...zumindest war das so mein Gedanke.
Herr Kampi war am Muttertagssonntag ordentlich eingespannt...beruflich. Somit hatte ich Muße und Gelegenheit meine liebe Mama zu bekochen.
Mit Kaninchenkeule, Petersilien-Pasta, grünem Spargel und Erbsen. Einfach und gut.
Ich hab den Tag mit ihr sehr genossen.
Ein wenig enttäuscht war Herr Kampi schon, als er gestresst nach Hause kam und kein gewohntes Mittagsmahl auf ihn wartete. Er konnte ja auch nicht ahnen, dass ich für den Abend noch ein Ass im Ärmel hatte.
Dieses Ass aus dem Ärmel war ein Kaninchenrücken.
Als Ablenkung vom Stress des Alltags durfte mein Schatz das Fleisch auslösen. Ihr wisst ja mittlerweile, dass er das mit Leidenschaft macht. Die Karkassen wanderten in den Suppentopf.
Das Filet wurde beiseite gestellt, die anhängenden Bauchlappen auch.
Vom Grilling am abend zuvor war noch ein Rest Fladenbrot übrig. Davon ein paar dünne Scheiben abschneiden...mit dem Nudelholz hab ich sie platt gewalzt. Paprika...gehäutet und fein gewürfelt.
Die Bauchlappen hat der Fleischwolf klein gekriegt.
Dazu kamen Paprikapulver, Thymian, Salz und Pfeffer. Die Masse wurde auf die nebeneinanderliegenden Brotscheiben gestreichen. Darauf das Filet, einmal eingeklappt. Schön einrollen. Das Fladenbrot war nicht ganz so optimal. Es krümelte schon sehr. Aber Toastbrot mag ich nicht...
Risotto! In meinem Kopf...und dann auch in meinem neuen Kupfertopf. Herrlich!
Für Risotto würde ich nen Mord begehen.
Damit es gut wird, braucht es nicht viel..
Vielleicht nur die gute original spanische Chorizo. Die von unseren Freunden. Mitgebracht aus Spanien.
Das Risotto wurde also mehr oder weniger wie immer angesetzt: Zwiebel anschwitzen, Knobi dazu, Reis in den Topf, glasig werden lassen...
...Chili dazu, ein paar Paprikawürfel. Gesalzen, abgelöscht mit Wein und mit Brühe aufgegossen. Gerührt. Am Anfang weniger, zum Ende hin mehr.
DIE Chorizo anbraten.
Tolle Qualität. Nix durchgeleiertes, sondern richtige Fleischbrocken. Toll gewürzt.
Die Krusteln nehm ich aus der Pfanne. Das Fett ist mir zu schade, um es zu entsorgen! Da ist ja sowas von Geschmack drin!!!
Also wurden die Brot-Fleisch-Rouladen darin angebraten. Ganz sanft. Nix darf verbrennen. Im Ofen garen die Röllchen sanft bis zu ihrer Vollendung und warten auf ihren Auftritt.
Derweil braten in der Pfanne noch ein paar Paprikawürfel um dann ins Risotto zu wandern.
Butter zum Reis und viel gehobelten Parmesan müssen noch untergemischt werden...und jetzt:
RÜHREN RÜHREN RÜHREN! Ganz wichtig für das Risotto-Finish!
Auf dem Teller kamen dann noch Kerbel-Pesto (Kerbel, Olivenöl, Zitronensaft und -Zeste, Salz) und geröstete Pinienkerne dazu. Und schön die Chorizo-Krusteln drumherum verteilen!
Herrlich wars.
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Samstag, 18. Mai 2013
Mittwoch, 14. März 2012
nein...Vegetarier werd ich nicht!
Labels:
Frühling,
Gemüse,
Kaninchen,
Kartoffeln,
Sonntags
Ich kann das nicht wirklich...
Auf Dauer auf Fleisch verzichten? Niemals.
Wie konnte ich nur dieses Jahr wieder auf die Idee kommen? Von Aschermittwoch bis Ostern kein Fleisch? Menno.
Dabei könnte ich grad jetzt reinbeißen...
...in die schönen Kaninchen-Frikadellen und das -Filet
Bin ich denn bescheuert? Ich koch hier lecker Fleischsachen, mit dem besten, was der Vorrat hergibt und verzichte freiwillig drauf? Schaue zu?
Habt ihr ne Ahnung wie man sich dabei fühlt? Wie es ist, nach einem kreativen Kochvorgang einfach nur im Gemüse rumzupieken?
Es ist ja nicht so, dass das nicht lecker ist.
Kohlrabi in Würfel hab ich geschnitten. Und sie mariniert in Zucker und Salz. So wie es Stefan Marquart macht. Nachdem sie dann ne Stunde vor sich hingezogen haben, einfach in einer Pfanne mit Butter sanft bissfest gedünstet. Dann die zarten Kohlrabiblättchen einfach in Streifen geschnitten untergehoben.
Die Möhren mit dem Sparschäler zu "Nudeln" gehobelt, sanft gedämpft, gesalzen und mit Zitronenzeste ebenfalls in Butter warmgeschwenkt.
Ja und die Kräuterkartoffelwürfel sind auch nicht schlecht! Schön goldgelb. Aus rohen Kartoffeln einfach in der Pfanne ausgebraten...
Aber ich seh meine Männer vor ihren Tellern grinsen und genüsslich ins Fleisch reinbeißen! Mir tropft der Zahn!
Das Kaninchenfilet sieht wirklich sooooo schön aus.
Weißbrot hab ich in kleine Würfel geschnitten und mit feinen Schnittlauchröllchen gemischt. Das Fleisch nur mit Salz gewürzt, in Ei gewälzt, mit der Panade versehen und in Butter sanft ausgebraten, bis sich die Brotwürfel mit der ganzen Butter vollgesaugt haben und schön knusprig sind. Im Ofen bei ganz milder Hitze nur warmhalten, bis der Rest fertig ist.
Die beiden Nierchen hab ich dann einfach noch kurz in das heiße Fett gegeben und angeschwenkt.
Und da wären ja auch noch die Buletten!
Dafür hab ich die Bauchlappen gewolft. Die waren nicht so mager, wie bei den Kaninchen, die es im Supermarkt gibt. Gleich noch eine Zwiebel mit durch den Wolf gejagt. Semmelbrösel und Ei dazu und die ganze Masse mit gemahlener Koriandersaat und fein geschnittener Petersilie gewürzt. Abschmecken war etwas schwierig, ich hab mich da auf mein Gefühl verlassen müssen.
In einer Pfanne hab ich die leicht platt gedrückten Kügelchen ohne Fett gebraten.
Zumindest blieb mir ja noch die Sauce...die hab ich mir genehmigt.
Die Karkasse des Kaninchens hab ich in Hühnerbrühe mit einigen Möhrenstückchen ausgekocht und dann passiert. In einer Sauteuse eine Schalotte angeschwitzt, mit Weißwein und ein wenig weißem Port abgelöscht und die Brühe zugegeben. Schön sanft einreduzieren. Kurz vor dem Servieren kam eine ordentliche Portion Senf dazu und das ganze wurde mit Butter gebunden und schön schaumig aufgeschlagen.
Und jetzt hätte ich bitte Mitleid!
Auf Dauer auf Fleisch verzichten? Niemals.
Wie konnte ich nur dieses Jahr wieder auf die Idee kommen? Von Aschermittwoch bis Ostern kein Fleisch? Menno.
Dabei könnte ich grad jetzt reinbeißen...
...in die schönen Kaninchen-Frikadellen und das -Filet
Bin ich denn bescheuert? Ich koch hier lecker Fleischsachen, mit dem besten, was der Vorrat hergibt und verzichte freiwillig drauf? Schaue zu?
Habt ihr ne Ahnung wie man sich dabei fühlt? Wie es ist, nach einem kreativen Kochvorgang einfach nur im Gemüse rumzupieken?
Es ist ja nicht so, dass das nicht lecker ist.
Kohlrabi in Würfel hab ich geschnitten. Und sie mariniert in Zucker und Salz. So wie es Stefan Marquart macht. Nachdem sie dann ne Stunde vor sich hingezogen haben, einfach in einer Pfanne mit Butter sanft bissfest gedünstet. Dann die zarten Kohlrabiblättchen einfach in Streifen geschnitten untergehoben.
Die Möhren mit dem Sparschäler zu "Nudeln" gehobelt, sanft gedämpft, gesalzen und mit Zitronenzeste ebenfalls in Butter warmgeschwenkt.
Ja und die Kräuterkartoffelwürfel sind auch nicht schlecht! Schön goldgelb. Aus rohen Kartoffeln einfach in der Pfanne ausgebraten...
Aber ich seh meine Männer vor ihren Tellern grinsen und genüsslich ins Fleisch reinbeißen! Mir tropft der Zahn!
Das Kaninchenfilet sieht wirklich sooooo schön aus.
Weißbrot hab ich in kleine Würfel geschnitten und mit feinen Schnittlauchröllchen gemischt. Das Fleisch nur mit Salz gewürzt, in Ei gewälzt, mit der Panade versehen und in Butter sanft ausgebraten, bis sich die Brotwürfel mit der ganzen Butter vollgesaugt haben und schön knusprig sind. Im Ofen bei ganz milder Hitze nur warmhalten, bis der Rest fertig ist.
Die beiden Nierchen hab ich dann einfach noch kurz in das heiße Fett gegeben und angeschwenkt.
Und da wären ja auch noch die Buletten!
Dafür hab ich die Bauchlappen gewolft. Die waren nicht so mager, wie bei den Kaninchen, die es im Supermarkt gibt. Gleich noch eine Zwiebel mit durch den Wolf gejagt. Semmelbrösel und Ei dazu und die ganze Masse mit gemahlener Koriandersaat und fein geschnittener Petersilie gewürzt. Abschmecken war etwas schwierig, ich hab mich da auf mein Gefühl verlassen müssen.
In einer Pfanne hab ich die leicht platt gedrückten Kügelchen ohne Fett gebraten.
Zumindest blieb mir ja noch die Sauce...die hab ich mir genehmigt.
Die Karkasse des Kaninchens hab ich in Hühnerbrühe mit einigen Möhrenstückchen ausgekocht und dann passiert. In einer Sauteuse eine Schalotte angeschwitzt, mit Weißwein und ein wenig weißem Port abgelöscht und die Brühe zugegeben. Schön sanft einreduzieren. Kurz vor dem Servieren kam eine ordentliche Portion Senf dazu und das ganze wurde mit Butter gebunden und schön schaumig aufgeschlagen.
Und jetzt hätte ich bitte Mitleid!
Sonntag, 26. Juni 2011
oooooh neeeee...nicht schon wieder Couscous!
Da frag ich schon mal meine Familie, was denn die Wunschbeilage zum Kaninchenbraten am Sonntag sein solle, und dann das. Couscous...da waren sich Vater und Sohn mal einig. dabei wollte ich doch extra Abwechslung...sonst würde ich doch nicht fragen!
Couscous? Schon wieder? Das dritte Mal hintereinander?
Na gut, wenn es denn sein muss.
Der Kaninchenbraten bestand diesmal aus den zwei restlichen Keulen und einer von Herrn Kampi liebevoll zusammengebastelten und verschnürten Rolle aus den Innereien und den Bauchlappen von einem Bauernkaninchen. Die Teile hatte ich noch im TK.
So ein Kaninchen von einem Bauern ist schon was ganz anderes als die zarten Turbozwerge, die man im Handel bekommt.
Das hat noch ordentlich Gewicht und dementspechend natürlich auch etwas mehr Fett. Aber auch ein vielfaches an Geschmack! Und beim Braten wird das auch nie und nimmer trocken! (es sei denn es treibt sich über mehrere Tage im heißen Backofen rum!)
Gewürzt hab ich es mit einer Mischung aus verschiedenen Pfeffersorten, etwas Macis und Piment sowie Salz. Rundrum einfach nur anbraten. In der gleichen Pfanne ein paar Zwiebelstreifen und reichlich Knoblauch angehen lassen, etwas klein gewürfelte Möhre und Sellerie aus dem Salz (sowas hab ich im Vorrat), mit Weißwein ablöschen und mit Hühnerfond (auch aus dem Vorrat) angießen, das Fleisch obenauf legen und für etwa 2 Stunden bei milder Hitze in den Ofen schieben.
Jetzt hatte ich Zeit zu überlegen, was ich da noch so dazuanstellen reichen könnte.
Da kamen mir die kleinen Vogelkirschen ganz recht, die ich gestern nachmittag mit Herrn Kampi auf der Kirschallee im Nachbardorf pflücken war. Die sind ganz klein, etwas größer als Johannisbeeren und enthalten mehr Kern als Fruchtfleisch. Und sie müssen absolut reif sein, sonst sind sie bitter.
Und gerade weil sie so reif sein müssen ist die Sauerei beim entsteinen natürlich dementsprechend. Aber ich hatte nur eine Hand voll. Madig waren sie, im Gegensatz zu den anderen Kirschen, die wir noch gepflückt hatten, eher weniger.
Im Moment koche ich ja sehr gerne mit Früchten. Ich finde das fruchtige einen sehr schönen Ausgleich zu Bratengerichten...ist ja im Prinzip ähnlich wie der Rotkohl im Winter zu den deftigen Schmorgerichten.
Ich hab die kleinen roten Kullerchen (weißt ja jetzt, was das ist Marija!) einfach nur in einem Karamell mit Chili geschwenkt und mit Cherry Lady abgelöscht. (fällt mir doch gleich der Dieter ein dabei)
Ich kannte dasGesöff Getränk bis gestern noch nicht. Ich hab es im Supermarkt entdeckt, als ich auf der Suche nach etwas zum Ablöschen und Aufgießen für mein Kirsche-Essig-Reduktion-Experiment war. Laut Beschreibung eine Mischung aus gehaltvollem Rotwein und fruchtigem Sauerkirschsaft., was an Aroma und Farbstoff noch enthalten sein könnte, verschwiegt das Etikett.
Kurz vor dem Servieren hab ich noch etwas Butter untergezogen. Das ist im Prinzip die selbe Zubereitung wie die Aprikosen letzten Sonntag...kochen ist ja so einfach.
Die Zubereitung des Couscous ist dann auch noch total easy. Ein Teil Wasser aufkochen, salzen, ein Teil Couscous zugeben und etwa 7 Minuten quellen lassen. Dann etwas Butter unterheben...im Prinzip schon fertig.
Ich hab dann noch etwas feingeschnittenes grünes Zwiebellauch und eine Hand voll geröstete Cashew-Kerne untergehoben. Abgeschmeckt hab ich mit ein wenig Rosensalz (getrocknete Rosenblätter und grobes Salz in einem Verhältnis 1:4 mörsern oder mahlen).
Und weil ja Musik immer gut ist, möchte ich euch diese drei Lolli lutschenden durchgeknallten natürlich nicht vorenthalten!
Gut gemacht Jungs! Ihr habt Starpotenzial! Dabei ist alles!
Couscous? Schon wieder? Das dritte Mal hintereinander?
Na gut, wenn es denn sein muss.
Der Kaninchenbraten bestand diesmal aus den zwei restlichen Keulen und einer von Herrn Kampi liebevoll zusammengebastelten und verschnürten Rolle aus den Innereien und den Bauchlappen von einem Bauernkaninchen. Die Teile hatte ich noch im TK.
So ein Kaninchen von einem Bauern ist schon was ganz anderes als die zarten Turbozwerge, die man im Handel bekommt.
Das hat noch ordentlich Gewicht und dementspechend natürlich auch etwas mehr Fett. Aber auch ein vielfaches an Geschmack! Und beim Braten wird das auch nie und nimmer trocken! (es sei denn es treibt sich über mehrere Tage im heißen Backofen rum!)
Gewürzt hab ich es mit einer Mischung aus verschiedenen Pfeffersorten, etwas Macis und Piment sowie Salz. Rundrum einfach nur anbraten. In der gleichen Pfanne ein paar Zwiebelstreifen und reichlich Knoblauch angehen lassen, etwas klein gewürfelte Möhre und Sellerie aus dem Salz (sowas hab ich im Vorrat), mit Weißwein ablöschen und mit Hühnerfond (auch aus dem Vorrat) angießen, das Fleisch obenauf legen und für etwa 2 Stunden bei milder Hitze in den Ofen schieben.
Jetzt hatte ich Zeit zu überlegen, was ich da noch so dazu
Da kamen mir die kleinen Vogelkirschen ganz recht, die ich gestern nachmittag mit Herrn Kampi auf der Kirschallee im Nachbardorf pflücken war. Die sind ganz klein, etwas größer als Johannisbeeren und enthalten mehr Kern als Fruchtfleisch. Und sie müssen absolut reif sein, sonst sind sie bitter.
Und gerade weil sie so reif sein müssen ist die Sauerei beim entsteinen natürlich dementsprechend. Aber ich hatte nur eine Hand voll. Madig waren sie, im Gegensatz zu den anderen Kirschen, die wir noch gepflückt hatten, eher weniger.
Im Moment koche ich ja sehr gerne mit Früchten. Ich finde das fruchtige einen sehr schönen Ausgleich zu Bratengerichten...ist ja im Prinzip ähnlich wie der Rotkohl im Winter zu den deftigen Schmorgerichten.
Ich hab die kleinen roten Kullerchen (weißt ja jetzt, was das ist Marija!) einfach nur in einem Karamell mit Chili geschwenkt und mit Cherry Lady abgelöscht. (fällt mir doch gleich der Dieter ein dabei)
Ich kannte das
Kurz vor dem Servieren hab ich noch etwas Butter untergezogen. Das ist im Prinzip die selbe Zubereitung wie die Aprikosen letzten Sonntag...kochen ist ja so einfach.
Die Zubereitung des Couscous ist dann auch noch total easy. Ein Teil Wasser aufkochen, salzen, ein Teil Couscous zugeben und etwa 7 Minuten quellen lassen. Dann etwas Butter unterheben...im Prinzip schon fertig.
Ich hab dann noch etwas feingeschnittenes grünes Zwiebellauch und eine Hand voll geröstete Cashew-Kerne untergehoben. Abgeschmeckt hab ich mit ein wenig Rosensalz (getrocknete Rosenblätter und grobes Salz in einem Verhältnis 1:4 mörsern oder mahlen).
Und weil ja Musik immer gut ist, möchte ich euch diese drei Lolli lutschenden durchgeknallten natürlich nicht vorenthalten!
Gut gemacht Jungs! Ihr habt Starpotenzial! Dabei ist alles!
Montag, 21. Februar 2011
...von der aktiven Sonne; Hamstern, die aus waren und merkwürdigen Dingen...aber lecker gegessen wurde trotzdem
Im Moment ist unsere Sonne sehr aktiv.
Nicht das man das jetzt sehen würde, sie scheint normal wie immer, mal mehr,mal meist weniger.
Aber dennoch ist sie äußerst aktiv. Im Moment gibt es enorm viele und starke Sonneneruptionen, die letzte Woche schon Störungen beim Radioempfang in China zur Folge hatten. Hab ich gelesen.
Und Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie auch bei uns Auswirkungen z.B. auf das Stromnetz haben werden und auch das Navi beeinflussen könnten.
Also passt doch im Moment bitte etwas mehr auf, wenn ihr in fremden Gegenden unterwegs seid. Nicht das euer TOM-TOM oder wathever euch noch in einen Fluss leitet.Oder ihr am Ende noch in der tiefsten sächsischen Provinz landet, obwohl ihr nach Hamburg oder so wolltet.
In einigen Foren (z.B. hier) wurde schon diskutiert, ob man denn eventuell seine Vorräte aufstocken solle. So Hamsterkäufe oder so, um gegen alle Eventualitäten wenigstens für kurze Zeit gerüstet zu sein.
Dem kann sich natürlich auch die Familie Kampi nicht verschließen.
So sind der Herr Kampi und ich in die Metro gedüst. Zum Hamster kaufen. Aber die waren da schon alle aus. Also hat die Meldung schon die tiefste sächsische Provinz erreicht, dachte ich.
Also keine Hamster, aber was dann? Es müsste ja mindestens so viel sein, das wirübers Wochenende über den Sonntag kämen. (Gut das es keine Hamster gab! Denn wieviel braucht man wohl, um den Herrn Kampi und mich satt zu bekommen?)
Also was adäquates zum Hamster wird gesucht. Murmeltier? Ist wohl mehr dran als am Hamster. Aber Murmeltiere waren auch schon aus. Nur noch Kaninchen lagen in der Kühltruhe. Also ein Kaninchen.
Ab damit in den Einkaufswagen, zur Kasse und dann schnell nach Hause. Man weiß ja nie, was da unterwegs so passieren könnte.
Normalerweise sind die Kaninchen, die ich vom Bauern immer so bekomme, mindestens 2,5 Kilo schwer. Das Tierchen, was dann so in meiner Küche lag war ein edler Franzose mit zarten 1,3 Kilo.
Und was mach ich jetzt daraus?
Eigentlich schwebte mir ja ein Kaninchen a la Bouillabaisse vor. Doch ich wusste nicht, ob die Flieger überhaupt noch nach Spanien fliegen, damit ich mir etwas Safran besorgen könnte. Den kriegste ja in der sächsischen Provinz nicht so ohne weiteres. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.
Aber Äpfel kriegste hier. Also hab ich mich auf ein Rezept besonnen, was schon sehr lange in meiner Küchenkladde rumgeistert. Und was natürlich schon oft gekocht wurde, wie die Seite auf der es niedergeschrieben wurde auch verrät.
Und was die Seite auch noch verrät, das Gericht ist sehr fettig, sprich nicht unbedingt schlank und kalorienarm. Aber ein wenig werde ich es in die Moderne transformieren (transferieren? transportieren?). Müssen.
Ja ich kann wirklich kaum noch lesen, was ich damals geschrieben habe. Die Seite ist mit Fettspritzern übersät. Aber ich weiß ja ungefähr wie es geht.
Wir kochen also:
Nicht das man das jetzt sehen würde, sie scheint normal wie immer, mal mehr,
Aber dennoch ist sie äußerst aktiv. Im Moment gibt es enorm viele und starke Sonneneruptionen, die letzte Woche schon Störungen beim Radioempfang in China zur Folge hatten. Hab ich gelesen.
Und Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie auch bei uns Auswirkungen z.B. auf das Stromnetz haben werden und auch das Navi beeinflussen könnten.
Also passt doch im Moment bitte etwas mehr auf, wenn ihr in fremden Gegenden unterwegs seid. Nicht das euer TOM-TOM oder wathever euch noch in einen Fluss leitet.Oder ihr am Ende noch in der tiefsten sächsischen Provinz landet, obwohl ihr nach Hamburg oder so wolltet.
In einigen Foren (z.B. hier) wurde schon diskutiert, ob man denn eventuell seine Vorräte aufstocken solle. So Hamsterkäufe oder so, um gegen alle Eventualitäten wenigstens für kurze Zeit gerüstet zu sein.
Dem kann sich natürlich auch die Familie Kampi nicht verschließen.
So sind der Herr Kampi und ich in die Metro gedüst. Zum Hamster kaufen. Aber die waren da schon alle aus. Also hat die Meldung schon die tiefste sächsische Provinz erreicht, dachte ich.
Also keine Hamster, aber was dann? Es müsste ja mindestens so viel sein, das wir
Also was adäquates zum Hamster wird gesucht. Murmeltier? Ist wohl mehr dran als am Hamster. Aber Murmeltiere waren auch schon aus. Nur noch Kaninchen lagen in der Kühltruhe. Also ein Kaninchen.
Ab damit in den Einkaufswagen, zur Kasse und dann schnell nach Hause. Man weiß ja nie, was da unterwegs so passieren könnte.
Normalerweise sind die Kaninchen, die ich vom Bauern immer so bekomme, mindestens 2,5 Kilo schwer. Das Tierchen, was dann so in meiner Küche lag war ein edler Franzose mit zarten 1,3 Kilo.
Und was mach ich jetzt daraus?
Eigentlich schwebte mir ja ein Kaninchen a la Bouillabaisse vor. Doch ich wusste nicht, ob die Flieger überhaupt noch nach Spanien fliegen, damit ich mir etwas Safran besorgen könnte. Den kriegste ja in der sächsischen Provinz nicht so ohne weiteres. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.
Aber Äpfel kriegste hier. Also hab ich mich auf ein Rezept besonnen, was schon sehr lange in meiner Küchenkladde rumgeistert. Und was natürlich schon oft gekocht wurde, wie die Seite auf der es niedergeschrieben wurde auch verrät.
| "neues" Kochbuch liegt auf alter Küchenkladde |
Ja ich kann wirklich kaum noch lesen, was ich damals geschrieben habe. Die Seite ist mit Fettspritzern übersät. Aber ich weiß ja ungefähr wie es geht.
Wir kochen also:
Kaninchen mit Äpfeln, Zwiebeln und etwas Speck
Dazu lassen wir uns das Tier erst mal vom Herrn Kampi in Stücke teilen. Ihr habt keinen Herrn Kampi? Dann müsst ihr es wohl selbst zerteilen, weil der Herr Kampi kann ja grad nicht weg. Man weiß ja nie! Dann kommt der nicht wieder, weil das Navi ihn vielleicht nach Honolulu oder weiß der Geier hinschickt.
Die zarten Rückenstücke hab ich mit Speck umwickelt und zusammengebunden. Laut Rezept kommt zwar noch mehr Speck dran, aber mir reicht das eigentlich aus. Wird so schon fettig genug und das zarte Tier kommt mit weniger Speckaroma bestimmt ganz gut zurecht.
Die zarten Rückenstücke hab ich mit Speck umwickelt und zusammengebunden. Laut Rezept kommt zwar noch mehr Speck dran, aber mir reicht das eigentlich aus. Wird so schon fettig genug und das zarte Tier kommt mit weniger Speckaroma bestimmt ganz gut zurecht.
| Klöppelarbeit am Fleisch |
Dann pellst du Äpfel und Zwiebeln (für das kleine Tier etwa je 180-200 Gramm) und schneidest sie in grobe Stücke. Das Fleisch wird gesalzen und gepfeffert und in Olivenöl angebraten. Wenn es schön Farbe genommen hat, wird es aus dem Bräter genommen und die Äpfel und Zwiebeln angeschwitzt, zusammen mit 2 Zehen Knoblauch. Jetzt hab ich mit Calvados abgelöscht, was das Original-Rezept auch nicht vorsah. Dann 100ml (oder mehr) Weißwein aufgießen und dann 250ml Geflügelfond dazu. Das Fleisch jetzt einlegen und ab damit in den Ofen.
Laut Küchenkladde bei 200°C etwa 1Stunde. Ich hab die Hitze etwas reduziert und auch die Schmorzeit auf 45 Minuten verkürzt, was vollkommen ausreichend war. Laut Original wird eine viertel Stunde vor Bratende noch 150ml Sahne zugefügt. Das hab ich erstmal weggelassen.
Nachdem das Fleisch butterzart war, hab ich es aus der Flüssigkeit gehoben und im Ofen warmgehalten. Die Sauce durch ein Sieb in eine Sauteuse umgefüllt und dabei auch etwas von den Äpfeln und Zwiebeln mit durchgedrückt. Geht auch in der flotten Lotte, bekommt dabei aber einen rustikaleren Touch. Zu dieser Sauce hab ich dann nur ein klein wenig Sahne gegeben und das ganze einreduzieren lassen. Kurz vor dem Servieren zwei Löffel saure Sahne untergerührt und mit etwa 3-4Esslöffel groben Senf (den guten Regisseur-Senf - wie der Herr Kampi zu sagen pflegt) und etwas Calvados abgeschmeckt. Dann dem Fleisch unter dem Grill noch einmal etwas schöne goldgelbe Farbe verleihen, da das Schmoren es etwas blass aussehen lässt. In der Küchenkladde steht noch, dass zum Servieren ordentlich Kresse untergemischt werden sollte. Hatte ich aber nicht. Gab es nicht! Vielleicht wächst die gerade sehr schlecht? Wegen der Sonneneruptionen.
Das mussten dann halt die Beilagen rausreißen.
Laut Küchenkladde bei 200°C etwa 1Stunde. Ich hab die Hitze etwas reduziert und auch die Schmorzeit auf 45 Minuten verkürzt, was vollkommen ausreichend war. Laut Original wird eine viertel Stunde vor Bratende noch 150ml Sahne zugefügt. Das hab ich erstmal weggelassen.
Nachdem das Fleisch butterzart war, hab ich es aus der Flüssigkeit gehoben und im Ofen warmgehalten. Die Sauce durch ein Sieb in eine Sauteuse umgefüllt und dabei auch etwas von den Äpfeln und Zwiebeln mit durchgedrückt. Geht auch in der flotten Lotte, bekommt dabei aber einen rustikaleren Touch. Zu dieser Sauce hab ich dann nur ein klein wenig Sahne gegeben und das ganze einreduzieren lassen. Kurz vor dem Servieren zwei Löffel saure Sahne untergerührt und mit etwa 3-4Esslöffel groben Senf (den guten Regisseur-Senf - wie der Herr Kampi zu sagen pflegt) und etwas Calvados abgeschmeckt. Dann dem Fleisch unter dem Grill noch einmal etwas schöne goldgelbe Farbe verleihen, da das Schmoren es etwas blass aussehen lässt. In der Küchenkladde steht noch, dass zum Servieren ordentlich Kresse untergemischt werden sollte. Hatte ich aber nicht. Gab es nicht! Vielleicht wächst die gerade sehr schlecht? Wegen der Sonneneruptionen.
Das mussten dann halt die Beilagen rausreißen.
Ich hab mich für ein Graupenrisotto entschieden. Ich finde, wenn die modern interpretiert werden, passen die äußerst gut zu so einem rustikalo-modernem Gericht.
Geht ja im Prinzip genauso wie ein normales Risotto. Schalotten, Möhren und Stangensellerie in ganz feine Würfel schneiden, in Butter anschmurgeln, salzen, mit Wein ablöschen, Brühe auffüllen und warten, rühren, aufgießen...warten, rühren, aufgießen...
Dauert allerdings etwa dreimal so lange wie ein normales Risotto!
Zum Schluss dann eine kleine Handvoll Parmesan unterrühren. Auf die Butter hab ich verzichtet, die brauchte es auch nicht unbedingt, da ich das ganze nicht ganz so schlotzig, sondern eher kernig haben wollte.
Da mir in der Sauce ein wenig der Apfelgeschmack fehlte, gab es als Beilage dann karamellisierte Apfelscheiben , die ich mit Calvados abgelöscht und mit etwas Kräutersalz gewürzt habe.Und ein paar Scheiben Rote Bete,mit reichlich Meerrettich drüber!!!!
Das Fleisch war überaus zart, viel vom Knochen, ohne trocken zu sein. Selbst die Rückenfilets waren noch ganz saftig. Nur leider habe ich den typischen Kaninchengeschmack vermisst, den wir eigentlich so sehr mögen. Wahrscheinlich war das Tier einfach noch zu klein. Mit einem größeren, kräftigeren wird das sicher mal wiederholt werden.
Und dann mach ich den Meerrettich auch gleich zu den Graupen dazu, dass passt wunderbar!
Und jetzt muss ich aber wieder überlegen, was ich in den nächsten Tage so aus meinem Vorrat zaubern könnte. Man weiß ja nie, wann die Sonneneruptionen sich bei uns bemerkbar machen. Gestern sprang ja unser Auto schon nicht mehr an, auf unerklärliche Weise...
Das Fernsehen meiner Schwiegereltern ging nicht mehr, das Handy war für kurze Zeit verschwunden, um dann später zwischen den Waschmitteln wieder aufzutauchen...
Der Herr junior wollte trotz Ferien nach Hause und nicht mehr bei der Oma abhängen, bei der er sonst am liebsten seine Zeit verbringt...
In der ganzen Stadt waren heute kaum Leute unterwegs...
| ein wenig Salz noch... |
Das Fleisch war überaus zart, viel vom Knochen, ohne trocken zu sein. Selbst die Rückenfilets waren noch ganz saftig. Nur leider habe ich den typischen Kaninchengeschmack vermisst, den wir eigentlich so sehr mögen. Wahrscheinlich war das Tier einfach noch zu klein. Mit einem größeren, kräftigeren wird das sicher mal wiederholt werden.
Und dann mach ich den Meerrettich auch gleich zu den Graupen dazu, dass passt wunderbar!
Und jetzt muss ich aber wieder überlegen, was ich in den nächsten Tage so aus meinem Vorrat zaubern könnte. Man weiß ja nie, wann die Sonneneruptionen sich bei uns bemerkbar machen. Gestern sprang ja unser Auto schon nicht mehr an, auf unerklärliche Weise...
Das Fernsehen meiner Schwiegereltern ging nicht mehr, das Handy war für kurze Zeit verschwunden, um dann später zwischen den Waschmitteln wieder aufzutauchen...
Der Herr junior wollte trotz Ferien nach Hause und nicht mehr bei der Oma abhängen, bei der er sonst am liebsten seine Zeit verbringt...
In der ganzen Stadt waren heute kaum Leute unterwegs...
Alles äußerst merkwürdig.
Montag, 29. November 2010
Omas Familienrezept, passend zum ersten Advent
Labels:
Gemüse,
Kaninchen,
Kartoffeln,
Sauerkraut,
Sonntagsbraten
So, heute mal was traditionelles. Nix Schäumchen oder Sößchen oder so....richtig rustikal.
Ein Rezept aus der Familie des Herrn Kampi. Und ein wenig aus der Familiengeschichte noch dazu.
Also heute mal der Kaninchenbraten nach Art der Oma Moorie.
Aber vielleicht erst mal zur Familiengeschichte. Die Wurzeln des Herrn Kampi liegen in Österreich.
Sein Großvater kam in den Wirren des Krieges zu uns in die Oberlausitz, weil hier Granit (immer noch) abgebaut wird. Und Arbeitskräfte wurden zur damaligen Zeit immer gebraucht. Deshalb kam er mit seiner böhmischen Frau in unsere Gegend. Es kamen 5 Kinder auf die Welt, die von dem bescheidenen Verdienst ernährt werden mussten. Also wurden auch Kaninchen gezogen. Ein preiswertes Nahrungsmittel, was durchaus auch mit andern Sachen zu etwas leckerem ergänzt werden konnte. Die Kaninchen wurden mit trocken Brot, Kartoffeln und Resten aus der Küche, wie Möhrenschalen oder Haferflocken wohl genährt. Das ergab dann ein Sonntagsgericht, welches sich fast von allein im Backofen garte.
Und damit alle satt wurden, wurde gelegentlich auch noch etwas Schweinefleisch mitgegart.
Das Kaninchen wurde in Stücke geteilt und meist zwei-drei Stunden im Ofen geschmort. Das hatte natürlich zur Folge, dass die zarten Stücke, wie Rücken oder auch Vorderläufchen total trocken und regelrecht zergart waren. Darauf kam es aber nicht an, Hauptsache alle waren satt. Dazu gab es böhmische Knödel und Sauerkraut, welchem kurz vor dem Servieren noch feingehackte rohe Zwiebel und viel Majoran untergemischt wurde.
Leider habe ich die gute Oma nicht mehr kennengelernt, ist sie doch schon vor über 25 Jahren verstorben. Aber einige ihrer Rezepte leben in der Familie Kampi weiter. Sie muss eine sehr gute Köchin und geschickte Haushälterin gewesen sein. Schaffte sie es doch mit ihren bescheidenen Mitteln immer etwas leckres auf den Tisch zu bringen und die riesige Kinderschar samt Schwiegerkindern und Enkeln satt zu kriegen. Der Herr Kampi, seine Eltern und auch die anderen Verwandten schwärmen heute noch!
Und am meisten wirklich vom Kaninchenbraten. Das Rezept ist auch fast das einzige, was in der ganzen Familie noch gekocht wird. Die anderen Rezepte, wie die legendären Plätzchen aber auch die Knödel beherrscht nur noch eine Tante des Herrn Kampi, die uns, meist zur Weihnachtszeit dann mit den Köstlichkeiten beglückt. Sie hat das von ihrer Schwiegermutter noch erlernen dürfen. Ich hoffe ja immer noch darauf, dass ich irgendwann mal in den Genuss komme, diese traditionellen Rezepte zu erhalten und aufzuschreiben.
Ich habe das Kaninchen schon einige Jahre nicht mehr so gekocht. Und da ja der erste Advent anstand, hielt ich es für gegeben, das alteRezept mal wieder hervorzukramen und etwas in die Moderne zu holen. Aber ich wollte schon den eigentlichen Charakter des Gerichts bewahren.
Ich habe kein ganzes Kaninchen gekauft, sondern nur die Keulen. So konnte ich sicher sein, dass das Fleisch gleichmäßig gart.
Die Keulen werden in einer Schüssel mit Senf und Kümmel mariniert, so lange, bis das Gemüse in feine Würfel geschnitten ist. Zwei Zwiebeln, 2 Möhren, ein Stück Sellerieknolle (nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig, der Sellerie macht einen Teil des typischen Geschmacks aus!), etwas Petersilienwurzel.
Eigentlich wollte ich das Fleisch noch sanft etwas anbraten. Da aber der Senf recht schnell am Boden anhing und bitter zu werden drohte, hab ich den Versuch abgebrochen und den Bräter gereinigt und wieder auf die Flamme gestellt. Dann habe ich einige Speckstreifen ausgelassen und das Gemüse darin leicht angeschmort. dann noch drei Zehen Knoblauch kleingeschnitten und mit den mit Salz und Pfeffer gewürzten Keulen auf das Gemüse gesetzt. Etwas Fleischbrühe angegossen und dann bei sanfter Hitze ca. 1-1 1/2Stunden in den Ofen geschoben. Kein Wein angegossen, nix... so original wie möglich.
Wie schon erwähnt gab es dazu bei der alten Moorie hausgemachte böhmische Knödel, traditionell in einem Küchentuch eingerollt gedämpft und mit dem Faden geschnitten, auf die dann das schöne goldene Fett geträufelt wurde. Da die Kaninchen heute nicht mehr so fett gezüchtet werden und wir ja auch alle etwas gesundheitsbewusster essen, haben wir auf diesen Teil der Tradition sehr gerne verzichtet.
Ich habe mich entschieden ein Kartoffel-Sellerie-Pürree dazuzureichen.
Und ich habe seit ewigen Zeiten mal wieder Sauerkraut auf den Tisch gebracht. Eigentlich wollte ich dafür ja richtig frisches Kraut vom Fass kaufen. Habe ich aber leider bei meinem freitäglichen Wochenmarktbesuch total vergessen.
So musste ich wohl oder übel auf ein Weinkraut aus der Dose zurückgreifen. Beim Öffnen war ich schon etwas enttäuscht, das es schon so weich gegart war. Aber es hatte einen sehr milden Geschmack. So habe ich in ein paar ausgelassenen Speckwürfeln eine fein geschnittene Zwiebel angeschwitzt und dann Würfel von einem schönen festen Gala-Apfel dazugegeben. Dann dasKkraut nur heiß werden lassen und reichlich getrockneten Majoran unterrühren.
In der Zwischenzeit waren dann auch meine Kaninchenkeulen gar. Ich hab sie im Ofen warmgestellt und die Sauce samt Gemüse durch die flotte Lotte gedreht. Dadurch bekam ich eine schöne, fast breiige Sauce, die nur noch etwas Salz und Pfeffer brauchte.
Da ich aber auch nicht ganz auf etwas Firlefanz verzichten wollte, habe ich gleichzeitig mit den Keulen auch eine Pfanne mit in Monde ausgestochenen Sellerie-Scheiben gegeben, die mit Rosmarin und Pfefferkörnern in Olivenöl konfiert wurden. Das Rezept stammt von Alexander Herrmann und wurde in der letzten Ausgabe der Essen&Trinken veröffentlicht.
Besonderen Wert habe ich auf das Anrichten gelegt. Aus dem Pürree wurden Nocken geformt und das Kraut in einen Ring gegeben, damit es besonders hübsch und nicht zu rustikal aussieht.
Und was soll ich sagen, der Herr Kampi fühlte sich ein wenig in seine Kindheit versetzt. Er sagte, die gut Moorie wäre bestimmt stolz auf mich.Im Nachhinein hatte sich das Dosenkraut als ein richtiges Híghlight rausgestellt.
Und da noch etwas übrig war und so gute alte Sachen aufgewärmt fast noch besser schmecken, haben wir heute zum Montag noch einmal ein festliches Mahl gehabt. Und in Gedanken war die gute Oma bei uns!
Ein Rezept aus der Familie des Herrn Kampi. Und ein wenig aus der Familiengeschichte noch dazu.
Also heute mal der Kaninchenbraten nach Art der Oma Moorie.
Aber vielleicht erst mal zur Familiengeschichte. Die Wurzeln des Herrn Kampi liegen in Österreich.
Sein Großvater kam in den Wirren des Krieges zu uns in die Oberlausitz, weil hier Granit (immer noch) abgebaut wird. Und Arbeitskräfte wurden zur damaligen Zeit immer gebraucht. Deshalb kam er mit seiner böhmischen Frau in unsere Gegend. Es kamen 5 Kinder auf die Welt, die von dem bescheidenen Verdienst ernährt werden mussten. Also wurden auch Kaninchen gezogen. Ein preiswertes Nahrungsmittel, was durchaus auch mit andern Sachen zu etwas leckerem ergänzt werden konnte. Die Kaninchen wurden mit trocken Brot, Kartoffeln und Resten aus der Küche, wie Möhrenschalen oder Haferflocken wohl genährt. Das ergab dann ein Sonntagsgericht, welches sich fast von allein im Backofen garte.
Und damit alle satt wurden, wurde gelegentlich auch noch etwas Schweinefleisch mitgegart.
Das Kaninchen wurde in Stücke geteilt und meist zwei-drei Stunden im Ofen geschmort. Das hatte natürlich zur Folge, dass die zarten Stücke, wie Rücken oder auch Vorderläufchen total trocken und regelrecht zergart waren. Darauf kam es aber nicht an, Hauptsache alle waren satt. Dazu gab es böhmische Knödel und Sauerkraut, welchem kurz vor dem Servieren noch feingehackte rohe Zwiebel und viel Majoran untergemischt wurde.
Leider habe ich die gute Oma nicht mehr kennengelernt, ist sie doch schon vor über 25 Jahren verstorben. Aber einige ihrer Rezepte leben in der Familie Kampi weiter. Sie muss eine sehr gute Köchin und geschickte Haushälterin gewesen sein. Schaffte sie es doch mit ihren bescheidenen Mitteln immer etwas leckres auf den Tisch zu bringen und die riesige Kinderschar samt Schwiegerkindern und Enkeln satt zu kriegen. Der Herr Kampi, seine Eltern und auch die anderen Verwandten schwärmen heute noch!
Und am meisten wirklich vom Kaninchenbraten. Das Rezept ist auch fast das einzige, was in der ganzen Familie noch gekocht wird. Die anderen Rezepte, wie die legendären Plätzchen aber auch die Knödel beherrscht nur noch eine Tante des Herrn Kampi, die uns, meist zur Weihnachtszeit dann mit den Köstlichkeiten beglückt. Sie hat das von ihrer Schwiegermutter noch erlernen dürfen. Ich hoffe ja immer noch darauf, dass ich irgendwann mal in den Genuss komme, diese traditionellen Rezepte zu erhalten und aufzuschreiben.
Ich habe das Kaninchen schon einige Jahre nicht mehr so gekocht. Und da ja der erste Advent anstand, hielt ich es für gegeben, das alteRezept mal wieder hervorzukramen und etwas in die Moderne zu holen. Aber ich wollte schon den eigentlichen Charakter des Gerichts bewahren.
Ich habe kein ganzes Kaninchen gekauft, sondern nur die Keulen. So konnte ich sicher sein, dass das Fleisch gleichmäßig gart.
Die Keulen werden in einer Schüssel mit Senf und Kümmel mariniert, so lange, bis das Gemüse in feine Würfel geschnitten ist. Zwei Zwiebeln, 2 Möhren, ein Stück Sellerieknolle (nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig, der Sellerie macht einen Teil des typischen Geschmacks aus!), etwas Petersilienwurzel.
Eigentlich wollte ich das Fleisch noch sanft etwas anbraten. Da aber der Senf recht schnell am Boden anhing und bitter zu werden drohte, hab ich den Versuch abgebrochen und den Bräter gereinigt und wieder auf die Flamme gestellt. Dann habe ich einige Speckstreifen ausgelassen und das Gemüse darin leicht angeschmort. dann noch drei Zehen Knoblauch kleingeschnitten und mit den mit Salz und Pfeffer gewürzten Keulen auf das Gemüse gesetzt. Etwas Fleischbrühe angegossen und dann bei sanfter Hitze ca. 1-1 1/2Stunden in den Ofen geschoben. Kein Wein angegossen, nix... so original wie möglich.
Wie schon erwähnt gab es dazu bei der alten Moorie hausgemachte böhmische Knödel, traditionell in einem Küchentuch eingerollt gedämpft und mit dem Faden geschnitten, auf die dann das schöne goldene Fett geträufelt wurde. Da die Kaninchen heute nicht mehr so fett gezüchtet werden und wir ja auch alle etwas gesundheitsbewusster essen, haben wir auf diesen Teil der Tradition sehr gerne verzichtet.
Ich habe mich entschieden ein Kartoffel-Sellerie-Pürree dazuzureichen.
Und ich habe seit ewigen Zeiten mal wieder Sauerkraut auf den Tisch gebracht. Eigentlich wollte ich dafür ja richtig frisches Kraut vom Fass kaufen. Habe ich aber leider bei meinem freitäglichen Wochenmarktbesuch total vergessen.
So musste ich wohl oder übel auf ein Weinkraut aus der Dose zurückgreifen. Beim Öffnen war ich schon etwas enttäuscht, das es schon so weich gegart war. Aber es hatte einen sehr milden Geschmack. So habe ich in ein paar ausgelassenen Speckwürfeln eine fein geschnittene Zwiebel angeschwitzt und dann Würfel von einem schönen festen Gala-Apfel dazugegeben. Dann dasKkraut nur heiß werden lassen und reichlich getrockneten Majoran unterrühren.
In der Zwischenzeit waren dann auch meine Kaninchenkeulen gar. Ich hab sie im Ofen warmgestellt und die Sauce samt Gemüse durch die flotte Lotte gedreht. Dadurch bekam ich eine schöne, fast breiige Sauce, die nur noch etwas Salz und Pfeffer brauchte.
Da ich aber auch nicht ganz auf etwas Firlefanz verzichten wollte, habe ich gleichzeitig mit den Keulen auch eine Pfanne mit in Monde ausgestochenen Sellerie-Scheiben gegeben, die mit Rosmarin und Pfefferkörnern in Olivenöl konfiert wurden. Das Rezept stammt von Alexander Herrmann und wurde in der letzten Ausgabe der Essen&Trinken veröffentlicht.
Besonderen Wert habe ich auf das Anrichten gelegt. Aus dem Pürree wurden Nocken geformt und das Kraut in einen Ring gegeben, damit es besonders hübsch und nicht zu rustikal aussieht.
Und was soll ich sagen, der Herr Kampi fühlte sich ein wenig in seine Kindheit versetzt. Er sagte, die gut Moorie wäre bestimmt stolz auf mich.Im Nachhinein hatte sich das Dosenkraut als ein richtiges Híghlight rausgestellt.
Und da noch etwas übrig war und so gute alte Sachen aufgewärmt fast noch besser schmecken, haben wir heute zum Montag noch einmal ein festliches Mahl gehabt. Und in Gedanken war die gute Oma bei uns!
Montag, 24. Mai 2010
Darf ich mich vorstellen...
...ich bin Mümmel Bohnsdorf, der Kampfhase. Ich bin vor kurzem ein Mitglied der Familie Kampi geworden. Eigentlich war ich ein Geschenk der lieben Kollegen für den Herrn Kampi, um die Küche und den Teller zu zieren. Aber mittlerweile haben wir uns alle so aneinander gewöhnt, so dass die Gefahr gebannt zu sein scheint, dass ich geschlachtet werde.
Aber die Angst ist da, zumal ich ja rieche und sehe, was die Frau Kampi so köstliches aus mir machen könnte. So auch am Pfingstmontag.Heute fing der Tag etwas später an, da wir gestern mit Freunden auf Weintour waren.
Aber der Herr junior war ja da und erwartete ein Pfingstessen.
Ich hatte am Freitag auf dem Markt zwei Kaninchenrücken erstanden. Die wollte ich zubereiten. Seit einigen Tagen schlummerten getrocknete Morcheln in meinem Vorrat und auch der Gedanke in meinem Kopf, damit zu kochen. So einen richtigen Plan hatte ich aber nicht wirklich.
Als allererstes durfte der Herr Kampi ans Werk gehen. Das Fleisch wollte von den Knochen befreit werden. Aus diesen bereitete ich mit Portwein und Röstgemüse einen Fond, den ich anschließend mit Schalotte und Knoblauch zur Soße reduzierte. In der Zwischenzeit hatte ich die getrockneten Pilze eingeweicht.
So eine richtige Beilage fiel mir aber nicht ein. Entweder fehlte mir die Idee oder die richtigen Zutaten. Hab ich eben mal schnell einen Nudelteig gemacht. Die kommen immer gut an.
Auf 100 Gramm Mehl und 100 Gramm Pastamehl kommen 2 Eier, Olivenöl, Salz und etwas Wasser.
Ein wenig Spargel hatte ich noch imVorrat. Grünen und weißen.
Nun mag der Herr junior ÜBERHAUPT keinen. Aber Frau Kampi wäre nicht Frau Kampi, wenn sie dem junior das nicht geschickt verpacken würde, damit der seine Voreingenommenheit überwindet.
Also die Stiele grob geraffelt, eine Möhre (Karotte für die, die nicht aus dem Osten kommen) dazu - dazu Ei, Parmesan und Mehl-, daraus werden ein paar Puffer ausgebraten.
Dann die eingeweichten und halbierten Pilze in die Soße gegeben und weiter sanft köcheln lassen. Die Köpfe der Spargel ganz sanft in der Pfanne mit Butter angehen lassen.
In die Soße nun Schmand eingerührt (Sahne hatte ich auch nicht im Haus! Keine Milch, kein Brot, keine Kartoffeln...)
Den Nudelteig durfte meine Nudelmaschine zu Bandnudeln formen, war die glücklich!!!
Dann brauchte ich nur noch das mit Salz und Pfeffer gewürzte Kaninchenfilet anbraten und im Ofen warmhalten, bis es auf den Teller durfte. Inzwischen die Nudeln gekocht und in der Pfanne mit Kräuterbutter und etwas Rucola angeschwenkt.
Jetzt das Ganze auf dem Teller anrichten, fertig!
Ich gestehe, ich habe Balsamico-Reduktion verwendet. Aber es passte dazu. nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich. Und ich hab sie selbstgemacht, Rezept von Alexander Herrmann.
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