Donnerstag, 24. Juni 2010

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben und alte Liebe rostet nicht

Ich hoffe ja für mich, dass der Junior hier nicht mitliest. Vor allem nicht heute. Denn ich muss ihn outen: er ist verliebt. Das allererste mal in seinem Leben. Zumindest das erste mal in ein Mädchen.

Und das ist eine ganz süße Geschichte. Ihre Eltern haben das Geschäft auf der anderen Straßenseite, wir sind mit ihnen befreundet.Und ihr Vater ist Jäger, unser Wildlieferant.

Wir planten schon seit vielleicht eineinhalb Jahren mal zusammen einen Kochkurs zu besuchen. Einfach aus Spaß am Kochen. Anfang des Jahres war es dann zeitlich für uns möglich. Und da ja unsere Kinder beide Einzelkinder sind und auch in einem Alter, in dem man sich mit der Zubereitung von Speisen durchaus auch mal beschäftigen kann, haben  wir beide gleich mit angemeldet. Beide hatten bis dahin nie was miteinander zu schaffen, sind ja auch  ein Schuljahr auseinander. Und Mädchen sind ja  sowieso doof!
Aber sie haben sich sofort richtig gut verstanden. Das sich daraus dann SOWAS entwickelt, hätte keiner von uns geahnt. Beide haben ihr kleines Geheimnis auch sehr lange für sich behalten können. Erst vor ein paar Wochen hat der Junior ganz nebenbei erwähnt, dass er sich mit ihr trifft. Draußen!
Da ist auch das Wetter egal. Man kann ja auch im Regen spazieren gehen. Stundenlang.  Und das, obwohl mein Kind ein Couchpotatoe und Internetjunkie ist!!!
Wie herrlich ist doch das Leben! Und so voller kleiner Wunder.
Sie tut dem Herrn Junior einfach nur gut (was er natürlich nie zugeben würde!)


Denn bis jetzt hatte der Junior eine andere Liebe - Nudeln. Am liebsten Nudelsalat.
So ganz klassisch. Den hat er schon als kleines Kind immer gern gegessen. Denn der ist kalt, der Junior hat nämlich nie gerne warm gegessen. Hatte immer Angst, sich sein zuckersüßes Schnäuzchen zu verbrennen. Und diese Vorliebe hat er bis heute beibehalten. Obwohl es mittlerweile vieles andere gibt, was er gern mag.
Also koche ich einfach ein paar Nudeln.Heute habe ich mal ein paar handgefertigte (gekaufte) genommen. Die hab ich mir mal aus einem Südtirol-Urlaub mitgebracht. Und da der nächste jetzt ansteht, durften die jetzt auch mal alle werden.
Dazu kommen gewürfelte Schalotten, saure Gurken (die guten Spreewälder), gekochte Erbsen und ein guter Fleischsalat. Bei dem ist es ganz wichtig, dass das Fleischbrät nicht zu schwammig und die Mayonnaise wohlschmeckend ist. Am liebsten kaufe ich den Salat bei einem guten Fleischer als lose Ware.
Abgeschmeckt wird mit Salz und Pfeffer und wenn die sauren Gurken gut sind mit etwas von der Brühe aus dem Glas. Ansonsten lieber eine leichte Vinaigrette anrühren. Etwas Petersilie dazu- fertig!










Das ist jetzt nicht einmal ein aufwendiges oder herausragendes Essen.
Ich mach mir ja nichts aus Mayonnaise geschwängerten Salaten. Als nette Beilage zum Grillen mal ok, aber lieber ist dem Herrn Kampi und mir dann doch etwas leichteres.
Aber ich bin mir sicher, das jede Mutter und Großmutter der westlichen Hemisphäre ein ähnliches Rezept im Repertoire hat, um ihre Lieben zu beglücken. Und wenn die dann so glücklich sind wie der Herr Junior zur Zeit, ist doch alles gut.

Samstag, 19. Juni 2010

Heinzelmännchens Leibspeise oder so beruhigt Frau Kampi ihr schlechtes Gewissen

Eigentlich braucht Frau Kampi ihr schlechtes Gewissen gar nicht zu beruhigen. Sie hat nämlich keins.Also Gewissen hat sie schon, aber kein schlechtes. Sie ist ja nicht schuld!
Aber sie möchte heut mal wieder zeigen, dass sie nicht nur die Weltmeere vernichtet. Oder nur Fleisch auftischt. Das wurde ja auch schon dezent bemängelt. Aber Frau Kampi ist durchaus kritikfähig.

Wie aus den letzten Posts wahrscheinlich ersichtlich ist, haben wir eine Vorliebe für den Einkauf in der Metro. Dort bekommen wir dann auch mal ein paar Sachen, die wir bei den ortsansässigen Händlern beziehungsweise auf dem Wochenmarkt nicht immer erstehen können. Und wenn ich so bei euch lieben Blognachbarn nachlese, geht es euch ähnlich, oder?

So hab ich diese Woche ein Schächtelchen frische Erbsen in der Schote gekauft. Die sahen ganz frisch und knackig aus. Und sie kamen aus Deutschland. Zwar nicht aus der unmittelbaren Nachbarschaft, aber wir wollen hier ja nicht päpstlicher sein als der Papst. Also nicht ganz so regional, aber saisonal!

Die habe ich schön sorgfältig ausgepult und übrig geblieben ist neben einem Haufen leerer Schoten nur ein kleines Schüsselchen.


Als Gemüse-Beilage wohl zu wenig. Aber ein Salätchen könnte man ja draus zaubern. Die Anregung dazu bekam ich Anfang der Woche in der Sendung mit Valentine Warner auf RTL II (guck ich sonst eigentlich kaum den Sender). Da aber ausgerechnet dieses Rezept nicht veröffentlicht wurde, hab ich mir halt eins selber gebastelt.

Die Zutaten dafür:
  • die blanchierten Erbsen
  • eine in feine Scheiben geschnittene junge Zwiebel
  • eine kleine Handvoll in Streifen geschnittene Pfefferminzblätter
  • etwas zerzupfter Ziegenkäse (im Original Ziegenfrischkäse- ich habe den mild-cremigen Chavroux von der Rolle verwendet)
  • Dressing aus weißer Balsamico-Reduktion, Himbeeressig, Traubenkernöl, Salz und Pfeffer
 Ich glaube mit diesem Salat hab ich mein schlechtes Gewissen, welches ich ja eigentlich gar nicht habe, den armen Fischen in den gesamten Weltmeeren gegenüber doch ein wenig beruhigen können. Und was soll ich sagen? Es hat funktioniert. Es hat ganz toll geschmeckt. Und wir haben den Rotbarsch von letztens ganz aus unserem Gedächtnis gelöscht.

Und beim nächsten Mal vor der Fischtheke in der Metro werde ich dem Herrn Kampi zublinzeln und sagen: "Ich bin dann mal beim Gemüse!"


 ERGÄNZUNG:

Und hier für alle, die es vermisst haben ein Bild vom fertigen Salat. Allerdings dieses mal aus Tiefkühlerbsen (nicht so lecker wie frische!!!) und mit Zieghenfrischkäse. Leider ist der Käse sehr weich, so dass sich der Salat nicht richtig rühren lässt und deshalb etwas "zerstört" aussieht. Vielleicht sollte ich das nächste Mal versuchen, aus dem Käse ein Dressing herzustellen.

Freitag, 18. Juni 2010

...Frau Kampi trifft keine Schuld!!!

Nachdem ich ja gestern eher die unkomplizierte Küche praktiziert habe, möchte der Herr Kampi aber auch mal wieder etwas "Anspruchsvolleres".
Und um das zu unterstreichen und damit der Frau Kampi so gar nicht langweilig in der Küche wird, hat er in der Metro eben auch einen Rotbarsch erstanden. Er hat erst gar nicht auf mich gehört. Wollte ich doch so gern aus ihm einen verantwortungsvollen Verbraucher machen. Noch vor Tagen haben wir miteinander gesprochen, dass wir nicht unbedingt zur Überfischung der Weltmeere beitragen wollen. Das heißt, keinen Rotbarsch mehr, keinen Heilbutt, keine Seezunge...
Aber vor der Auslage in der Metro hatte er alle seine guten Vorsätze vergessen.

Na gut, ich kann es schon verstehen. Hatten wir doch so viele Jahre keinerlei Möglichkeit hier in der tiefsten sächsischen Provinz eine annähernd vernünftige Qualität an Frischfisch zu bekommen. Das heißt für den Herrn Kampi, dass dann ja auch andere am Verschwinden der Fische aus den Ozeanen schuld sein müssten. Er hätte sie ja schließlich nicht kaufen können.
Und jetzt, da er im Besitz einer Metro-Karte ist, ist sein erster und wichtigster Gang zur Frischfischtheke. Und da kann ich ihn überhaupt nicht bremsen. Wenn es nach ihm gänge, würde er von allem etwas mitnehmen.

Da bleibt mir nun nichts anderes übrig, als dem armen Tier wenigsten einen würdigen Abgang zu bereiten.


Aus gelben und grünen Zucchini - ohne das Kerngehäuse, Schalottenstreifen, roter Paprika, Chili und Knoblauch hab ich eine mediterrane Gemüsepfanne gebraten. Zum Würzen hab ich Rosmarin, Thymian und ein paar eingelegte Sardellen dazgegeben. Das ganze hab ich schön knackig belassen, so wie es der Herr Kampi am liebsten hat.
In der Zwischenzeit hab ich ein paar PELLKARTOFFELN gekocht, welche ich nach dem Pellen zu einem Stampf mit Olivenöl verwandelt habe. Der war mir aber noch ein wenig zu farb- und geschmacklos. Und da der Herr Kampi sich Zeit ließ, nach Hause zu kommen, hab ich aus einer kleinen Handvoll Basilikum mit Olivenöl und Pinienkernen ein Würzöl gemixt, dessen Hälfte ich unter den Stampf gemischt hab.

Den Fisch hatte der Herr Kampi schon am frühen Vormittag filetiert.( Er kann es  sich leisten, seiner Arbeit ab und an mal fernzubleiben, vor allem wenn es ums Essen geht. Da  wird eben andermal länger gearbeitet.)
Den hab ich mit Salz und Pfeffer gewürzt und in Pancetta eingewickelt. Bei mittlerer Hitze durften ihm dann in der Pfanne ein paar Zweige Thymian und Rosmarin beiwohnen. 
 Auf dem Teller hab ich dann das Pürree kunstvoll zu Nocken geformt und mit dem Gemüse und dem Fisch angerichtet. Und drumherum einfach das restliche Würzöl geträufelt.




Das war einem Sonntag Samstagessen ebenbürtig. Aber dafür fällt diesen Sonntag das Mittagessen aus. Ganz sicher. Fast.