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Dienstag, 15. April 2014

...Lieblings...Löffel...Essen...


Lieblings-Löffel? Löffel-Essen? Lieblings-Löffel-Essen? Lieblings-Essen? 
Ja, was denn nun? 
Petra?
Du hast eingeladen. Zum Lieblingslöffelessen

Blog-Event XCVII - Lieblingslöffelessen (Einsendeschluss 15. April 2014)

Ich weiß noch, als wir vor über drei Wochen im Auto saßen um gemeinsam in ein wundervolles Wochenende mit Freunden  zu starten und du mir von deinem geplanten Event erzählt hast. Ich war sofort begeistert und hab dir gleich spontan meine Teilnahme zugesichert. Und nun?
Der letzte Tag des Events läuft...

Für was soll ich mich denn nun entscheiden?
Nen Lieblingslöffel hab ich nicht wirklich...Lieblingsessen schon. Aber nicht jedes meiner Lieblingsessen ist zum Löffeln.

Und wie ich so  drüber nachdenke, fällt mir ein alter Klassiker ein:

Salat. Geflügelsalat!

Geflügelsalat...Hmmmm...GEFLÜGELSALAT!

Den kann man kaufen. Mal mehr, mal weniger gut. Aber nie so lecker, wie selbst gemacht.
Und, wenn ich so drüber nachdenke, was denn selbstgemacht wirklich bedeutet, dröppelt es mir schon wieder im Mund: Hähnchen-Fleisch (vielleicht vom Fondkochen übrig), Mayo, vielleicht ein wenig Spargel...reicht doch schon. Fein abgeschmeckt.

Es wird also Zeit für selbstgemachten Geflügelsalat.


Wenn schon, denn schon...mal anders:

Kauf dir ein Hühnerfilet.
Achte drauf, dass dein Geflügel-Händler auch die anderen Hühnerteile vor Ort an den Mann/die Frau verkauft und nix von den Hühnern nach Afrika schickt! Frag nach!!!!!!

Nimm das Stück und schneide das Innenfilet raus. Genau jenes gibst du in deinen Mixbecher, gibst Sahne dazu, etwas Zitronenzeste und schwupps...du hast ne tolle Farce, die du nur noch mit etwas Salz abschmeckst.

Das Filet-Stück schneidest du schmetterlingsartig und plattierst es. Würze die Innenseite mit Salz und streich die Farce auf. Leg ein oder zwei gegarte grüne Spargelstangen drauf und roll das Ganze auf. Würze die Roulade auch von außen mit Salz und wickel das Fleisch straff in Frischhaltefolie ein.In heißem Wasser garst du diese Rolle etwa eine halbe Stunde.

Jetzt hast du Zeit für die Bärlauch-Mayo:

Du pürierst eine Hand voll  Bärlauch mit einem neutralen Öl...

Nimm ein Eigelb, einen kleinen Löffel Senf, eine Prise Zucker, etwas Salz. Mit den Rührbesen vom Mixer schlägst du alles auf.
Tröpfchenweise gibst du neutrales Öl dazu, schlägst weiter...bis du merkst, die Mayo zieht  an. Dann kommt das Bärlauchöl dazu. Vielleicht auch noch mehr neutrales Öl...solange, bis die Mayonaise die perfekte Konsistenz hat. Jetzt schmeckst du die Mayo noch mal ab. Eventuell verträgt sie noch etwas Weißwein-Essig...oder ein paar Tropfen Zitronensaft.
Lass alles unbedingt über Nacht im Kühlschrank ziehen!!!! Unbedingt!

Was du jetzt noch brauchst, ist grüner Spargel:


Die rohen Stängel würfelst du ganz fein und marinierst sie mit Salz und Zucker.
Nimm die Spitzen und gare sie ganz sanft in Butter in der Pfanne. Salze.

Richte an. Auf einem Löffel!


Den Salat vom rohen Spargel. Mit Bärlauch-Mayo. Die Hähnchen-Roulade in feinen Scheiben.
Obenauf ein paar feine Radieschen-Scheiben.Und einen goldenen Buttertoast dazu!




Das ist doch Frühling pur! 

Samstag, 15. Februar 2014

...auch ein Huhn hat ein Herz...


Mal Hand auf ebensolches...was vom Huhn kommt auf den Tisch? Brust...sanft und saftig gebraten.
Keule...herrlich geschmort mit Orange. Beides gut.
Das ganze Huhn...wunderbar mit krosser Haut. Noch besser! Müssen wenigstens keine Teile nach Afrika geschippert werden.

Aber was ist denn eigentlich mit dem Rest? So ein Vogel wird doch nicht als hohle Hülle geboren? Da ist doch noch was drin! Da geht doch noch mehr. Magen, Leber, Herz und Nieren zum Beispiel.

Gut, ich bin ein Kind vom Lande. Und ich habe schon immer Innereien geliebt. Einfach, weil auch das zu den Tieren gehört und keiner am Tisch IIIIIHHHHHHHHHHHH, BAAAAAAAAAAHHHH oder ÄÄÄÄÄHHHHH gesagt hat. Es gehörte schon immer zum Speisepan, fertig. Gegessen wurde, was auf den Tisch kommt.

Mindestens einmal im Jahr wurde ein Schwein geschlachtet und dabei durften wir als Kinder zuschauen, wie alle Teile des Tieres verwertet wurden. Ich hatte weder Probleme damit, der Verwurstung zuzuschauen, noch die rohe Masse von Blut- und Leberwurst zu verkosten. Und sobald es das frische Fleisch aus dem Kessel gab, war ich die erste, die bei Niere, Leber, Ohr oder Schnauze ganz laut HIER schrie.
Bei uns zu Hause gab es auch die besten geschmorten Nierchen, die ich kenne. Nix mit süß/sauer. Sondern einfach nur mit ganz viel Zwiebel. Noch heute könnte ich direkt die Pfanne auslöffeln, wenn ich zu meinen Eltern komme und es danach duftet.


Also hab ich mir gedacht, es wird Zeit, dass auch mal wieder die weniger edlen Teile in meinem Kochloch verarbeitet werden sollten.


Also Herzen. Passend zum Valentinstag.
Und da eben jener in diesem Jahr auf einen Freitag fiel, welcher hier in BIW auch Wochenmarkt-Tag ist, führte mich mein Einkaufsgang gleich zum Wagen vom Geflügelhof. Und der hat wirklich alles mit, was so ein Geflügeltier so an und in sich hat.
Auch Hühnerherzen.
Dieser Muskel ist wirklich mehr, als Hunde- oder Katzenfutter. Auch wenn dass Kater Luciver irgendwie anders gesehen hat und solange Klimmzüge am Küchentisch vollführt hat, bis auch er sein Bisschen abbekommen hat (ich verspreche, dass er nächste Woche eine Portion ganz für sich alleine bekommt).

Ich war mir nicht wirklich sicher, ob meine Familie meine Begeisterung für Innereien teilt und hab erstmal nur eine (große) Handvoll genommen.

Und was mach ich jetzt damit? Ich könnt ja mal wieder in der weltbesten Facebook-Kochgruppe nachfragen, da hat mit Sicherheit mindestens einer ne Idee (jajajajaaaaa...der Drops liest sich ausgelutscht...aber bist du da schon Mitglied und kannst wirklich mitreden?)
Ich hab gefragt, gelesen und dann doch irgendwie mein eigenes Ding gebastelt.

Die Herzen muss man nicht großartig putzen, das Fett darf ruhig dran bleiben. Nur geviertel hab ich die Stücken. Bei einigen war noch etwas geronnenes Blut drin, welches sich aber recht leicht entfernen lässt.




Eine Pfanne auf dem Herd wurde heiß...richtig heiß. Rein mit den Fleischteilen und richtig schön anbraten. Rundum. Dann in Streifen geschnittene Schalotten dazu. Reichlich. Mindestens die Hälfte der Menge vom Fleisch. Und ne halbe Paprikaschote, klein gewürfelt (und für mich enthäutet). Ne Knoblauchzehe und ein Sträußchen Thymian. Ein klitzekleines Löffelchen Tomatenmark.
Abgelöscht hab ich mit rotem Port und aufgegossen mit etwas Fleischbrühe.


So wirklich lange schmoren muss das ganze nicht. Innereien eignen sich auch ganz gut zum Kurzbraten. Etwa 20 Minuten hatte ich das ganze auf der Flamme.


Ich wollte gerne Pasta dazu...Bandnudeln. Von meinem Pastateig habe ich ja schon mehrfach berichtet.  Hier könnt ihr nochmal nachlesen. Immer mit Pasta-gries und -Mehl und nur Ei...vielleicht ein paar Tropfen Wasser.

Noch ein Tipp, für alle, die gerne ihre Pasta selber machen. Es braucht wirklich keine großartigen Trocknungsgestelle. Wenn die Pasta durch die Maschine gedreht ist, einfach nur mit Pastagries bestreuen, mit den Finger auflockern und auf einem mit Gries bestreutem Holzbrett bis zur Verwendung aufbewahren. Ich lass die Nudeln auch gerne genau so vollständig durchtrocknen.


Die Pasta wird im Salzwasser ganz normal gegart.
Das Herzragout habe ich final noch einmal abgeschmeckt. Wenn du es nachkochst, machs wie ich. Nimm eine feingemahlene Mischung aus Kubeben- und Szechuan-Pfeffer. Das ist echt der Hammer!!!!

Wie es meiner Familie geschmeckt hat?
Ich konnte gerade noch ein paar Fitzelchen Nudeln und etwas vom  Ragout sichern, um ein Foto zu machen.
Und Herr Kampi meinte, dass ich das durchaus wieder mal auf den Teller bringen sollte. Das macht mich jetzt schon ein bisschen stolz.

sehr lecker und passend war das Petersilienöl mit etwas Zitrone

Also, ein Herz für Tiere...und alle, die auf Nachhaltigkeit stehen. Bitte bitte verschmäht die "weniger edlen" Teile nicht!Sie schmecken gut. Und noch dazu kosten sie für den Genuss nur ein Bruchteil von Filet oder Keule!

Sonntag, 12. Mai 2013

Metro...die dritte

Die Metro hat wieder angeklopft. Kochherausforderung. Ich bin wieder dabei.

Irgendwie macht es mir einen Riesenspaß die gefüllte Kiste in Empfang zu nehmen und darin zu stöbern. Wie bei den letzten beiden Male galt auch diesesmal: Alle Zutaten MÜSSEN verwendet werden...es kann aber auch etwas ergänzt werden.
Und wie bei den letzten beiden Male fängt mein Gehirn schon im Markt an zu rattern.
Das war auch von Nöten, war doch dieser Warenkorb einer, der es in sich hatte.


Ein französisches Freilandhähnchen, Filo-Teig, Ingwer, Babyspinat, Cocktail-Rispentomaten, La-Ratte-Kartoffeln, persisches Blausalz, Arganöl, eine Flasche Riesling, eine Mango sowie eine Dose Mango-Filets...
... Fertig-Pesto...
...UND...haltet euch fest!
...ein ganzer Eimer Ahoi-Brause! 100 Tütchen...gemischt in den Geschmacks(?)richtungen Himbeer, Waldmeister, Orange und Zitrone...

Zuerst hab ich laut gelacht und um kurz danach ratlos im Auto nach Hause zu sitzen. Hatte ich mir für diese Runde doch fest vorgenommen, alle Zutaten in ein Gericht zu packen und so wenig wie möglich zuzukaufen. Das konnte ich jetzt knicken.
Mit dem Fertig-Pesto konnte ich gerade so leben, aber das Brausezeugs machte mich sprachlos.
Ein neuer Plan musste her. Eine Nacht drüber geschlafen. Eine kreative Badewanne genommen. Einen groben Fahrplan gestrickt. Los gings.

Mein Plan war jetzt folgender:
Wenn schon Ahoi-Brause, dann richtig! In drei Gängen! Euch werd ichs zeigen!


Das allerwichtigste beim Kochen ist die Vorbereitung:

Das Huhn wurde von Herrn Kampi in seine Einzelteile zerlegt. Da ich sowieso gerade einen Hühnerfond auf dem Herd stehen hatte kamen die Karkassen gleich mit dazu. Die Hühnerkeulen wurden noch einmal in Drumsticks und Oberkeule zerteilt, welche auch gleich vom Knochen befreit wurde.
Beide Hühnerbrüste wurden mit Haut beiseite gelegt, ebenso die Flügelchen.

Spinat gewaschen. Weißer und grüner Spargel (zugekauft) wurden geschält und getrennt in feuchten Tüchern beiseite gestellt. Kartoffeln in der Schale gekocht.

Verschiedene Tests mit dem Brausepulver...ist es süß? Wie verhält es sich in Öl? Wie schmeckt es pur? Was passiert auf der Zunge, wenn ich es mit Salz mische?


So langsam näherten Ahoi und ich uns an.


Die Vorspeise:

Je ein Stück grüner Spargel auf die gesalzene Innenseite der zwei Hähnchen-Oberkeulen legen, einrollen und mit Küchengarn zu einer kleinen Roulade fixieren, rundum in einer Pfanne sanft anbraten und danach im vor sich hinziehenden Hühnerfond pochieren.
Den Rest Grünspargel quer in Stücke schneiden in einer anderen Pfanne in Olivenöl sanft braten, dabei salzen. Der Spargel sollte keinesfalls Farbe annehmen, sondern einfach nur im eigenen Saft und dem Öl bissfest garen.
Ein halbes Tütchen Himbeer-Ahoi mit drei Esslöffeln Arganöl mischen. Zusätzlich dazu noch ein mildes Dressing aus Argan- und neutralem Öl, etwas Weißweinessig, Zucker und Fleur de sel anrühren.

Die Fleischröllchen aus dem Fond nehmen und noch einmal in der Pfanne rundrum anbraten, damit die Haut nicht mehr latschrig ist (ein typisch sächsischer Begriff - ich hoffe ihr wisst, was ich meine)
da traut sich doch der Spargel, frech aus dem Röllchen zu guggen
Den Spargel auf Tellern anrichten, dabei die Spitzen schön sichtbar ausrichten. Ein paar der Babyspinat-Blätter darüber verteilen und mit dem Dressing beträufeln. Das Fleisch in Scheiben schneiden. Obenauf ein paar Tropfen der Brause-Öl-Mischung verteilen und servieren.

Die Überraschung kommt beim Essen! Da sich das Brausepulver im Öl nicht auflöst, entfaltet es seine Wirkung erst auf der Zunge. Zuerst fängt es an zu britzeln, danach verbindet sich alles ganz intensiv im Mund und man kann die einzelnen Komponenten sehr gut schmecken. Ganz zum Schluss kommt noch ein wenig von der Himbeere nach, ohne penetrant aromatisiert daher zu kommen.


Die Hauptspeise:

Ich schaute nach, was sich noch so im Kühlschrank verwertbares fand. Der Rest Ziegenfrischkäse schrie nach Verarbeitung, also schnell mit ein paar Löffelchen von dem Fertig-Pesto-Zeugs gemischt.
Dieses Etwas im Glas hat mit Pesto genau so wenig zu tun, wie ein Liegestuhl an ner Straßenbahn-Haltestelle mit Urlaub. (ich mach meine Pesti selbst, das ist nicht schwer. Wenn es schnell gehen soll mit dem Pürierstab. Aber wenn ich Zeit habe und es besonders fein werden soll, dann im Mörser!)
Das Glas war nunmal im Warenkorb, also muss etwas davon verwendet werden.
Genug vom Babyspinat war ja da. Ein paar feine Streifen und etwas fein gehackte Petersilie kamen noch zu der Masse dazu.
Herr Kampi hatte die kleinen Filets abgetrennt und danach in die großen Fleischstücke eine Tasche geschnitten. Da hinein kam jetzt etwas von der Mischung. Mit Rouladennadeln wurde die Öffnung verschlossen und das Fleisch beiseite gestellt.

Die Haut der Drumsticks hab ich mit den Fingern vorsichtig gelöst und zwischen Fleisch und Haut ebenfalls etwas der grünen Cremé gegeben, die Haut wieder sanft übergezogen und ebenfalls mit Rouladennadeln fixiert.


Die Keulchen wurden, genau wie die Flügel nur mit Salz und Pfeffer gewürzt und danach in der Pfanne rundum goldgelb angebraten. In einer flachen Form wurde das Fleisch sanft gebettet auf etwas Thymian und Knoblauch, mit ein paar halbierten Tomaten und etwas vom Hühnerfond und wanderte dann bei mäßiger Hitze in den Ofen.

Ich war mir relativ unschlüssig, ob ich denn eine Sauce zum Essen reichen wollte. "Vielleicht wird das zu viel...oder vielleicht schreit das ganze auch danach..."
Letztlich entschied ich mich dafür. 
Zwiebelwürfel im Bratenfond des Fleisches anschwitzen, mit etwas vom Riesling ablöschen, ein paar Scheibchen Ingwer dazu, Brühe angießen...ziehen lassen. 


Und wenn doch über die gesamte Kochzeit zu viel Flüssigkeit wegdampft, immer wieder mit Fond aufgießen und abwarten. So ne richtig tolle Sauce braucht außer guten Zutaten nur eins: ZEIT!
Da ich noch einen Rest der Füllung übrig hatte, hab ich den kurz vor dem Servieren und binden mit Stärke  untergemixt. Aber wirklich erst in letzter Sekunde, sonst wird die Chose Sauce unansehnlich. 

Dann noch der Spinat, der braucht ja nicht viel Aufmerksamkeit. Feucht in die Pfanne "geschmissen" fällt er einfach zusammen, wird gesalzen und beiseite gestellt.

Mittlerweile stand  mein ganzer Herd mit Töpfen und Pfannen voll und ich hatte schon ein kleine wenig die Orientierung verloren, was ich denn jetzt noch aus dem Warenkorb verarbeiten müsste und was ich als nächstes tun sollte.

Ach...der weiße Spargel! 
Nur, wo bereite ich den denn jetzt zu? Kochen definitiv nicht! Schon seit Jahren koche ich keinen Spargel mehr. Bei mir gehört der in der Pfanne sanft angebraten. So wird er niemals bitter und durch seinen natürlichen  Zuckergehalt kommt sein eigenes Aroma so richtig zur Geltung.

Allerdings, kein Platz mehr auf dem Herd. Also packte ich die Stangen in einen Bratschlauch. Zusammen mit einem Löffel Butter, ein paar dünnen Scheiben Zitrone und Thymian.
Herr Kampi, der immer wieder interessiert fotografierend in die Küche lugte, dachte, ich hätte nicht gesehen, dass er sein Gourmet-Näschen rümpfte. Das ignorierte ich großzügig. Freund der Zubereitung in diesem Müll verursachendem Plastikteil bin ich nicht wirklich, aber es war gerade jetzt die beste Lösung.


Ich brauchte den Platz auf dem Herd ja für eine heiße Pfanne für die gefüllten Hähnchenbrüste. Auf der Hautseite zuerst angebraten, dann gewendet, kamen die Fleischstücke zu den Flügeln und Keulen in den Ofen. Der Bratensatz wurde mit etwas Brühe abgelöscht und kam zum Saucenansatz.

Somit war die Pfanne und eine Flamme frei, die halbierten Kartöffelchen in Butter anzuschwenken.


Schon in meiner Vorbereitungsphase hatte ich ja experimentiert, wie sich das Blausalz zusammen mit Brausepulver auf der Zunge verhält. Das Salz ist sehr intensiv und wird durch das im Mund aufschäumende Natriumhydrogencarbonat in seinem Geschmack noch einmal verstärkt. Im Mischungsverhältnis 1:1 kamen also Orangen-Brause und Salz zusammen.

Ein Blick in den Ofen: das Fleisch ist fertig. Alle Beilagen auch servierbereit, die Sauce mit der Schmorflüssigkeit aus dem Ofen aufgegossen, abgeschmeckt und gebunden.
Alle Beilagen? Nicht ganz! Fast hätte ich die Tomaten vergessen. Ein paar waren ja schon Begleiter des Fleisches im Ofen. Der Rest kam jetzt in eine Pfanne mit Olivenöl, Thymian und Knoblauch. Nur zum Warmwerden.


Zum Anrichten kam die Blausalz-Brause-Mischung über das Fleisch.
Und auch hier war das Mundgefühl der Hammer!




Die Nachspeise:

Wenn schon ein Menü, dann mit einem süßen Abschluss. Dessert ist ja nicht so mein Spezialgebiet.

Von den Zutaten war ja fast alles verarbeitet.Was noch übrig war? Die frische Mango und die Mangofilets aus der Dose.

Meine spontane Idee war: Eis. Nicht umsonst ist doch Luigi Unoldi (meine Eismaschine) ein Mitglied der Familie Kampi.
Frisch aus der Maschine gegessen braucht es für Eis nicht einmal ein Rezept.

Die Mangofilets aus der Dose hab ich in einem Sieb abtropfen lassen und den aufgefangenen Sirup mit ein paar Ingwerscheiben auf kleiner Flamme etwa eine Stunde ziehen und danach abkühlen lassen. Eine halbe Dose Kokosmilch und drei bis vier der Filets zugeben und alles pürieren. In der Eismaschine zu einem cremigen Eis/Sorbet rühren.

Die frische Mango hab ich halbiert und für jeden von uns zwei gleichmäßig große Würfel geschnitten. In einer Schüssel kamen fein geschnittene Minze, gestoßene rosa Pfefferbeeren, etwas Zitronenbrause und die Würfel zusammen.

Die restlichen Filets aus der Dose sind dem Pürierstab zum Opfer gefallen.

Ihr lest doch hier aufmerksam mit? Oder etwa nicht?

Dann müsste euch aufgefallen sein, dass eine Zutat aus dem Warenkorb noch gar nicht in der ganzen Zutatenliste erwähnt und also auch noch nicht verarbeitet wurde...

Na? Wer kommt drauf?

Ja klar! Ich wusste, dass ihr es bemerkt! Der Filoteig.

Mein erster Gedanke, und auch das einfachste, wäre es gewesen, einen  Strudel zu backen. Eis dazu, Fruchtpürree und fertig. 
Aber so leicht mach ich mir das ganze dann auch nicht.

Also musste die Nudelmaschine ran:
den Teig in, für die Maschine verwertbare, Stücke schneiden und mit dem Spaghetti-Aufsatz in feine Streifen schneiden.
In der Hand ein Nest aus den Teigfäden formen, einen Mangowürfel damit ummanteln  und sofort in nicht zu heißem Butterschmalz goldgelb ausbacken, auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen und mit ein wenig feinem Zucker bestreuen.


Alle Komponenten zusammen anrichten, dabei eine Spur Zitronen-Brausepulver auf den Teller streuen.



Und auch hier war das Britzeln genau das, was die Aromen noch verstärkte.
Herr Kampi musste mich doch glatt für das Dessert loben...und das, obwohl er so gar nix süßes mag und sowieso der Meinung ist, dass ich da immer kläglich versage.

Aber auch ich war begeistert von mir. Irgendwie hat mir diese Metro-Box besonders viel Spaß gemacht.Das nächste mal bin ich sicher wieder dabei (wenn ich darf) 

Ebenfalls dabei sind:

Alice im kulinarischen Wunderland
nur das gute Zeugs
from snuggs kitchen
Penne im Topf
Lunch for one
Obers trifft Sahne
moeys kitchen
Shermins magischer Kessel

P.S.: Ende Mai gibt es dann eine Zusammenfassung auf dem METRO-Genussblog.

Mittwoch, 16. Januar 2013

...da biste platt...

Ich schon wieder. Ja wirklich...da kannste von mir denken, was du willst.

Jaja, ich weiß, erst redet sie davon, ihr Blog einzustampfen. Dann gibts wochenlang nichts neues zu  lesen. Und dann gibts gleich wieder nen neuen Post. Innerhalb kürzester Zeit. Da biste wirklich platt, oder?

Platt wie ein Huhn.

Platt wie ein Huhn? Seit wann ist ein Huhn platt? Und was ist bitte schön an nem Huhn besonderes?

Ich fang da mal ganz von vorne an:

Den Blog von Frau Kampi gibts seit 2010. (im April wird er, also ich, DREI...kreisch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!). Ich hab ganz klein angefangen. Mit ner Pellkartoffel, erinnere ich mich. Aber egal, das gehört jetzt nicht hierher.

Irgendwann hab ich mich dann auch bei Facebook angemeldet. Da wusste ich noch gar nicht, wie dieses social-media-Zeugs funktioniert und wie weitreichend die Auswirkungen auf mein Leben sein werden. Ich hab damals einfach nur nach jemandem aus meiner Vergangenheit gesucht. Gefunden hab ich den/diejenige zwar nicht...

...aber liebe Menschen sind neu in mein Leben getreten.

Eine meiner ersten neuen Facebook-Freundinnen wurde Greta. So recht weiß ich eigentlich gar nicht mehr, wie wir zueinander gekommen sind. Nicht übers Kochen, aber sicher über gemeinsame Kochfreunde.
Egal.
Von der ersten Minute an haben wir festgestellt, dass wir gleich ticken. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch...menschlich, koch- und genusstechnisch.

Irgendwann bin ich nach Hamburg gefahren. Zu Greta. Wir waren uns gleich so vertraut, als würden wir uns ewig schon kennen.
Spaß hatten wir...und wie! Da war was mit ner Palme, Frühstück gegen nachmittag, einem laufenden Penis vorm Rathaus und verrückte Mädels, die ich nicht erst seitdem meine Freundinnen nennen darf.

Und ich durfte ihr Huhn essen! DAS Huhn. DAS Greta-Orangen-Huhn! Nie zuvor hab ich ein besseres Huhn gegessen. Ehrlich! Das Rezept so einfach wie raffiniert.

Das Grundprinzip der Zubereitung hab ich von meiner lieben Greta übernommen. Mittlerweile ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen. Ich halte mich nicht mehr sklavisch dran. Aber immer, wenn ich ein ganzes Huhn im Ofen zubereite, muss was orangiges dran. Denn nur dann ist es DAS Greta-Huhn.

So auch wieder letzten Freitag. Da ist bei uns Markttag und ich bekomm ein richtig tolles Maishuhn zu kaufen.

Du brauchst wirklich ein gutes Huhn. Mit diesen Turbo-Mast-Pseudo-Dingern aus dem Supermarkt kriegst du nie im Leben ein ordentliches schmackhaftes Ergebnis hin. Versuchs gar nicht erst...lohnt sich nicht!

Das Tier braucht ein Bett. Mindestens Zwiebeln und Möhren sollten es sein. Zum Sattwerden auch noch Kartoffeln. Das hat den Vorteil, dass du eine komplette Mahlzeit ohne viel Stress aus dem Ofen holen kannst.
Du kannst das noch durch andere Gemüse ergänzen. Je nachdem, was du magst. Ich hatte noch ein paar Steckrübenwürfel, etwas Pastinake und Petersilienwurzel.

Die Gemüse gibst du in Portions-Stückchen auf ein Blech oder in eine flache, entsprechend große, Auflaufform.

Du kannst das Huhn so wie es ist auf das Bett legen (später, nach der Maske!). Bei mir wird es plattgemacht.
JA! PLATT!

Keine Angst, du musst nicht drüberfahren. Es genügt, wenn du es am Rücken durchtrennst und aufklappst. Mit einer Geflügelschere geht das ganz leicht (dabei kannst du gleich diese kleinen tollen edlen Dingerchen suchen und auslösen, von denen Arthurs Tochter so schwärmt).
Das hat den Vorteil, dass das Tier gleichmäßiger und etwas schneller fertig gart. Und es wird noch viel mehr Haut knusprig. Deshalb hast du ja auch eine gute Qualität gekauft.

Jetzt kommt das make-up. Lass Butter schmelzen. Da hinein muss Knoblauch. Und Kräuter wie Rosmarin, Thymian...vielleicht auch Salbei. Wie du magst. Und Chili! Die Butter soll die ganzen Aromen aufnehmen. Bei mir muss Zitronenzeste mit rein und Pimenton de la vera. Lass die Butter aber nicht braun werden!

Pinsel das Huhn jetzt mit der herrlich duftenden Würzbutter ein. Wenn du dein Essen liebst, pinselst du nicht nur, sondern massierst das Fleisch. Du kannst dem Tier auch unter die Haut fahren! Alles was an Kräutern in der Butter schwimmt kommt mit dran.

Und vergiss die Orangen nicht!!!! Ohne Orangen kein Greta-Huhn!
Ich variiere gerne. Mal mehr Zitrone, manchmal auch mehr Orange...dieses mal Kumquat.Unbehandelt soll sie sein, damit du sie samt der Schale verwenden kannst. Wenn du das Huhn nicht platt machst, füllst du Orangenstücke in den Bauch. Ansonsten legst du sie schön untendrunter.

Der Ofen ist schon heiß, oder?

Dann gießt du jetzt noch einen Schluck Wein an und schiebst das Blech mit allem Drumunddran in den Ofen.


Garzeit? Temperaturangabe? Upps...da erwischt du mich kalt.

Vielleicht kann dir da GRETA weiterhelfen. Ich weiß nämlich, dass sie ihr Huhn auch verbloggt...ohne vorherige Absprache (ich sag ja, Schwestern im Geiste).

Lass dem Tier einfach die Zeit, die es braucht. Erst durchgaren lassen, dann bei etwas mehr Hitze Farbe geben. Das Hühnchen hatte Zeit zu wachsen und Geschmack auszubilden.Und genauso braucht es auch im Ofen Zeit.
Irgendwann fängt es an köstlich zu duften. Dann weißt du, der Weg ist der richtige. Wenn das Huhn garsein will, wird auch die Haut knusprig.
Ein bisschen Flüssigkeit darfst du gerne angießen, damit die Gemüse gar werden und Geschmack annehmen. Geflügelfond ist klasse, aber auch Wasser tuts zur Not.

Und dann holst du ein köstlich duftendes, goldgelb glänzendes Huhn aus dem Ofen, dem keiner widerstehen kann.


Hach...mir tropft schon wieder der Zahn. Ich brauch nur dran zu denken und schon hab ich diesen Duft in der Nase und den Geschmack auf der Zunge...

...und ich bin in Gedanken in Hamburg, bei Greta und schwelge in Erinnerung.






Dienstag, 13. September 2011

...was tut man nicht alles für die Kinder

Freitag abend...lange zu tun gehabt. Drei Hochzeitsdekos wollten für den Samstag auslieferungsbereit gemacht werden. Endlich Feierabend.
Eingekauft hab ich nicht wirklich viel. Sonntag soll es endlich mal das T-Bonesteak aus dem Frost geben, dass schon ne ganze Weile auf seine Zubereitung wartet. Soll nicht großartig aufwendig werden. Ich muss ja am Samstag die Blumen noch schön hindrapieren. Und Sonntag soll es nach dem Mittagessen zum Federweißenfest auf Schloss Wackerbarth gehen.

Aber der Sohn ist da ganz anderer Meinung. Er eröffnet mir Freitag abend 22.00Uhr, das wir Sonntag Besuch zum Essen bekommen. Na toll! Perfektes Timing...genau an diesem Sonntag!

Also bedeutet das, dass ich am Samstag irgendwie zwischendrin noch einkaufen muss.

Samstag dann Deko auf dem Dorf...Fleischer gleich um die Ecke. Ich also den Herrn Kampi losgeschickt: "Bring mir mal ein Stück Kalbfleisch mit!"

Macht er auch...also lostraben. Nach etwa 10 Minuten ist er wieder da. OHNE Fleisch. Er wüsste nicht, was ich denn wollen wollte. Oh, menno. "Einfach nur ein Stück Kalbfleisch!!!! Egal was, ich mach schon was draus."

Also ich mit zum Fleischer...
Aber es gibt nichts mehr. Ich schau mir die Auslage wieder und wieder an, überlege hin und überlege her, diskutiere mit der Verkäuferin, denke laut. Aber zu  einem richtigen Ergebnis kommen wir beide nicht. Sie möchte mir gerne das Stück Rinderfilet verkaufen. Das möchte ich aber nicht.
1. weiß ich nicht, obs dem Mädel schmeckt und ich ihr das schön rosa servieren kann
2. schockt mich der Preis, weil es
3. vakuumiert ist.

Ich nehme dann letztendlich 3 Hühnerbrustfilets und ein Stück Kalbsfilet (leider auch im Plastik eingeschweißt, aber ich hatte keine Lust mehr zu diskutieren!) Irgendwas fällt mir damit schon ein.

Den junior brauch ich ja nicht fragen, was die junge Dame mag. Weiß der nicht. Oder will es nicht wissen.

Ach, ich mach es so wie immer. Sonntag in die Badewanne und das Essen in Gedanken kreieren.
Bis zuletzt hab ich mit mir gerungen, Pasta zu machen. Aber irgendwie hatte ich keine Lust drauf.Weder auf dei Zubereitung, noch welche zu essen. Schließlich bin ich ja, was das Essen anbelangt, der Bestimmer. So hab ich mich für ein Risotto entschieden. Champignonrisotto.

Zuerst hab ich aber das Fleisch zubereitet. Für jedes Fleischstück (wir erinnern uns: 1 Stück Kalbsfilet, 3 Hühnerbrustfilets ohne Haut) ein Stück Frischhaltefolie ausgebreitet, mit Zitronen-Olivenöl eingepinselt, eine Mischung aus kleingehacktem Thymian und Rosmarin und einer kleingestoßenen Pfeffermischung bestreut. Das Fleisch schön eingewickelt und noch eine Umhüllung aus Alufolie drum. Dann ab damit in den nicht mal 100°C heißen warmen Ofen. Eher zum Geschmack annehmen, als zum Garen.

Nebenbei dämpfen die Röschen vom Romanesco schon auf dem Herd und brauchen dann nur noch abgeschreckt und später in Butter erwärmt zu werden. Von den Champignons hab ich die Stiele rausgedreht und klein gewürfelt, die Hüte in sechstel geschnitten.

Die Sauce hat mir etwas Kopfzerbrechen bereitet...sie sollte ordentlich Kraft und Geschmack haben, aber das junge Mädchen nicht verschrecken. Also nix mit Chili, Früchten oder anderweitigen ungewohnten Aromen.


Da sowieso ein großer Topf mit einem Suppenhuhn auf meinem Herd vor sich hinköchelte, hatte ich gleich eine Grundlage für meine Sauce und natürlich die Brühe fürs Risotto. Ich hab mir eine kleingeschnittene Zwiebel in Butter angeschwitzt, mit weißem Port und Weißwein abgelöscht, etwas Langpfeffer zugegeben und mit dem Fond aufgegossen. So durfte der Saucenansatz gemütlich vor sich hinziehen.

In einem Topf hab ich dann die gewürfelten Pilzstiele mit etwas Zwiebel angedünstet, den Risotto-Reis dazugegeben, etwas Knoblauch und Salz dazu und ein ganz stinknormales Risotto gekocht. Ihr wisst doch, wie das geht. Keinen Bock, das jetzt hier auch noch ausführlich zu beschreiben.

Die Champignons nur in einer Pfanne anbraten, etwas gewürfelten Schinken dazu, abschmecken, fertig.

Die Sauce...wie mach ich die Sauce? Hat mich während der ganzen Kocherei doch arg beschäftigt.
Tja, das Gute liegt oft so nah.  Zitronenöl ist doch am Fleisch...also kommt etwas Zitronensaft auch ins Sößchen. Abschmecken mit Salz nicht vergessen!

Und dann das Fleisch auspacken. Ein Duft strömt durch die ganze Küche...unbeschreiblich! Jetzt muss ich das nur anbraten, damit es von außen auch noch ein paar Röstaromen kriegt.

Die Sauce wird nur noch mit kalter Butter aufmontiert und schon kann angerichtet werden.


Der Herr Kampi hat noch ein paar Blüten von der Kapuzinerkresse besorgt. Wenn wir schon Eindruck bei der jungen Dame machen wollen, dann richtig! (Fies, oder?)
 

Ganz brav hat sie ihren Teller leer gegessen. Es scheint ihr wohl geschmeckt zu haben. Aber den junior brauchste nicht nach seiner Meinung fragen: "War ok. Mehr nicht."
Ganz schön verwöhnt!

Nen Eis haben die beiden noch bekommen. Ich hatte noch etwas Zeit, bis wir abfahren wollten. Dafür vier richtig vollreife Birnen geschält und mit Zucker püriert, etwas von meinem Zitronensirup dazu, etwas Limoncello. Dann ein Becher Sahne und ab damit in Luigi Unoldi. Der junior bekommt noch die Order, die geraspelte Schokolade zuzufügen, wenn die Masse anfängt fest zu werden. (die beiden haben das ganze Eis alleine aufgegessen!)

Und wir haben uns nen schönen Nachmittag gemacht. Bei Federweißen und schönem Wetter.




Mittwoch, 11. Mai 2011

Es grünt so grün...

Endlich!

Ja endlich...endlich geht es hier mal wieder weiter. Ich habe in den letzten Tagen mein Blog ein wenig stiefmütterlich behandelt. Aber es war so gar keine Zeit hier ausführlich zu schreiben. Aber ich mag mein Gekochtes nicht einfach so in einer Aufzählung von Arbeitsabläufen hier abhandeln. Ich liebe es doch, Kochgeschichten zu erzählen. Und das braucht meist ein wenig Zeit. 
Und die hatte ich nicht, weil wir den Muttertag im Geschäft vorzubereiten hatten und das meine gesamte Zeit Kreativität in Anspruch nahm. 
Aber jetzt geht es hier wieder weiter. 

Endlich! 

Endlich ist alles hier auch wieder so richtig grün! Und es blüht alles. Einfach nur schön. Beim Einkauf auf dem Wochenmarkt kann man jetzt aus dem vollen schöpfen.
Ich liebe das!
Der Spargel kommt jetzt von um die Ecke. Mein Gemüsehändler hat frischen Spinat. Und die ersten Erbsen hab ich auch schon aus ihren Hülsen gepult.

Und jetzt ist es auch bei mir wieder soweit, dass ich aufgrund der ganzen Verlockungen schon mal mehr einkaufe als ich Zeit habe zu verarbeiten. Kann ja schon mal vorkommen. So auch am letzten Freitag. Und eigentlich gar keine Zeit aufwendig zu kochen. 
Und was macht junior? Fragt doch glatt, was ich Sonntag-Muttertag so koche. Er hätte seine Freundin eingeladen.
Da ich nicht nein sagen konnte, hab ich ihm vorgeschlagen, eine Lasagne vorzubereiten, die sich die beiden notfalls selbst erwärmen könnten. 
Lasagne ist ja eigentlich auch nichts spektakuläres. Lecker, aber gut.

Aber da war ja noch der Spinat, den ich schon ein paar Tage zuvor auf dem Großmarkt gekauft habe. Der schrie immer wieder: verarbeite mich doch endlich!
Und so hab ich in einer Nacht- und Nebelaktion erstmal Nudelteig gemacht.Mit eben jenem Spinat.

Ich bin da dieses Mal andersrum an den Teig gegangen.
Ich hab den Spinat gewaschen und ihn mit zwei rohen Eiern püriert. Da die Masse aber noch ein wenig fest war, hab ich solange Eier zugefügt, bis das ganze flüssig war. Bei fünf Eiern war dieser Zustand dann erreicht. Und jetzt hab ich mir dazu die passende Mehl- bzw. Nudelgrießmenge abgewogen. 500gr. Noch ein bisschen Olivenöl dazu und den Teig geknetet. Diesmal mit meinem Handmixer, der sich ordentlich quälen musste. Da er mir leid tat, hab ich dann doch wieder meine Muskeln (hahaha!) spielen lassen und ihn per Hand durchgewalkt. Ist ein ganz schöner Kraftakt!

Nach dem ruhen hab ich mit meiner Imperia dann schöne Lasagneplatten gerollt, die ich zwischen Backpapier gepackt habe und gleich weggefroren hab. Nur die paar für die Lasagne hab ich sofort vorgekocht.

Da ich schon mal  dabei war meine Oberarmmuskel zu stärken, hab ich das Fleisch auch gleich noch durch den Wolf gedreht. Den mit der Handkurbel, was sonst. 
Zur Lasagne gibt es aber sonst nicht mehr allzuviel zu schreiben, außer, dass ich sie ohne Bechamel gemacht hab. Einfach zwischen den Schichten noch etwas gehobelten Parmesan und ein paar geröstete Pinienkerne.

Am Sonntag vormittag zeichnete sich dann ab, dass wir aufgrund unserer guten Vorbereitung ziemlich pünktlich nach Hause kamen, so dass ich doch noch mein Maishühnchen mit Zitronen füllen und in den Ofen schieben konnte. 
Da aber bekanntlich Lasagne keine Beilage für ein solch schönes Hühnchen ist, musste ich mir dann noch etwas auf die Schnelle einfallen lassen. 

Was gab der Vorrat noch her?
Grünspargel, die gepulten Erbsen und Ziegenfrischkäse. Daraus lässt sich doch was machen.

Also noch ein paar von den grünen Platten aus dem Frost geholt und gekocht. Danach gleich in dem Kochwasser die geputzten Spargelstangen blanchiert, dem ich die Köpfe abgeschnitten hab.
Auf die Nudelplatten den Ziegenfrischkäse gestrichen, etwas Parmesan und Zitronenschale drüber gerieben, ein paar Pinienkerne drauf und die Spargelstangen darin eingerollt. 



In der Zwischenzeit hat sich das Huhn von selbst im Ofen gebraten und es hatte sich ein köstlicher Sud gebildet (lag wahrscheinlich auch an dem Prosecco, in dem das Huhn bei seiner Zubereitung baden durfte). Deshalb hab ich auch auf die Sauce verzichtet.
Die blanchierten Erbsen durften in heißer Butter in der Pfanne warmziehen, in dem zuvor die Spargelspitzen angebraten wurden.

In einer anderen Pfanne hab ich dann noch die grünen Canneloni angebraten und das ganze sogar noch zur üblichen Sonntags-Mittags-Essen-Zeit auf den Wohnzimmertisch gebracht.


Die Kinder Teenager haben sich gemeinschaftlich für die Lasagne entschieden. 

Weil wir diese Pastavariante als sehr schmackhaft empfunden haben, gab es dann am Montag noch einmal etwas ähnliches. 
Diesmal hab ich den Frischkäse durch einen Rest Blauschimmel ersetzt, den ich mit ein paar Löffeln Sahne und unter Zuhilfenahme einer Gabel zu einem cremigen Aufstrich verarbeitet habe.
Ansonsten war die Zubereitung die selbe.

Dazu gab es dann den Spinat, den ich am Freitag auf dem Markt gekauft habe. Gewaschen, zerkleinert und in der Pfanne zusammenfallen gelassen. Abgeschmeckt mit Salz, Muskat und etwas Knoblauch. Den Rest Sahne aus dem Becher dazu, fertig!  Parmesan drübergerieben! Vegetarisch und saulecker!

Und so schön Grün!

Endlich!

 







 

Freitag, 18. Februar 2011

MOF-Salat

...was bitte ist denn MOF-Salat?

Den kennt ihr alle! Den hat jeder Food-Blogger doch mindestens einmal schon gepostet!

Ich noch nicht! Bis jetzt!
Heute war mir einfach mal dananch. Weil heute Freitag ist. Und mein Gemüse-Händler wieder auf dem Markt steht. Und mein Hühnerdealer.
Also nehme ich heute mit:
1Knolle Fenchel, 1Blutorange und eine Hühnerbrust (für mich heute mal ohne Haut)

Zu Hause angekommen mache ich mich an den Salat:
Die Fenchelknolle fein hobeln, die Orange schälen, ebenso eine Mandarine und in feine Scheiben schneiden und alles in eine flache Schüssel geben. Mit Himbeeressig, etwas Öl, Salz und Zucker würzen.


In der Zwischenzeit dann etwas Reis kochen.


Die Hühnerbrust mit zerstoßenem Wildpfeffer und Fleur de sel würzen und in französischer Salzbutter, in der schon etwas Knoblauch, Rosmarin und Lorbeer gezogen hat, ganz sanft braten. Mit der Butter den fertigen Reis würzen und auflockern.

Und weils so schnell ging und so lecker war, gibts auch heute kein Foto vom fertigen Teller!

Mittwoch, 28. April 2010

Die verrückte von Labor IV- Frau Kampi wagt ein Experiment

Kennt eigentlich noch jemand diesen Film? Ich hab ihn ja persönlich nie gesehen, aber der Titel war immer so ein Schlagwort in unserer Familie. Und irgendwie passt das zu mir. Denn bei mir zischt und kocht es ja auch immer.
Und das schon wieder ein Suppentopf auf meinem Herd brodelt, ist nichts neues.
Hab am Wochenende ein Huhn erstanden, welches noch nicht verarbeitet wurde. Also schnell die Brust und die Schenkel abgetrennt und die Karkassen mit reichlich Suppengrün und Ingwer in einen Topf gegeben und mit Weißwein abgelöscht, mit Wasser aufgegossen und sich selbst überlassen.Fond kann man ja nie genug im Vorratsschrank haben.
Nach dem das Ganze dann schon eine Weile vor sich hin geköchelt hat, entschließe ich mich dann doch die Brüste- nicht meine, sondern die von dem Federvieh- in die heiße Brühe zu geben, damit sie nicht verderben. Könnte man ja zum Beispiel Geflügelsalat draus machen. Aber so einen richtigen Plan habe ich noch nicht.
Und dann hab ich ja noch ein paar(oder ein halbes Körbchen um ehrlich zu sein) Shii-Take-Pilze im Vorrat. Da war der Appetit beim Einkauf so groß, obwohl ich damit nichts rechtes anzustellen wusste. Die brat ich jetzt halt mal in der Pfanne. Den Geschmack find ich klasse. Nur beim Braten stelle ich fest, dass das ganze mehr vor sich hintrocknet, statt zu braten. Was jetzt?
Daneben steht doch der Topf mit dem Fond, ein Kellchen davon dazu und schon siehts viel besser aus. Nebenbei sind auch die Brüstchen fertig gegart. Also nehm ich sie mal raus aus dem heißen Topf, stell sie zur Seite, um sie abkühlen zu lassen.
Und was mach ich jetzt mit den Pilzen? Grübel, grübel...
Ich hatte sie doch mit dem Hühnerfond aufgegossen- da könnte doch vielleicht das Hühnerfleisch dazupassen. Also, in Scheiben schneiden und dazugeben. Und jetzt weiter?
Erst mal eine Geschmacksprobe nehmen. Passt. Was frisches fehlt, und Schärfe. Man könnte ja in die asiatische Richtung gehen. Nur hat Frau Kampi in der Richtung überhaupt nix passendes im Haus. Gut ein paar Nori-Algenblätter vom letzen Sushi-Versuch. Geschmacksprobe-Fehlanzeige.
Aus Frust hol ich mir mal ne Flasche Wein im Keller. Und was entdeckt das Kampi-Auge?
Ein paar Rhabarberstangen sind ja noch im Haus, vom Linsensalat für die lieben Kolleginnen. Nehm ich eine mit in mein Labor. Die wird auch sogleich in Scheiben geschnitten, nach dem Putzen.
Und im Vorratsschrank hab ich ja noch Mirin-süße Reisweinwürze. Woher auch immer.
Also stell ich eine Pfanne auf den Herd und geb eben jenes Mirin mal rein (habe im nachhinein festgestellt, Zuckerkaramel hätte es auch getan). Ein paar Scheibchen Ingwer in feine Würfel schneiden und mit ein paar Chiliflocken in die Pfanne geben. Den Rhabarber dazu. Nur kurz angehen lassen und vom Feuer ziehen. Und das ganze jetzt zu den Pilzen und dem Hühnerfleisch geben. Gekostet- passt zusammen. Aber noch immer fehlt irgendwas.
Denke, denke.
Asiatisch ist auch Glasnudel. Leider muss ich diese Idee verwerfen. Hat Frau Kampi im Moment nicht im Haus. Was hätten wir denn als Alternative?
Der Rhabarber passte doch zu Linsen. Also müssten doch auch Linsen hierzu passen. Ein paar rote Linsen sind noch im Schrank. Und die brauchen ja Gott sei Dank nicht lange, bis sie weich sind. Es ist ja nun schon recht spät.Gedacht, gekocht, dazugegeben. Kostprobe, es wird. Was nussiges passt zur Linse, aber Kürbiskernöl verwerfe ich heut mal, der Farbe wegen. Oh, Haselnuss-Öl ist ja noch da. Nehmen wir das!!!
Fleur de sel,des Knack wegens, beim draufbeißen. Langsam nimmt das Geschmack und Gestalt an. Säure macht einen Salat rund. Wir haben ja noch eine Limette.
So langsam ist es nun auch egal, wie spät es ist. Die Limette ist schon etwas, naja sagen wir über den optimalen Punkt, aber ein paar Tröpfchen Saft lässt sie mir schon noch. Und als restliche Säure geben wir einfach mal  Sushi-Essig hinzu. Aber immer noch nicht bin ich 100%ig zufrieden. Alle Vorratsschränke werden nun nach passendem durchwühlt. Und der Kühlschrank gibt dann den Ausschlag für die Vollendung des ganzen. Erbsensprossen, eine ganz kleine Hand voll.Der wirklich allerletzte Rest. Die kommen jetzt dazu.

Und dann der erste Löffel, ich bin ja mal sowas von begeistert. Alles passt super zusammen. Da könnte man echt mal was draus machen. Ich hol mir auch noch das Urteil von Herrn Kampi ein, auch er ist begeistert. Der Herr junior ruht leider schon, hatte wohl einen anstrengenden Tag in der Restaurantküche. So können wir ihn heute nicht mehr nach seiner Meinung fragen. Aber ich kann noch einen kleinen Rest vor dem gefräßigen Herrn Kampi retten, damit das Kind morgen kosten kann.
Zufrieden schließt Frau Kampi heut ihr Labor, das Gekochte ist geblogt. Da kann ich noch mal nachlesen und das Rezept weiter entwickeln. Vielleicht haben die lieben Blogkollegen auch noch ein paar Anregungen dazu. Bin ja mal gespannt.

Samstag, 17. April 2010

Miss Popeye- oder Frau Kampi im grünen Rausch


Eigentlich wollte ich gestern gar nicht ausschließlich von meinem gebratenen Spargel erzählen, er sollte nur zur Einstimmung dienen. Aber wie so oft, saß mir die Zeit ein wenig im Nacken. Denn Frau Kampi muss ja ab und an auch mal ihrer eigentlichen Beschäftigung als Floristin nachgehen.Der Herr Kampi junior hat freitags zeitig Schulschluss und da verzichtet er dann doch ganz gerne mal auf den Schund aus der Schulspeisung. "Kannste ja was kochen"- sein Lieblingssatz. Die Anfrage, was es denn sein solle, wird dann einfach abgetan: "Was leckeres!"
Also gut , hatte ich ja bei AT vor einigen Tagen vom Stubenküken gelesen. Da musste ich mir mein hübsches Köpfchen nicht anstrengen und habe die Idee gleich mal aufgegriffen. Schließlich war ja auch noch Markttag undd da hat der Geflügelhof immer einen Verkaufsstand. Gut, Stubenküken kann ich hier in der sächsischen Provinz vergessen, aber ein Perlhuhn müsste doch auch funktionieren.
Und dann am Stand der "Hühnertante" das kalte Grausen, nix mit Perlhuhn. Ein paar blasse Turbohühner und ein paar dürre alte Wachteln.
Und dann hat sie -die Gute- doch noch aus den Tiefen ihrer Kühltheke ein schönes goldgelbes Maishühnchen gezaubert, nicht zu groß, aber schön drall und rund. Da ich wie immer Angst hatte, meinen pubertierenden Sohn nicht mit ausreichend Fleisch zu versorgen, habe ich noch vier Unterkeulen der Hähnchen mitgenommen.
Und dann noch zum Gemüsestand geeilt, die kleinen Kartöffelchen habe ich ja auch nicht immer im Hause. Aber dafür noch ein paar Stangen des leckeren Spargels. Brauche also ansonsten keine Gemüse-Beilage. Na gut, Kampi junior mag den nicht unbedingt. Aber eigentlich mag der überhaupt kein Gemüse.Aber der nette Mann mit dem Gemüse durchkreuzt meine Einkaufspläne. Ganz vorn, ich falle quasi darüber, hat er eine Kiste mit ganz frischem Spinat hingestellt.( Und ich koche doch Sonntag nicht, wir machen einen Ausflug.) Aber der Spinat sieht doch so knackig aus. Na gut, ein Händchen voll nehme ich mit, als zweite Beilage zum Huhn und weils gesund ist.
"Der ist ganz frisch, heute morgen nur um die Ecke geerntet." Also nochmals eine Hand voll in meine Tüte. Und dann ab in Frau Kampis Küche.Also, was soll ich sagen, liebe AT, dein Rezept funktioniert ganz wunderbar mit dem Maishühnchen, es ist noch ausreichend da, für den fleischfressenden Teenager, und der Spinat war gar köstlich. Ich habe ihn einfach nur in Knoblauchöl in der Pfanne zusammenfallen lassen.
Er war noch ganz bissfest und schmeckte fast ein wenig süßlich.Da hab ich mich doch dazu entschlossen, noch einmal bei dem Gemüsehändler vorbeizuschauen. Vielleicht war mir auch das Glas Weißwein in den Kopf gestiegen?
Und siehe da, die Kiste war immer noch voll. Es fehlte nur das, was in meiner Tüte und dann in unseren Bäuchen verschwunden war.
Erstaunt fragte mich der nette Herr, ob der Spinat denn in der Pfanne so zusammen gegangen wäre, dass es nun nicht für alle langen würde. Ich verneinte und er warnoch erstaunter, das ich das ganze schon zubereitet hatte. Er hat sich natürlich gefreut, dass ich seine gute Qualität als einzige zu schätzen wusste. Ich lud mir also noch einmal eine Tüte voll, da sagte seine Frau im Scherz: "Die junge Frau kauft die ganze Kiste!" Warum eigentlich nicht? Für einen guten Preis?Also war ich stolzer Besitzer einer Kiste knackigen Spinats, für einen Einsatz von vier Euro.
Und gestern abend wurde Spinat gewaschen , geputzt und nach dem zusammenfallen in der Pfanne portionsweise eingefroren. Für demnächst. Die Küche sah aus.Aber die knackigen, kleinen Herzblätter habe ich mir aufgehoben. Vielleicht dienen sie mir als Wildkräuterersatz. Denn der lauwarme Wildkräutersalat von dir, liebe AT, hat mich auch angesprochen.

Ja, ja- ich höre doch das Getuschel. Die kocht ja nur nach.
Tut sie nicht! Sie fühlt sich nur im Moment von so vielen neuen tollen Ideen inspiriert. Und die müssen immer so schnell wie möglich ausprobiert werden!!!