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Sonntag, 13. April 2014

...Metro...

...überall nur Metro.
Metro-Koch-Herausforderung. Unter Insidern: Metro-Kiste.
Petra hat. Wolfgang auch. Claus sowieso. Und was die für hammermäßige Sachen gezaubert haben. Mir ist da echt der Mund offen stehen geblieben!

Ich bin auch wieder dabei.
Und DAS ist drin:



Im Detail: 2 Bio-Forellen, 2Artischocken, Iberico-Schinken, eine Flasche Riesling, Röhren-Nudeln, Borlotti-Bohnen aus der Dose, Earl-Grey aromatisiert und in feinen Beutelchen, Tortas de Aceite (ein herzhaftes Gebäck mit Kräutern und Olivenöl) und Salz-Caramell-Schokolade.

Seitdem ich wusste (jaja...man tauscht sich aus), was drin ist, kreiselte es in meinem Kopf.
Ich hab ja bei jeder Koch-Herausforderung wieder den Anspruch, alle Zutaten in EINEM Gericht zu vereinen. Leider wollte das auch dieses Mal nicht klappen. Irgendwie passte immer eine Zutat nicht ins Konzept. Ich konnte es drehen, wie ich wollte...irgendwas tanzt immer aus der Reihe

Entweder passte die Schokolade nicht...oder der Tee...oder beides...oder der Fisch...oder der Schinken...oder...oder...oder

Irgendwann hab ich mir gedacht: egal.
Ich fang einfach an zu kochen. Ich musste ja auch nicht auf Ehegatten-Kompatibilität achten.


Vorspeise:

knackiger Grünspargel-Artischocken-Rucola-Salat mit krossen Schinkenstreifen auf  Tortas de Aceite



Die Zubereitung ist nicht wirklich kompliziert.
Für zwei Personen putzt du zwei Artischocken, entfernst das Heu und stellst sie, in Streifen geschnitten, in Zitronenwasser bis zur weiteren Verwendung beiseite.
Du bereitest 6 Stangen grünen Spargel vor (unteres Ende schälen und das Holzige wegbrechen).
Beide Gemüse brätst du ganz sanft separat in Olivenöl an.
In der Zwischenzeit bereitest du eine Marinade vor: 1/2 Zitrone auspressen, 5EL Olivenöl zufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und etwas Abrieb von Zitronenschale untermischen. Spargel und Artischocke damit marinieren.
Brate ein paar Streifen vom Serrano sanft in der Pfanne aus, mische Rucola unter die anderen Gemüse und richte alles auf den erwärmten Brotfladen an.


Hauptspeise:

 Saltimbocca von der Forelle mit Bohnen-Salbei-Gemüse und Pasta


Für das Bohnengemüse lässt du die Dosenbohnen (bei mir die Borlottis und Riesenbohnen) abgespült in einem Sieb abtropfen (die Borlottis waren schon recht zerkocht und schriehen quasi danach zu einem cremigen Gemüse verarbeitet zu werden).
In einer Sauteuse schwitzt du feingewürfelte Schalotte, Knoblauch und Salbei in etwas Olivenöl an. Ein wenig Chili nach Geschmack und dann mit Weißwein ablöschen. Die Bohnen hineingeben und noch eine Dose Tomaten zugeben. Alles leicht sämig einköcheln und mit Salz, Pfeffer und Pimenton de la vera abschmecken

Die Forellen filetierst du...oder, wenn du auch einen Herrn Kampi hast, lässt du sie filetieren. Schön die Gräten rausziehen. Das ist zwar ein wenig Fiesel-Arbeit, lohnt sich aber anschließend auf dem Teller. Die Hautseite wird mit Salz gewürzt und dann wird der Schinken um die Filets gewickelt. Auf der Schinkenseite anbraten und dann auf der Hautseite fertig garen.

Die Pasta kochst du einfach. Es müssen ja nicht unbedingt diese Nudelröhren sein. Ne Bandnudel tuts notfalls auch.
Wenn du magst, frittiere noch ein paar Salbei-Blättchen. Richte alles schön an und träufle noch ein paar Tropfen gutes Olivenöl drüber.



Nachspeise:

Schwarztee-Ananas-Eis mit Ananas-Kompott und Salzkaramell-Schoko-Sahne




Für das Eis erwärmst du 500ml Sahne mit 100ml Milch und lässt 7 Teebeutel darin für mindestens 30Minuten ziehen. Probier lieber zwischendrin immer mal wieder. Der Tee soll sein Aroma an die Sahne abgeben, es darf aber nicht bitter werden.
Nachdem du die Teebeutel wieder rausgenommen hast, mische 100ml Ananas-Sirup unter und süße mit etwas Zucker nach. Machs aber nicht zu süß, sonst schmeckt man das Tee-Aroma nachher nicht mehr raus. Wenn du magst, kannst du auch noch den Abrieb einer halben Zitrone zufügen, das ist aber kein Muss. Jetzt schlägst du noch 3 Eigelb unter und lässt die Masse im Kühler über Nacht ziehen. 
Am nächsten Tag gibst du alles in  die Eismaschine. Ich hab das Eis danach noch in den Tiefkühler gegeben, weil ich mit der Eiszange schöne Kugeln formen wollte. 

Für das Ananas-Kompott schälst du eine Ananas und schneidest etwa 1cm breite Scheiben. Schneide den Strunk aus der Mitte raus. 
In einer Pfanne lässt du Zucker schmelzen...aber nur zu einem hellen Karamell. Lösche mit Ananas-Sirup, Orangenlikör und Orangensaft ab und koch alles, bis sich der Zucker wieder gelöst hat. Dann lässt du die Ananas-Scheiben darin sanft weichkochen. Im Sud soll das Ganze dann abkühlen (lauwarm)

Die Salzkaramell-Schoko-Sahne ist das leichteste an der ganzen Nachspeise. Zumindest, was die Herstellung betrifft. Was du dazu brauchst, ist allerdings ein ISI whip*




Wie konnte ich bis jetzt nur ohne auskommen? 
Manchmal denkt man: brauch ich eigentlich nicht...und wenn man dann so ein Teil hat, will man nicht mehr ohne.
(Und der Trend geht übrigens zum Zweit-Schäumer...Danke Bushcooks Kitchen, dass ich bei dir mein Zweit-Gerät gewinnen durfte)

Du erwärmst für die Sahne einfach einen Becher Sahne, löst zwei Tafeln der Schokolade darin auf. Gut mit einem Schneebesen rühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Einen zweiten Becher Sahne zufügen, weiter gut durchrühren und in den ISI füllen. Im Kühlschrank bis zur Verwendung kaltstellen. Eine Patrone (besser sind zwei) eindrehen und gut schütteln.

Zum Anrichten eine Scheibe Ananas auf den Teller legen, das Loch in der Mitte mit dem Ananas-Sud auffüllen. Eine Kugel Eis in der Mitte platzieren und die Schokosahne als Topping aufspritzen. Mit Minze garnieren.

Glaub mir, das macht süchtig! Selbst Herr Kampi...der immer behauptet, ich könne keinen Nachtisch...war restlos begeistert! Ich könnt schon wieder! Herr Kampi und der Junior auch...

Also, Nachmachen!!!!!!


P.S.:
Schaut mal, was Markus so aus der Metro-Kiste gezaubert hat. Ich war sprachlos, wie toll man anrichten kann. Ich wünschte, ich könnte das auch.  

...ich hab den Link bewusst erst am Ende meines Posts gesetzt ;-)



*Affiliate-Links

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Metro, die Zweite...zum Dritten

hach...alle Zutaten untergebracht. Ich lehn mich mal in meinen Sessel. Aber nur kurz. Ich muss denken.
Bin ich wirklich schon zufrieden? Irgendwas fehlt doch...der Abschluss.

Aber, ich kann doch kein Dessert. Süßkram? NEIN, ich nicht.

Gehört aber doch zu einem Menü dazu. Und zu dem ganz besonders. Zumal sich unsere Freunde ganz liebevoll für die Reste-Vertilgung opfern wollten.

Hmmm...Süßkram. Was kann ich denn? Eigentlich fällt mir da nur eins ein. Ein Sorbet frisch von Luigi Unoldi, meiner Eismaschine.

Was hätten wir noch an Zutaten da?

Etwas Rotwein, Hibiscus-Blüten samt Sirup, ein paar Datteln, Physalis-Konfitüre, Popcorn-Mais...
Könnte vielleicht was werden.


Hibiscus-Sorbet:

In meinem Vorrat ist immer Zitronensirup. Weil ich einfach mehr Zitronenzeste brauche, als Saft (hier hab ich mal berichtet, wie ich den Sirup herstelle)
Also hab ich mir ne Mischung gemacht: Zitronensirup, Hibiscus-Sirup, Rotwein und Physalis-Konfitüre. Die genauen Anteile kann ich jetzt nicht mehr wiedergeben, es muss einfach schmecken. Ein kleiner Schuss Alkohol kann nicht schaden, damit das Sorbet richtig schön cremig wird. Bei mir war es ein Schuss Wodka, mit dem ich vor kurzem einen Teil des Zitronensirups und etwas -Schale angesetzt hatte. Das Gemisch in der Eismaschine schön cremig gefrieren lassen.


Süßkram braucht aber auch ein wenig Deko. 
DEKO? Ich?
Das ist ja noch schlimmer als nur Süßkram!!!!

Das einzigste, was mir zu Deko auf Süßkram einfällt ist irgendwas mit Karamell.

Und da ich neben den Datteln und ,etwas vom Junior übriggelassenem, Popcorn auch noch Pistazien im Vorrat hatte, gabs 

Popcorn-Dattel-Pistazien-Röllchen

Während also in einer Pfanne Zucker sanft vor sich hinschmolz um zu karamellisieren, wurden Pistazien, süßer Popcorn und Datteln feingewürfelt. Nachdem das Karamell die richtige Farbe hatte, wurden die Zutaten untergemengt, auf eine Lage Backpapier gestrichen, mit einer weiteren Backpapier-Lage abgedeckt und mit dem Nudelholz plattgewalzt. Von der noch warmen, platten Masse Streifen abschneiden und zu Röllchen formen.


Das Sorbet als Kugel in Martini-Gläser geben, mit einem Röllchen und einer Hibiscus-Blüte garnieren. Ich könnte mir auch vorstellen, das Sorbet mit Prosecco oder Sekt aufzugießen. Auf jeden Fall war es ein würdiger Abschluss dieses Menüs!


Metro, die Zweite...zum Zweiten

...puh!
Die ersten Zutaten hab ich eliminiert. Und ich war so richtig in meinem Element, nach der Vorspeise.

Jetzt wollte ich nicht nur kleckern! Sondern so richtig klotzen. Ich wollte nicht eine Hauptspeise auf den Teller bringen, sondern gleich drei! Ein Schweinedreierlei! Mit Pfifferlingen! Jedes Einerlei vom Dreierlei mit Pfifferlingen quasi...

Zum ersten dachte ich da an ein Carpaccio. Nagut, eigentlich dachte der Herr Kampi an ein Carpaccio. Und ich hab die Idee gerne aufgegriffen.
Da aber ein richtiges Carpaccio, also rohe Fleischscheiben vom Schwein nicht möglich sind (soweit ich weiß, sollte man Schweinefleisch nicht roh verzehren), hab ich mich eher am Vitello tonnato orientiert. Und da ich die italienische Sprache so mag, hab ich diesem Teil der Hauptspeise folgenden Titel gegeben:


Porco con finferli

Klingt gut, oder?

Die Pilze hatte ich ja schon vorbereitet. Ihr habt doch den letzten Post richtig gelesen? Nagut, wenn nicht, dann hier nochmal:

...kleinschneiden, in einer heißen Pfanne anbraten, salzen, geditschen Knoblauch und gemörserte Fenchelsaat zugeben. Dann in ein Schraubglas mit Rosmarin-Zweigen und Zitronenschale geben, mit Olivenöl aufgießen und im Kühlschrank vergessen für die nächsten zwei Tage...

Eigentlich ist das mein Standard-Rezept für eingelegte Steinpilze zu Pasta (hier schon mal beschrieben).

Brauchen wir jetzt noch das Fleisch dazu. Das hab ich in einem kräftigen Hühnerfond, gewürzt mit Fenchelsaat, Lorbeer, Chili, Piment, etwas Yuzu  etwa 20 Minuten pochiert und in Folie eingewickelt im Kühlschrank abkühlen lassen.


Dünn aufgeschnitten kamen die marinierten Pilze obenauf und ein paar frittierte Kapern (womit ich auch die aus den Füßen hatte)



Jetzt brauchen wir den zweiten Teil des Hauptgangs. Eher rustikal, fast ein deutscher Klassiker. Ihr erinnert euch? Weißkohl sollte auch verarbeitet werden. Was lag also näher, als Krautrouladen zu machen:


Krautrouladen von Duroc und Pfifferlingen

Dafür hab ich den Strunk aus dem Kohlkopf geschnitten und ihn mittels einer Fleischgabel in kochendes Wasser getaucht, immer und immer wieder, bis sich die äußeren Blätter lösten. Diese hab ich dann noch weiter in kochendem Wasser weichgekocht und in Eiswasser abgeschreckt. 
Für die Füllung hab ich die dünnen Filet-Spitzen abgeschnitten - einfach, damit die Fleischstücke für die weitere Verarbeitung schön gleichmäßig dick waren. Der Herr Kampi hat die Würfel mit Hingabe durch den Wolf gelassen. 
Jetzt kamen die Pfifferlinge der Kategorie "muss weg" ins Spiel. Die wurden fein gewürfelt, in einer Pfanne angebraten und etwas abgekühlt zum Hackfleisch gegeben. Ebenso eine Handvoll des gekochten Camargue-Reis und etwas feingeschnittene Zwiebel. Gewürzt wurde alles nur mit Salz, Pfeffer und einem Esslöffel Senf (können wir hinter dieser Zutat auch einen Haken machen).

Um schöne Krautrouladen zu erhalten, muss der Strunk unbedingt aus den blanchierten Blättern geschnitten werden. Ein reichlicher Esslöffel Füllung drauf und einwickeln. Wer das schon paar mal gemacht hat und ein klein wenig geschickt ist, braucht die Wickel weder zu binden oder anderweitig in ihrer Form zu fixieren. Beim Anbraten einfach an der Nahtstellen anfangen und beim wenden etwas vorsichtig sein.
Ich wollte sie nicht allzu braun angebraten. Nicht so, wie ich sie von zu Hause her kenne. Da wurde dem Kraut ordentlich Farbe in der Pfanne gegeben.
Nein, meine sollten etwas feiner sein. So durften sie nur leicht goldgelb werden und wurden anschließend in eine flache Auflaufform umgebettet. Der Bratenansatz in der Pfanne wurde mit dem Fond des Porco abgelöscht und zu den Röllchen gegeben, die jetzt bei sanfter Hitze im Ofen gar ziehen durften.




Dann brauchen wir also noch unseren dritten Teil des Schweinerlei-Dreierleis. Ich hab mich für ein gefülltes Filet entschieden:


Schweinefilet mit Pfifferlingsfüllung

Aus der Pfifferlings-Sortierungs-Kategorie "kann noch" hab ich mir ein paar der schönsten kleinen Pilze für die Dekoration zu Seite gepackt und den Rest wie bei den Krautrouladen gehackt und in einer Pfanne mit etwas gehacktem Thymian angebraten. Gewürzt mit Salz und etwas Parmesan.
In das Filet durfte der Herr Kampi mittig ein Loch bohren. Ganz vorsichtig hat er das gemacht.
Und da er das Fleisch auch grad in den Händen hielt, hat er es gleich mit der erkalteten Pilzmischung gefüllt. Von allen Seiten angebraten durfte es dann im Ofen seiner Vollendung entgegensehen.


Derweil hatte ich Zeit, die anderen Komponenten des Hauptganges in Angriff zu nehmen.


Spaghetti-Kürbis
 

Bevor ich alle Fleischteile überhaupt in den Ofen geschoben hatte, hab ich schon den längs halbierten und entkernten Spaghetti-Kürbis im heißen Rohr gegart. 


In unserer tollen Facebook-Gruppe (Käptn´s Dinner) hatte ich um Tipps zur Zubereitung gebeten. Da kam wirklich alles. Ich war so verwirrt, dass ich am liebsten dem Hinweis gefolgt wäre, das Teil auszuhöhlen, ne Fratze reinzuschneiden und mit einem Teelicht zu beleuchten.
Und das erst recht, als ich den Kürbis aus dem Ofen geholt hab! Nix mit Kürbisfäden ähnlich Spaghetti! Das Ding müsste Suppen-Nudel-Kürbis heißen. Denn genau so kurz waren die Fasern. Und im Geschmack wie roh gehobelte Kartoffeln. 


Aber dadurch ließ ich mich nicht entmutigen! Jetzt nicht mehr! Egal was passiert, ich zieh das Ding durch.
Also eine Pfanne erhitzt, das Kürbisgedöns mit Butter darein, mit etwas Milch aufgegossen und mit Salz und Muskat abgeschmeckt einfach unbeachtet weiter ziehen lassen.


Denn wir brauchen ja noch unbedingt eine Sauce:

Rotwein-Hibiscus-Sauce

Die ist, obwohl sie so unkompliziert ist ein Bringer. Einfach ein Drittel des Rotweins in einer Kasserolle soweit reduzieren, bis ein dickflüssiger Sirup übrig bleibt. Am besten funktioniert das in mehreren Schritten. Dann etwa die Hälfte des Hibiscus-Sirups aus dem Glas angießen. Den Bratensatz vom gefüllten Filet hatte ich mit etwas Pochier-Fond abgelöscht und ebenfalls zum Saucenansatz gegeben. 


Jetzt einfach weiter sanft vor sich hinköcheln lassen und noch ein klein wenig reduzieren. Ganz zum Schluss, vor dem Servieren, schön mit kalter Butter aufmontieren. Und das abschmecken nicht vergessen!


Bis jetzt hab ich schon ordentlich von den Sachen aus der Kiste weggekocht. 
Doch dann kamen mir die Datteln in den Sinn. MIST! 
Eigentlich waren sie das Einzigste, was ich noch nicht verarbeitet hatte. Und Dessert wollte ich nicht.

Kurz musste ich nachdenken.

So ein Gericht braucht doch noch irgendwas anderes an Beilage, dachte ich mir. Der Spaghetti-Kürbis ist ja ziemlich neutral. Vielleicht ein Krautbett für die Kohlroulädchen?  
Warum denn nicht?


Dattel-Weißkohl

Dafür ein Teil des verbliebenen Krauts in feine Streifen schneiden und in Butter sanft dünsten. Damit es nicht zu sehr Farbe annimmt, mit einem Schluck Weißwein ablöschen und garziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit etwas Salz würzen und mit  den in Streifen geschnittenen Datteln vermengen. Als Bett unter den Rouladen anrichten.


Das Anrichten der Teller war dann nur ein Klacks! Ich hatte mir die Reihenfolge schon in etwa auf meinem Schmierzettelchen aufgezeichnet. Nur der Herr Kampi fluchte, weil ich mal wieder meine gaaaaaanz langen Teller aus dem Schrank geholt hab.
Aber wenn das hier schon eine Herausforderung für mich war, sollte er ja nicht außen vor bleiben! Er wollte sich kurzzeitig aus der Verantwortung ziehen und hatte den Tisch liebevoll gedeckt.

Tischdeko mit Wein
Und die Tellerfotos hat er natürlich auch hinbekommen, wie ihr sehen könnt:



Herr Kampi war von den Socken! Dem Junior hat es auch toll geschmeckt. Und ich war fix und fertig. Und glücklich! Alle Komponenten hatte ich irgendwie untergebracht. Zufrieden konnte ich mich jetzt zurücklehnen. Fertig!



Mittwoch, 10. Oktober 2012

Metro, die Zweite...zum Ersten

So ne Herausforderung ist wirklich ne Herausforderung! Ich sag euch!

Irgendwann vor drei Wochen war die Anfrage in meinem Mail-Postkasten: >>>Du hast beim letzten mal gesagt, du würdest gerne wieder mitmachen...gilt dein Versprechen?<<<

Aber ja doch!!!!!! Gerne immer wieder! Metro-Koch-Herausforderung! Da bin ich doch dabei. Es soll ja dieses mal sogar was zu gewinnen geben.


Nach dem Kochevent im Vogtland ein kurzer Anruf und nachgefragt, wann denn die Kiste zur Abholung bereitsteht. 
Sofort, wenn ich mag. 
Also den Herrn Kampi ins Auto gepackt, oder eher andersrum und ab nach Dresden zur nächsten Metro...
Der Chef, mit dem ich verabredet war, nahm gerade (ein sicher köstliches) Mittagsmahl ein, so dass ich etwas warten musste, bis ich zu meiner versprochenen Kiste kam. Die Zeit wurde gleich zum Einkaufen genutzt...wo wir doch schon mal da waren.

Nach ein paar Minuten wurde ich dann per Ausruf an die Information gebeten, wo mir Herr B. freudestrahlend mit der typisch gelben Kiste entgegenkam. Es folgte die obligatorische Frage, wie man denn zu so was komme und was denn genau Foodblogger so machen und warum. Wie immer konnte ich die Frage in der kurzen Zeit nicht wirklich umfassend beantworten, aber Herr B. schien mit meinen Antworten zufrieden zu sein. 
Ein kurzer Blick auf die Zutaten...könnte so passen, dachte ich.

Und das war drin:


  • Filet vom Duroc-Schwein 
  • ein Stück Feta
  • ein Glas eingelegte Kapern
  • ein Glas Senf
  • ein Kilo FRISCHE Pfifferlinge
  • ein Spaghetti-Kürbis (die Vorgabe war: alles, außer Hokkaido...damit es nicht zu leicht wird)
  • ein Riesen-Weißkohl
  • ein Glas Physalis-Konfitüre
  • eine Flasche Rotwein
  • Datteln
  • Popcorn-Mais
  • roter Camargue-Reis
  • ein Glas eingelegter Hibiscus-Blüten 
Passt irgendwie zusammen und irgendwie doch nicht. Aber Lust, wieder ein ganzes Menü wie beim letzten Mal zu kochen hatte ich auch nicht. Gerne hätte ich alle Zutaten in einem Gang vereint, das war mir allerdings dann doch zuviel des Guten.

Schon auf dem Weg nach Hause kreiselten meine Gedanken, was passt wie zusammen, was passt gar nicht zusammen, was muss wie und wann am schnellsten verarbeitet werden.

Zu Hause angekommen einen Packen Zettel geholt und meine Gedanken zu Papier gebracht, verworfen, neu kombiniert. Details offen gelassen, erneut verworfen...Brainstorming mit Herrn Kampi, Details manifestiert, andere wieder verworfen...

Irgendwann musste ich allerdings auch anfangen, mich um die ganzen Lebensmittel in real zu kümmern.
Die Pfifferlinge zuerst. Geputzt mussten sie werden. 
Meist mach ich den Mehl-Wasser-Wasch-Vorgang. Allerdings nur, wenn ich die Pilze gleich verarbeite. Da das dieses mal nicht in Frage kam, hab ich jedes kleine Pilz-Pfitzelchen mit nem Pinsel bearbeitet. Das hatte natürlich den Vorteil, dass es entsprechend lange dauert (so man denn Zeit hat), um über das weitere Vorgehen nachzudenken und, dass ich mit jedem Pilz "per du" wurde und somit eine genaue Sortierung vornehmen konnte...muss gleich weg, muss weg und kann noch.

"Muss gleich weg" hieß: kleinschneiden, in einer heißen Pfanne anbraten, salzen, geditschen Knoblauch und gemörserte Fenchelsaat zugeben. Dann in ein Schraubglas mit Rosmarin-Zweigen und Zitronenschale geben, mit Olivenöl aufgießen und im Kühlschrank vergessen für die nächsten zwei Tage (ob ich diese Variante in mein Menü einbauen wollte/konnte war mir noch nicht gleich so klar)

Was mir ziemlich schnell klar war, es sollte den Feta als Vorspeise geben. Auf meinem Notiz-Zettel steht: Feta im Mantel mit Dingens...Physalis-Konfitüre

Na dann bastel ich also Feta im Mantel mit Dingens, wobei ich mir den Kopf zerbrach, was denn dieses Dingens sein könnte.
Das Popcorn wollte ich zuerst erledigt haben. Aus dem einfachen Grund: Ich hab noch nie welches verarbeitet...und mag es eigentlich auch nicht.

Mein erster Gedanke dazu? Ich mahl das Zeugs und pack den Käse drin ein. 
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir das mahlen erspart und auf Polenta zurückgegriffen ;-)
Aber das war mir zu einfach.

Also machte ich Popcorn. Zuerst probeweise, wie es denn richtig wäre. Der Herr Sohn war Vorkoster.
Nachdem er seinen Segen gegeben hatte, kam ich! 

POPCORN!
Schonmal mit Curry-Salz gewürzt? Kann ich empfehlen! 

Der Feta...auf meinem Schmierzettel stand MANTEL. Die Idee, Käsestreifen zu verpacken lies mich nicht los. Der rettende Gedanke war dann LAUCH. Porree blanschiert und drumrumgewickelt.

Und nu?
...brauchen wir ein Dressing. 
Dafür haben wir die Physalis-Konfitüre. Gemixt mit neutralem Öl, Weißwein-Essig, Salz, Zucker, wenig Senf und etwas Curry-Pulver passt das. 

...und wir brauchen noch ein Bett für den Feta!  

Also wieder Lauch. Diesesmal kleingeschnitten, in einer Pfanne sanfta angebraten und mit Zitronenzeste, einem Spritzer Zitronensaft, Chili, Salz und Zucker sanft ziehengelassen, bis der Lauch gar aber noch schön bissfest war.

Die Zeit hab ich genutzt, den eingepackten Käse von allen Seiten in einer Pfanne nur warm werden zu lassen. Zum richtigen Anbraten war er einfach zu weich und wäre mir aus dem Mäntelchen geflossen.

Der Rest war  ein Kinderspiel. Zumindest was die Vorspeise angeht.
Alles hübsch auf einem Teller anrichten und genießen. 


Optisch schön, aber geschmacklich in der Gänze ein Feuerwerk auf dem Gaumen.  

Das war ein schöner Einstieg. Aber es warteten ja noch mehr Zutaten auf ihre Verarbeitung und ich war jetzt richtig angefixt...

Wie es weiter geht, demnächst in diesem Kino/Blog. Wem zwischenzeitlich die Zeit zu lang ist, der kann ja mal nachlesen, wie  Claus von "nur das gute Zeugs" die Herausforderung gelöst hat





 


Mittwoch, 30. Mai 2012

...MMM...

...dunkle Erinnerungen an meine Jugendzeit.

MMM...Messe der Meister von Morgen.

Das war zu tiefsten DDR-Zeiten.  Die Jugend sollte zur Stärkung der Volkswirtschaft beitragen mit ihren Ideen.
Wie viel dabei letztendlich verwirklicht worden ist, weiß ich nicht.
Allerdings kann ich mich entsinnen, damals einen Vorschlag eingereicht zu haben, in unserem 1000-Seelen-Dorf einen Umlauf-Sessellift einzurichten, der genau von unserem Haus bis zur Schule führen sollte. Einfach, weil ich zu faul war, die paar Meter...mögen es 300 gewesen sein... bis dorthin zu laufen.
Das wurde natürlich niemals ernsthaft in Erwägung gezogen, war keine diskutierenswerte Neuerung, und aus heutiger Sicht (auch schon damals) total daneben.

Wobei es vielleicht heute, da mein Heimatdorf ein richtiges touristisches Highlight geworden ist, sicher eine Herausforderung wäre, sowas zu realisieren...

Aber genug der Träume und Phantasien.
Jetzt geht es hier um mich. Um meine Herausforderungen. Beziehungsweise um die Herausforderungen, die mir andere stellen.

Aktuell fordert mich die METRO heraus.
Ein Paket soll ich mir abholen, mit Lebensmitteln. Die soll ich alle verkochen, darf hinzufügen, aber nichts weglassen.

Hmm...nach meinem Geschmack.
Claus meint, es wäre wie Topfgeldjäger. Nur ohne Henssler und Rosin. Denn Claus ist dabei...genau wie Alice.

Also schnapp ich mir meinen Kampi, düse in die Metro und hol mein Kistchen ab. Die paar kleinen Hürden (ihr wisst schon...Provinz und so) umschiffe ich mit einem Lächeln.

 Und das war in meinem Paket drin:


* ein Six-Pack Heineken-Pils
* 250ml Pistazienöl
* 500gr Tagliatelle in drei Farben
* 500gr kleine Strauchtomaten
* 200gr Bratpepperoni
* ein kleines Säckchen geräucherter Knoblauch
* ein Säckchen Bananenschalotten
* schwarzes Hawaii-Salz
* eine Scholle 550gr


Hmmmm...eine recht bunte Mischung. Aber ich bin ja froh, dass mir die vorgegarte Rote Bete erspart worden ist. Irgendwer hatte die doch auch im Paket, oder? Und die Rosenblüten. Obwohl mir damit sicher was eingefallen wäre.
Ich hatte eigentlich mit noch mehr verschiedenen Produkte gerechnet. Schließlich sollte es ja eine echte Herausforderung sein. Aber je weniger Sachen im Paket sind, desto einfacher könnte sich die Zubereitung des ganzen gestalten.

Schon auf dem Weg nach Hause kreiselt es in meinem Kopf. Wie bring ich all das in eine Harmonie...

...der Fisch, das Öl, die Gemüse passen irgendwie. Aber wie bekomm ich das Bier unter? Selber trinken war mein erster Gedanke. Herr Kampi grinst darüber, als ich mit ihm so ein kleines Brainstorming im Auto mache.
Neneneeeee...nix da!

Und auch der Räucherknoblauch könnte zu einem kleinen Problemchen werden. Könnte...muss aber nicht.

Irgendwann, nach ein paar verqueren Gedanken, etwas ratlosem schauen und wirr auf Papier hin- und hergekritzel steht mein Plan fest.
Es wird ein Menü.

Mein Metro Menü

Yeeeeeeeeeeeeeeehaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa...lets rock!

Also begab ich mich in mein Kochloch und kochte drauf los.

Natürlich will ich euch die Ergebnisse nicht vorenthalten. Da es mitten in der Woche war, hab ich das Menü nicht an einem Tag und auch nicht in der Reihenfolge zubereitet, aber das nur am Rande.

Die Vorspeise:

Ein Mini-Nudelauflauf.
Dafür einfach die Nudeln vorgekocht, in kleine Förmchen "gewickelt". In die Mittte kam noch ein Scampo (aus dem TK, ohne Schale), darauf ein Scheibchen Schalotte. Aus Ei, Milch und Parmesan einen Guss gerührt, mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt, in das Förmchen gegossen und eine der kleinen Tomaten hineingedrückt...ab damit in den Ofen.


In der Zwischenzeit grünen Spargel vorbereitet und in einer Pfanne schön sanft knackig ziehen lassen. Nebenbei noch ein paar Pinienkernen die goldgelbe Farbe in der Pfanne angedeihen.

Mit Hilfe des Pistazien-Öls und etwas Zitrone ein Dressing (mit einem Fitzelchen Dijon-Senf) geschüttelt, auf einem Teller die Blätter von rotem Eichblatt drapiert, den Spargel drauf, die Pinienkerne drüber, den Miniauflauf dazu. Fertig!



Jetzt der Hauptgang - die Scholle:

Das war der Gang, den ich gleich nach unserem Metro-Besuch zubereitet hatte, da der Fisch so schön frisch war und keinerlei Aufschub duldete.

Der Herr Kampi durfte ihn/sie erstmal vom Grätenkorsett befreien. Ich hab ja so ein Teil...also ein Korsett...noch nie getragen, könnte mir allerdings vorstellen, dass das für so einen Plattfisch wie die Scholle schon recht anstrengend ist. Anschließend durfte Miss Scholle sich dann auch noch ihres Kleides entledigen, wobei natürlich der Herr des Hauses sehr gerne helfend zur Seite stand.


perfekt filetiert!

Die Karkasse wanderte dann in den Frost, für später. Um irgendwann mal wieder zu Fischfond zu werden. Den brauchen wir grad mal nicht. Den Fisch auch nicht, also ab damit in den Kühlschrank.

Der Räucherknoblauch schreit nach Verarbeitung. Das naheliegendste schien für mich eine Aioli.
Nach dem Anschneiden entpuppte sich die Knolle als recht mild im Räucherduft, so dass dem Ganzen nichts mehr im Wege stand.
Ein paar Zehen (ich weiß nicht genau, aber könnten schon vier bis fünf gewesen sein) hab ich mit Salz im Mörser zu einer feinen Paste zerrieben.
Ein Eigelb mit einem Schuss Weißwein-Essig aufgeschlagen und mit etwas neutralem Öl cremig gemixt, dann die Knoblauchpaste untergerührt und mit weiterem Öl ergänzt.

Nun kann man sich drüber streiten, ob das wirklich ein klassisches Aioli-Rezept ist. Wohl ist es eher eine Knoblauch-Mayo, aber mir ist das egal, ich mach sie immer so.

Da mir der Rauchgeschmack zu wenig herauskam, hab ich mit Räuchersalz statt normalem Salz nachgewürzt. Aber das Raucharoma blieb dann doch eher versteckt. Schlimm war das allerdings nicht.
Da Aioli runder schmeckt, wenn sie durchzieht, durfte sie im dunklen Kühlschrank neben den Filets der Scholle auf die Vollendung des Gerichtes warten.

Denn jetzt sollte es erstmal den Bratpeperoni an den Kragen, beziehungsweise an den Stielansatz gehen. Rausgeschnitten das Teil, zumindest von den größeren. Das Kerngehäuse muss auch noch raus!

Ihr fragt euch warum diese Friemelei? Einfach braten und fertig, ich hör euch doch flüstern!

Nöööö...nix da. Das ist hier eine Kochherausforderung. Da muss ein gewisser Aufwand schon betrieben werden. Also weiter...

In einem Topf zog ein klein wenig Couscous vor sich hin. Mit etwas Kräuterbutter und Salz. Nach dem Ausquellen hab ich zerdrückten Blauschimmel-Käse untergerührt. Den hatte Claus nämlich auch in seinem Paket. Und ich bin ja für absolute Chancen-Gleichheit!
Diese Masse hab ich dann mit der von mir selbst erfundenen und immer wieder bewährten Kleine-Finger-Stopf-Drück-Methode in die Schoten eingefüllt. Ganz schön fisselig, aber für die paar Schoten für uns drei kann man so einen Aufwand schon mal betreiben. Denn schließlich ist die weitere Zubereitung dann nur noch ein Klacks.



Die grünen Teilchen werden ganz normal, wie ihre ungefüllten Verwandten sonst auch, ganz easy in einer Pfanne im Olivenöl mit etwas Salz ausgebraten.

Der Backofen war schon vorgeheizt. Einerseits um die Teller vorzuwärmen, aber auch, damit der Fisch dann später schön sanft durchziehen konnte. Denn für den wurde es so langsam Zeit.

Also aus dem Kühlschrank auf die Arbeitsplatte damit.
Endlich hatte ich auch mal die Gelegenheit meinen gekräuterten Lardo einzusetzen. Hauchdünne Scheibchen davon kamen auf die Filets, die darauf auch gleich eingerollt und mit Rouladennadeln gegen das Aufrollen gesichert wurden.




Auf dem Herd wurde eine Pfanne mäßig warm und etwas Rosmarin und Thymian durften dem Olivenöl sein Aroma abgeben. Dahinein kamen die Röllchen. Nicht um so richtig heftig anzubraten. Sie wurden nur in dem  (nicht zu) heißen Öl rumgekullert, um dann später ganz sanft im Ofen durchzuziehen. Dabei wird der Speck ganz cremig und gibt sein herrlich mildes Kräuter-Aroma von innen an den Fisch ab. Und der braucht auch nicht viel mehr an Gewürz.

Da die Bratpeperoni auch im Rohr warmgehalten wurden, hab ich in der Pfanne noch ein paar der kleinen Rispentomätchen angebraten.

Owei! Fast hätte ich doch die Zucchini vergessen. Dabei war der gelbe Zucchino so schön. Und da genau jene immer so große Kerne im Inneren hat, eignet sich dieses Gemüse hervorragend dazu, mit dem Sparschäler zu Nudel ähnlichen Streifen traktiert zu werden.
Vergessen ist dabei wörtlich gemeint, da die Streifchen die ganze Zeit in einer Ecke auf der Arbeitsplatte mit Salz und etwas Zucker mariniert vor sich hinzogen. Dann brauchen sie in der Pfanne nämlich nur kurz ein paar mal vor sich hingedreht werden, und schon sind sie fertig. Immer noch knackig, aber voller Geschmack.

Das Anrichten war dann ein Klacks. Etwas von der Aioli auf den Teller. Darauf etwas vom Petersilienöl getropft...war ja noch im Kühlschrank. Die Zucchini-Nudeln hübsch aufgedreht. Die Röllchen von ihrem Piercing befreit, die Tomaten nebenan gelegt, genau wie die gebratenen grünen Schoten.
Und da ich den Fisch bis jetzt noch nicht gewürzt hab, einfach eine Spur von dem schwarzen Salz auf den Teller ziehen. Sieht klasse aus und schmeckte super!


So. Und nu?
Das Bier ist übrig! Was jetzt? Ich könnte es ja selber trinken. Nur bin ich nicht unbedingt der Biertrinker. Und Herrn Kampi kann ich damit auch nicht wirklich locken. Und es fehlt noch das Dessert im Menü. Und ich und Dessert sind verstritten, wisst ihr doch.

Aber ich will Dessert! Hier und heute! Und mit Bier!

Kurz hab ich überlegt, ein Biereis zu klöppeln. Allerdings war mir das Risiko, dass es nicht schmeckt zu groß. Aber Eis wollte ich dennoch. So hab ich mir kurzerhand einen Sirup nach Art eines Holunderblütensirups gekocht. Nur mit getrockneten Rosenblüten (ihr merkt, dass ich das ganze wirklich nicht in der hier niedergeschriebenen Reihenfolge gekocht hab - der Sirup braucht 48 Stunden um durchzuziehen).

Mit Hilfe eben jenes Sirups wollte ich dann doch ein Eis zubereiten. Der Gedanke hat mich nicht losgelassen.

Bis jetzt hatte ich das Eis in meiner Unold immer ohne Rezept zubereitet. Sirup mit Sahne und/oder Joghurt gemischt, abgeschmeckt, in die Maschine gegeben, fertig. Dieses mal aber wollte ich ein richtiges Rezept. So mit zur Rose abziehen und so.

Wenn du sowas willst, aber keine Ahnung hast, dann biste bei den Kochverrückten vom "Käptn´s Dinner" auf Facebook richtig. Frage gestellt, zeitnahe Antwort und du weißt, was zu tun ist.
Danke Bine für den passenden Link!

Alle, die so ein richtig gutes Eis schon mal selber bereitet haben, wissen, dass die Grundmasse mindestens über Nacht im Kühlschrank ziehen soll, um richtig richtig gut im Geschmack zu werden (ich hab euch ja gesagt, ich hab das Menü nicht hintereinander und in der Reihenfolge zubereitet!)

An dem Rezept hab ich mich angelehnt, allerdings den Holundersirup durch meinen rosigen ersetzt und eine ordentliche Handvoll rosa Pfefferbeeren dazugegeben, was dem Ganzen sehr gut getan hat.
Und da Freitag wie jede Woche Markttag war, ich mit meinem dortigen Gemüsehändler immer Spaß habe und ich auch gern bei ihm kosten darf, hatte ich auf einmal ein paar Aprikosen in meiner Küche liegen, deren Geschmack mich nicht zu 100% überzeugte, die ich aber auch schlecht einfach so entsorgen konnte. Püriert mit Zucker und Orangenlikör ergaben die Marillen wenigstens noch ein kleines Sößchen.

Und das BIER? Wo bleibt das BIER?

Ich hab es wirklich weder in mich noch den Herrn Kampi gekippt. Ich hab einen Bierteig draus gemacht.  Also zumindest aus 50ml. Der Rest ist auf irgendeine unerklärliche Weise verschwunden. Wahrscheinlich verdunstet oder so.

Bierteig ist ganz einfach. Mit Ei und Mehl verrühren...fertig! Im Netz gibt es wirklich unzählige Rezepte für den Teig, so dass ich gar nicht mehr richtig in Erinnerung hab, nach welchem ich letztendlich verfahren bin. Aber das nützt nicht wirklich was, wenn nix da ist, was man darin wälzen und danach in heißem Fett/Öl/Butterschmalz ausbacken kann. Ich hab mich für Erdbeeren entschieden. War nicht optimal, da die roten Früchtchen viel Feuchtigkeit enthalten und auch die rote Farbe durch den Teig dringt. Aber ich war dennoch zufrieden mit meinem Nachtisch.

Zur Ablenkung hab ich noch ein Schokogitter aus Kuvertüre gebastelt...



FAZIT:

Kochherausforderung jederzeit wieder! Und mit tollen frischen Sachen sowieso. Danke METRO! Ich bin gespannt, was ihr aus den zusammengetragenen Ergebnissen so macht.


Wer nachlesen will, was die anderen so aus dem Paket gezaubert haben, ist hier richtig.

Mittwoch, 17. August 2011

Für gute Freunde muss es einfach mehr Aufwand sein

Menno, schon wieder ist der Dienstag rum Mittwoch fast rum und ich hab noch nichts geschrieben. Doof.
Dabei wollt ich doch von dem Kartoffelbaumkuchen erzählen.

Was für`n Ding? Kartoffelbaumkuchen? Was das denn?

Den hat ich mir eingebildet, zu meinem Sonntagsmenü...

Doch von Anfang an.
Wir hatten noch einen Rehrücken im TK: Ordentlich groß, zu groß für uns drei. Aber ausreichend für mindestens 5.


Und da wir ganz liebe Freunde haben, mit denen wir die Leidenschaft für den Genuss und gutes Essen teilen, haben wir am vorhergehenden Wochenende beschlossen, den machen wir gemeinsam nieder. Gesagt, getan, geplant.


Ziemlich schnell war ich mir mit mir selber einig, wie das Menü aussehen soll:
  • grünes Schaumsüppchen im ausgehöhlten Kohlrabi mit pochiertem Wachtelei
  • Rehrücken mit Rotwein-Balsamico-Zwiebelchen, gebratene Waldpilze, Heidelbeer-Rotweinsauce und Kartoffelbaumkuchen
  • irgendwas mit Holunderblüten-Joghurt-Eis
Nur hatte ich noch nie Kartoffelbaumkuchen gemacht. Ich hab das mal irgendwo in einer Zeitschrift oder gar im Fernsehen gesehen, aber wie das richtig geht wusste ich nicht.

Da hab ich einfach mal meinen Menüplan bei Facebook eingestellt. Und alle haben mich darin bestätigt, das genau so zu machen. Und von Toni (von den 180°lern) bekam ich den Link für ein Kartoffelbaumkuchen-Rezept. Ich glaub, es war aus dem CK. Ich bin mir aber nicht sicher, da ich es einfach nur als Worddokument in meiner Rezeptesammlung abgespeichert hatte. Toni, wenn du mir den Link noch mal schickst, kann ich ihn hier noch ergänzen.

Im Hinterkopf hatte ich dann doch noch ein Waldpilz-Risotto, falls das nichts wird.

Und so hab ich mich am Samstagnachmittag an das Experiment Kartoffelbaumkuchen gewagt.

Der Herr Kampi war ja sehr skeptisch, als ich ihn in meinen Plan eingeweiht hab. Wieso ich denn nichts machen könnte, was ich kann...und unser alter Gasherd hätte ja keinen Grill...funktioniert nie!

Na danke...
Aber jetzt wollt ich erst recht Kartoffelbaumkuchen!

Das Rezept ist eigentlich ganz einfach:

Für uns fünf Personen hab ich 1Kilo Kartoffeln in der Schale gekocht, gepellt und durch die Presse gedrückt. 250Gramm Butter wurden mit 7 Eigelb (eigentlich 6, aber meine waren relativ klein) schaumig geschlagen und unter die warme Kartoffelmasse gegeben. Dann wurden die 7 Eiweiß, 100 Gramm Mehl, etwas Muskat und Salz untergehoben.
In einer mit Backpapier ausgekleideten Auflaufform dann Schicht für Schicht unter dem Grill überbacken. Jede Schicht sollte braun sein, das Ganze so lange wiederholen, bis der Kartoffelbaumkuchen die gewünschte Höhe hat... Ausstechen oder in Streifen schneiden, in Butter schwenken, fertig.

Soweit die Theorie.

Aber ihr kennt Manfred nicht, meinen Gasherd. So um die 18 Jahre alt, ohne Grill. Ober-/Unterhitze gibts auch nicht. Nur Hitze!

Also die erste Schicht, etwa 3mm hoch, eingestrichen, in den Ofen geschoben und gewartet...und gewartet und gewartet. Nach guten 10 Minuten fängt es an zu duften. Also nachgeschaut. Strike! die Schicht ist goldgelb. Also die nächste Schicht aufgebracht...und wieder warten, warten, warten...nach weiteren 10 Minuten wieder dieser köstliche Duft.
Der Vorgang wiederholte sich dann weitere 5 (oder 6?) mal.Also insgesamt hat das eine reichliche Stunde gedauert. Danach durfte das Teil dann in der Form über Nacht auskühlen.

Am Sonntag morgen hab ich es dann vom Backpapier befreit und da hat mich halb der Schlag getroffen. Die Unterseite komplett dunkelbraun. Nicht verbrannt, aber dunkel, hart und trocken.

Also doch Risotto?

Na so ganz wollte ich dann doch nicht aufgeben. So hab ich die unterste Schicht abgehoben, was relativ leicht ging, und siehe da...die nächsten Schichten waren in Ordnung. Goldgelb und saftig. Die Ränder waren zwar auch etwas dunkler, aber das hat das Innere meines Kartoffelbaumkuchens wahrscheinlich vor dem Austrocknen geschützt. Und da ich ja kleine runde Törtchen ausstechen wollte, war genug verwertbares Material da.
Die kleinen rund ausgestochenen Türmchen waren dann auch schön gemasert, genau wie man sich Baumkuchen vorstellt. Ich hab sie mit zerlassener Salzbutter eingepinselt und dann später für etwa 20 Minuten zum erwärmen in den Ofen geschoben.



Das Rehfilet hab ich ganz klassisch mit meiner Wildgewürzmischung gewürzt und nach dem Anbraten ebenfalls im Ofen schön langsam ziehen lassen, bis es innen gleichmäßig rosa war. Die Steinpilze wurden in Scheiben geschnitten und einfach nur in Butter in der Pfanne angebraten.

Die Sauce hab ich ebenfalls wie immer gemacht. Nur kurz vor dem Fertigstellen hab ich eine kleine Handvoll Waldheidelbeeren mit hineingegeben,püriert und dann mit Butter gebunden, dann ein paar zurückgehaltene Heidelbeeren noch untergerührt.

Alles zusammen mit den Rotwein-Balsamico-Zwiebeln schön auf dem Teller angerichtet. Ein Festmahl!


Als Vorspeise gab es grüne Kohlrabi-Schaumsuppe mit einem pochierten Wachtelei. Hier noch mal mein Dank an Susanne D. für den Tipp, das rohe Ei in eine gefettete Folie zu wickeln und dann für 2Minuten im Wasser zu pochieren. Absolute Gelinggarantie! Und man kann dem Ei auch noch ein bisschen Geschmack mit auf den Weg geben, entweder wie ich mit Salzbutter oder noch edler mit Trüffelöl.



Und als Nachspeise ein Holunderblüten-Joghurt-Eis auf einem Himbeerspiegel. Davon gibts leider kein Foto...vergessen. Sah eigentlich auch unspektakulär aus, schmeckte aber köstlich.

Und wir haben natürlich an einem schön gedeckten Tisch gesessen.



Ich kann allen nur zur Zubereitung von Kartoffelbaumkuchen raten, einen Backofen mit Grill vorausgesetzt. Und die Reste kann man einfach in Würfel geschnitten und in einer Pfanne mit Butter gebraten als Beilage oder zum Salat servieren. Ebenfalls absolut köstlich.