Kombination Zander, Linse, Speck ein. So schnell mir der Gedanke gekommen war, genauso schnell verbannte ich ihn auch wieder aus meinem Kopf. Ist es doch der Klassiker schlechthin und damit ist bei so einem Wettbewerb sicher kein Blumentopf gewonnen. Etwas anderes musste her.
Die Idee zum Rezept war dann erstaunlicherweise schnell gefunden. Als ich auf der Autobahn an einem Graffiti vorbeifuhr, welches den vollkommen sinnfreien Schriftzug „Amor Rüde“ trug, hatte ich die Blitz-Eingebung: Armer Ritter vom Vinschger! Hat jetzt mit Fisch noch nicht so viel tun, aber die Kombi war dann  in einem Brainstorming mit Herrn Kampi ziemlich schnell parat: Räuchermakrele und Apfelmeerrettich-Remoulade. Dazu den Speck so pur wie möglich. Und als Highlight vielleicht noch ne Jakobsmuschel.


Anfang September kam dann auch ein Stück Südtiroler Speck im Hause Kampi an und ich konnte jetzt endlich auch praktisch loslegen. 
Der erste Versuch mit einer gekauften Räuchermakrele war nicht so überzeugend. Ich beschloss, den Fisch selbst zu räuchern, musste allerdings ein wenig probieren, bis ich ein befriedigendes Ergebnis in meiner Küche erzielte.
Zufrieden tippte ich das (genaue!) Rezept inklusive Mengenangaben nieder, packte ein Foto in den Anhang und ab ging die Post (natürlich auf elektronischem Weg).
Ich musste ein paar Wochen warten, bis die erlösende Mail kam: Sie sind in Hamburg dabei!  
Ein kleines Freudentänzchen durch das Kochloch war jetzt angesagt. Die Chancen, 2015 nach Südtirol zu fahren, betrug jetzt also 10 zu eins!
Meine Vorfreude steigerte sich noch weiter, als ich erfuhr, wen ich auf dem Workshop alles treffen würde: Doc Eva dental food, Petra Obers trifft Sahne, Claus Nur das gute Zeugs und Petra der Mut anderer. Fast wie Klassentreffen, nur noch besser!
Die 5 anderen Foodblogs waren:
by Fede
Packt´s an!
Danielas Foodblog
no fastfood today
Kunterbunt weißblau (Amelie konnte leider in Hamburg nicht dabeisein)

Und dann standen wir also bei einem Glas Sekt mitten in Hamburgs City in Kev´s Kitchen und grinsten im Kreis.






Nach einer kurzen Einführung zum Speck bekamen wir dann via Powerpoint das erste Mal die Fotos der Kreationen aller 10 Teilnehmer zu sehen. Ich nickte immer wieder anerkennend. Die Ideen der anderen waren gut. Eine wie die andere. Die Konkurrenz war groß. Wer würde unter die vier Finalisten kommen?

Wir wurden auch gar nicht allzu lange auf die Folter gespannt. Und siehe da! Ich war dabei! Meine Chance  hatte sich schlagartig auf vier zu eins erhöht. Leider waren die beiden Petras und auch Claus nicht unter den Finalisten.
Doc Evas Rezept hatte jedoch das Wohlwollen der Juroren. Harte Nuss!
Sie schnappte sich auch sogleich die beiden Petras als Küchenhilfe.
Ich nickte kurz zu Claus, er nickte zurück und wir waren uns einig, dass wir mit meinem Rezept gemeinsam die Küche rocken wollten.
Und das gleich als erste. Also Schürze um und los.



Meine Anweisungen an Claus waren wohl eher hilflose Fragen. Schließlich mach ich das nicht alle Tage! Bei einem Schluck Südtiroler Weißwein erklärte ich mein Rezept. Allmählich begann die Sache ins Laufen zu kommen. Trotz, dass ich die Mayo per Hand schlagen musste, klappte es ganz wunderbar und in kürzester Zeit wanderte die Remoulade in den Kühlschrank. In der Zwischenzeit hatte Claus, trotz Taschentuch-großer Schneidbretter, die Makrelen filetiert und gehäutet und das Schüttelbrot im Schlagmixer zu feinsten…allerfeinsten! Bröseln atomisiert. Das alles wurde von Sternekoch Jörg Trafoier und dem Rest der Jury mit Argusaugen begutachtet.

Mittlerweile hatten, in viertelstündlichem Abstand, auch alle anderen damit begonnen, ihre Rezeptideen in ein Gericht zu verwandeln, um es den Juroren zu servieren.

In der Küche herrschte geschäftiges hektisches Treiben und die Töpfe und Pfannen rauchten. Und meine Makrelen auch. Ich war echt gespannt, wie sie im Ofen werden. Mit den groben Räucherchips. Hatte ich sie doch zu Hause mit Räuchermehl und im Wok geraucht.
Das Ergebnis überzeugte!
Jetzt nur noch die Vinschger einweichen und braten und den Jakobsmuscheln in der Pfanne eine schöne Kruste geben. Auf Claus war Verlass! Die Idee, etwas vom Speckfett in die Pfanne zu geben war grandios!

Jetzt alles auf drei Teller bringen, damit die Jury was zu verkosten hat. Für einen Teller hatten wir dann einen Profi an der Seite, der uns das anrichten fürs Foto zeigen wollte. Gut, ich hätte es auch nicht viel anders gemacht, aber die Teller sahen gut aus.

Dieser Teller von jedem Teilnehmer wurde professionell geshootet...



Und dann das Zittern. Immer wieder der Blick zur Jury, die das Gericht förmlich auseinandernahm.
So langsam fiel ein wenig der Stress von mir ab und ich konnte die anderen beobachten. So nach und nach wurde Teller für Teller angerichtet und zur Verkostung freigegeben.

Foto by http://www.lutz-jaekel.com

Mit einem Löffel bewaffnet bildete ich mir selbst ein Urteil.

Nach der Verkostung durch die Jury mussten wir alle noch einmal ran. Jetzt hieß es, für alle Teilnehmer der großen Runde eine Portion zu kochen. So wurde noch einmal Makrele geräuchert, Vinschger in Milch-Ei-Mischung eingeweicht und in Butter gebraten, durfte die panierte Jakobsmuschel die Pfanne küssen, wurde Speck drapiert, Remoulade verkleckst...und allen Anwesenden ein Teller serviert. Wieder war ich die erste...und froh, als alle ihr Gericht vor sich hatten.
Ich war fix und alle!

Nacheinander verspeisten wir die Gerichte der anderen drei.Wer würde denn jetzt gewinnen?

Irgendwann wurde die Entscheidung der Jury verkündet. Doc Eva hatte gewonnen. Glückwunsch!
Aber eigentlich war es egal. Wir alle hatten wunderbare Gespräche, tolle Küchenerlebnisse und Genuss pur. Nur das zählte!



Foto by www.lutz-jaekel.com



Armer Ritter vom Vinschger mit Räuchermakrele, Südtiroler Speck, Apfelremoulade und Jakobsmuschel in Schüttelbrot-Brösel

Zutatenliste:
1Ei
1EL Bautzner Senf
Ca. 150ml neutrales Öl
1EL Weißweinessig
2 Frühlingszwiebeln
½ Apfel
1-2 Gewürzgurken + etwas Sud
Frischer Meerrettich
1-2 Vinschger (je nach Größe)
1Ei
100ml Milch
4 Jakobsmuscheln
1 Stück Schüttelbrot
2 frische Makrelen

Desweiteren:
Salz, Pfeffer, Zucker
Butter zum anbraten der armen Ritter
Neutrales Öl zum anbraten der Jakobsmuscheln
Ca. 2cl Calvados
Räuchermehl/Buchenspäne
Südtiroler Speck mit Fettrand in feine dünne Scheiben geschnitten
Etwas Apfel und Frühlingszwiebelgrün zum anrichten


Zubereitung:

Remoulade:
Eigelb mit Bautzner Senf, etwas Salz und Zucker verrühren und unter heftigem Schlagen erst tropfenweise und weiter  in dünnem Strahl neutrales Öl zufügen, bis eine Mayonnaise entsteht. Diese mit einem EL Weißweinessig, Salz und Zucker abschmecken.
Gewürzgurke und  Apfel fein würfeln. Mit etwas Gewürzsud der Gurke, dem feingeschnittenen weißen der Frühlingszwiebel, etwas frisch gehobeltem Meerrettich  und der Mayonnaise verrühren und abschmecken.

Armer Ritter:
Vom Vinschgerbrot 8 Scheiben (etwa 1cm dick) abschneiden. Ein Ei mit etwa 100ml Milch verkleppern und mit Salz würzen. Darin die Brotscheiben einweichen. Die Scheiben in einer Pfanne mit Butter knusprig ausbraten.
Jakobsmuschel:
Muscheln aus der Schale lösen und putzen, Corail entfernen.  Den Muskel salzen und eine Hälfte in Schüttelbrot-Bröseln wälzen. Zuerst auf der gebröselten Seite anbraten, wenden und glasig braten.

Makrele:
2 Makrelen filetieren und häuten. Die Gräten mit einer Zange ziehen und die Filets salzen. In einer Wokpfanne Räuchermehl einstreuen, das Mehl leicht mit Apfelschnaps/Calvados durchtränken und einen Siebaufsatz einsetzen, die Pfanne auf die Flamme stellen, den Deckel schließen. Sobald sich Rauch bildet den Fisch auf das Rost legen und den Deckel wieder schließen. Die Hitze reduzieren und den Fisch im Rauch etwa 20 Minuten garen.

Anrichten:
Auf jedem Teller ein paar dünne Streifen Frühlingszwiebel-Grün und je eine dünne Apfelscheibe auslegen, darauf die Remoulade verteilen. Die armen Ritter in dicke Streifen schneiden, stapeln. Dazwischen die  in Stücke geschnittenen Makrelen-Filets und hauchdünne Scheiben vom Südtiroler Speck verteilen. Die Jakobsmuschel oben aufsetzen und mit Grün ausdekorieren.



Ein Dank nochmal an alle, die dabei waren! Besonders an Jörg Trafoier! An meine lieben Foodblogger-Freunde, an die Organisatoren, an die Küchen-Crew, den Fotografen, die Jury und alle, die ich vielleicht vergessen habe zu erwähnen.
Hier dürft ihr auch gerne nochmal nachlesen...genau wie bei allen anderen Teilnehmern.










Freitag, 6. Dezember 2013

...in Erinnerungen schwelgen und dabei Klassiker entstauben...

Man schrieb das Jahr 1990...
Die Wende  war kein Jahr her und eine vollkommen neue Zeit brach an. Für mich. Für uns. Für alle. Die DDR mit ihrer Mangelwirtschaft war endlich Geschichte.

Es war die Zeit, da ich erwachsen wurde. Meinen Platz im Leben suchte. Und irgendwann angefangen habe zu kochen.
Weil es Liebe war. Für Herrn Kampi und (weil ER Genießer war) für Küche und Kochen.

Es war irgendwie eine tolle Zeit. Alles war neu. Märkte schossen aus dem Boden. Es gab alles, was man brauchte. Oder was man auch nicht brauchte. Aber wer konnte das eine vom anderen damals schon unterscheiden (manche können es bis jetzt noch nicht). Überall Tüten und Päckchen...alles bunt, einfach und unkompliziert. Einrühren...fertig.
So kocht also der "Westen"

Herr Kampi und ich denken sehr oft zurück, wie alles begann. Wie wir vor riesigen Fleischtheken standen und uns gar nicht recht entscheiden konnten und wollten, welch tolles fertiggewürztes Fleischstück in unseren Einkaufswagen wandern sollte. Alles war bunt und easy.
Und noch heute schütteln wir mit dem Kopf, wie wir sowas kaufen und essen konnten.

Damals also fing ich an bewusst zu kochen.
Mit wachsender Begeisterung ließ ich die Regale mit den Tüten und Päckchen links liegen. Fleisch, Fisch und anderes wurde mehr und mehr selbst gewürzt und abgeschmeckt.

Ich vergaß, wie alles anfing...

Und dann kommt Julia daher und will Klassiker entstauben. Oder eingestaubte Klassiker wiederbeleben. Und lädt mich zu diesem Blog-Event ein...und ich bin erst mal planlos. Die Zeit verstreicht...ich vergesse und verdränge das Event.



 


Aber irgendwie will ich dabei sein. Und mir kommt da was in den Sinn. Gebackener Camembert. Mit Preiselbeermarmelade!



Käse kannte ich bis dahin nur aufs Butterbrot. Maximal noch auf dem Toast...überbacken mit Schinken untendrunter. Aber paniert und gebacken? Und dann noch mit süßer Marmelade? Konnte ich mir nicht vorstellen, bis mir das irgendwer (wer auch immer, ich habs verdrängt) zubereitet hat.
Ich fands ganz lecker...aber weil es das fertig ausm Kühlregal gab, hab ichs wohl im Laufe der Jahre verdrängt und vergessen.
 Bis...ja bis ich den Ziegencamembert aus unserem letzten Südtirolurlaub im Kühlschrank finde. Auf den Punkt gereift.
Und genau DER sollte dann mal weg, verarbeitet werden. So ein Käse wird ja im Laufe der Zeit nur bis zu einem gewissen Punkt besser.

Und plötzlich ist da wieder diese Erinnerung. Käse paniert. Mit irgendwas süß-fruchtigem...

YES! Los gehts!

Ich mach ne Mayonnaise.

Eigelb mit Senf aufschlagen, Salz und etwas Zucker dazu und jetzt: SCHLAGEN, SCHLAGEN, SCHLAGEN. Machs nicht mit dem Schneebesen. Nimm den Mixer! Auf höchster Stufe!
Öl in kleinen Tröpfchen anfangs dazu...lass dich nicht verunsichern...lass den Mixer einfach auf höchster Stufe weiterschlagen. Immer weiter Öl dazu...irgendwann wird das ganze cremig. Nur nicht verunsichern lassen!

Genau diese Mayo ist die Grundlage für meine fruchtige Remoulade.
Im Vorrat hab ich noch Birnen im Gewürzsud. Mit Vanille, etwas Nelke und Zimt.
Ich würfel etwas von den Birnen und mische die Fruchtwürfel mit etwas vom Sirup unter und schmecke die Sauce mit Salz, Zucker, Weißweinessig Sweet-Chili-Sauce für den Pep ab.

Die Pellkartoffeln kochen schon auf dem Ofen. Der Rettich liegt feingeschnitten und gesalzen schon auf dem Teller.

Ich schneide den Käse in mundgerechte Stücke, wälze diese in Mehl, Ei und Semmelbrösel und brate sie einfach in einer Pfanne sanft aus.

Und ich serviere sie Herrn Kampi.  Begeisterung seinerseits.

Und die Frage: Wo hast du die Idee her? Rezept?

Neihein!!!!! Ich hatte einfach nur mal wieder Lust auf gebackenen Camembert!












Mittwoch, 10. Oktober 2012

Metro, die Zweite...zum Ersten

So ne Herausforderung ist wirklich ne Herausforderung! Ich sag euch!

Irgendwann vor drei Wochen war die Anfrage in meinem Mail-Postkasten: >>>Du hast beim letzten mal gesagt, du würdest gerne wieder mitmachen...gilt dein Versprechen?<<<

Aber ja doch!!!!!! Gerne immer wieder! Metro-Koch-Herausforderung! Da bin ich doch dabei. Es soll ja dieses mal sogar was zu gewinnen geben.


Nach dem Kochevent im Vogtland ein kurzer Anruf und nachgefragt, wann denn die Kiste zur Abholung bereitsteht. 
Sofort, wenn ich mag. 
Also den Herrn Kampi ins Auto gepackt, oder eher andersrum und ab nach Dresden zur nächsten Metro...
Der Chef, mit dem ich verabredet war, nahm gerade (ein sicher köstliches) Mittagsmahl ein, so dass ich etwas warten musste, bis ich zu meiner versprochenen Kiste kam. Die Zeit wurde gleich zum Einkaufen genutzt...wo wir doch schon mal da waren.

Nach ein paar Minuten wurde ich dann per Ausruf an die Information gebeten, wo mir Herr B. freudestrahlend mit der typisch gelben Kiste entgegenkam. Es folgte die obligatorische Frage, wie man denn zu so was komme und was denn genau Foodblogger so machen und warum. Wie immer konnte ich die Frage in der kurzen Zeit nicht wirklich umfassend beantworten, aber Herr B. schien mit meinen Antworten zufrieden zu sein. 
Ein kurzer Blick auf die Zutaten...könnte so passen, dachte ich.

Und das war drin:


  • Filet vom Duroc-Schwein 
  • ein Stück Feta
  • ein Glas eingelegte Kapern
  • ein Glas Senf
  • ein Kilo FRISCHE Pfifferlinge
  • ein Spaghetti-Kürbis (die Vorgabe war: alles, außer Hokkaido...damit es nicht zu leicht wird)
  • ein Riesen-Weißkohl
  • ein Glas Physalis-Konfitüre
  • eine Flasche Rotwein
  • Datteln
  • Popcorn-Mais
  • roter Camargue-Reis
  • ein Glas eingelegter Hibiscus-Blüten 
Passt irgendwie zusammen und irgendwie doch nicht. Aber Lust, wieder ein ganzes Menü wie beim letzten Mal zu kochen hatte ich auch nicht. Gerne hätte ich alle Zutaten in einem Gang vereint, das war mir allerdings dann doch zuviel des Guten.

Schon auf dem Weg nach Hause kreiselten meine Gedanken, was passt wie zusammen, was passt gar nicht zusammen, was muss wie und wann am schnellsten verarbeitet werden.

Zu Hause angekommen einen Packen Zettel geholt und meine Gedanken zu Papier gebracht, verworfen, neu kombiniert. Details offen gelassen, erneut verworfen...Brainstorming mit Herrn Kampi, Details manifestiert, andere wieder verworfen...

Irgendwann musste ich allerdings auch anfangen, mich um die ganzen Lebensmittel in real zu kümmern.
Die Pfifferlinge zuerst. Geputzt mussten sie werden. 
Meist mach ich den Mehl-Wasser-Wasch-Vorgang. Allerdings nur, wenn ich die Pilze gleich verarbeite. Da das dieses mal nicht in Frage kam, hab ich jedes kleine Pilz-Pfitzelchen mit nem Pinsel bearbeitet. Das hatte natürlich den Vorteil, dass es entsprechend lange dauert (so man denn Zeit hat), um über das weitere Vorgehen nachzudenken und, dass ich mit jedem Pilz "per du" wurde und somit eine genaue Sortierung vornehmen konnte...muss gleich weg, muss weg und kann noch.

"Muss gleich weg" hieß: kleinschneiden, in einer heißen Pfanne anbraten, salzen, geditschen Knoblauch und gemörserte Fenchelsaat zugeben. Dann in ein Schraubglas mit Rosmarin-Zweigen und Zitronenschale geben, mit Olivenöl aufgießen und im Kühlschrank vergessen für die nächsten zwei Tage (ob ich diese Variante in mein Menü einbauen wollte/konnte war mir noch nicht gleich so klar)

Was mir ziemlich schnell klar war, es sollte den Feta als Vorspeise geben. Auf meinem Notiz-Zettel steht: Feta im Mantel mit Dingens...Physalis-Konfitüre

Na dann bastel ich also Feta im Mantel mit Dingens, wobei ich mir den Kopf zerbrach, was denn dieses Dingens sein könnte.
Das Popcorn wollte ich zuerst erledigt haben. Aus dem einfachen Grund: Ich hab noch nie welches verarbeitet...und mag es eigentlich auch nicht.

Mein erster Gedanke dazu? Ich mahl das Zeugs und pack den Käse drin ein. 
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir das mahlen erspart und auf Polenta zurückgegriffen ;-)
Aber das war mir zu einfach.

Also machte ich Popcorn. Zuerst probeweise, wie es denn richtig wäre. Der Herr Sohn war Vorkoster.
Nachdem er seinen Segen gegeben hatte, kam ich! 

POPCORN!
Schonmal mit Curry-Salz gewürzt? Kann ich empfehlen! 

Der Feta...auf meinem Schmierzettel stand MANTEL. Die Idee, Käsestreifen zu verpacken lies mich nicht los. Der rettende Gedanke war dann LAUCH. Porree blanschiert und drumrumgewickelt.

Und nu?
...brauchen wir ein Dressing. 
Dafür haben wir die Physalis-Konfitüre. Gemixt mit neutralem Öl, Weißwein-Essig, Salz, Zucker, wenig Senf und etwas Curry-Pulver passt das. 

...und wir brauchen noch ein Bett für den Feta!  

Also wieder Lauch. Diesesmal kleingeschnitten, in einer Pfanne sanfta angebraten und mit Zitronenzeste, einem Spritzer Zitronensaft, Chili, Salz und Zucker sanft ziehengelassen, bis der Lauch gar aber noch schön bissfest war.

Die Zeit hab ich genutzt, den eingepackten Käse von allen Seiten in einer Pfanne nur warm werden zu lassen. Zum richtigen Anbraten war er einfach zu weich und wäre mir aus dem Mäntelchen geflossen.

Der Rest war  ein Kinderspiel. Zumindest was die Vorspeise angeht.
Alles hübsch auf einem Teller anrichten und genießen. 


Optisch schön, aber geschmacklich in der Gänze ein Feuerwerk auf dem Gaumen.  

Das war ein schöner Einstieg. Aber es warteten ja noch mehr Zutaten auf ihre Verarbeitung und ich war jetzt richtig angefixt...

Wie es weiter geht, demnächst in diesem Kino/Blog. Wem zwischenzeitlich die Zeit zu lang ist, der kann ja mal nachlesen, wie  Claus von "nur das gute Zeugs" die Herausforderung gelöst hat





 


Freitag, 9. März 2012

be my veggie...

Ich esse immer noch kein Fleisch im Moment, wisst ihr doch. Dafür lese ich vegetarische Kochbücher. Ich fand das selten so spannend, wie gerade im Moment. Und es macht mir echt Freude!
Ich lese nicht nur, sondern ich freu mich richtig drauf, daraus was zu kochen. Das kommt ja in Fleischzeiten nicht unbedingt vor...
Also, dass ich Kochbücher lese, wie andere Krimis lesen schon. Aber dass ich mich freue, in vegetarischen Kochbüchern zu blättern und daraus ein Gericht nachzukochen ist schon eher ungewöhnlich für mich.


Kennt ihr das? Blättern in diversen bewährten Büchern und Zeitschriften auf der Suche nach genau dem, auf was man Appetit hat. Und nix passendes finden.
Dann ein Buch zur Hand nehmen, welches einfach nur im Regal vor sich hindümpelt und man schon gar nicht mehr weiß, warum man es denn überhaupt gekauft hat,aufschlagen und da ist es! Genau das koch ich jetzt!

Für das heutige Gericht bin ich in einem Buch fündig geworden, welches ich mir gekauft hab, kurz nachdem alle den Ottolenghi haben mussten (ich hab den auch...aber bin noch nie wirklich mit ihm warm geworden).


Das Buch ist "Die neue vegetarische Küche" von Maria Elia aus dem Bassermann-Verlag.
Gekauft hab ich es, weil ich die Fotos so lecker-inspirierend fand. Seitdem steht es bei mir zwischen den anderen Kochbüchern meiner Sammlung und wird ab und an mal hin- und hersortiert.

In den letzten Tagen hab ich es mal wieder in die Hand genommen. und ich hatte das aha-Erlebnis.
Einfache Zutaten, die im Haus sind oder die einfach an jeder Ecke zu haben sind.

Mich haben gleich zwei Gerichte daraus inspiriert. Einmal ein mit Chili gebackener Feta und Karottenpuffer mit Hummus und Fetasalat.
Da der Käse in beiden Rezepten vorkam, hab ich einfach beide zusammengeführt. Ich hab alles ein wenig meinen Vorräten und Vorlieben angepasst und heraus gekommen ist ein vegetarisches Gericht, welches ein geschmackliche Offenbahrung war. Ihr hättet den Herrn Kampi mal am Tisch jauern hören sollen.

Für das (den?) Hummus hab ich 200gr. Möhren geschält und in dünne Scheiben geschnitten. Die kamen dann in eine Auflaufform und darauf ein paar Tropfen Olivenöl. Nach dem Salzen und Pfeffern hab ich sie im Ofen etwa 20 Minuten gebacken bis sie weich waren. Noch warm wurden sie mit 200gr. Kichererbsen (aus der Dose), 1 Knoblauchzehe, dem Saft einer halben Zitrone, 2El Sesampaste (Tahini), Salz und Pfeffer püriert und mit Olivenöl glatt gerührt.

Das Original-Rezept der Karottenpuffer hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich hab mich für Gemüse-Puffer entschieden. Dafür Kartoffeln und Möhren zu gleichen Teilen und ein wenig Pastinake gehobelt, eine fein geschnittene Zwiebel zugegeben, etwas Grün von Lauchzwiebeln. Dazu kamen dann noch ein Ei und etwas Weizengrieß zur Bindung. Bei den Gewürzen hab ich mich...zum Glück...an die Würzung aus dem Original angelehnt. Etwas Kümmel, Chili und gemörserten Koriander. Gern hätte ich noch Fenchelsaat mit zugegeben, aber die war irgendwie in meinem Küchenschrank unauffindbar. Aus der Masse hab ich in der Pfanne feine kleine Pufferchen ausgebacken, die ich dann im Ofen warm gehalten hab.

In den kam auch noch der Feta. Ich hatte keinen Original-Schafsfeta bekommen. Aber meine Gemüse-Nadine hat einen Salatkäse "Feta Art" von einer kleinen Käserei aus unserer Gegend im Angebot, der wirklich toll ist und richtig gut schmeckt.
Aus Alufolie hab ich mir ein kleines Förmchen gebastelt. Dahinein kam der in dicke Scheiben geschnittene Käse, darauf ein paar Tröpfchen Olivenöl und Chiliflocken. Mit Alufolie abdecken und ab damit für etwa 8 Minuten in den Ofen.

Jetzt nur noch der Salat. Bei mir war das eine Mischung aus zarten kleinen Spinatblättern, etwas Endivie, Radicchio und Blattpetersilie. Sehr gerne hätte ich ein paar Brennessel-Spitzen dazu gegeben...aber es hatte schon wieder Frost und das Grün will einfach nicht aus dem Boden kommen. Ich könnte mir auch einen kompletten Wildkräutersalat dazu vorstellen. Die Bitternote wäre sicher ein schöner Kontrast zu den süßlich-aromatischen Puffern.

Zum Salat noch ein ganz simples Senf-Dressing mit einer leichten Knoblauchnote.

Das ganze schön übereinander geschichtet auf einem Teller mit ein paar gerösteten Pinienkernen und Sprossen...herrlich. Einige Blutorangen-Filets noch für die Frische und Frucht dazwischen...hmmmmmmmm!
Jeder Bissen ein Erlebnis.




Das ist mein Beitrag zum Dauerevent von Foodfreak "Dein Kochbuch das unbekannte Wesen"

Mittwoch, 22. Juni 2011

nicht aufgewärmt, aber dennoch Reste-Essen

Was macht man, wenn ein ganzer Rehrücken einfach zuviel ist und auch vom Couscous noch reichlich übrig ist? Na klar...Reste-Essen.

Allerdings wäre es viel zu schade um das so schön rosa gebratene Fleischstück, wenn man es einfach nochmals erwärmen würde. Das käme ja einer Vergewaltigung gleich. Das saftige Fleisch würde dann nur noch grau, zäh und furztrocken (oh je...darf ich das hier so schreiben?)

Aber kann man das ganze auch kalt essen?

MAN KANN!
Schließlich kann man ja auch ein Stück Roastbeef in dünne Scheiben schneiden und kalt genießen.

Aus dem kalten Couscous habe ich einen Salat gezaubert.
Wir mögen das ganz gerne, besonders wenn es im Sommer recht warm ist.
In den Salat passt so einiges. Grüne Gurken, die sind ja jetzt wieder rehabilitiert. Tomaten sicher auch, wer sie mag. Ich hab einfach die restlichen Erbsen vom Sonntagsessen untergehoben. Ein paar Radieschen in feine Scheiben  und Petersilie in feine Streifen geschnitten, dazugegeben, mit Salz, Olivenöl und etwas Limettensaft abgeschmeckt.
Ein paar goldgelb geröstete Pinienkerne durften ebenfalls noch dazu.

Da ich aber irgendwie noch eine Sauce/Dressing zum Fleisch haben wollte, hab ich eine Weile überlegt, was denn passen könnte.
Aprikosen hatte ich keine mehr. Aber etwas fruchtiges sollte es schon sein.

Da stolperte ich im Kühlschrank über die Salzzitronenmarmelade.
In der letzten Essen und Trinken war ich von der Idee sofort angefixt. Ich hatte ja noch selbst eingelegte Salzzitronen im Kühlschrank, mit denen ich nichts so richtig anzufangen wusste...bzw. war mir ein ganzes Glas davon eifach zu viel. Also hab ich die Marmelade einfach mal gekocht.

Das Ergebnis hat mich sofort begeistert. Ich bin ja sowieso sehr zitrusaffin. Aber auch den Herrn Kampi, der meine Zitrusmacke oft belächelt und manchmal auch als zu heftig kritisiert, hat das ganze sofort verzückt.
Schon mehrmals hab damit Dressings den letzten Pfiff gegeben. So auch diesmal.
3Teile Olivenöl, 1Teil milder Essig, 1TL Salzzitronenmarmelade und 1/2 TL Senf zu einer Vinaigrette rühren. Fertig.
Den Couscous auf einem Teller anrichten, dass in dünne Scheiben geschnittene Fleisch dazu, salzen und mit der Sauce beträufeln.


Das schmeckt bestimmt auch mit einem guten Roastbeef!

Und hier mal das Original-Rezept aus der Essenundtrinken 6/2011 für die Marmelade:

  • 250gr Salzzitronen abtropfen lassen und sehr fein schneiden.
  • 3 frische Biozitronen schälen und das Fruchtfleisch ebenfalls klein schneiden (ca125gr)
  • beides im Topf mit 125gr Gelierzucker 3:1 mischen und bei milder Hitze langsam aufkochen
  • 3Minuten kochen lassen und noch heiß in Gläser abfüllen
Ich kann das nachmachen nur weiterempfehlen!!!! 
...übrigens hat der Herr Kampi mit den Augen gerollt!