Die Ankündigung meinerseits für ein Wochenende zum Auswärts-Kochen nach Hamburg zu fahren, löste bei aller Freude auf des Herrn Kampis Seite dann doch einen kleinen Panik-Anfall meiner Männer aus. Sie brauchten nichts sagen. Ich konnte in ihren Augen ablesen: "Was sollen wir denn da essen? Kochst du vor?"
"NÖ!"
Erstens wollte ich ja nur von Freitag bis Sonntag nachmittag nicht zu Hause sein und zweitens ist es ja gerade der Herr Kampi, der sich beschwert, nicht (mit)kochen zu dürfen. Dann soll er mal zeigen.
Also hab ich mir zwei tolle Tage in Hamburg geleistet und abgewartet, was passiert.
Und es kam, wie es kommen musste...
Der Anruf zum Beispiel: "Ich hab Karpfen UND Forelle gekauft...und nun? Alles ziemlich viel. Und was mach ich dazu? Wie lange brauchen Kartoffeln bis sie weich sind? Und wie lange die Möhren?"
Ich erwähne jetzt hier nicht, dass die Flosse des Karpfens die Semmelbrösel quer durch die Küche geschnibbst hat... ich war nicht dabei und es war ja alles schon beseitigt, als ich nach Hause kam ;-)
Und, dass so ein kleiner Küchenunfall dazugehört, ist ja wohl auch klar! (man muss ja nicht gleich ein Messer im Flug auffangen!)
Aber, dass ich bei meinem Nachhausekommen einen fast leeren Kühlschrank vorgefunden hab und meine Familie Hunger schreit, hatte ich nicht erwartet.
Dafür qualmte der Räucherofen im Hof vor sich hin. Darin die Forelle, die sich dem Herrn Kampi wohl beim Einkauf ans Bein gekettet hat.
Musste ich eben daraus was essbares zaubern. Denn so richtig zufrieden mit dem Räucherergebnis war mein Schatz dann doch nicht.
Da wir keine Lebensmittel wegwerfen, nur weil uns der Geschmack nicht überzeugt, war meine Kreativität mal wieder gefragt.
Der Plan war, Räucherfischklößchen zu machen...vielleicht mit einem Salat oder so...
Dazu hab ich den Fisch fein geschnitten. Ei dazu, etwas Semmelbrösel, Dill, Salz und Pfeffer.
Das ursprüngliche Rezept sah noch frische Forelle vor, welche mit Sahne zu einer Farce gemixt und zugefügt werden sollte. Das ganze zu Nocken ausstechen und im Salzwasser sanft garen.
Nur leider hatte ich weder frische Forelle, noch Sahne. Und so ist dann auch das Probe-Klößchen im Wasser zerfallen.
Dann plan ich eben um, hab ich mir gedacht. Die Fragmente des Probedingens aus dem Wasser gefischt und wieder zur ursprünglichen Masse gegeben. Noch ein Eigelb dazu und noch mehr von den Semmelbröseln...
Irgendwas wird das schon werden.
In einem Topf kochten schon ein paar kleine Kartöffelchen vor sich hin.
Die Fischmasse hab ich erstmal im Kühlschrank kalt gestellt.
Ein wenig Bärlauch und Basilikum mit dem neu erworbenen Zitronen-Olivenöl püriert.
Ein paar zarte Spinatblätter waren noch da...und Eier sind auch immer im Haus.
Wasser aufsetzen...jetzt wollte ich pochierte Eier! Wennschon dennschon.
Die Fischmasse hab ich zu kleinen Frikadellchen geformt und in einer Pfanne ganz sanft ausgebraten.
Die Eier im Salzwasser mit einem Schuss Essig gekocht.
Die kleinen Kartoffeln durften nach dem Pellen noch einmal Geschmack bekommen, in dem ich sie in einer Pfanne mit Butter ausgebraten hab.
Auf dem Spinatbett angerichtet, mit Kresse als Topping war das Ganze ein absolutes Gedicht.
Frühling auf dem Teller. ENDLICH!
Freitag, 13. April 2012
Donnerstag, 12. April 2012
...nun mach ich doch mal Werbung...
Labels:
Buchvorstellung
Ich bin heute über meinen Schatten gesprungen...ich hab eine Frauenzeitschrift gekauft. Das hab ich schon seit ganz vielen Jahren nicht gemacht. Obwohl Frau, war ich wohl nie die richtige Zielgruppe.
Ich fühl mich auch jetzt nicht richtig angesprochen. Vor allem, da die angesprochene Zielgruppe die über 35jährigen Frauen sind. Tse!
Aber das ganze hat natürlich einen Grund! Ich hab nämlich das hier gelesen:
Sehr schöner Artikel über den Boom des Food-Bloggings und die Motivation und den Spaß ein solches Blog zu schreiben. Ich hab auch mich darin ein wenig wiedergefunden.
Und jetzt freu ich mich erst recht drauf, in aller Ruhe hier drin zu schmökern:
Da ich aber noch nicht eine Zeile bis jetzt geschafft hab im Buch zu lesen, kann ich euch leider nicht mit einer Rezension dienen. Das haben aber andere schon getan.
Wer selbst ein Exemplar, vielleicht sogar mit persönlicher Widmung, in den Händen halten will, kann bei Arthurs Tochter hier genau nachlesen, was zu tun ist. Dort sind auch sämtliche Rezensionen zu finden.
Du kannst dir natürlich selbst ein Bild machen und hier Probe lesen.
Danke Arthurs Tochter...ich freu mich auf jede Zeile. Und ich schwelge immer noch in der Erinnerung. Es war mir eine Freude, mit dir kochen zu können. Aber das ist eine andere Geschichte. Und die erzähl ich euch ein anderes Mal. Versprochen!
Ich fühl mich auch jetzt nicht richtig angesprochen. Vor allem, da die angesprochene Zielgruppe die über 35jährigen Frauen sind. Tse!
Aber das ganze hat natürlich einen Grund! Ich hab nämlich das hier gelesen:
Sehr schöner Artikel über den Boom des Food-Bloggings und die Motivation und den Spaß ein solches Blog zu schreiben. Ich hab auch mich darin ein wenig wiedergefunden.
Und jetzt freu ich mich erst recht drauf, in aller Ruhe hier drin zu schmökern:
Da ich aber noch nicht eine Zeile bis jetzt geschafft hab im Buch zu lesen, kann ich euch leider nicht mit einer Rezension dienen. Das haben aber andere schon getan.
Wer selbst ein Exemplar, vielleicht sogar mit persönlicher Widmung, in den Händen halten will, kann bei Arthurs Tochter hier genau nachlesen, was zu tun ist. Dort sind auch sämtliche Rezensionen zu finden.
Du kannst dir natürlich selbst ein Bild machen und hier Probe lesen.
Danke Arthurs Tochter...ich freu mich auf jede Zeile. Und ich schwelge immer noch in der Erinnerung. Es war mir eine Freude, mit dir kochen zu können. Aber das ist eine andere Geschichte. Und die erzähl ich euch ein anderes Mal. Versprochen!
Mittwoch, 11. April 2012
Happy Börsdee und ein Törtchen...
Ja, einmal im Jahr erwischts meinen Herrn Kampi auch...er wird ein Jahr älter. Zumindest sagt das der Kalender.
Selbstverständlich gibt es da auch eine kleine Party im Familien- und Freundeskreis. Und afür sollte mir mein Schatz ein paar Sachen besorgen.
Leider hat es mit dem Geschenk mal wieder nicht geklappt (mittlerweile bin ich da ja ein absoluter Held). Das Buch, welches ich bestellt hatte...seit Weihnachten übrigens...sollte erst ein bis zwei Tage nach dem Geburtstag erscheinen und ich stand mal wieder da.
Also musste wenigstens ein Törtchen her. Blumen waren zwar auch noch im Spiel. Wobei ich mir aber, bedingt durch unseren gemeinsamen Job, nicht ganz so sicher bin, ob er sich wirklich drüber freut.
Nun ist der Herr Kampi nicht unbedingt der Süße. Zumindest, was das Essen betrifft. Ansonsten schon, sonst hätte ich ihn mir ja nicht ausgesucht...aber ich schweife ab.
Es musste also irgendwas handfestes her, mit was ich ihn denn am Mittag auf die Schnelle bekochen könnte. Ein herzhaftes Törtchen fiel mir so auf die Rupps nicht ein.
Ich hatte allerdings reichlich Lachsfilet bekommen. Wenn ich meinen Schatz schon mal zum einkaufen schicke, dann begnügt der sich nicht mit Mini-Portionen.
Das gleichmäßig dicke Stück hab ich abgeschnitten, um es zu beizen für die Party. Blieb also das Schwanzstück übrig, welches nach hinten dünner wird. Das mariniert zu ungleichmäßig.
Das hab ich enthäutet und den grau-braunen Tran abgeschnitten. Es tat mir im ersten Moment schon etwas leid, das Fischfleisch in feinste Würfel zu schneiden. Aber je länger ich drüber nachsann, weil schneiden hat ja was meditatives, umso überzeugter war ich, dass das nur was ganz gutes geben kann.
Von der Messe "Kulinaria und Vinum" in Dresden hatte ich mir sächsischen Gin mitgebracht. Schon als ich ihn dort verkostet hatte, wusste ich, damit muss ich ein Lachstatar marinieren.
Und genau so hab ich es auch gemacht. Etwas Zitronenzeste, Wasabi, Dill, mildes Olivenöl und das fein geschnittene Grün einer Frühlingszwiebel dienten als Würze. Abgeschmeckt mit wenig Salz und einem Hauch Zitronensaft. Perfekt im Geschmack!!!!
So pur ein echter Kracher...aber als Geburtstagsmittagsessensüberraschung ein wenig mager.
Ich hatte noch etwas Basilikum da. Daraus hab ich ein Pesto gemixt. Das geht ja wirklich fix. Man kann es klassisch im Mörser machen (für mich die beste Zubereitungsmethode...siehe hier), aber für die paar Basilikum-Blättchen lohnte sich das nicht wirklich. Ich hab also den Pürierstab genommen. Geht auch schneller!
Aber wie bring ich das denn zusammen?
Ganz einfach. Mit einer Kartoffelsuppe. Hab ich schon erwähnt, dass ich Kartoffelsuppe liebe?
Die Kartoffeln in Stücke schneiden und mit nicht allzuviel Wasser weich kochen, abgießen, ausdampfen lassen und stampfen. Mit Milch und Brühe aufgießen und wieder aufkochen. Das geht auch sehr gut mit Resten vom Kartoffel-Pürree.
Ich mag in der Suppe sehr gerne roh geraspelte Möhre mit drin. Und dieses mal auch Petersilienwurzel. Aber nicht mehr zerkochen lassen...das Gemüse sollte schon noch ordentlich Biss haben. Abschmecken mit Salz und Muskat. Mehr ist wirklich nicht nötig.
Und was hat das ganze mit einem Törtchen zu tun?
Ganz einfach, die Anrichtweise. Zumindest, wenn du ein wenig Fantasie hast.
Einen Servierring in die Mitte eines nicht zu tiefen Suppentellers stellen, das Tatar einschichten und sanft festdrücken. Dann die Suppe drumherum angießen. Das Pesto in die Suppe tröpfeln, etwas Zitronen-Olivenöl ebenfalls und den Teller ganz sanft ins Wohnzimmer unter die Fotolampen tragen.
Dann den Ring ganz sanft abziehen...
...und jetzt sich über das "ah" und "wow" und "oh" freuen, wenn der Herr Kampi durch den Sucher des Apparates schaut.
Schmecken kannst du es ja nicht (nur wenn du es nachkochst). Aber anschauen. Sieht doch schön aus, oder?
Selbstverständlich gibt es da auch eine kleine Party im Familien- und Freundeskreis. Und afür sollte mir mein Schatz ein paar Sachen besorgen.
Leider hat es mit dem Geschenk mal wieder nicht geklappt (mittlerweile bin ich da ja ein absoluter Held). Das Buch, welches ich bestellt hatte...seit Weihnachten übrigens...sollte erst ein bis zwei Tage nach dem Geburtstag erscheinen und ich stand mal wieder da.
Also musste wenigstens ein Törtchen her. Blumen waren zwar auch noch im Spiel. Wobei ich mir aber, bedingt durch unseren gemeinsamen Job, nicht ganz so sicher bin, ob er sich wirklich drüber freut.
Nun ist der Herr Kampi nicht unbedingt der Süße. Zumindest, was das Essen betrifft. Ansonsten schon, sonst hätte ich ihn mir ja nicht ausgesucht...aber ich schweife ab.
Es musste also irgendwas handfestes her, mit was ich ihn denn am Mittag auf die Schnelle bekochen könnte. Ein herzhaftes Törtchen fiel mir so auf die Rupps nicht ein.
Ich hatte allerdings reichlich Lachsfilet bekommen. Wenn ich meinen Schatz schon mal zum einkaufen schicke, dann begnügt der sich nicht mit Mini-Portionen.
Das gleichmäßig dicke Stück hab ich abgeschnitten, um es zu beizen für die Party. Blieb also das Schwanzstück übrig, welches nach hinten dünner wird. Das mariniert zu ungleichmäßig.
Das hab ich enthäutet und den grau-braunen Tran abgeschnitten. Es tat mir im ersten Moment schon etwas leid, das Fischfleisch in feinste Würfel zu schneiden. Aber je länger ich drüber nachsann, weil schneiden hat ja was meditatives, umso überzeugter war ich, dass das nur was ganz gutes geben kann.
Von der Messe "Kulinaria und Vinum" in Dresden hatte ich mir sächsischen Gin mitgebracht. Schon als ich ihn dort verkostet hatte, wusste ich, damit muss ich ein Lachstatar marinieren.
Und genau so hab ich es auch gemacht. Etwas Zitronenzeste, Wasabi, Dill, mildes Olivenöl und das fein geschnittene Grün einer Frühlingszwiebel dienten als Würze. Abgeschmeckt mit wenig Salz und einem Hauch Zitronensaft. Perfekt im Geschmack!!!!
So pur ein echter Kracher...aber als Geburtstagsmittagsessensüberraschung ein wenig mager.
Ich hatte noch etwas Basilikum da. Daraus hab ich ein Pesto gemixt. Das geht ja wirklich fix. Man kann es klassisch im Mörser machen (für mich die beste Zubereitungsmethode...siehe hier), aber für die paar Basilikum-Blättchen lohnte sich das nicht wirklich. Ich hab also den Pürierstab genommen. Geht auch schneller!
Aber wie bring ich das denn zusammen?
Ganz einfach. Mit einer Kartoffelsuppe. Hab ich schon erwähnt, dass ich Kartoffelsuppe liebe?
Die Kartoffeln in Stücke schneiden und mit nicht allzuviel Wasser weich kochen, abgießen, ausdampfen lassen und stampfen. Mit Milch und Brühe aufgießen und wieder aufkochen. Das geht auch sehr gut mit Resten vom Kartoffel-Pürree.
Ich mag in der Suppe sehr gerne roh geraspelte Möhre mit drin. Und dieses mal auch Petersilienwurzel. Aber nicht mehr zerkochen lassen...das Gemüse sollte schon noch ordentlich Biss haben. Abschmecken mit Salz und Muskat. Mehr ist wirklich nicht nötig.
Und was hat das ganze mit einem Törtchen zu tun?
Ganz einfach, die Anrichtweise. Zumindest, wenn du ein wenig Fantasie hast.
Einen Servierring in die Mitte eines nicht zu tiefen Suppentellers stellen, das Tatar einschichten und sanft festdrücken. Dann die Suppe drumherum angießen. Das Pesto in die Suppe tröpfeln, etwas Zitronen-Olivenöl ebenfalls und den Teller ganz sanft ins Wohnzimmer unter die Fotolampen tragen.
Dann den Ring ganz sanft abziehen...
...und jetzt sich über das "ah" und "wow" und "oh" freuen, wenn der Herr Kampi durch den Sucher des Apparates schaut.
Schmecken kannst du es ja nicht (nur wenn du es nachkochst). Aber anschauen. Sieht doch schön aus, oder?
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