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Dienstag, 4. März 2014

...Futter für die Seele...

...Soulfood. Genau das wünscht sich Bushcooks kitchen.


3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood


Seelenfutter. Ich denke nach. Was ist das genau?

Wie der Name sagt...
Die Seele streichelnd, das Herz wärmend, den Geist erweckend. Vielleicht schreit genau jetzt, in diesem Winter, der kein solcher war, alles danach.

Ich hätte damit umgehen können, wenn wir tief eingeschneit gewesen wären. So richtig mit Frost...der Teich vor der Haustür so fest gefroren, dass ich die Schlittschuhläufer neidisch beobachtet hätte. So lange, bis auch ich mich aufs Eis gewagt hätte. Dann hätte ich Glühwein getrunken. Oder Punsch. Mit lieben Freunden. Auf dem Eis. Oder daneben. Oder sonst irgendwo.
Der Schnee hätte in der Sonne geglitzert. Und wir hätten uns die kalten Nasen gerieben.

Aber dieser Winter war ein Frühling. Oder eher ein Schwebezustand. Und auch der Frühling war sich bis vor kurzem nicht wirklich schlüssig, ob er wirklich einer werden will.

Und so denke ich nach, was ich kochen könnte. Was meine, und auch die Seele, das Herz und alles andere meiner Lieben erwärmen könnte.
Da kommt mir nur eins in den Sinn.
Suppe.
Kartoffelsuppe!

Ich mach also die Tür meines Kühlschranks auf. Was ist drin?

Ein Paprika-Kartoffel-Pürree. Rest von einem Sonntagsessen. Das hast du nicht? Aber vielleicht hast du ja ein Kartoffelpü. Oder zumindest einen kleinen Rest von eben jenem. Und etwas (selbstgemachtes/n) Ajvar. Misch beides und mach es auf dem Herd warm. Damit es Suppe wird gib Milch dazu und etwas Wasser. Oder Brühe, wenn dein Vorrat gut bestückt ist. Und wenn deine Seele verlangt auch Sahne.
So eine kleine Spur Chili ist schön, wenn du Schärfe magst und verträgst. Und ein frisches Lorbeerblatt tut einer Kartoffelsuppe immer gut.
Alles sollte sanft köcheln, damit sich die Geschmäcker schön verbinden. Schmeck die Suppe mit Salz ab.

Wenn du jetzt noch ne halbe Paprika und eine kleine Zucchini im Kühlschrank hast, kannst du da noch echt Pfiff reingeben.

Jajaa...Paprika und Zucchini sind nicht wirklich Gemüse, die im Winter Saison haben. Weiß ich doch!
Aber Hand aufs Herz. Du hast wirklich im Winter noch nie ne Paprikaschote gekauft? Na, dann Hut ab. Dann hast du aber sicher noch eingelegte aus dem Sommer im Vorrat! Gut! Dann nimm davon!
Auf jeden Fall sollte die Paprika keine Haut haben. Verdaut sich besser. Und von dem Zucchino entfernst du das weiche Kerngehäuse. Beides schneidest du in kleine Würfel und gibst ihnen zusammen mit etwas Thymian in einer Pfanne etwas Schmackes. Nicht weichdünsten, -kochen, -braten! Die Würfelchen sollen unbedingt schön knackig bleiben.

Eigentlich wars das jetzt schon.

Eigentlich. Aber so ne kleine Fleischeinlage wäre jetzt doch noch was für deine Seele?

Dann geh mal zu deinem Fleischer/Metzger des Vertrauens. Der hat doch sicher eine gute grobe Bratwurst. Eine, die du im Sommer auf den Grill legst und die dich einfach so glücklich machen kann.
Dann nimm zwei dieser Würste mit, press den Inhalt aus der Pelle, würze mit etwas Szechuanpfeffer, frischem Thymian und Knoblauch, drehe kleine Kügelchen und brate die in einer Pfanne ganz sanft an. So ein ganz klein wenig sollten sie rundum goldbraun werden. Und dann gib sie in dein Süppchen und lass sie durchziehen.

Jetzt richtest du alles in einem Tellerchen an. Die Gemüsewürfel schön obendrauf...



Und jetzt nimm dir einen Löffel und hau rein genieße! Und sei einfach glücklich und freu dich auf den nahenden Frühling!
Er steht vor der Tür!




Dienstag, 7. Januar 2014

...da bin ich wieder...


Ich hoffe, ihr seid alle recht gut  in das neue Jahr 2014 gekommen und verzeiht mir meine kleine Blog-Unlust über den Jahreswechsel. Ich bin nicht so der Adventskalender-Typ und mir ist ein Blick nach vorn lieber, als einer zurück.
Auf jeden Fall wünsche ich euch für das noch junge Jahr nur das Beste. Möge alles, was es für euch bereithält wunderbar-einzigartig-hyper-fantastisch-und-tausendmal-mehr sein. Es liegt in eurer Hand...macht was draus!
 
Bei uns waren die Feiertage und der Jahreswechsel eher suboptimal. Ein klein wenig hat die Defekt-Infekt-Hexe zugeschlagen und neben zahlreichen Leckereien gehörten auch ein paar Medikamente bei dem ein oder anderen Familienmitglied kurzzeitig zum täglich Brot. Aber jetzt ist alles wieder so, wie es sich gehört. Los gehts!

Also habe ich einfach mal in die Familienrunde gefragt, was ich denn am ersten Sonntag im Jahr kochen soll.
Prompt kam die Antwort vom Junior: FLEISCH! Wenns geht mit Flügel!

Da mir der Wunsch meines Sohnes immer meist oft so ab und an Befehl ist, bin ich auf den Wochenmarkt gestiefelt und hab mir mal das Angebot angeschaut. Wobei das Wort Angebot am Freitag nach dem Jahreswechsel wohl etwas übertrieben ist.

Ich hatte die Wahl zwischen...ach egal. Ich hab Entenbrüste gekauft.
Herr Kampi ist nicht unbedingt in freudige Jubelschreie ausgebrochen, aber da musste er jetzt durch.

Da es an den Feiertagen und auch davor genug geschmortes und schweres auf dem Teller gab, war mir eher nach was frischem, leichten. Vielleicht asiatisch angehaucht. Etwas scharf...etwas fruchtig. Meine Gedanken kreisen.

Die Synapsen werden aktiv, die Finger hämmern Suchbegriffe in die Tastatur, die Augen lesen, die Zunge beginnt Geschmäcker zu erahnen.

CURRY!
KOKOS!
INGWER!
CHILI!
LIMETTE!
GLASNUDELN!

Ha...da isses!

Genau das schmecke ich auf der Zunge:

Entenbrust mit knuspriger Haut, Glasnudeln mit Zuckerschoten und Paprika, asiatischer Karottensalat und Curry-Kokosschaum


Über die Idee des Karottensalats bin ich zufällig im TV gestolpert, ich weiß gar nicht so richtig wo und warum. Aber es ließ mich nicht los. Ich hab gegoogelt und improvsiert und herausgekommen ist folgendes:


Karottensalat asiatisch angehaucht

Karotten in feine Streifen schneiden (ich habs mit dem Messer versucht, aber ich glaube, ich sollte mir jetzt auch endlich mal einen *Spiralschneider zulegen)
Dazu kam reichlich fein geschnittener frischer Knoblauch (ich konnte mir bis dato nicht vorstellen, dass frische Karotten und Knoblauch überhaupt zusammenpassen) und frischer Chili
Alles wurde mit Limettensaft, Fischsauce und etwas Zucker mariniert. Nach einer Weile werden die Karottenstreifen richtig schön weich, behalten aber dennoch den typischen Biss und Geschmack, den frische Karotten so an sich haben.



Als nächstes an der Reihe:
Curry-Kokos-Schaum 


Dessen Zubereitung sprudelte einfach so aus mir heraus.
Schalotte fein würfeln und in einem Löffel Sesamöl glasig andünsten. Dazu, je nach gewünschter Schärfe, mehr oder weniger frischen Chili und ein etwa daumengroßes Stück feingeschnittenen oder geriebenen Ingwer geben. Einen ordentlichen Löffel rote Curry-Paste unterrühren und mit anschwitzen. Vielleicht hast du auch noch ein schönes fruchtiges Curry-Pulver, welches den Geschmack ergänzen könnte.
Mit einem Schluck Ananas-Sirup ablöschen. Wer den nicht im Haus hat, kann auch Orangenlikör oder einfach nur Orangen- oder Ananas-Saft nehmen.
Bei mir kamen jetzt getrocknete Kaffirblätter dazu (ein Ersatz wäre sicher auch Zitronengras oder einfach nur Zitronenschale) und aufgegossen hab ich mit 300ml ungesüßter Kokosmilch. Das ganze durfte bis kurz vor dem Servieren ganz sanft vor sich hinziehen.
 


Die Entenbrust:

Die Haut der Brüste rautenförmig einschneiden ohne das darunterliegende Fleisch zu verletzen. Mit der Hautseite nach unten in eine kalte Pfanne geben und sanft erhitzen, bis das Fett anfängt auszutreten. Solange auf der Hautseite belassen, bis die Haut schön knusprig aufgepoppt und ein Großteil  des Fettes ausgebraten ist. Die Fleischseiten salzen und nach dem Wenden kurz anbraten. Die aufgepoppte Haut mit einer Mischung aus Soja-Sauce, Honig und Orangensaft bepinseln und in den 120°C aufgeheizten Ofen geben bis das Fleisch durch und durch schön rosa ist.
Bitte erwarte keine Zeitangabe von mir!
Ich kontrolliere den Gargrad mit der Druck- oder Nadelprobe und reguliere mit der Hitze im Ofen.



Jetzt brauchts nur noch die 
Glasnudeln:

Deren Zubereitung ist ja eigentlich ganz einfach. Steht auf jeder Packung drauf.
Ich habe Mu-Err-Pilze eingeweicht, trockengetuppft und in Streifen geschnitten. Genau wie Zuckerschoten und Paprika (für mich ohne Haut...ist verträglicher). Zuerst Paprikastreifen  in einer Pfanne anschwitzen, dann die Pilze und zum Schluss dieZuckerschoten  dazu gegeben.Bei milder Hitze gerade gar ziehen lassen. Alles soll seinen Eigengeschmack behalten und schön knackig sein. Etwas Zucker zugeben, kurz schwenken, abschmecken mit etwas Fischsauce und alles mit den abgetropften Glasnudeln mischen.


Das Finish:

Die Curry-Kokos-Sauce durch ein Sieb passieren, erwärmen, evtl. mit Limettensaft und/oder Fischsauce abschmecken und mit dem Pürierstab aufschäumen.
Alles auf Tellern anrichten und nur noch genießen





 
*=Affilate-Link



Donnerstag, 24. Februar 2011

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen...

Ja so war das damals im Märchen.
Und heute? Da kannste gar nicht so schnell gucken, alles weggeputzt!.

...upps, was ist denn da passiert?

Jetzt ist der ganze Topf mit der Linsensuppe leer.

Und ich wollt euch doch meine perfekte Suppe präsentieren. Das wird nun nix mehr.
Die war aber auch lecker und schön scharf! Hmmm!

Kann ich euch nur noch aufschreiben, wie ich es gemacht habe.

Einfach ein paar Chorizowürfel in einem heißen Topf auslassen, fein geschnittene (rote) Zwiebel dazu. Dann ein paar feine Möhren-, Staudensellerie- und Pastinakenwürfel dazu, etwas Knoblauch, eine Chilischote.
Schön rundum andünsten. Dann mit Weißwein ablöschen. Ein Lorbeerblatt rein, einige Zweige Rosmarin. Dann mit guter Brühe aufgießen und erstmal das Gemüse weichköcheln lassen.

Nach etwa 20 Minuten eine ordentliche Portion Puy-Linsen dazu und eine Dose Tomaten. Die guten natürlich!!!!
Dann weiterdünsten lassen. Damit es etwas sämiger wird, habe ich nach einer weiteren viertel Stunde noch eine Handvoll roter Linsen zugefügt. Wenn alles schön weich ist (die Puy-Linsen sollten allerdings noch nicht verkocht sein) wird gesalzen und mit Himbeeressig abgeschmeckt, eventuell auch etwas Zucker zugeben.
Ich hab anschließend noch ein paar Chorizowürfel in der Suppe ziehen lassen, da mir der Wurstgeschmack noch nicht intensiv genug war.
Durch die Essigzugabe bleiben die Hülsenfrüchte auch dann noch schön kompakt, wenn die Suppe noch einmal aufgewärmt wird. Das war natürlich bei uns nicht der Fall. Ratzeputz aufgegessen, bis auf dieses kleine Fitzelchen. Aber auch das wird nicht mehr lange in dem großen Topf überleben, wetten?

Ich hör euch schon murmeln: So ein kurzer Post? WOW!!! Hat sie lange nicht hingekriegt...
Aber nur ein Bild hat sie uns gezeigt...Und dann war der Topf auch noch leer!

Na gut. Ihr seid ja alle neugierig! Und da lass ich euch eben heute mal in meine Küche schauen. Mein Kochloch. Wobei ich seit Hesting weiß, dass es auch noch VIEL kleiner geht!!!!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Futter, nicht nur für kranke Hasen

Nachdem ich mich von der ausgiebigen Feier , die es nach dem Erhalt eines der größten Blogpreise, dem "Liebster Blog"-Award, gab, erholt habe, stehen neue Aufgaben an.

Was macht man, wenn die Schwiegermutter krank ist? So ne richtig fiese Virusgrippe hat, die einfach nicht weggehen will. Und wenn die Schwiegermutter auch noch die Chefin ist? Nicht nur meine, sondern auch die von Herrn Kampi und zwei Angestellten. Das Oberhaupt eines alteingesessenen Familiengeschäfts.

Ja was macht man dann?
Zuallererst mal zusehen, dass der Laden läuft, ist doch logisch. Das frische Ware da ist und diese ordentlich verarbeitet wird, wie es unsere Kunden schon seit Jahr(zehnt)en gewöhnt sind.

Aber man tut natürlich auch alles, um die Schwiegermama wieder aufzupäppeln.
Da muss was gekocht werden, damit sie wieder auf die Beine kommt. Da gab es letzte Woche schon Wirsingrouladen (ich habs euch schon versprochen, die werden noch verbloggt!) und Hähnchenschenkel hatten wir auch. Aber so richtig hilft da trotzdem nur eins.

Na was wohl? Mit was päppelt man Kranke am besten wieder auf? Mit ner Suppe!

Am besten ist ja bei sowas die gute alte Hühnersuppe, mit einem Hauch Ingwer zum Beispiel.
Nur ist das mit den Hühnern nicht unbedingt so ne gute Wahl im Moment.Das hatte ich mir am Freitag gar nicht so recht überlegt, als wir von den Hähnchenkeulen abgegeben haben. Ist doch gerade die Generation 50+ von den Berichten über den Dioxin-Skandal ziemlich verunsichert.
Da kommt es nicht ganz so gut, das mit der Hühnersuppe.

Aber Ingwer ist schon ne gute Wahl. Und da meine Schwiegermutter auch ein wenig auf exotische Sachen, mit etwas Frucht steht, habe ich mich entschieden, eine Karotten-Ingwer-Suppe zu kochen. Mit Kokosmilch.

Da für die Zubereitung keine Brühe vom Huhn in Frage kam, hab ich natürlich erst mal nen Gemüsefond gekocht. Muss ich euch das erklären?
Nur soviel,bei mir waren Karotten, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzel, Lauch, Zwiebel und getrocknete Tomaten drin.


Für die eigentliche Suppe habe ich eine Schalotte in feine Würfel geschnitten und in etwas Rapsöl angeschwitzt. 500gr Karottenwürfel und geriebenen Ingwer dazugegeben und mit etwas Zucker bestreut. Mit etwas Orangensaft ablöschen. Dann 3 kleine, in gewürfelte Kartoffeln dazu, mit Brühe aufgießen und eine Dose Kokosmilch dazukippen. Das Ganze wird solange gekocht, bis die Gemüse weich sind. Mit dem Pürierstab schön cremig mixen. Damit die Suppe noch etwas feiner wird, habe ich sie durch ein Sieb gestrichen. Jetzt abschmecken mit Chili, Salz und etwas Curry, fertig.


Damit es aber auch noch etwas nahrhafter wird, brauchen wir ja noch was zum Beißen dazu. Ich hab mich für Linsen-Kartoffelpuffer entschieden.
Eine Handvoll rote Linsen weichkochen, eine große Kartoffel hobeln und beides mischen. Ich hatte mir eigentlich noch Nüsse dazugedacht. Aber die dienen mir immer als Nervennahrung. Und genau aus diesem Grund waren sie gerade aufgegessen.(ich muss ja was für meine Nerven tun, wenn ich jetzt mit dem Herrn Kampi den Laden schmeiße)
So hab ich eben ein paar Pinienkerne geröstet und kleingehackt zu der Kartoffel-Linsenmischung gegeben. Noch eine halbe Schalotte in Würfel geschnitten, leicht glasig gedünstet dazu, mit salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Ich habe noch einen Esslöffel Mehl untergemischt, weil ich mir nicht ganz so sicher war, ob meine Bratlinge auch zusammenhalten. Doch nach dem Probepuffer konnte ich beruhigt die anderen auch in die Pfanne hauen.


 Die können sich Schwiemu und Schwiepa dann einfach noch mal aufbraten.
Dazu hab ich mir vorgestellt, auf die Suppe noch einen Klacks frischen Joghurt zu geben. Mal sehen, ob es mundet.
Bei IHR bin ich mir ziemlich sicher. Aber ER will doch bestimmt lieber was handfestes, herzhaftes.
Das soll er dann in den nächsten Tagen bekommen. Versprochen!

Und nun bleibt mir eigentlich nur noch eins:

Liebe B., bitte kurier dich richtig aus, damit du auch wieder ganz gesund wirst. Und in der Zwischenzeit werden wir den Laden schon schmeißen, glaub mir! Wir haben alles im Griff!

Sonntag, 2. Januar 2011

na, dass fängt ja gut an!

Das Jahr 2010 liegt jetzt hinter uns. Es war nicht das beste, aber auch nicht das schlechteste. Und so haben wir es auch würdig verabschiedet. Wir hatten liebe Freunde zu Gast, die ich ganz ordentlich bekocht habe. Also, ich denke mal, dass es ganz ordentlich war.

Wir hatten als Vorspeise eine rote Linsencreme mit einem Salat aus Puy-Linsen und karamellisierter Kumquat, dazu frischen Hummer mit Aioli und Trüffelbutter.
Als Hauptgang Entrecote vom Wagyu-Rind mit Portwein-Trüffel-Jus, karamellisierten Zuckerschoten und Kräuterkartoffeln aus dem Ofen.
Dazu gab es diverse Weine, Sekt und Prosecco. Und auch ein paar gute Brände waren dabei.

Alles in allem ein schöner und leckerer Jahreswechsel.

Und dann am Neujahrstag gibt es schon seit vielen Jahren einen Brunch, ganz unter uns. Da wird dann auch noch einmal auf das neue Jahr angestoßen und wir lassen uns die Köstlichkeiten munden. So gibt es traditionell geräucherten Lachs, Eier mit Kaviar, edle Schinken (dieses Mal war es köstlicher Pata negra -Danke Brüderchen für das Geschenk!) und ein Rest von der Trüffelbutter war auch noch da.
Dann folgt die Rundfahrt zu sämtlichen Verwandten, um die Neujahrsgrüße zu überbringen.
Und diejenigen, die man nicht besucht, werden telefonisch beglückt.

Da wir dieses Jahr noch einen Sonntag an den Feiertag dranhängen durften, wurde in Frau Kampis Küche auch mal wieder was blogbares gekocht. Ich weiß ja, dass ich mich hier etwas rar gemacht habe. Das ist ein guter Vorsatz für dieses Jahr. Ich werde mich bemühen, in schöner Regelmäßigkeit zu schreiben.

Ich hab mir auch ein paar gute Vorsätze der kulinarischen Art für 2011 vorgenommen. So möchte ich etwas kalorienbewusster kochen. In letzter Zeit gab es doch sehr viele Gerichte mit ordentlich Butter und meinen geliebten Sahnesaucen. Das wird es auch weiterhin geben. Aber so ab und an (und ich hoffe in diesem Jahr etwas mehr) wird es auch mal was ohne Butter und Sahne geben.Denn ich hatte mir ja schon für letztes Jahr vorgenommen, 5 Kilo abzunehmen. Ich hatte es auch fast geschafft, aber in den letzten Wochen sind da wieder 2 Kilo dazugekommen.

So kam mir mein Appetit auf den Thunfisch, der mich in der Metro so angelacht hat, gerade Recht.


Und ich wollte was fruchtiges dazu, und was scharfes. So hatte instinktiv auch die Mango den Weg in meinen Einkaufswagen gefunden. Ich mag diese Frucht eigentlich gar nicht so unbedingt. Aber mir war einfach danach.
Bei "essen&trinken.de" bin ich dann auch fündig geworden.

Thunfisch mit frittierten Nori-Algen

Dazu wird Sesam angeröstet und wieder abkühlen lassen. In einer Pfanne werden dann Chiliflocken angeröstet, die dann mit Orangenzeste und Salz im Mörser zerkleinert werden. Dabei sollte man nicht zimperlich sein, da der Chili in der heiße Pfanne ordentlich Schärfe in die Luft pustet. Da ist dann der erste Hustenanfall des Jahres vorprogrammiert.

Ein Noriblatt wird in Streifen geschnitten und im heißen Öl ca.3 Sekunden frittiert und danach auf einem Küchenkrepp entfettet und mit der Sesammischung bestreut.

Ich hatte in der Zwischenzeit schwarzen Reis (riso nero venere) gekoch. Und da ich noch etwas von der Sesammischung übrig hatte,den damit in einer Pfanne angebraten. Nächster Hustenanfall!

1EL Zitronensaft wurde laut Original-Rezept  mit einem TL Wasabi und 3EL Olivenöl verrührt und mit Salz und Zucker gemischt. Da mir das aber an Sauce zuwenig war, kommt jetzt die Mango ins Spiel.
 

In einer Sauteuse hab ich etwas Chili-Sauce (Eigenproduktion- siehe hier) erhitzt und etwas Zucker hineingegeben. Dann die in Würfel geschnittene Frucht dazu und anschwitzen. 2El Mirin und etwa 50ml Weißwein dazu. Das Ganze weichkochen, pürieren, mit Chili, Orangenzeste, Zitronensaft und Salz abschmecken.






















Die blanchierten Zuckerschoten (der Rest vom Silvesterabend)  nur in einer Pfanne warm werden lassen und mit Fleur de Sel würzen.
Wenn ihr keine Reste habt, dann müsst ihr für das Rezept eben welche kaufen! Also Zuckerschoten, mein ich.

Der Tuna wird einfach in dicke Scheiben geschnitten, mit Salz und Pfeffer gewürzt und in Olivenöl von beiden Seiten ca 3Minuten von jeder Seite scharf angebraten. Er soll (muss!)  innen noch roh sein.
Zum Servieren wird der Fisch in Scheiben geschnitten und mit der Zitronen-Wasabi-Sauce beträufelt.

er war roh! sieht nur nicht so aus...

Alles in allem ein sehr scharfer, aber sehr delikater  kulinarischer Jahresbeginn. Die Schärfe war gerade angenehm. Das Britzeln und Prickeln im Mund hat die anderen Geschmacksrichtungen sehr betont und herausgekitzelt. Es war von allem was dabei. Die Frucht der Mango, die angenehme Schärfe, die durch den Reis wieder etwas milder wurde, etwas Säure, das Knusprige der Algen mit dem Sesam.

In letzter Zeit sind die Nori-Algen meine kulinarische Entdeckung. Ich finde sie sehr vielseitig einsetzbar und nicht nur als Umhüllung für Sushi geeignet.

Leider konnte der graue Burgunder dem Essen nicht wirklich etwas entgegensetzen. Hat aber auch nicht konkurriert. Etwas mehr Restsüße hätte ihm sehr gut getan. Dann wäre es perfekt gewesen.

So kann dieses Jahr durchaus weitergehen. Das haben auch meine Männer mehrmals betont. Was mich natürlich auch ein wenig unter Druck setzt. Aber irgendwie werde ich das schon gebacken kriegen.

Wenn das Jahr so beginnt...

Mittwoch, 29. September 2010

Scharf, schärfer, am schärfsten...

Kennt ihr den Spruch: guter Chili brennt zweimal? Also ich hab das Gefühl, guter Chili muss dreimal brennen.
Das erste Mal reinzugs, das zweite Mal rauszugs und das dritte Mal dem Kanalarbeiter in den Augen.
Zumindest ist das so, wenn es nach dem Herrn Kampi geht.
Der Herr Kampi liebt scharfes, am liebsten sehr scharfes.
Am liebsten mag er Chilisauce (die selbstgemachte) und eingelegte Chilis.
Und die hab ich jetzt auch mal selbst eingelegt. Und da es beim ersten Mal so gut geklappt hat, hab ich gleich noch einmal zwei Gläschen gemacht.
Angeregt wurde ich von den Kirschpaprika, die ich in der METRO gekauft hab. Ich wusste erst nicht so richtig, was ich damit anstellen soll.

 
Und auch das www hat mir kein richtiges Rezept liefern können.
Hab ich halt ein wenig experimentiert und siehe da!


Und so hab ichs gemacht:

Einen Liter Wasser mit 250 Gramm Salz aufkochen, bis sich das Salz gelöst hat und wieder etwas abkühlen lassen. Dann die (250 Gramm) Paprika,Chilis, Peperoni, Pfefferonen oder wie das ganze scharfe Zeugs sich auch immer nennen mag, hineingeben, mit einem Teller oder ähnlichem beschweren, damit sie auch ja richtig untertauchen und eine Nacht in der Flüssigkeit belassen.

Am nächsten Tag in einem Sieb abtropfen lassen, mit einer Rouladennadel rundum einpieksen und mit Rosmarin, Thymian, Lorbeerblatt und ein paar angequetschten Knoblauchzehen in Gläser schichten.


Weißweinessig und Wasser (Verhältnis etwa 3:1), Salz, Pfefferkörner und Zucker aufkochen und noch heiß in die Gläser gießen und diese zugeschraubt auf dem Kopf stehend abkühlen lassen.

Fertig!!!

Aber vorsichtig essen, der arme Kanalarbeiter!!!

Dienstag, 11. Mai 2010

In Frau Kampis Küche brennt die Luft


Keine Angst, weder habe ich meine Küche angekokelt, noch hat der Herr Kampi mir die Hölle heiß gemacht, weil das Essen nicht geschmeckt hat.
Ich kann nur nicht einfach abends in meiner Küche sitzen und in die Röhre schauen. Hab ja nen Küchenfernseher.
Aber da läuft genau dasselbe, wie auf allen anderen Fernsehern im Rest des Hauses.
Nun gut, das Fernseh- Programm steht hier nicht zur Diskussion.
Reden wir mal lieber über den Herrn Kampi und den junior. Das sind ja mal zwei ganz scharfe. Essenstechnisch betrachtet.
Beide lieben Chilis. Die, die mindestens dreimal brennen. Das erste Mal reinzugs, das zweite Mal rauszugs und das dritte Mal dem Kanalarbeiter in den Augen.
Und da ich für gute Basics in der Küche immer zu haben bin, mach ich heut mal wieder meine Chilisauce.
Hab ein paar Packungen Chili-Mix ergattert. Ganz frisch.
Schon optisch könnt ich mich verlieben. Der Farben wegen.
Das Rezept hab ich mittlerweile schon einige Jährchen in meinem Repertoire. Das Original stammt aus dem Heft "1 Nudel- 50 Saucen" von GU.
Ich hab es noch nie verändert,  weil es so gut ist. Der Original- Titel des Ganzen ist "Bomba vulkanica".
Ich find den Titel passend.

  • 150gr. Chilischoten halbieren, wer mag entfernt das Kerngehäuse.Ich halte das für unnötig. Ist ja ne Chilisoße, da passt man dann mit der Dosierung sowieso auf.
  • Die Schoten werden jetzt fein gehackt. 
  • In 1/8 l Olivenöl wird das Ganze 10-15 Minuten bei schwacher Hitze weich gedünstet.
  • Dann kommt noch etwas kleingehackter Thymian dazu.
  • Ist das Ganze weich, werden zwei zerkleinerte Knoblauchzehe dazugegeben.
  • Jetzt mit drei Teelöffeln Weißweinessig, Salz und Pfeffer würzen. Fertig. 
Noch heiß in ein Glas füllen.



Schon beim Schneiden liegt dieser Chiliduft in der Luft. Da kann man sagen, der Frau Kampi brennt etwas unter den Nägeln.
Und erst als das ganze in den Topf wandert... mehrmals musste ich niesen.
In den nächsten Tagen muss ich wohl aufpassen, wen und was anfasse.
Aber wir alle finden diese Soße ein super Würzmittel, zum Grillen, auf Spaghetti...