Mittwoch, 25. Juni 2014

...wir basteln uns Portugal...

...komischer Postname, oder?

Wie ihr euch sicher denken könnt, hat es irgendwie irgendwas mit der Fußball-WM zu tun.
Peter hat zum Event aufgerufen. Für jedes Teilnehmerland hat er ein oder zwei Blogger gesucht, die landestypische Gerichte präsentieren wollen.

Blogevent zur Fußball-WM 2014 - Wir kochen uns um die Welt


Zuerst hab ich so gedacht: och, nix für mich. Ich und Fußball. Und dann noch landestypische Gerichte...

Aber Peter ließ nicht locker. Also hab ich zugesagt.
Allerdings ziemlich spät und so war Russland schon mal vergeben. Da hätte ich mit Soljanka und Borschtsch sicher punkten können. Und Japan war auch schon weg (erinnert ihr euch an mein, wie ich finde, legendäres Sushi-Gedicht?)

Ich hab mich dann für Portugal entschieden. POR.TU.GAL
ICH! Portugal!!!
Ich war noch nie in Portugal. Und mit der dortigen Küche kenn ich mich so überhaupt nicht aus.
Das wenige, was ich weiß, beschränkt sich auf Portwein und Bacalao.

Da ich Peter aber nun mal die Teilnahme an seinem Event zugesagt hatte, hab ich mal so rumgegoogelt. Was sind typische Gerichte, was typische Lebensmittel.

Viel Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch. Aber auch so einfache Sachen wie Eintöpfe.

Eintopf! 
Da das momentane Wetter wenig sommerlich ist, die Temperaturen nicht unbedingt an Public viewing im Freien denken lassen und auch der heutige Hagel hier vor Ort eher an den Winter erinnerten, war mir nach so einer richtig wärmenden Suppe. Mit Bohnen, Kartoffeln, Paprika, Chorizo (eigentlich eher spanisch, aber die Portugiesen haben auch eine ähnliche Wurst), Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeer...
Alle Zutaten dafür waren im Haus und so hab ich mir das Gericht nach meinen Vorstellungen zusammengebastelt.

Ich hatte ein paar kleine rohe Chorizos im Kühli. Jene rohe, die man auch gut grillen kann. Davon hab ich eine enthäutet und in Würfel geschnitten in einem Topf sanft in Olivenöl ausgelassen. Dazu hab ich gewürfelte Zwiebel, enthäutete Paprika in Würfeln und etwas Knoblauch gegeben und alles weiter schön angeschwitzt. Dazu kamen noch Würfel von 4 kleinen Kartoffeln. Nachdem alles angeschwitzt war hab ich einen großen Esslöffel Tomatenmark zugegeben und mit 50ml weißem Port abgelöscht. Jetzt nur noch Fleischbrühe, ein Sträußchen aus Rosmarin, Lorbeer und Thymian dazu  und alles sanft köcheln lassen bis die Kartoffeln weich sind.Wer gut vorgeplant hat, hat Bohnen über Nacht eingeweicht und von Anfang an mitgekocht. Da ich allerdings eher ein Spontankocher bin, wanderte der Inhalt einer Dose Bohnen, abgespült, in den Eintopf.

Nebenan wurde eine Pfanne heiß, in der ich eine weitere von den rohen Chorizos, enthäutet und in Scheiben, sanft ausgebraten hab.
Alles zusammen anrichten. Eventuell nachsalzen (was aber nicht unbedingt nötig ist, da die Wurst sehr würzig ist).
Was das Gericht auf dem Teller nach vorn gebracht hat, war ordentlich Olivenöl und ein paar Spritzer Zitronensaft!
Ich hätte mich reinlegen können!



Und jetzt schauen wir mal, wie weit WIR bei der WM kommen.
Ich find das Ganze ja ziemlich spannend....

Ich und Fußball...






Mittwoch, 14. Mai 2014

...ein Tag am Meer...

Die Wellen rauschen, die Möwen quieken. Ich sitze im Sand, die Füße im Wasser. Es duftet nach Schlick und Salz, nach Fisch...einfach nur nach Meer.
Die Sonne geht unter, ein Lagerfeuer knistert. Über der Glut wird Fisch gegrillt.
Hach...

BREAK!

Ich bin nicht am Meer. War ich nicht. Nicht heute und auch nicht in den letzten Jahren. Ich bin nicht so die Meerjungfrau.

ABER

Ich wäre jetzt gerne eine von den zwei herrlichen Doraden. Ich läge zwar auf dem Kopf und wäre in ein Drahtgeschirr* eingespannt ...aber ich wäre glücklich.



Denn ich würde  mich auf dem Grill aalen.




Egal, ob am Meer oder nicht. Ich hätte ein wenig Lorbeer an meiner Seite und ein wenig Zitrone und Kräuter aufm im Bauch. Ich würde mich drehen und wenden lassen und vor mich hingrinsen. Weil ich das gute Gefühl hätte, gleich auf nem Teller neben tollen Beilagen zu liegen  und mit Genuss verspeist zu werden.

Ich läge neben nem tollen Erbspesto. Nach dem Rezept hergestellt...nur ergänzt mit einer Handvoll Basilikum, etwas Thymian, Zitronenzeste und ein paar Spritzern Zitronensaft.

Und an meiner Seite hätte ich noch köstliche hausgemachte Spinatnudeln...noch grüner als das Erbspesto... geschwenkt mit getrockneten Tomaten und schwarzen Oliven.


Chili-Öl, das wäre unbedingt notwendig...ich will es heiß!  

Hach...ich wäre gerne eine Dorade. Am Meer. Nur an einem Tag! Mit Sonne...

*

Samstag, 3. Mai 2014

...einmal im Jahr...

...und zwar mitten in der Spargelzeit erwischt es mich. Dann muss ich meine Sucht befriedigen.
Ja, ich gebe es zu. Ich liebe sie und kann Spargel nicht ohne...

...ohne Hollandaise...
...einmal im Jahr...


Herr Kampi mag sie nicht besonders. Er mag eigentlich grundsätzlich keine Speisen, die helle Saucen haben. Kein Frikassee. Keine Königsberger Klopse (obwohl er da auch ne Ausnahme von seiner Antipathie macht, weil ihm die Aromen von Kapern und Sardellen so gut gefallen). Keine Eier mit Senfsauce (ok, da macht er auch ne Ausnahme, weil er so gerne Senf ist).
Aber Hollandaise geht bei ihm gar nicht. Könnte auch daran liegen, dass er nicht ganz so spargelaffin ist wie ich.
Ich könnte wirklich jeden Tag Spargel essen. Und heute eben mit Hollandaise.

Meine letzte liegt so lange zurück, dass ich mich nicht mehr richtig an die Mengenangaben erinnern konnte. Ich hab also das Internet bemüht und mir aus allen Rezepten und meinen Erinnerungen eins gebastelt. Und damit ich es im nächsten und übernächsten und überübernächsten Jahr einfach nachschlagen kann, schreib ich es heute gleich mal auf.

Hollandaise ist einfacher, als mancher denkt.


Und so gehts:

180gr. Butter schmelzen lassen
2 Eier trennen und die Eigelb mit 5EL Weißwein, ein paar Spritzern Zitronensaft, einer Brise Zucker und etwas Salz schaumig schlagen
Das Ganze bei kleiner Hitze auf dem Herd solange weiterschlagen, bis die Masse so schaumig ist, dass sie beim Herausziehen des Schneebesens nicht gleich zerfließt.
Weiterschlagen und 2/3 der Butter zugeben. Erst nur tropfenweise. Und weiter und weiterschlagen. Die Sauce vom Feuer nehmen und das restliche Drittel der Butter bei ganz sanfter Hitze bräunen.
Auch diese Butter unter die Sauce ziehen. Ruhig auch die braunen Brösel mit zugeben. Das ergibt einen schönen vollmundigen Buttergeschmack. Abschließend nur noch einmal mit Salz und evtl. etwas Cayenne-Pfeffer abschmecken.

Entgegen meiner Gewohnheit, den Spargel zu braten, hab ich die Sauce heute zu leicht gedünsteten Stangen gereicht.
Etwas Kerbel dazu.
Schön wären noch neue Kartoffeln, die man dann so richtig in der Hollandaise zermatschen kann. Und wem das immer noch zu wenig ist, kauft sich ein paar schöne Scheiben besten Schinkens dazu.

Mir hat die pure Variante gereicht.



Es war so lecker, dass ich gleich ein ganzes Bund weißen Spargel verdrückt hab.


P.S.: die Zubereitung mit der braunen Butter hab ich mir mal bei Vincent Klink abgeschaut. Ich muss sagen, er hats drauf 
P.S.S.: auch wenn es das zwölfundreißigsthundertste Rezept einer Hollandaise ist, welches im Netz kursiert. Es ist LECKER! Und es ist meins! Und ihr dürft es gerne nachmachen

Noch ein Tipp: wer sich nicht zutraut, die Sauce auf der offenen Herdflamme zu machen, greift einfach zum klassischen Wasserbad. Dann gelingt sie ganz sicher.