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Sonntag, 12. Mai 2013

Metro...die dritte

Die Metro hat wieder angeklopft. Kochherausforderung. Ich bin wieder dabei.

Irgendwie macht es mir einen Riesenspaß die gefüllte Kiste in Empfang zu nehmen und darin zu stöbern. Wie bei den letzten beiden Male galt auch diesesmal: Alle Zutaten MÜSSEN verwendet werden...es kann aber auch etwas ergänzt werden.
Und wie bei den letzten beiden Male fängt mein Gehirn schon im Markt an zu rattern.
Das war auch von Nöten, war doch dieser Warenkorb einer, der es in sich hatte.


Ein französisches Freilandhähnchen, Filo-Teig, Ingwer, Babyspinat, Cocktail-Rispentomaten, La-Ratte-Kartoffeln, persisches Blausalz, Arganöl, eine Flasche Riesling, eine Mango sowie eine Dose Mango-Filets...
... Fertig-Pesto...
...UND...haltet euch fest!
...ein ganzer Eimer Ahoi-Brause! 100 Tütchen...gemischt in den Geschmacks(?)richtungen Himbeer, Waldmeister, Orange und Zitrone...

Zuerst hab ich laut gelacht und um kurz danach ratlos im Auto nach Hause zu sitzen. Hatte ich mir für diese Runde doch fest vorgenommen, alle Zutaten in ein Gericht zu packen und so wenig wie möglich zuzukaufen. Das konnte ich jetzt knicken.
Mit dem Fertig-Pesto konnte ich gerade so leben, aber das Brausezeugs machte mich sprachlos.
Ein neuer Plan musste her. Eine Nacht drüber geschlafen. Eine kreative Badewanne genommen. Einen groben Fahrplan gestrickt. Los gings.

Mein Plan war jetzt folgender:
Wenn schon Ahoi-Brause, dann richtig! In drei Gängen! Euch werd ichs zeigen!


Das allerwichtigste beim Kochen ist die Vorbereitung:

Das Huhn wurde von Herrn Kampi in seine Einzelteile zerlegt. Da ich sowieso gerade einen Hühnerfond auf dem Herd stehen hatte kamen die Karkassen gleich mit dazu. Die Hühnerkeulen wurden noch einmal in Drumsticks und Oberkeule zerteilt, welche auch gleich vom Knochen befreit wurde.
Beide Hühnerbrüste wurden mit Haut beiseite gelegt, ebenso die Flügelchen.

Spinat gewaschen. Weißer und grüner Spargel (zugekauft) wurden geschält und getrennt in feuchten Tüchern beiseite gestellt. Kartoffeln in der Schale gekocht.

Verschiedene Tests mit dem Brausepulver...ist es süß? Wie verhält es sich in Öl? Wie schmeckt es pur? Was passiert auf der Zunge, wenn ich es mit Salz mische?


So langsam näherten Ahoi und ich uns an.


Die Vorspeise:

Je ein Stück grüner Spargel auf die gesalzene Innenseite der zwei Hähnchen-Oberkeulen legen, einrollen und mit Küchengarn zu einer kleinen Roulade fixieren, rundum in einer Pfanne sanft anbraten und danach im vor sich hinziehenden Hühnerfond pochieren.
Den Rest Grünspargel quer in Stücke schneiden in einer anderen Pfanne in Olivenöl sanft braten, dabei salzen. Der Spargel sollte keinesfalls Farbe annehmen, sondern einfach nur im eigenen Saft und dem Öl bissfest garen.
Ein halbes Tütchen Himbeer-Ahoi mit drei Esslöffeln Arganöl mischen. Zusätzlich dazu noch ein mildes Dressing aus Argan- und neutralem Öl, etwas Weißweinessig, Zucker und Fleur de sel anrühren.

Die Fleischröllchen aus dem Fond nehmen und noch einmal in der Pfanne rundrum anbraten, damit die Haut nicht mehr latschrig ist (ein typisch sächsischer Begriff - ich hoffe ihr wisst, was ich meine)
da traut sich doch der Spargel, frech aus dem Röllchen zu guggen
Den Spargel auf Tellern anrichten, dabei die Spitzen schön sichtbar ausrichten. Ein paar der Babyspinat-Blätter darüber verteilen und mit dem Dressing beträufeln. Das Fleisch in Scheiben schneiden. Obenauf ein paar Tropfen der Brause-Öl-Mischung verteilen und servieren.

Die Überraschung kommt beim Essen! Da sich das Brausepulver im Öl nicht auflöst, entfaltet es seine Wirkung erst auf der Zunge. Zuerst fängt es an zu britzeln, danach verbindet sich alles ganz intensiv im Mund und man kann die einzelnen Komponenten sehr gut schmecken. Ganz zum Schluss kommt noch ein wenig von der Himbeere nach, ohne penetrant aromatisiert daher zu kommen.


Die Hauptspeise:

Ich schaute nach, was sich noch so im Kühlschrank verwertbares fand. Der Rest Ziegenfrischkäse schrie nach Verarbeitung, also schnell mit ein paar Löffelchen von dem Fertig-Pesto-Zeugs gemischt.
Dieses Etwas im Glas hat mit Pesto genau so wenig zu tun, wie ein Liegestuhl an ner Straßenbahn-Haltestelle mit Urlaub. (ich mach meine Pesti selbst, das ist nicht schwer. Wenn es schnell gehen soll mit dem Pürierstab. Aber wenn ich Zeit habe und es besonders fein werden soll, dann im Mörser!)
Das Glas war nunmal im Warenkorb, also muss etwas davon verwendet werden.
Genug vom Babyspinat war ja da. Ein paar feine Streifen und etwas fein gehackte Petersilie kamen noch zu der Masse dazu.
Herr Kampi hatte die kleinen Filets abgetrennt und danach in die großen Fleischstücke eine Tasche geschnitten. Da hinein kam jetzt etwas von der Mischung. Mit Rouladennadeln wurde die Öffnung verschlossen und das Fleisch beiseite gestellt.

Die Haut der Drumsticks hab ich mit den Fingern vorsichtig gelöst und zwischen Fleisch und Haut ebenfalls etwas der grünen Cremé gegeben, die Haut wieder sanft übergezogen und ebenfalls mit Rouladennadeln fixiert.


Die Keulchen wurden, genau wie die Flügel nur mit Salz und Pfeffer gewürzt und danach in der Pfanne rundum goldgelb angebraten. In einer flachen Form wurde das Fleisch sanft gebettet auf etwas Thymian und Knoblauch, mit ein paar halbierten Tomaten und etwas vom Hühnerfond und wanderte dann bei mäßiger Hitze in den Ofen.

Ich war mir relativ unschlüssig, ob ich denn eine Sauce zum Essen reichen wollte. "Vielleicht wird das zu viel...oder vielleicht schreit das ganze auch danach..."
Letztlich entschied ich mich dafür. 
Zwiebelwürfel im Bratenfond des Fleisches anschwitzen, mit etwas vom Riesling ablöschen, ein paar Scheibchen Ingwer dazu, Brühe angießen...ziehen lassen. 


Und wenn doch über die gesamte Kochzeit zu viel Flüssigkeit wegdampft, immer wieder mit Fond aufgießen und abwarten. So ne richtig tolle Sauce braucht außer guten Zutaten nur eins: ZEIT!
Da ich noch einen Rest der Füllung übrig hatte, hab ich den kurz vor dem Servieren und binden mit Stärke  untergemixt. Aber wirklich erst in letzter Sekunde, sonst wird die Chose Sauce unansehnlich. 

Dann noch der Spinat, der braucht ja nicht viel Aufmerksamkeit. Feucht in die Pfanne "geschmissen" fällt er einfach zusammen, wird gesalzen und beiseite gestellt.

Mittlerweile stand  mein ganzer Herd mit Töpfen und Pfannen voll und ich hatte schon ein kleine wenig die Orientierung verloren, was ich denn jetzt noch aus dem Warenkorb verarbeiten müsste und was ich als nächstes tun sollte.

Ach...der weiße Spargel! 
Nur, wo bereite ich den denn jetzt zu? Kochen definitiv nicht! Schon seit Jahren koche ich keinen Spargel mehr. Bei mir gehört der in der Pfanne sanft angebraten. So wird er niemals bitter und durch seinen natürlichen  Zuckergehalt kommt sein eigenes Aroma so richtig zur Geltung.

Allerdings, kein Platz mehr auf dem Herd. Also packte ich die Stangen in einen Bratschlauch. Zusammen mit einem Löffel Butter, ein paar dünnen Scheiben Zitrone und Thymian.
Herr Kampi, der immer wieder interessiert fotografierend in die Küche lugte, dachte, ich hätte nicht gesehen, dass er sein Gourmet-Näschen rümpfte. Das ignorierte ich großzügig. Freund der Zubereitung in diesem Müll verursachendem Plastikteil bin ich nicht wirklich, aber es war gerade jetzt die beste Lösung.


Ich brauchte den Platz auf dem Herd ja für eine heiße Pfanne für die gefüllten Hähnchenbrüste. Auf der Hautseite zuerst angebraten, dann gewendet, kamen die Fleischstücke zu den Flügeln und Keulen in den Ofen. Der Bratensatz wurde mit etwas Brühe abgelöscht und kam zum Saucenansatz.

Somit war die Pfanne und eine Flamme frei, die halbierten Kartöffelchen in Butter anzuschwenken.


Schon in meiner Vorbereitungsphase hatte ich ja experimentiert, wie sich das Blausalz zusammen mit Brausepulver auf der Zunge verhält. Das Salz ist sehr intensiv und wird durch das im Mund aufschäumende Natriumhydrogencarbonat in seinem Geschmack noch einmal verstärkt. Im Mischungsverhältnis 1:1 kamen also Orangen-Brause und Salz zusammen.

Ein Blick in den Ofen: das Fleisch ist fertig. Alle Beilagen auch servierbereit, die Sauce mit der Schmorflüssigkeit aus dem Ofen aufgegossen, abgeschmeckt und gebunden.
Alle Beilagen? Nicht ganz! Fast hätte ich die Tomaten vergessen. Ein paar waren ja schon Begleiter des Fleisches im Ofen. Der Rest kam jetzt in eine Pfanne mit Olivenöl, Thymian und Knoblauch. Nur zum Warmwerden.


Zum Anrichten kam die Blausalz-Brause-Mischung über das Fleisch.
Und auch hier war das Mundgefühl der Hammer!




Die Nachspeise:

Wenn schon ein Menü, dann mit einem süßen Abschluss. Dessert ist ja nicht so mein Spezialgebiet.

Von den Zutaten war ja fast alles verarbeitet.Was noch übrig war? Die frische Mango und die Mangofilets aus der Dose.

Meine spontane Idee war: Eis. Nicht umsonst ist doch Luigi Unoldi (meine Eismaschine) ein Mitglied der Familie Kampi.
Frisch aus der Maschine gegessen braucht es für Eis nicht einmal ein Rezept.

Die Mangofilets aus der Dose hab ich in einem Sieb abtropfen lassen und den aufgefangenen Sirup mit ein paar Ingwerscheiben auf kleiner Flamme etwa eine Stunde ziehen und danach abkühlen lassen. Eine halbe Dose Kokosmilch und drei bis vier der Filets zugeben und alles pürieren. In der Eismaschine zu einem cremigen Eis/Sorbet rühren.

Die frische Mango hab ich halbiert und für jeden von uns zwei gleichmäßig große Würfel geschnitten. In einer Schüssel kamen fein geschnittene Minze, gestoßene rosa Pfefferbeeren, etwas Zitronenbrause und die Würfel zusammen.

Die restlichen Filets aus der Dose sind dem Pürierstab zum Opfer gefallen.

Ihr lest doch hier aufmerksam mit? Oder etwa nicht?

Dann müsste euch aufgefallen sein, dass eine Zutat aus dem Warenkorb noch gar nicht in der ganzen Zutatenliste erwähnt und also auch noch nicht verarbeitet wurde...

Na? Wer kommt drauf?

Ja klar! Ich wusste, dass ihr es bemerkt! Der Filoteig.

Mein erster Gedanke, und auch das einfachste, wäre es gewesen, einen  Strudel zu backen. Eis dazu, Fruchtpürree und fertig. 
Aber so leicht mach ich mir das ganze dann auch nicht.

Also musste die Nudelmaschine ran:
den Teig in, für die Maschine verwertbare, Stücke schneiden und mit dem Spaghetti-Aufsatz in feine Streifen schneiden.
In der Hand ein Nest aus den Teigfäden formen, einen Mangowürfel damit ummanteln  und sofort in nicht zu heißem Butterschmalz goldgelb ausbacken, auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen und mit ein wenig feinem Zucker bestreuen.


Alle Komponenten zusammen anrichten, dabei eine Spur Zitronen-Brausepulver auf den Teller streuen.



Und auch hier war das Britzeln genau das, was die Aromen noch verstärkte.
Herr Kampi musste mich doch glatt für das Dessert loben...und das, obwohl er so gar nix süßes mag und sowieso der Meinung ist, dass ich da immer kläglich versage.

Aber auch ich war begeistert von mir. Irgendwie hat mir diese Metro-Box besonders viel Spaß gemacht.Das nächste mal bin ich sicher wieder dabei (wenn ich darf) 

Ebenfalls dabei sind:

Alice im kulinarischen Wunderland
nur das gute Zeugs
from snuggs kitchen
Penne im Topf
Lunch for one
Obers trifft Sahne
moeys kitchen
Shermins magischer Kessel

P.S.: Ende Mai gibt es dann eine Zusammenfassung auf dem METRO-Genussblog.

Sonntag, 14. April 2013

Champi für Herrn Kampi...

Ich steh in der Küche..schon den halben Tag! Morgen soll der erste richtige Frühlings-Vorsommer-Hitze-Schönwetter-Tag werden. Wir wollen grillen. Bei unseren lieben Freunden.
Ich koche und  mariniere Rippchen. Mediterranes Gemüse leg ich ein. Putze Spinat und Rucola, koche Kartoffeln...für einen frühlingsfrischen Salat.

Und dann kommt DIE Frage. Herr Kampi schmettert sie in mein Kochloch: WAS essen wir denn heute abend?

?????

Oh m.....
Daran hab ich ja nun überhaupt nicht gedacht.

Kühlschrank auf. Mist. Nix passendes drin.

Wohl oder übel muss ich nun doch noch mal in den Supermarkt. Ich kanns nicht ändern, aber ich muss da jetzt einkaufen.

So ziemlich rat- und ideenlos zieh ich meine Runde. Die großen braunen Champignons machen mir nen recht frischen Eindruck. Das Lachsfilet aus der Frischetheke könnte noch mit (nein, ich mag jetzt nicht darüber nachdenken, ob das political correct ist...)

...in Gedanken lasse ich grad so Revue passieren, was noch im Vorrat ist. Von dem frischen Spinat, den ich doch bei meiner Gemüse-Nadine gekauft hatte wäre was übrig...und vom Rucola...

Dann nehm ich noch diesen Sauerampfertopf mit. Wenigstens Bio-Qualität. Und nen Becher Creme fraiche.
Mehr möchte ich da jetzt nicht kaufen.

Zu Hause...
Herr Kampi hat auf irgendwas Appetit.

"Was gibts denn?"

...weiß nicht...lass mich mal anfangen


Gefüllte Champi für den Kampi? Wär doch was.
Wenn er sich nicht sträuben würde.

"Muss das sein? Mag ich nicht!"

Ich mach einfach!

Ich würfel den Lachs. Ich lasse Schalotten in Butter glasig aus, geb Knoblauch dazu. Ich schneide jungen Spinat in ganz feine Streifen, ich hoble Parmesan, ich reibe Zitronenzeste. Ich mische alles. Ich gebe Semmelbrösel unter und ein Löffelchen Creme fraiche. Ich schmecke alles ab mit Salz und Pfeffer.

Die Champignons reibe ich einfach nur mit nem Küchenpapier ab und breche die Stiele aus. Die werf ich nicht weg, nein. Die kommen bei mir in den nächsten Fond.
Das macht im Geschmack echt was aus...ist aber jetzt hier nicht das Thema.

Die ganze Mischung geb ich jetzt mit nem Löffel in jede Pilzschale. Nebeneinander kommen die in eineAuflaufform. Ein wenig Brühe gieß ich an...und geb alles in den heißen Ofen. So 20-30 Minuten vielleicht.

Herr Kampi schaut wieder in der Küche vobei und mich genau so skeptisch wie fragend an.

Ich wasche nen Mix aus Rucola, jungen Spinatblättern, glatter Petersilie, Sauerampfer und Bärlauch.
Dazu will ich ne Salatsauce.
Also Creme fraiche, Öl, Zitronensaft, Weißweinessig und Senf geshaked. Abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer.

Brotscheiben geröstet...Kressebutter drauf.

Champi auf den Teller...genießen...lecker



  Und der Herr Kampi? Der gefüllte Champignons ablehnt?
...der ist begeistert! Voll des Lobes.

Huihuihui...
...da bin ich aber grad mal so richtig stolz auf mich.













Donnerstag, 14. Februar 2013

...für meine Lieben...

Valentinstag...mal wieder.  Ja, schon wieder! Und kommt mir nicht mit diesen Argumenten, dass die Blumenindustrie diesen Tag erfunden hat! Ich kenn mich da aus. Mittlerweile machen das Geschäft an diesem Tag wirklich andere. Mir fällt da so eine große Parfümerie-Kette ein. Und einige Pralinenhersteller. Die ganzen Discounter mal nicht erwähnt.

Und wie jedes Jahr frag ich mich, was ich dem Herrn Kampi denn schenken könnte. Irgendwie doof. Alle anderen können ihrem geliebten Schatz wenigstens mit einer Rose die ach so große Liebe gestehen. Nur ich nicht. Na gut, der Herr Kampi denkt, dass er bei mir mit Blumen nicht wirklich landen kann. (Stimmt aber nicht...mit dem Zaunsfeld wink)  Schließlich machen wir beide hauptberuflich in Blumen. Blöd, oder?

Da ich am Wochenende nicht zu Hause sein werde, habe ich beschlossen, ich koche eben heute so, als wäre Sonntag. Für meine beiden lieben Männer.

Also hab ich mal die Vorräte durchforstet. Und siehe da, Skrei ist noch im Frost.
Ich taue ein schönes Mittelstück und die Bauchlappen auf. Sicherlich mal wieder viel zu viel. Aber man/frau weiß ja nie. Im Eisfach wartete dann auch noch ein Fond von Süßwasserfischen, der jetzt so langsam auch mal wegmüsste. Also beides in die Küche getragen und aufgetaut.

Wie schon öfter erwähnt beginne ich meist mit der Sauce. Deren Geschmacksrichtung habe ich meistens schon weit vorher auf der Zunge und sie bestimmt den weiteren Kochprozess. Sämtliche anderen Beilagen fügen sich dann mehr oder weniger zu einem kompletten Gericht von alleine in meinen Gedanken und später auf dem Herd zusammen.

Heute hatte ich Curry auf der Zunge...ich spürte schon die leichte süßliche Schärfe und den exotischen Geschmack. Genau das sollte es heute sein.

Also dann mal los. Zwiebel schälen, fein würfeln und in einer Sauteuse anschwitzen. Mit Thai-Curry bestäuben, kurz mitschwitzen und mit Noilly Prat aufgießen, reduzieren, etwas Fischfond dazu und schön sacht vor sich hinköcheln lassen. Da die weitere Zubereitung ein wenig Zeit in Anspruch nahm und die Flüssigkeit sich ganz schön wegreduziert, immer mal wieder mit dem Fond aufgießen. Das intensiviert den Geschmack. Wer keinen Süßwasserfischfond hat, sollte als Ersatz zu Gemüsebrühe greifen. Ich denke, Fond aus Meeresfischen hat einen zu kräftigen Geschmack.

So nebenher kochten meine Linsen, rote, Puy und Beluga...jede Sorte für sich in einem Topf. (Gut, der erste Schwung Belugas ist mir mal wieder verkocht, weil ich nicht aufgepasst hab...aber weggeworfen wird hier nix!)
Eine Fenchelknolle hab ich in ganz feine Streifen geschnitten und mit Salz und Zucker mariniert. Eine Blutorange filetiert und den Saft aus den Resten ausgepresst. Die Orangenfilets in kleinere Stücke schneiden und beiseite stellen.

Eine krosse Komponente brauch ich noch. Kartoffeln! In kaum zentimetergroße Würfel geschnitten. In einer Pfanne schön kross anbraten, salzen und Muscovado-Zucker drüberhobeln. Den Trick hab ich mir bei  Arthurs Tochter abgeschaut. Der Zucker ist malzig und hinterlässt nach dem Braten keine merkliche Süße, lässt die Kartoffeln aber schön karamellisieren. Sieht toll aus und schmeckt himmlisch!

Hab ich schon den Spinat erwähnt? Der sollte doch jetzt auch so langsam aufgetaut sein...
In einer Pfanne in etwas Butter leicht angehen lassen und mit etwas Knoblauch und Fleur de Sel abschmecken.

Kurzer Zwischen-Check: Spinat fertig, Kartoffeln auch, Sauce läuft. Also weiter mit den Linsen.
Pfanne aufstellen und den Fenchel in Olivenöl angehen lassen. Die abgetropften Linsen zugeben, kurz erwärmen. Den Saft von den Orangenfilets angießen, durchschwenken und vom Feuer nehmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Erst kurz vor dem Servieren die Orangenfiletstücke untermischen.

Brauchen wir also nur noch den Fisch! Und der braucht gar nicht viel Zutsch, wie man bei uns hier sagt. Auf der Hautseite salzen und in die heiße Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze schön langsam braten, bis er fast durch ist. Die Fleischseite salzen, etwas Butter in der Pfanne schmelzen, den Fisch wenden und alles vom Feuer ziehen.

Endspurt. In der Sauce zwei Löffel Mascarpone schmelzen lassen. Salzen und mit einem Pürierstab aufschäumen.

Zur "Feier" des Tages habe ich extra den Tisch im Wohnzimmer eingedeckt. Und was macht der Herr Kampi? Geht wortlos in den Keller und macht uns eine schöne Flasche Wein auf.


Was gibt es eigentlich für ein schöneres Geschenk, als seine Lieben selig mit den Augen rollen zu sehen und zu hören, wie sie ein leises "hmmmmmmmm" vor sich hinmurmeln. Herrlich.

Hoch lebe der Valentinstag!

upps...die Kresse ist verrutscht!



Mittwoch, 23. Januar 2013

Queen of Rumfort

Mal Hand aufs Herz. Jeder von euch kennt das doch...wir kaufen gute Produkte. Wir sind anspruchsvoll, was das Kochen anbelangt. Egal, ob für Gäste, für die Familie, den lieben Schatz oder für wen auch immer. Ob jeden Tag oder nur einmal in der Woche...es muss einfach gut sein. Wenn dann noch liebe Menschen mit am Tisch sitzen gibt es nichts schöneres, als wenn nach Nachschlag verlangt wird. Wenn du dann sagen kannst: Ja es ist noch reichlich da. Von der Sauce -die die Gäste als so köstlich lobten- und auch von allen Beilagen, dem Fleisch und Fisch oder was auch immer du mit Liebe und Hingabe gekocht hast, kannst du mit Stolz noch etwas nachreichen. Das macht doch glücklich, oder?

Oder kochst du genau so viel, wie du auf den Tellern anrichtest? ich nicht...und alle, die ich kenne auch nicht.

Tja...und dann? Dann ist immer irgendwas übrig. Manchmal nur ein paar Kleinigkeiten, manchmal richtig viel.
Im Idealfall ist es vielleicht Gulasch, etwas vom Schmorbraten. Und/oder ein paar Nudeln.
Alles, was am nächsten Tag wieder erwärmt werden kann ist eigentlich kein Thema.

Aber was mit den anderen Resten? Da ein bisschen Fisch, der sooooo schön auf dem Punkt war. Dort die köstliche Sauce? Und diese Gemüseschnippselchen, die immer im Gemüsefach des Kühlschrankes vorsichhindümpeln und doch auch mal irgendwie weg müssten?

Das ist doch alles viel zu schade, um es wegzuwerfen! Was damit anfangen?
Seit längerem geht mir das durch den Kopf.

In Frau Kampis Küche gibt es jeden Tag eine warme Mittagsmahlzeit. Unter der Woche meist einfach, schnell, lecker. Da sind Reste meist eine gute Grundlage.

Das einfachste ist immer eine Rumfort-Suppe. Alles was rumliegt und fortmuss wird mit etwas Brühe in einem Topf gekocht. Ein paar frische Sachen dazu und fertig ist ein leckeres Eintopfgericht. Mit Pesto, geriebenem Parmesan und gutem Olivenöl kann da selbst der Herr Sohn nicht nein sagen. Genau deshalb werde ich auch schon mal als Queen of Rumfort bezeichnet.

Wir mögen sehr gerne Suppe, aber dreimal die Woche ist auch nicht unbedingt von nöten. Aus Resten lässt sich ja auch wirklich viel mehr machen. Vielleicht sollte ich hier eine eigene Kategorie für kreative Reste-Küche einführen?

Aber erst schauen wir mal, was der Kühlschrank so zu bieten hat:

Pellkartoffeln vom Vortag.
Im Topf ist auch noch etwas von der Senfsauce, die letztens zu den verlorenen Eiern viel zu viel war.
Nen kleines Stück Lauch (warum hab ich den nicht mit an den Hühnerfond gegeben?)
Und dann noch der Lachs vom Sonntag. Den hatte ich glasiert mit Chili, Honig und Orange (aber wenn ich den noch mal aufwärme wird der trocken wie Stroh).

Daraus lässt sich ein tolles Essen zaubern!

Und zwar genau so:

Eine Auflaufform schön mit Butter ausfetten. Die Kartoffeln in Scheiben schneiden und die Hälfte auf dem Boden der Form verteilen.
Im TK hab ich noch Spinat gefunden. Der durfte in einer Pfanne zugedeckt bei wenig Hitze auftauen. Dazu kamen ein paar Chili-Ringe, etwas Knoblauch und der in Streifen geschnittene Porree/Lauch-Rest. Ich hab noch Knoblauch zugegeben...muss aber nicht sein. Salzen.

Das alles auf die Kartoffeln geben. Die Lachstücken hab ich zerzupft und oben auf gegeben.

Zur Senfsauce kamen jetzt Ei und etwas Sahne. Die Hälfte davon gieß ich jetzt mal in die Form. Nen bisschen Salz vielleicht...
Die restlichen Kartoffelscheiben decken das alles ab. Vielleicht noch ein wenig Salz? Den Rest von der Sauce jetzt obenauf gießen.

Im Kühlschrank hab ich noch ein Stück geräucherten Mozzarella gefunden. Ein Experiment von Herrn Kampi, der das Räuchern grad für sich als Hobby entdeckt hat.
Ich greif zum Hobel und ab damit auf den Auflauf.



Der Ofen ist vorgeheizt. Somit dauert es kaum  mehr als eine halbe Stunde bis ein total einfaches, aber auch genial schmeckendes Essen auf den Tisch steht.


Wenn mal mittags so gar keine Zeit wäre, würde ich alles schon am Vorabend in die Form schichten, evtl schon etwas vorbacken. Somit wäre am nächsten tag durchaus die Zeit, innerhalb der Mittagspause eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu kriegen. Ohne Pülverchen oder Convinience-Zeugs. Und kosten tut das alles auch nicht viel!

Kochen ist so einfach und macht sooooooooooooooooooo Spaß!








Dienstag, 28. Februar 2012

Fastenzeit und frische Forelle...fast

Auf die Frage meines Kampis, was wir denn so am Sonntag essen (ja AT...es könnte der Dienstag gewesen sein) brauchte ich mir nicht allzu lange eine Antwort überlegen. Fleisch fällt aus.Es ist Fastenzeit.
Mir wäre nach Fisch. Wir sollten mal wieder Forelle essen!
Aber nur, wenn sie nicht nach Forelle schmeckt, erwiderte mein Kampi...also nix klassisches. Das brachte mich dann doch etwas ins Grübeln. Aber Frau Kampi wäre nicht Frau Kampi, wenn ihr nicht was einfallen würde.

Ein paar asiatische Aromen könnte ich mir vorstellen...von den Sprossen war ja noch da. Und die Kombi Fisch und Wasabi gefällt mir ohnehin sehr gut!

Zuerst brauchen wir dafür aber den Fisch.
Im Nachbarort gibts eine Forellenzucht mit Verkauf von selbigen und anderen Süßwasserfischen. In letzter Zeit waren wir allerdings seltener dort. Die Auswahl an Fischen ließ sehr zu wünschen übrig. Meist gab es nur noch Karpfen und Forelle, mehr nicht.

Vor ein paar Wochen hat dort der Besitzer gewechselt. Jetzt gehört die Zucht zu einem größeren Fischereibetrieb. Und genau aus diesem Grund erklärte sich mein Herr Kampi sofort bereit, da hinzufahren und die Fische zu besorgen.

Freude strahlend kam er dann wieder zurück. Es gibt keine Forellen am Sonntag, eröffnete er mir...
Wie jetzt?
Zander hat er mitgebracht.
Zander. ZANDER?
Wo doch unser letztes Zander-Erlebnis eine totale Katastrophe war? (100km gefahren zum Abfischen an die Moritzburger Teiche... versichert bekommen, dass die ganz frisch gefangen wurden...dann doch festgestellt, dass sie zugekauft auf Eis lagen...viel zu überteuert...der Geschmack katastrophal)
Er grinst immer noch...

Und dann sprudelt es aus ihm raus: Mein Onkel (Lieblingsonkel!) arbeitet im Moment da vertretungsweise. Der ist selbst Angler und hat unheimlich Ahnung von der Materie. Und mein Kampi durfte gleich mit nach hinten kommen und sich den schönsten Zander aus dem Becken aussuchen: "Der ist noch richtig geschwommen!" (machen Fische ja den ganzen Tag...sollte er doch eigntlich wissen)

"Der Preis!!!! Ich will den Preis wissen!" (der grinst immer noch)  
Ich kann sagen, der Preis ist mehr als ok! Die Hälfte von dem, was wir sonst in der Metro bezahlen. Und dafür ist der Fisch frisch und wir fahren quasi nur ums Eck.
Die nächsten Sonntagsessen stehen auch schon mal fest, es gibt da noch viele Sachen auszuprobieren...

Aber seht doch mal selbst, sieht der Zander nicht frisch aus?



Mein Kampi hat ihn sehr schön filetiert für mich.
Die Karkassen hab ich in einen Topf gegeben, etwas Lorbeer dazu, ebenso eine Zwiebel, etwas Weißwein, Wasser, Pfefferkörner sowie für ein besonderes Aroma einen Zitronengras-Stiel sowie ein paar Ingwerscheiben. Das ganze durfte jetzt schön sanft mehr ziehen, als kochen. Nach etwa 45min breitete sich ein ganz feiner Duft in der Küche aus.

In meinem Kopf hatte sich die Idee eines Wasabi-Risottos festgesetzt. Und die Sauce sollte etwas zitroniges haben. Ich bin total zitrus-affin.
Darüber schüttelt mein Kampi ja schon immer den Kopf. Und dieses Mal nicht nur er. Auch Arthurs Tochter war nicht so recht überzeugt. Ich hatte sie über Facebook angefragt, was sie denn von meiner Idee halte. Zuviel des Guten...ihre Meinung

Ich wollte aber dennoch und ich hab den Versuch nicht bereut.

Für die Sauce hab ich wie immer ein Kasserol aufgestellt und in heißer Butter Schalotten-Würfel glasig gedünstet. Dann mit Weißwein abgelöscht und fast ganz runter reduziert. Dann noch einmal etwas Weißwein angegossen, Ingwer, Zitronengras, Kaffirblatt und ein bisschen Chili zugefügt und das mit dem schönen aromatischen Fond aufgegossen. Ganz langsam durften die Aromaten ihre Kraft an die Flüssigkeit abgeben und dabei reduzierte alles etwas herunter. Auf Sahne hab ich bewusst verzichtet.

Die Zubereitung des Risottos ist eigentlich gar nicht erwähnenswert. Ganz normal. Zwiebel anschwitzen, Reis zugeben, Knoblauch dazu und salzen. Mit Weißwein angießen, reduzieren. Dann von dem Fischfond dazu und ab und an mal am Topf (ich mach es immer in einer kleineren beschichteten Pfanne mit hohem Rand) rütteln oder rühren. Wenn der Reis den richtigen Biss hat, Butter zugeben und Wasabi-Paste. Deckel drauf und ziehen lassen. Vor dem Servieren mit Zitronenzeste und -Saft würzen und nochmals abschmecken.
Ich habe keinen Parmesan zugegeben, der passt für mich einfach nicht zu Süßwasserfisch.

Während das Risotto sich auf dem Herd selbst überlassen war, hab ich mich an die glasierten Lauchzwiebeln gemacht. Diese längs in Spalten schneiden. In einer Pfanne Zucker schmelzen, mit etwas Wasser ablöschen, die Zwiebeln und eine Scheibe Ingwer zugeben. Etwas Weißwein angießen...nicht zuviel...und alles sanft schmurgeln lassen, bis die Zwiebelchen weich sind. Etwas Fleur de sel dazu. Fertig.


So langsam geht es in den Endspurt.
Die Fischfilets in Portionstücke schneiden, auf der Hautseite salzen und leicht bemehlen.


In einer Pfanne etwas Butter  und Öl aufschäumen und den Fisch hineinlegen. Er sollte jetzt sanft auf der Haut garen. Sie sollte schön langsam Farbe nehmen, aber nicht zu dunkel werden.
Das Fischfleisch geht in der Farbe dann von leicht rosa ins weiß bis nach oben über. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass es bald gar, aber innen noch schon glasig ist. Ist dieser Zeitpunkt erreicht, zieh ich die Pfanne von der Flamme und dreh die Stücke um. Vorher etwas salzen.

Nebenbei hab ich in einer weiteren Pfanne in etwas Knoblauchbutter den Baby-Spinat grade so zusammenfallen lassen. Mehr als Fleur de sel zur Würze braucht der nicht.

Für das Finish Zitronengras, Kaffirblatt, Chili und Ingwer aus der Sauce fischen und diese mit kalter Butter aufmixen. Salzen.
Ich hab noch etwas frischen Ingwer fein reingerieben.

Jetzt schön auf Tellern anrichten, mit den Rettichsprossen bestreuen und genießen.


Und ich kann euch nur eins sagen: Es war ein Genuss. Ein Hochgenuss!  Die Aromen passten sehr gut zusammen. Nichts war zu dominat. Alles ergänzte sich und ergab eine Harmonie.





Nur ein kleiner Warnhinweis:
SEI VORSICHTIG IN DER DOSIERUNG DES WASABIS!!!!!
Zu viel des guten und du bekommst am Tisch einen Nies-Anfall! Das kribbelt sowas von in der Nase!


Im Nachgang hab ich nach Wasabi-Risotto gegoogelt und festgestellt, dass es bei man kann´s essen schon  fast genau so wie bei mir zubereitet wurde. Aber schon vor zwei Jahren. Mit Lachs dazu. Und Schalotten. Ich war echt erstaunt!

Mittwoch, 11. Mai 2011

Es grünt so grün...

Endlich!

Ja endlich...endlich geht es hier mal wieder weiter. Ich habe in den letzten Tagen mein Blog ein wenig stiefmütterlich behandelt. Aber es war so gar keine Zeit hier ausführlich zu schreiben. Aber ich mag mein Gekochtes nicht einfach so in einer Aufzählung von Arbeitsabläufen hier abhandeln. Ich liebe es doch, Kochgeschichten zu erzählen. Und das braucht meist ein wenig Zeit. 
Und die hatte ich nicht, weil wir den Muttertag im Geschäft vorzubereiten hatten und das meine gesamte Zeit Kreativität in Anspruch nahm. 
Aber jetzt geht es hier wieder weiter. 

Endlich! 

Endlich ist alles hier auch wieder so richtig grün! Und es blüht alles. Einfach nur schön. Beim Einkauf auf dem Wochenmarkt kann man jetzt aus dem vollen schöpfen.
Ich liebe das!
Der Spargel kommt jetzt von um die Ecke. Mein Gemüsehändler hat frischen Spinat. Und die ersten Erbsen hab ich auch schon aus ihren Hülsen gepult.

Und jetzt ist es auch bei mir wieder soweit, dass ich aufgrund der ganzen Verlockungen schon mal mehr einkaufe als ich Zeit habe zu verarbeiten. Kann ja schon mal vorkommen. So auch am letzten Freitag. Und eigentlich gar keine Zeit aufwendig zu kochen. 
Und was macht junior? Fragt doch glatt, was ich Sonntag-Muttertag so koche. Er hätte seine Freundin eingeladen.
Da ich nicht nein sagen konnte, hab ich ihm vorgeschlagen, eine Lasagne vorzubereiten, die sich die beiden notfalls selbst erwärmen könnten. 
Lasagne ist ja eigentlich auch nichts spektakuläres. Lecker, aber gut.

Aber da war ja noch der Spinat, den ich schon ein paar Tage zuvor auf dem Großmarkt gekauft habe. Der schrie immer wieder: verarbeite mich doch endlich!
Und so hab ich in einer Nacht- und Nebelaktion erstmal Nudelteig gemacht.Mit eben jenem Spinat.

Ich bin da dieses Mal andersrum an den Teig gegangen.
Ich hab den Spinat gewaschen und ihn mit zwei rohen Eiern püriert. Da die Masse aber noch ein wenig fest war, hab ich solange Eier zugefügt, bis das ganze flüssig war. Bei fünf Eiern war dieser Zustand dann erreicht. Und jetzt hab ich mir dazu die passende Mehl- bzw. Nudelgrießmenge abgewogen. 500gr. Noch ein bisschen Olivenöl dazu und den Teig geknetet. Diesmal mit meinem Handmixer, der sich ordentlich quälen musste. Da er mir leid tat, hab ich dann doch wieder meine Muskeln (hahaha!) spielen lassen und ihn per Hand durchgewalkt. Ist ein ganz schöner Kraftakt!

Nach dem ruhen hab ich mit meiner Imperia dann schöne Lasagneplatten gerollt, die ich zwischen Backpapier gepackt habe und gleich weggefroren hab. Nur die paar für die Lasagne hab ich sofort vorgekocht.

Da ich schon mal  dabei war meine Oberarmmuskel zu stärken, hab ich das Fleisch auch gleich noch durch den Wolf gedreht. Den mit der Handkurbel, was sonst. 
Zur Lasagne gibt es aber sonst nicht mehr allzuviel zu schreiben, außer, dass ich sie ohne Bechamel gemacht hab. Einfach zwischen den Schichten noch etwas gehobelten Parmesan und ein paar geröstete Pinienkerne.

Am Sonntag vormittag zeichnete sich dann ab, dass wir aufgrund unserer guten Vorbereitung ziemlich pünktlich nach Hause kamen, so dass ich doch noch mein Maishühnchen mit Zitronen füllen und in den Ofen schieben konnte. 
Da aber bekanntlich Lasagne keine Beilage für ein solch schönes Hühnchen ist, musste ich mir dann noch etwas auf die Schnelle einfallen lassen. 

Was gab der Vorrat noch her?
Grünspargel, die gepulten Erbsen und Ziegenfrischkäse. Daraus lässt sich doch was machen.

Also noch ein paar von den grünen Platten aus dem Frost geholt und gekocht. Danach gleich in dem Kochwasser die geputzten Spargelstangen blanchiert, dem ich die Köpfe abgeschnitten hab.
Auf die Nudelplatten den Ziegenfrischkäse gestrichen, etwas Parmesan und Zitronenschale drüber gerieben, ein paar Pinienkerne drauf und die Spargelstangen darin eingerollt. 



In der Zwischenzeit hat sich das Huhn von selbst im Ofen gebraten und es hatte sich ein köstlicher Sud gebildet (lag wahrscheinlich auch an dem Prosecco, in dem das Huhn bei seiner Zubereitung baden durfte). Deshalb hab ich auch auf die Sauce verzichtet.
Die blanchierten Erbsen durften in heißer Butter in der Pfanne warmziehen, in dem zuvor die Spargelspitzen angebraten wurden.

In einer anderen Pfanne hab ich dann noch die grünen Canneloni angebraten und das ganze sogar noch zur üblichen Sonntags-Mittags-Essen-Zeit auf den Wohnzimmertisch gebracht.


Die Kinder Teenager haben sich gemeinschaftlich für die Lasagne entschieden. 

Weil wir diese Pastavariante als sehr schmackhaft empfunden haben, gab es dann am Montag noch einmal etwas ähnliches. 
Diesmal hab ich den Frischkäse durch einen Rest Blauschimmel ersetzt, den ich mit ein paar Löffeln Sahne und unter Zuhilfenahme einer Gabel zu einem cremigen Aufstrich verarbeitet habe.
Ansonsten war die Zubereitung die selbe.

Dazu gab es dann den Spinat, den ich am Freitag auf dem Markt gekauft habe. Gewaschen, zerkleinert und in der Pfanne zusammenfallen gelassen. Abgeschmeckt mit Salz, Muskat und etwas Knoblauch. Den Rest Sahne aus dem Becher dazu, fertig!  Parmesan drübergerieben! Vegetarisch und saulecker!

Und so schön Grün!

Endlich!

 







 

Mittwoch, 6. April 2011

Komm her mein Täubchen!

Als ich so kurz vor dem Wochenende auf meiner Facebook-Seite angekündigt hab, dass es bei uns Taube gibt, waren die Reaktionen anders, als ich es erwartet hatte. Es gab Hurra-Stimmen. Und es gab diejenigen, die sagten "mag ich gar nicht".

Ich weiß gar nicht, was ihr habt. Ich finde die absolut delikat.


Das Fleisch duftet schon beim Zerteilen leicht wildig. Und da wir ja sowieso absolute Wildfans sind, ist das somit genau das richtige.

Ich hab ja hier schon mal welche zubereitet, damals mit Linsen. Für mich gehören Taube und Linse irgendwie zusammen. Und das nicht erst seit Aschenputtel.
Genau das hatte ich diesmal auch geplant. Allerdings ist mir das erst aufgefallen, als ich mir den Post wieder hervorgekramt hab. Tja, wozu so ein Blog alles gut ist!

Gekauft hab ich sie auf dem Wochenmarkt, bei meinem Geflügelhändler. Bei dem krieg ich auch Lamm, Kaninchen oder Wild. Wobei wir für letzteres eine bessere Quelle haben.

Und da ich schon mal auf dem Markt war, bin ich gleich noch beim Gemüsehändler vorbeigeschlurft. Der freut sich immer, wenn er mich sieht und hat auch immer ein nettes Wort. Nicht nur für mich, sondern für alle seine Kunden.
Er brauchte mich auch gar nicht drauf hinweisen, dass er wieder frischen Spinat im Angebot hat. Hatte ich doch schon welchen in meine Tüte gepackt. Ein paar schöne neue Kartoffeln aus Italien mussten noch mit, obwohl ich die gar nicht für meine Täubchen brauchte. Das der Marktbesuch immer was zum Schmunzeln bereit hält wisst ihr ja schon von hier und hier.

Insgesamt hab ich drei Tierchen mit nach Hause gebracht, da sie diesmal etwas kleiner waren. Die wurden dann sorgsam zerteilt in Brust und Keulen und die Karkassen durften dann mit in den Topf in welchem schon das Suppenhuhn vor sich hinköchelte.

Ich hatte vor das Fleisch sous vides zu garen, da konnte mein neues Bratenthermometer gleich mal zeigen, was es so drauf hat. Ich hab mir also erst mal eine Gewürzmischung gebastelt aus verschiedenen Pfeffersorten (schwarzer, Mohren- und Langpfeffer), dazu noch etwas Szechuanpfeffer (der ja eigentlich gar kein Pfeffer ist), Korianderkörner und Zitronenzeste.


Etwas Olivenöl dazu. Damit pinseln wir (also ich)dann die Taubenteile ein und vakumieren sie(also der Herr Kampi). Schön getrennt nach Brust und Keule. Das lassen wir (beide, wobei der Herr Kampi immer etwas ungeduldiger ist als ich) dann im Kühlschrank erst mal über Nacht schön marinieren.


Am Sonntag hab ich dann als erstes einen großen Topf, bzw. einen Bräter mit Wasser aufgesetzt. Da hinein kommen die folienummantelten Fleischstücke, das Thermometer mit dazu und dann heißt es warten, bis das Wasser etwa 58°C hat. Ich hab das ganze zwecks Platzmangels in den Ofen geschoben, der bei geöffneter Tür und niedrigster Regelung etwa 80°C hatte. Wie lange der Vorgang gedauert hat, kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Aber es waren schätzungsweise bestimmt zwei Stunden.
Mein neues Thermometer hat mir dabei gute Dienste geleistet. Eine echt tolle Sache ist, dass es sowohl die Temperatur im Gargut, bei mir diesmal die Wassertemperatur, als auch die der Umgebung, also der des Backofens gleichzeitig messen kann. Nur etwas nachteilig finde ich, dass man den Alarmton nicht abstellen kann ohne das Thermometer ganz abzuschalten. Oder sollte ich doch mal die Bedienungsanleitung lesen?

In der Zwischenzeit hab ich den Spinat gewaschen, grob zerzupft und in einer heißen Pfanne zusammenfallen lassen. Nach dem er etwas abgekühlt war, hab ich ihn noch etwas feiner geschnitten und in einer Schüssel mit Frischkäse, geriebenem Parmesan, einem Eigelb, Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronenzeste verrührt. Das diente als Füllung für meine Ravioli.

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass sich der Pastateig den ich zusammengeknetet hab, schon schön in seiner Folie entspannt hat? Nein? Na wie soll ich denn Ravioli füllen ohne Pastateig? Habt ihr gedacht, ich kann zaubern?

Also der Pastateig wird mit der Nudelmaschine ausgerollt und gefüllt und zusammengeklappt und in Ravioli geschnitten. Die Ränder noch ein wenig mit der Gabel zusammendrücken. Dann dürfen die auf dem bemehlten Brett warten, bis sie ins kochende Nudelwasser dürfen.

Für die Sauce hab ich eine Schalotte in ganz feine Würfel geschnitten und glasig angeschwitzt. Ablöschen mit Portwein. Einige Zweige Thymian dazu und mit dem Hühnerfond aufgießen. Das darf jetzt schön in Ruhe vor sich hinziehen, damit sich das Aroma des Thymians schön entfalten kann und das ganze einreduziert. Gebunden wird mit etwas Speisestärke (ich muss mir jetzt endlich mal dieses Pfeilwurzmehl zulegen, damit AT nicht wieder mit mir schimpft!). Abschmecken nur mit Salz und etwas Pfeffer.

Für die Linsen ebenfalls Schalotten andünsten, Puy-Linsen zugeben, kurz rühren. Mit Brühe aufgießen, so dass die Linsen gerade mal so bedeckt sind. Ganz sanft gar ziehen lassen. Notfalls muss Brühe nachgegossen werden. Wenn die Hülsenfrüchte gar sind etwas Butter (seit ich Horst Lichter im Fernsehen gesehen hab, weiß ich, das ETWAS BUTTER ein dehnbarer Begriff ist. Herrlich!) und Balsamico unterrühren und salzen.

Endlich dürfen auch die Fleischstücke aus der Folienhülle. Es duftet schon herrlich. Die Pfanne ist heiß. Also  nur noch kurz im heißen Fett anbraten. Hitze runter drehen und ein wenig roten Port angießen. Die Pfanne schön schwenken, bis alles schön glasiert ist.

Fast hätte ich die Karottenspaghetti vergessen zu erwähnen. Die fand ich als Farbtupfer sehr passend. Mit dem Julienneschäler hab ich sie aus den Karotten gehobelt. In etwas Kräuterbutter angeschwenkt und mit Limettensaft und Salz gewürzt. Geschmacklich passten sie sehr gut dazu.


Schön auf dem Teller drapieren wird mir mittlerweile immer wichtiger. Der Herr Kampi will ja das perfekte Foto schießen. Dabei betreibt er einen ganz schönen Aufwand. Mittlerweile stehen in unserem Wohnzimmer drei große Fotolampen...Softboxen oder wie auch immer man das nennt. Da mutiert das Essen oft zu einem Fotoshooting. Der junior findet es meist etwas nervig. Aber er bekommt immer seinen Teller zuerst.



Und welches Tellerfoto gefällt auch jetzt besser?

P.S.: Der Vollständigkeit halber erwähne ich hier, dass der Herr Kampi mich nicht sein Täubchen nennt! Aber was er für einen Namen für mich hat, werde ich euch natürlich nicht verraten!

Freitag, 1. April 2011

Weißt du, woran du merkst, dass du in der Provinz wohnst?

Ganz einfach.
Du gehst in die Stadt (Kleinstadt -13 000 Einwohner), um ein digitales Bratthermometer zu kaufen und dir passiert folgendes:

Du gehst ins Geschäft, ein Fachgeschäft! Und schaust. Ah, da! Ein Exemplar.

Nur ist das nix für dich. Weil es genau von der Bauart ist, von der du schon einige verschlissen hast. Immer wieder Kabelbruch.
Das sagst du natürlich der Verkäuferin und fragst, ob es noch ein anderes Modell gibt. Eins, dass sie eventuell bestellen könnte.
Na gut, du hast Verständnis, dass sie einen Katalog wälzt und nicht gleich auf Anhieb die richtige Seite findet. So mit knapp am Rentenalter muss sie ja auch den Computer nicht beherrschen. Ist ja nicht nötig in so ner kleinen Stadt.
Da hilfst du mit suchen, kein Thema.

Aber im Katalog gibts auch nur ähnliche Modelle. Gut bei dem ein oder anderen kannst du nicht richtig erkennen, ob es das ideale sein könnte.
Fragst du halt die Verkäuferin, vielleicht kann sie da was dazu sagen. Und dann bekommst du die Antwort:

"Ich kann Ihnen da nichts sagen, ich verstehe gar nicht, was da steht. Wozu brauch man denn so ein Thermometer?"

HÄÄÄÄ?

Gut, denkst du dir. Hat der Laden halt Pech. 40 Euro oder mehr durch die Lappen gegangen. Bestellst du eben eins.

Gehste weiter. Um die Ecke ist ein Buchladen, wie in vielen Kleinstädten. Und die Verkäuferin kennt dich. Sie weiß von deiner Kochleidenschaft und deiner Vorliebe für Kochbücher. Du willst nur stöbern, das weiß sie.
Kommste natürlich ins Fachsimpeln. Ist ja grad keiner im Laden. Das ist der Vorteil gegenüber so einem großen Einkaufstempel. Da würde dich a) die Verkäuferin gar nicht kennen und b) wärste nicht alleine mit ihr und könntest quatschen.
Sie zeigt dir die tollen Gewürzmischungen, die ein Sternekoch parallel zu seinen Kochbüchern hier verkaufen will. Sagste der Verkäuferin, dass du das nicht magst... Mischst dir die Gewürze so, dass da nur das drin ist, was dir schmeckt. Das gefällt der Dame, das merkste richtig.

Und dann kommt der Satz, der dich zusammenzucken lässt:
"Da haben wir soviel Kochbücher und in keinem kann ich finden, wie man Gemüse richtig lecker in der Pfanne zubereiten kann."

HÄÄÄÄ?

Dann gehste auf den Wochenmarkt. Freitags immer. Der Hühnerdealer steht da immer. Hat tolles Geflügel, alles was du so denken kannst. Eigene Zucht. Und Bauernkaninchen, Lamm, Wild. Toll.
Und da haste die alten Damen vor dir, denen der Verkäufer einfach nicht schnell genug ist. Weil sich ganz vorne jemand nach der Herkunft des Fleisches erkundigt.Und die dann staunen, dass es sogar Bratwürste aus Lamm und Wild gibt. Wird natürlich ausdiskutiert, dass man das ja nicht mag und dass das sicher sehr trocken wäre. Aber jede der drei Damen muss dann doch zwei dieser Würste mitnehmen, weils die andere auch hatte.

HÄÄÄÄ?

Du kaufst ein Suppenhuhn, weil ne gute Brühe kann man immer im Haus haben. Und was für den Sonntag. Aber keine Bratwurst, weil du keine feingecutterten Würste magst, lieber die groben.
Und dann gehste halt nach Hause, setzt dich vor den Rechner. Bestellst ein Bratenthermometer und ein tolles Kochbuch. Und freust dich, wenn der Bote an der Tür klingelt und dir das Päckchen überreicht.

Und dann kochst du dir was leckeres.
Warst ja auch noch beim Gemüsehändler. Der der dich immer freundlich anlacht, mit dem du per du bist und der dir letztens die  Eier von den Junghennen aufgehoben hat, weil er weiß, dass du sowas Spezielles liebst.
Der hat frischen Spinat für dich.


Du schneidest eine Schalotte klein, schwenkst sie in Olivenöl. Dann gibst du den frischen Spinat dazu. Gewaschen und etwas zerzupft. Kleingehackter Knoblauch ist natürlich ein unbedingtes Muss. Ein kleiner Schluck Hühnerfond, etwas Sahne. Würzen mit Salz, Pfeffer und Muskat. 

Du darfst natürlich nicht vergessen parallel in einemTopf die Tagliatelle zu kochen!

Wenn die al dente sind, gibst du ein schönes Stück Blauschimmel zum Spinat. Lässt ihn schmelzen und mischst die Nudeln unter.


Und wenn du das dann auf dem Teller hast, mit Parmesan bestreut und den ersten Bissen in den Mund schiebst, ist dir sowas von egal wo du wohnst!

 
Übrigens, obwohl heute der erste April ist, ist die Geschichte kein Scherz. Die ersten beiden sind mir vor ein paar Wochen so passiert, innerhalb einer halben Stunde. Und die Geschichte mit den alten Damen hab ich heute so erlebt...

P.S....die Fotos hab ich heute mit der Küchenknipse gemacht...der Herr Kampi kann nichts dafür



Freitag, 14. Januar 2011

Was ist was?...ich raff das nicht...

Neee, mal im Ernst. Da hab ich meine Probleme mit. Ich kann die nicht auseinander halten. Geschweige, dass ich sie genau benennen kann. Ich weiß einfach die Unterschiede nicht. Oder könnt ihr mir sagen wie die heißen?


Oder die:


oder die


Der Claus, der hat sichs einfach gemacht. Der hat die einfach Clausottis genannt, weil er sie angeblich nicht perfekt hinkriegt. Wie nicht perfekt? Die sahen doch toll aus!

Gut ich finde, das meine auch gut aussehen. Ich mach ja auch gerne und oft welche.
Bei mir heißt das dann immer: "Es gibt gefüllte Pasta."

Vielleicht sollte ich ihnen auch einen eigenen, meinen Namen geben. Aber "Kampottis" klingt doch irgendwie doof. Und "Sandraottis" oder "Sandrottis"? Das kannste ja mit vollem Mund gar nicht aussprechen, zumindest sollte dir dann keiner gegenüber sitzen.
"Ullottis", nach meinem Spitznamen, ist dann auch keine Alternative.
Vielleicht sollte ich wirklich mal lernen, wie die richtig benannt werden. Doch wie soll ich bei der Vielfalt den Überblick behalten?

Tortellini, Tortelloni und Tortelli ist ja noch relativ leicht. Das sind die mit dem Bauchnabel, oder? Nur verschiedene Größen.
Und Ravioli kenn ich auch. Da kann ich bis heute nicht verstehen, dass Tim Mälzer die aus der Dose mag.
Doch was sind dann Fagottini, Panzarotti, Malfatti, Capelletti, Agnolotti? Und dann hab ich noch Culingionis, Pansoo'ti und weiß der Geier gefunden. Ich kann die nicht auseinanderhalten!

Und Robert hat neulich welche gemacht, mit Luft gefüllt.
Die Form hab ich hingekriegt! Aber wie die heißen, weiß ich auch nicht.(er sagt falsche Agnolotti - Klugsch.)



Aber eigentlich ist mir dass auch total egal!
Ich weiß, dass sie lecker sind!
Total lecker! Und wenn ich mich an keinen vorgegeben Namen halten muss, kann ich die auch füllen und formen wie ich will!

Heute mal mit Spinat.
Gut, dass ist ein alter Hut. Aber ein durchaus schmackhafter. Und so easy!
Schalotten in feinen Würfeln in Olivenöl anschwitzen, den Spinat (ausm TK-Vorrat) dazu, etwas Knoblauch, Chili-wer mag. Ein Klecks Sahne (nur ein ganz kleiner, damit es sämig wird), abschmecken mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dann ein wenig geröstete Pinienkerne, fein gehackt. Gorgonzola ist jetzt noch nett.
Das ganze dann grob pürieren und in dann den Teig füllen.
Da könnt ihr ne Form wählen, deren Namen ihr aussprechen könnt, die ihr quer, längs oder gekantet in den Mund schieben könnt oder die euch einfach gefällt.

Pastateig könnt ihr doch, oder?
Wollt ihr mein Rezept? Oder habt ihr ein eigenes?

Also gut, hier noch mal die Kurzfassung, lässt sich einfach merken. Deshalb mach ichs auch immer so:
Halb Mehl, halb Pastamehl (das von "DE CECCO"), etwas Olivenöl und auf jede 100gr ein Ei, kein Salz. Ruhen lassen und dann auf der höchsten Stufe der Nudelmaschine bei mehrmaligem Zusammenfalten so 5-7 Mal durchkurbeln. Dabei merkste, ob der Teig zu weich ist. Da gibste einfach beim Falten noch was vom Pastamehl dazwischen, da wird er dann, wie du ihn brauchst.
Und dann einfach auf die gewünschte Stärke rollen und füllen. Das kochen muss ich aber hier nicht beschreiben! Also, dass mit dem Salzwasser und al dente...


Aber da Spinat... (gefüllte Pasta) ja alleine ein wenig trocken ist, brauchen die Dingerchen ja noch irgendeinen saucigen Begleiter.
Was passt da besser als Lachs? Der Klassiker eines jeden Studenten, der auf die Frage , was er heute denn zu abend isst, ganz stolz antwortet: "Ich koche italienisch!" Ahhh, italienisch? Und was? "Lachs mit grünen Nudeln und Sahnesauce."
Ja, zumindest die Farben sind italienisch, roter(na mit viel Fantasie) Lachs, grüne Nudeln, weiße Sauce...

Aber ich schweife zu weit vom ursprünglichen ab.

Also Lachs soll es zum Spinat geben.
Aber nicht als Stück im ganzen. Nee mehr so in Stücken mit Sauce (wieviel mal hab ich das Wort jetzt schon in diesem Post geschrieben? Wer exakt nachzählt kriegt nen Preis vielleicht)

Also, den Lachs in dickere Streifen, so 1cmx3cm, schneiden und ganz kurz und ganz heiß anbraten und gleich wieder aus der Pfanne nehmen. Dann Schalottenstreifen glasig andünsten, Knoblauch dazu, Thymian, mit Noilly Prat und Weißwein ablöschen und runterreduzieren. Mit Gemüsebrühe auffüllen und einen kleinen (der Kalorien wegen) Schluck Sahne zugeben und etwas reduzieren lassen. ich hab noch ein wenig mit Stärke angedickt, was dann die Kalorienbilanz wieder in das mir so gebräuchliche Maß gebracht hat. Aber ich hatte keine Zeit, weil die Pasta ja in der Zwischenzeit schon fertig war. Also mit Salz und Zitronenzeste abgeschmeckt und den Fisch in der Sauce noch einmal durchgeschwenkt, bis er innen gerade noch glasig ist. Die Pasta dazu und mit Parmesan bestreut genießen.


Ha, da haben wir ja schon wieder das nächste Problem! Ist das jetzt ein Ragout, ein Blankett, Gulasch, Geschnetzeltes, Frikassee? Oder was überhaupt?

Und dann wäre noch das ganze mit der ungefüllten Pasta zu klären: Spaghetti, Maccaroni, Bucatini, Linguini, Lasagnetti, Cavatelli, Orecchietti, Bavetti, Tagliatelli, Farfalli, Strozzapreti, Pappardelli,Pizzoccheri, Bigoli, Garganelli, Fusilli...

Montag, 20. September 2010

schnelle Montags-mittags-gute-Laune-glücklich-mach-Pasta

Nach unserem Kurztrip übers Wochenende an Rhein und Nahe sind wir wieder zu Hause angekommen. Die letzten Tage lag ja unser Schwerpunkt mehr auf Fun und Weintrinken. Gegessen haben wir dabei durchaus schmackhaftes, aber meist auch sehr fettig und hauptsächlich deftige Fleischgerichte und Wurst.

Deshalb stand mir heute mittag mal der Sinn nach einem schönen Teller guter Pasta.
Da im Vorrat kein frisches Gemüse mehr war, schnell zum Lieblings-Gemüse-Händler ins 5km entfernte Dorf gefahren. Der Herr Kampi hatte da sowieso was zu erledigen, so dass der Weg sich gleich lohnte.
Dort hab ich eine Handvoll frischen Spinat erstanden.

Zu Hause angekommen wurde schon mal das Nudelwasser aufgesetzt.
Eine Schalotte fein gewürfelt, in etwas Butter angeschwitzt, etwas Knoblauch dazugepresst, mit einem Schlückchen Weißwein abgelöscht (da fiel auch ein Gläschen für die Köchin mit ab!), etwas Hühnerbrühe zugegeben und einreduziert. Dann in Ermangelung von Sahne, etwas Creme fraiche und Blauschimmelkäse schmelzen lassen. Vorsichtig mit Salz und Muskatnuss gewürzt und vom Herd gezogen.

 
In der Zwischenzeit die Nudeln ins Kochwasser geben.
In einer Pfanne derweil etwas Knoblauch und Chili in Olivenöl anschwitzen, den gewaschenen und klein geschnittenen Spinat zugeben und unter dem Deckel zusammen fallen lassen. Wenn die Nudeln noch bissfest sind, abgießen, die Käsesauce über den Spinat gießen,die Nudeln zugeben und noch etwas ziehen lassen. Mit Peffer würzen und mit Parmesan bestreut auf dem Teller anrichten, dem Herrn Kampi darreichen und sich selbst über den guten Geschmack und das Grinsen des Herrn des Hauses freuen!