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Donnerstag, 20. März 2014

...rettet den Liptauer!

Lip... was?
Liptauer.

Nein, dass ist kein Pferd. Käme mir auch nicht in meine Küche. So ein Gaul hätte in meinem Kochloch auch nicht wirklich Platz (auf dem Flur übrigens auch nicht)

Es ist auch kein Käse! Obwohl....irgendwie doch. Zumindest etwas. Ein Verwandter vom rheinischen Spundekäs und dem bayrischen Obatzda. Ursprünglich kommt er aus der Slowakei.  Und wird in Österreich zum Heurigen serviert. (nachgelesen bei wikipedia)

Das die meisten von euch den Liptauer nicht kennen, zeigt, dass die Turbohausfrau und die Giftige Blonde ihren Aufruf "Rettet den Liptauer" genau zur richtigen Zeit gestartet haben.

Und ganz ehrlich...ich kannte den auch nicht wirklich.
Bis ihn Herr Kampi vor ein paar Wochen als Fertigprodukt aus dem Supermarkt mit nach Hause brachte. Für Schnittchen...für Bekannte.
Ich hab mit ihm geschimpft, also dem Herrn Kampi: das kann ich doch auch mal selber machen...das musst du doch nicht fertig kaufen...

Vergessen hab ich es aber dann doch. Bis zu jenem Aufruf vor ein paar Tagen.

Ich musste mich belesen.  Was ist das und wie mach ich das...

Ich hab mich also erstmal an einem klassischem Rezept versucht, gefunden im großen www.
Leider hatte ich mich etwas mit der Schärfe vergriffen. Aber egal. Es hat uns gschmeckt und so war ich mehr als angefixt.

Dann  mach ich mal meine Variante:

Ich zerdrücke weiche Butter mit einer Gabel und gebe zu gleichen Teilen Quark und Frischkäse dazu.


Für die nötige Frische und Knackigkeit würfle ich Radieschen sehr fein und hacke Bärlauch, der gerade ganz frisch auf dem Markt ist.
Fein gewürfelte Schalotte und in Streifen geschnittener Frühlingslauch kommen dazu.
Und ganz klassisch saure Gurke aus dem Glas...irgendwie braucht es das säuerliche.
Gewürzt wird mit Salz und Pfeffer...und Paprika. Je nach Vorliebe rosenscharf oder mild.


Alles mischen...und auf einer richtig guten Scheibe dunklem Brot genießen. Oder zwei Scheiben...oder drei


...und Radieschen. Oder Gurke...
...oder mit allem...

Probierts einfach mal aus!

Freitag, 6. Dezember 2013

...in Erinnerungen schwelgen und dabei Klassiker entstauben...

Man schrieb das Jahr 1990...
Die Wende  war kein Jahr her und eine vollkommen neue Zeit brach an. Für mich. Für uns. Für alle. Die DDR mit ihrer Mangelwirtschaft war endlich Geschichte.

Es war die Zeit, da ich erwachsen wurde. Meinen Platz im Leben suchte. Und irgendwann angefangen habe zu kochen.
Weil es Liebe war. Für Herrn Kampi und (weil ER Genießer war) für Küche und Kochen.

Es war irgendwie eine tolle Zeit. Alles war neu. Märkte schossen aus dem Boden. Es gab alles, was man brauchte. Oder was man auch nicht brauchte. Aber wer konnte das eine vom anderen damals schon unterscheiden (manche können es bis jetzt noch nicht). Überall Tüten und Päckchen...alles bunt, einfach und unkompliziert. Einrühren...fertig.
So kocht also der "Westen"

Herr Kampi und ich denken sehr oft zurück, wie alles begann. Wie wir vor riesigen Fleischtheken standen und uns gar nicht recht entscheiden konnten und wollten, welch tolles fertiggewürztes Fleischstück in unseren Einkaufswagen wandern sollte. Alles war bunt und easy.
Und noch heute schütteln wir mit dem Kopf, wie wir sowas kaufen und essen konnten.

Damals also fing ich an bewusst zu kochen.
Mit wachsender Begeisterung ließ ich die Regale mit den Tüten und Päckchen links liegen. Fleisch, Fisch und anderes wurde mehr und mehr selbst gewürzt und abgeschmeckt.

Ich vergaß, wie alles anfing...

Und dann kommt Julia daher und will Klassiker entstauben. Oder eingestaubte Klassiker wiederbeleben. Und lädt mich zu diesem Blog-Event ein...und ich bin erst mal planlos. Die Zeit verstreicht...ich vergesse und verdränge das Event.



 


Aber irgendwie will ich dabei sein. Und mir kommt da was in den Sinn. Gebackener Camembert. Mit Preiselbeermarmelade!



Käse kannte ich bis dahin nur aufs Butterbrot. Maximal noch auf dem Toast...überbacken mit Schinken untendrunter. Aber paniert und gebacken? Und dann noch mit süßer Marmelade? Konnte ich mir nicht vorstellen, bis mir das irgendwer (wer auch immer, ich habs verdrängt) zubereitet hat.
Ich fands ganz lecker...aber weil es das fertig ausm Kühlregal gab, hab ichs wohl im Laufe der Jahre verdrängt und vergessen.
 Bis...ja bis ich den Ziegencamembert aus unserem letzten Südtirolurlaub im Kühlschrank finde. Auf den Punkt gereift.
Und genau DER sollte dann mal weg, verarbeitet werden. So ein Käse wird ja im Laufe der Zeit nur bis zu einem gewissen Punkt besser.

Und plötzlich ist da wieder diese Erinnerung. Käse paniert. Mit irgendwas süß-fruchtigem...

YES! Los gehts!

Ich mach ne Mayonnaise.

Eigelb mit Senf aufschlagen, Salz und etwas Zucker dazu und jetzt: SCHLAGEN, SCHLAGEN, SCHLAGEN. Machs nicht mit dem Schneebesen. Nimm den Mixer! Auf höchster Stufe!
Öl in kleinen Tröpfchen anfangs dazu...lass dich nicht verunsichern...lass den Mixer einfach auf höchster Stufe weiterschlagen. Immer weiter Öl dazu...irgendwann wird das ganze cremig. Nur nicht verunsichern lassen!

Genau diese Mayo ist die Grundlage für meine fruchtige Remoulade.
Im Vorrat hab ich noch Birnen im Gewürzsud. Mit Vanille, etwas Nelke und Zimt.
Ich würfel etwas von den Birnen und mische die Fruchtwürfel mit etwas vom Sirup unter und schmecke die Sauce mit Salz, Zucker, Weißweinessig Sweet-Chili-Sauce für den Pep ab.

Die Pellkartoffeln kochen schon auf dem Ofen. Der Rettich liegt feingeschnitten und gesalzen schon auf dem Teller.

Ich schneide den Käse in mundgerechte Stücke, wälze diese in Mehl, Ei und Semmelbrösel und brate sie einfach in einer Pfanne sanft aus.

Und ich serviere sie Herrn Kampi.  Begeisterung seinerseits.

Und die Frage: Wo hast du die Idee her? Rezept?

Neihein!!!!! Ich hatte einfach nur mal wieder Lust auf gebackenen Camembert!












Mittwoch, 10. Oktober 2012

Metro, die Zweite...zum Ersten

So ne Herausforderung ist wirklich ne Herausforderung! Ich sag euch!

Irgendwann vor drei Wochen war die Anfrage in meinem Mail-Postkasten: >>>Du hast beim letzten mal gesagt, du würdest gerne wieder mitmachen...gilt dein Versprechen?<<<

Aber ja doch!!!!!! Gerne immer wieder! Metro-Koch-Herausforderung! Da bin ich doch dabei. Es soll ja dieses mal sogar was zu gewinnen geben.


Nach dem Kochevent im Vogtland ein kurzer Anruf und nachgefragt, wann denn die Kiste zur Abholung bereitsteht. 
Sofort, wenn ich mag. 
Also den Herrn Kampi ins Auto gepackt, oder eher andersrum und ab nach Dresden zur nächsten Metro...
Der Chef, mit dem ich verabredet war, nahm gerade (ein sicher köstliches) Mittagsmahl ein, so dass ich etwas warten musste, bis ich zu meiner versprochenen Kiste kam. Die Zeit wurde gleich zum Einkaufen genutzt...wo wir doch schon mal da waren.

Nach ein paar Minuten wurde ich dann per Ausruf an die Information gebeten, wo mir Herr B. freudestrahlend mit der typisch gelben Kiste entgegenkam. Es folgte die obligatorische Frage, wie man denn zu so was komme und was denn genau Foodblogger so machen und warum. Wie immer konnte ich die Frage in der kurzen Zeit nicht wirklich umfassend beantworten, aber Herr B. schien mit meinen Antworten zufrieden zu sein. 
Ein kurzer Blick auf die Zutaten...könnte so passen, dachte ich.

Und das war drin:


  • Filet vom Duroc-Schwein 
  • ein Stück Feta
  • ein Glas eingelegte Kapern
  • ein Glas Senf
  • ein Kilo FRISCHE Pfifferlinge
  • ein Spaghetti-Kürbis (die Vorgabe war: alles, außer Hokkaido...damit es nicht zu leicht wird)
  • ein Riesen-Weißkohl
  • ein Glas Physalis-Konfitüre
  • eine Flasche Rotwein
  • Datteln
  • Popcorn-Mais
  • roter Camargue-Reis
  • ein Glas eingelegter Hibiscus-Blüten 
Passt irgendwie zusammen und irgendwie doch nicht. Aber Lust, wieder ein ganzes Menü wie beim letzten Mal zu kochen hatte ich auch nicht. Gerne hätte ich alle Zutaten in einem Gang vereint, das war mir allerdings dann doch zuviel des Guten.

Schon auf dem Weg nach Hause kreiselten meine Gedanken, was passt wie zusammen, was passt gar nicht zusammen, was muss wie und wann am schnellsten verarbeitet werden.

Zu Hause angekommen einen Packen Zettel geholt und meine Gedanken zu Papier gebracht, verworfen, neu kombiniert. Details offen gelassen, erneut verworfen...Brainstorming mit Herrn Kampi, Details manifestiert, andere wieder verworfen...

Irgendwann musste ich allerdings auch anfangen, mich um die ganzen Lebensmittel in real zu kümmern.
Die Pfifferlinge zuerst. Geputzt mussten sie werden. 
Meist mach ich den Mehl-Wasser-Wasch-Vorgang. Allerdings nur, wenn ich die Pilze gleich verarbeite. Da das dieses mal nicht in Frage kam, hab ich jedes kleine Pilz-Pfitzelchen mit nem Pinsel bearbeitet. Das hatte natürlich den Vorteil, dass es entsprechend lange dauert (so man denn Zeit hat), um über das weitere Vorgehen nachzudenken und, dass ich mit jedem Pilz "per du" wurde und somit eine genaue Sortierung vornehmen konnte...muss gleich weg, muss weg und kann noch.

"Muss gleich weg" hieß: kleinschneiden, in einer heißen Pfanne anbraten, salzen, geditschen Knoblauch und gemörserte Fenchelsaat zugeben. Dann in ein Schraubglas mit Rosmarin-Zweigen und Zitronenschale geben, mit Olivenöl aufgießen und im Kühlschrank vergessen für die nächsten zwei Tage (ob ich diese Variante in mein Menü einbauen wollte/konnte war mir noch nicht gleich so klar)

Was mir ziemlich schnell klar war, es sollte den Feta als Vorspeise geben. Auf meinem Notiz-Zettel steht: Feta im Mantel mit Dingens...Physalis-Konfitüre

Na dann bastel ich also Feta im Mantel mit Dingens, wobei ich mir den Kopf zerbrach, was denn dieses Dingens sein könnte.
Das Popcorn wollte ich zuerst erledigt haben. Aus dem einfachen Grund: Ich hab noch nie welches verarbeitet...und mag es eigentlich auch nicht.

Mein erster Gedanke dazu? Ich mahl das Zeugs und pack den Käse drin ein. 
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir das mahlen erspart und auf Polenta zurückgegriffen ;-)
Aber das war mir zu einfach.

Also machte ich Popcorn. Zuerst probeweise, wie es denn richtig wäre. Der Herr Sohn war Vorkoster.
Nachdem er seinen Segen gegeben hatte, kam ich! 

POPCORN!
Schonmal mit Curry-Salz gewürzt? Kann ich empfehlen! 

Der Feta...auf meinem Schmierzettel stand MANTEL. Die Idee, Käsestreifen zu verpacken lies mich nicht los. Der rettende Gedanke war dann LAUCH. Porree blanschiert und drumrumgewickelt.

Und nu?
...brauchen wir ein Dressing. 
Dafür haben wir die Physalis-Konfitüre. Gemixt mit neutralem Öl, Weißwein-Essig, Salz, Zucker, wenig Senf und etwas Curry-Pulver passt das. 

...und wir brauchen noch ein Bett für den Feta!  

Also wieder Lauch. Diesesmal kleingeschnitten, in einer Pfanne sanfta angebraten und mit Zitronenzeste, einem Spritzer Zitronensaft, Chili, Salz und Zucker sanft ziehengelassen, bis der Lauch gar aber noch schön bissfest war.

Die Zeit hab ich genutzt, den eingepackten Käse von allen Seiten in einer Pfanne nur warm werden zu lassen. Zum richtigen Anbraten war er einfach zu weich und wäre mir aus dem Mäntelchen geflossen.

Der Rest war  ein Kinderspiel. Zumindest was die Vorspeise angeht.
Alles hübsch auf einem Teller anrichten und genießen. 


Optisch schön, aber geschmacklich in der Gänze ein Feuerwerk auf dem Gaumen.  

Das war ein schöner Einstieg. Aber es warteten ja noch mehr Zutaten auf ihre Verarbeitung und ich war jetzt richtig angefixt...

Wie es weiter geht, demnächst in diesem Kino/Blog. Wem zwischenzeitlich die Zeit zu lang ist, der kann ja mal nachlesen, wie  Claus von "nur das gute Zeugs" die Herausforderung gelöst hat





 


Sonntag, 19. August 2012

SO! Schluss jetzt...

...ich enter die ganze Sache mal hier. Geht ja so nicht weiter. Frag mich, was das hier alles soll...



Ihr braucht gar nicht so verwirrt guggen! Mein  Frauchen ist grad mit anderen Sachen beschäftigt (Wäsche machen oder so, keine Ahnung), da muss ich mir hier mal Luft machen.

ICH, das Katerchen.

Meine neue Familie - also die Kampis - haben mir den Namen Luziefer gegeben. Warum weiß ich nicht, ist mir sowieso egal.
Ich mach hier mein Ding. Die Kampis denken, dass die mich im Griff haben, dass ich auf das höre, was sie sagen. Die freuen sich, dass ich stubenrein bin und immer um ihre Beine streife, wenn sie mich rufen. Sie denken, dass sie mich erziehen können...

Wenn die wüssten!
Ich werd mir die schon erziehen, wie ich es will!

Und im Moment bin ich ziemlich angesäuert!!!
Es wurden mir Versprechungen gemacht, die bis jetzt noch in keinster Weise eingehalten wurden.

Da, wo ich herkomme, gabs ja auch bloß dieses doofe Dosenfutter. Und das musste ich mir auch noch mit dem Typen teilen, der sich "mein Bruder" nannte. Püüü! Alles weggefressen hat der mir.

Umso fröhlicher war ich, als dann diese nette Frau kam. Sie wollte mich abholen und hat mir den Himmel versprochen.
Dass ich in eine richtig gute Familie komme. Da gibt es immer frisches Fleisch. So vom Reh. Oder Kaninchen. Oder Huhn...richtig gutes Huhn. Ganz bestimmt auch mal so Leber oder so.
Und Fisch! Sowohl einheimischen von umme Ecke, als auch ganz exotische Sachen, von denen ich in meinen jungen Jahren noch nie was gehört hab.
Gut, Lachs kenn ich...hab ich schon mal gelesen. Auf der Verpackung von den kleinen glänzenden Döschen. Die so klasse duften. Die ich bekomme, wenn ich nur genug schnurre.
Aber meine Schenkerin flüsterte mir sowas von Dorade (?), Seeteufel (?), Makrele (?), Rotbarben (?) oder so ins Ohr. Nur damit ich ins Körbchen springe und sie mich mitnehmen kann.

Und dann? Komm ich da an.

Ganz nett sind sie ja, meine Kampis. Aber auch ein wenig skurril.
Die essen nicht einfach. Die machen mit irgend so nem schwarzen Apparat vorher Blitze auf den Teller. Dazu kommt noch, dass rundrum alles irgendwie mit weißen Lappen abgedeckt ist. Und Licht machen die an...
Wozu das gut ist, hab ich bis jetzt noch nicht feststellen können.

Bei denen bin ich jetzt schon drei Wochen...aber gekocht für mich hat SIE noch nicht. Kein Fisch, keine feinsten Fleischteile, kein Hühnchen...NIX!
Ich hab ja schon ein paar mal versucht, ein  KaderKatergespräch zu führen, aber man hört mir ja nicht zu.

Gut, die Frau Kampi hats mal mit Leber versucht. Hat mir ganz süffisant vorgesäuselt, wie toll Kaninchenleber sei. Dass es das Feinste vom Feinen sei, dass das auch der junior sooooooo gerne mag. Gebraten mit Salat und so...

Und? Warum bekomm ich die roh? (ich denk die holde Frau Kampi kann ordentlich kochen?)
Sie war doch wirklich so dreist und hat mir das Leberteil roh in den Fressnapf gelegt. Da hab ich gestreikt und das Stück in der Katzenstreu verbuddelt!

Aber nicht, dass die da draus gelernt hat!


Was die heute so auf den Tisch gebracht hat, war der Gipfel! Nicht ein Stück irgendwas essbares, was mir gefällt! Darf nicht wahr sein.


GURKENSUPPE!

HALLO! Gehts noch? Gurken? Schnittfestes Wasser?
Möchte ich nicht!

Gurkensuppe.

Gurke hat sie ganz klein gehobelt. Gesalzen.
Damit das gebundene Wasser wieder sichtbar wird. Joghurt hat sie dazu gegeben. Reichlich Knoblauch (bäääääääääääääääääh...ich mag nicht auf den Arm. Das stinkt zum Himmel!)
Irgendso ein grünes Kraut. Heißt das Dill?
Und irgendso ne komischen rosa Körner (was für Mädchen...glaub, das hieß wohl Pfefferbeeren).
Und dann hat sie mal wieder mit so nem Maschinchen Krach gemacht. Es hat geschäumt und hinterher hat die Olle gesagt, dass durchs pürieren das Süppchen ne schöne Konsistenz hätte.

Ich hab gemauzt. Laut.
Ich hab versucht zu sagen: Esst das nicht! Kein Fleisch, kein Fun!

Kurzzeitig hab ich gedacht: Jeeeaaaaaaaaaaaaaaaah! Die haben es begriffen. Haben die Schüssel in diesen komischen Schrank gepackt. Da, wo es immer so toll draus riecht, aber auch diese unglaublich kalte Luft rauskommt.

Wie gesagt, kurzzeitig vermutete ich einen Sinneswandel.
Doch schon wenig später stand die Schüssel wieder da (ordentlich kalt...brrrrrrrrrrrrrrrr). Und wieder ein Aufschrei meinerseits. 

Denkt ihr, da hat einer drauf reagiert?


Im Gegenteil. Diese Frau Kampi hat sogar noch so nen Käsestangensteil ausgepackt.
Groß hat sie getönt, dass sie nun endlich die Käsetaler in Mohn-Sesam-Panade von einer gewissen Frau Snugg dazumachen könnte. Wer bitteschön ist das denn wieder? Und wieso hat die so einen Einfluss auf dass, was meine diese Frau Kampi so kocht?

Pöööh...
Auf mich gehört hat keiner.
Die haben das echt gegessen. Kalte Suppe, gebratener Käse...


Wer will das denn? 

Ich nicht. Ich überleg echt grad, ob ich vielleicht abhauen kann...

...manchmal steht hier ja ne Tür offen, oder ein Fenster. Dann kletter ich über die Dächer! Dann trau ich mich über die Straße!

Und dann können die mich suchen...da, wo es was leckeres zu essen für mich gibt...
So mit ordentlich gekochtem Fleisch, Fisch oder Leber.

Aber ich glaub, da schlaf ich erst mal ne Runde drüber..............

Frauchen ruft! Es gibt Fresserle. Machts mal gut bis zum nächsten Mal!





Montag, 16. Mai 2011

Ziegbert und Siglinde im Grünen

Keine Angst, das wird jetzt hier keine Geschichte frei nach Heidi und ihrem Ziegenpeter Geißenpeter. Obwohl der Herr Kampi und ich ja die Berge mögen, ja eigentlich so richtig lieben.

Aber meine beiden sind genauso ein Dreamteam wie das kleine Mädchen und ihr Peter. Und sie lieben das Grüne genau so wie die beiden Hauptakteure aus dem Roman von Johanna Spyri.

Ihr fragt euch jetzt sicherlich von wem ich hier rede.
Nein, es gibt in unserem Freundeskreis keine Siglinde. Und auch keinen Ziegbert. Der wäre auch echt gestraft mit der Schreibung seines Namens.

Die Lösung liegt mal wieder in meiner Küche. Habt ihr euch schon gedacht, oder?

Siglinde ist die Kartoffelsorte. Die habe ich bei  meiner Lieblingsgemüsehändlerin gekauft. Als neue Kartoffel.
Und Ziegbert lag gleich unmittelbar daneben im Kühlschrank. Ziegbert, seines Zeichens ein Ziegenkäse vom Ziegenhof im benachbarten Lauterbach. Daneben lag noch eine Zieglinde, die aber dieses mal  nicht mit durfte. Hätte vielleicht Streit mit der anderen Dame gleichen Namens aber anderer Schreibweise gegeben.


Jedenfalls hab ich die beiden auf einem Teller vermählt.
Die Kartoffeln wurden zu Pellkartoffeln. Der Käse quer halbiert. Aus einem Esslöffel würzigem Honig, gehackten Pinienkernen und Semmelbrösel hab ich eine zähe Kruste gerührt und auf den Käsehälfte verteilt, ein Zweig Thymian drauf und ab damit zum Überbacken in den heißen Ofen.

Da meine Gemüsehändlerin ein Auge für was besonderes hat, hab ich bei ihr Portulak-Salat bekommen. Den hab ich noch nie zuvor auf dem Teller gehabt. Rucola hat sie meist frisch im Angebot. Die beiden hab ich zu einer grünen Beilage vereint. Jetzt wollte ich noch etwas fruchtiges. Und so hab ich aus meinem Erdbeere+Essig, ein wenig Senf zur Bindung und Olivenöl ein cremiges Dressing gerührt, das ich nur noch mit etwas Salz abschmecken musste.

Die Kartoffeln hab ich nach dem Pellen in etwas Bärlauchbutter geschwenkt, die noch im Kühlschrank war. Der Käse kam genau auf den Punkt aus dem Ofen. Er fing gerade an zu zerfließen und die Kruste war schön braun.


Hmmmm und geschmeckt hat es!

Ziegbert und Siglinde sind doch ein Traumpaar!

Freitag, 1. April 2011

Weißt du, woran du merkst, dass du in der Provinz wohnst?

Ganz einfach.
Du gehst in die Stadt (Kleinstadt -13 000 Einwohner), um ein digitales Bratthermometer zu kaufen und dir passiert folgendes:

Du gehst ins Geschäft, ein Fachgeschäft! Und schaust. Ah, da! Ein Exemplar.

Nur ist das nix für dich. Weil es genau von der Bauart ist, von der du schon einige verschlissen hast. Immer wieder Kabelbruch.
Das sagst du natürlich der Verkäuferin und fragst, ob es noch ein anderes Modell gibt. Eins, dass sie eventuell bestellen könnte.
Na gut, du hast Verständnis, dass sie einen Katalog wälzt und nicht gleich auf Anhieb die richtige Seite findet. So mit knapp am Rentenalter muss sie ja auch den Computer nicht beherrschen. Ist ja nicht nötig in so ner kleinen Stadt.
Da hilfst du mit suchen, kein Thema.

Aber im Katalog gibts auch nur ähnliche Modelle. Gut bei dem ein oder anderen kannst du nicht richtig erkennen, ob es das ideale sein könnte.
Fragst du halt die Verkäuferin, vielleicht kann sie da was dazu sagen. Und dann bekommst du die Antwort:

"Ich kann Ihnen da nichts sagen, ich verstehe gar nicht, was da steht. Wozu brauch man denn so ein Thermometer?"

HÄÄÄÄ?

Gut, denkst du dir. Hat der Laden halt Pech. 40 Euro oder mehr durch die Lappen gegangen. Bestellst du eben eins.

Gehste weiter. Um die Ecke ist ein Buchladen, wie in vielen Kleinstädten. Und die Verkäuferin kennt dich. Sie weiß von deiner Kochleidenschaft und deiner Vorliebe für Kochbücher. Du willst nur stöbern, das weiß sie.
Kommste natürlich ins Fachsimpeln. Ist ja grad keiner im Laden. Das ist der Vorteil gegenüber so einem großen Einkaufstempel. Da würde dich a) die Verkäuferin gar nicht kennen und b) wärste nicht alleine mit ihr und könntest quatschen.
Sie zeigt dir die tollen Gewürzmischungen, die ein Sternekoch parallel zu seinen Kochbüchern hier verkaufen will. Sagste der Verkäuferin, dass du das nicht magst... Mischst dir die Gewürze so, dass da nur das drin ist, was dir schmeckt. Das gefällt der Dame, das merkste richtig.

Und dann kommt der Satz, der dich zusammenzucken lässt:
"Da haben wir soviel Kochbücher und in keinem kann ich finden, wie man Gemüse richtig lecker in der Pfanne zubereiten kann."

HÄÄÄÄ?

Dann gehste auf den Wochenmarkt. Freitags immer. Der Hühnerdealer steht da immer. Hat tolles Geflügel, alles was du so denken kannst. Eigene Zucht. Und Bauernkaninchen, Lamm, Wild. Toll.
Und da haste die alten Damen vor dir, denen der Verkäufer einfach nicht schnell genug ist. Weil sich ganz vorne jemand nach der Herkunft des Fleisches erkundigt.Und die dann staunen, dass es sogar Bratwürste aus Lamm und Wild gibt. Wird natürlich ausdiskutiert, dass man das ja nicht mag und dass das sicher sehr trocken wäre. Aber jede der drei Damen muss dann doch zwei dieser Würste mitnehmen, weils die andere auch hatte.

HÄÄÄÄ?

Du kaufst ein Suppenhuhn, weil ne gute Brühe kann man immer im Haus haben. Und was für den Sonntag. Aber keine Bratwurst, weil du keine feingecutterten Würste magst, lieber die groben.
Und dann gehste halt nach Hause, setzt dich vor den Rechner. Bestellst ein Bratenthermometer und ein tolles Kochbuch. Und freust dich, wenn der Bote an der Tür klingelt und dir das Päckchen überreicht.

Und dann kochst du dir was leckeres.
Warst ja auch noch beim Gemüsehändler. Der der dich immer freundlich anlacht, mit dem du per du bist und der dir letztens die  Eier von den Junghennen aufgehoben hat, weil er weiß, dass du sowas Spezielles liebst.
Der hat frischen Spinat für dich.


Du schneidest eine Schalotte klein, schwenkst sie in Olivenöl. Dann gibst du den frischen Spinat dazu. Gewaschen und etwas zerzupft. Kleingehackter Knoblauch ist natürlich ein unbedingtes Muss. Ein kleiner Schluck Hühnerfond, etwas Sahne. Würzen mit Salz, Pfeffer und Muskat. 

Du darfst natürlich nicht vergessen parallel in einemTopf die Tagliatelle zu kochen!

Wenn die al dente sind, gibst du ein schönes Stück Blauschimmel zum Spinat. Lässt ihn schmelzen und mischst die Nudeln unter.


Und wenn du das dann auf dem Teller hast, mit Parmesan bestreut und den ersten Bissen in den Mund schiebst, ist dir sowas von egal wo du wohnst!

 
Übrigens, obwohl heute der erste April ist, ist die Geschichte kein Scherz. Die ersten beiden sind mir vor ein paar Wochen so passiert, innerhalb einer halben Stunde. Und die Geschichte mit den alten Damen hab ich heute so erlebt...

P.S....die Fotos hab ich heute mit der Küchenknipse gemacht...der Herr Kampi kann nichts dafür



Mittwoch, 16. März 2011

Immer noch kein Fleisch!

So, eine Woche haben wir jetzt schon durchgehalten.

Aber was heißt denn hier durchgehalten? Es hat uns doch nichts gefehlt. Wir haben jeden Tag gut gegessen. Und der junior hat seinen Wurstkonsum auch etwas eingeschränkt. Im Moment ist sein liebster Brotaufstrich frisch gerührte Kräuterbutter.
Ich hab heute sogar den ersten Bärlauch gekauft. Das hat mich ganz besonders gefreut. Die Verkäuferin in meinem Gemüseladen des Vertrauens wusste auch gleich, was wir kaufen würden. War ihr doch schon im letzten Jahr meine Leidenschaft für das Kräutlein aufgefallen...

In letzter Zeit sind meine Posts ganz schön lang. Ist euch das auch schon aufgefallen? Also AT hats schon bemerkt und mir das auch gleich mal aufs Brot geschmiert. Naja, zumindest sind meine Posttitel kürzer als ihre!

Aber sie hat ja eigentlich recht. Ich neige dazu, immer öfter in großem Umfang vom eigentlichen Thema abzuschweifen. Dann brauche ich meist einen weiteren Bogen, um zum Punkt zu kommen. So heute auch schon wieder, merk ich.

Denn ich wollte ja eigentlich berichten, was so aus den Resten im Kühlschrank noch geworden ist.
Was da noch wären:
  • noch ein Becher von dem "Ziegen"-Frischkäse (wo kommt der denn noch her?)
  • eine Zucchini
  • den Rest einer Mangoldstaude
  • Ruccola
  • die vorgekochten Nudelplatten
  • ein Stück Pecorino, noch nicht zu fest
  • ein paar Schlucke süße Bio-Sahne
  • zwei dürre Lauchzwiebeln
Was machen wir denn da draus?

Na klaro! Lasagne!!!
Und ne ganz fixe noch dazu:

Den Mangold ganz fein schneiden, die Zucchini ohne Kerngehäuse ebenfalls. In einer Pfanne anbraten, ganz diszipliniert nacheinander. Erst die kleingeschnittenen Mangoldstiele, dann die Zucchiniwürfel und die feingeschnittenen Mangoldblätter, etwas Knoblauch dazu, abkühlen lassen. Den Frischkäse unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Nebenbei werden dann noch ein paar Pinienkerne in der Pfanne goldgelb.




Eine Auflaufform ausbuttern und die Nudelplatten einlegen.


Etwas Gemüsemischung drauf. Ruccola drauf.


Dann etwas geriebenen Parmesan und Pecorino, dann wieder Nudeln, Gemüse, Ruccola, Käse, dann wieder Nudeln. Obenauf wieder Käse und die paar Löffelchen Sahne. Und ab damit in den vorgeheizten Ofen, bis der Käse geschmolzen und die Oberfläche goldgelb ist.

Und da ich dann auch noch eine Schale braune Champignons gekauft hatte, hab ich noch ne schnelle Pilzsoße dazu gemacht. Pilze in Achtel schneiden, in der Pfanne anbraten, Knoblauch und Lauchzwiebeln hinein. Mit Pimenton de la vera würzen, mit Portwein ablöschen und etwas Hühnerbrühe dazu, salzen. Zum Servieren mit Butter binden.


Und das hat uns geschmeckt.
Der Herr Kampi scheint sich gerade so richtig dran zu gewöhnen, dass fleischlos auch gleich lecker bedeutet.Beim Einkauf heute in der Metro wollte er erst in die Fleischabteilung einfliegen, bemerkte aber dann so am Rande, dass wir ja gerade kein Fleisch essen.

Wenn das so weiter geht... dann hab ich am Ende der Fastenzeit noch so viele Ideen, die ich noch nicht verkocht und verbloggt habe.

Samstag, 12. Februar 2011

wie man Herrn Kampi glücklich macht...

Was denkt ihr?
Na mit was wohl?

Leute, es ist echt so einfach!
Ja klar, mit was schickem essbaren! Da krieg ich immer ein Grinsen in sein Gesicht.

Und es muss gar nicht soooooo aufwendig sein. Manchmal genügt was ganz einfaches. So mit ganz pobligen Zutaten.

Vielleicht mal wieder lecker Crostini? Ich glaub, die gefallen ihm.

Da mach ich ihm doch gleich mal eine Fetacreme. Aber ordentlichen Käse brauche ich dazu.
Gut, dass es nicht weit weg eine Hofkäserei gibt. Und gut, das meine Lieblingsgemüsehändlerin  auch eine gut bestückte Kühltheke mit genau jenem Käse hat. 


herrlich cremig und trotzdem würzig!
Das ist übrigens die Käserei, von der letztens schon der Quark mit dem liebevoll gestalteten Etikett kam.

...und wie geht jetzt die Creme?
...ganz easy:

In Öl eingelegte Tomaten ganz fein schneiden, etwas Zitronenzeste dazu, fein gehackten Knoblauch, geröstete Pinienkerne, ein paar Tröpfchen Olivenöl. Das ganze schön mit der Gabel zu ner Creme manschen. Alternativ kann man die Tomaten auch durch gehäutete, geröstete Paprika ersetzen. Und im Sommer tut dem ganzen auch etwas Basilikum gut. Und wer es gern scharf mag, würzt es noch mit Chili.

Da ich den Kampi aber außerordentlich lieb hab, gibts natürlich noch eine zweite Crostini-Variante.
Auch ganz easy!

Dafür einfach Mangoldstiele in feine Streifen schneiden und in einer Pfanne in Olivenöl anbraten. Nach etwa 4-5 Minuten die fein geschnittenen Mangoldblätter und eine gepresste Knoblauchzehe zufügen und weiterschmurgeln. Mit wenig Fleur der sel würzen.

Jetzt einfach nur die Weißbrotscheiben rösten. Ich mach das immer in der Pfanne, ohne Öl.

Zum Essen dann einfach etwas Olivenöl auf eine Scheibe träufeln, den Mangold drauf und etwas geriebenen Parmesan.



Der Herr Kampi hat es gar nicht recht in seinem Büro ausgehalten, so ein köstlicher Duft ist durch das ganze Haus gezogen. Da hat er schon mal den Rotwein geöffnet.


Und dann einfach nur genossen. Er konnte sich gar nicht entscheiden, welche von beiden Varianten nun die leckerste war.

Und dann hatte der Herr Kampi so ein richtig breites Grinsen auf dem Gesicht. Wisst ihr, so ein richtig glückliches breites Grinsen!!! Und der Herr junior auch!