Samstag, 18. Dezember 2010

Immer samstags...

... ist der Briefkasten voll, randvoll. Voll von diese schönen bunten Blättchen, die so viel versprechen. Und jetzt in der Weihnachtszeit noch viel mehr. Sowohl noch dickere Werbeheftchen als auch noch größere Versprechen.

Da wird das ultimative Weihnachtsgeschenk versprochen, natürlich hat das nur Supermarkt A. Aber auch Discounter B verspricht uns, nur das beste zu haben. Natürlich zum absoluten und unendlichen Billig-Preis.



Ganz verrückt treiben es Lidl, Penny, Netto und Co natürlich mit Edelfood. Feinkost wo hin man schaut. Das kochen liegt ja im Trend und da muss es schon was richtig gutes sein, nur ja nicht zu teuer. Denn auch derjenige, der nur wenig Geld zur Verfügung hat, soll ja gerade Weihnachten auch mal was ganz besonderes essen und trinken. Da wird Champagner beworben, zu einem Preis, bei dem keiner nein sagen kann. Natürlich auch andere edelste Weine und Spirituosen.
Und was es da noch so alles gibt:


















Der Hummer im Eisblock ist ja ein vertrauter Bekannter aus dem Tiefkühlregal.







Dann haben wir natürlich noch das edelste von Wild und Geflügel.
Ein absoluter Renner scheint dieses Jahr feinste Confiserie zu sein. Die finde ich mittlerweile in jedem bunten Blatt. Natürlich für einen Super-Duper-Billigpreis, was denn sonst. In bester Qualität! Wir müssen doch alle sparen. Aber genießen wollen wir schon.
Und bei Penny kann ich sogar eine Tragetasche erstehen, mit der ich mich auch in der Öffentlichkeit sehen lassen kann und natürlich sofort als preisbewusster Genießer erkannt werde. Toll.
(nur nicht zu voll machen, mit den Schnäppchen. Der Henkel macht nicht den festesten Eindruck!)

..ich bin eine Königin! ...ich genieße...und spare!

Und die Menschenmassen, die sich gerade am heutigen Samstag in jenen Märkten durch die Regale wühlten geben den Konzernen doch recht!

Aber wehe du brauchst was ganz normales!!!!

Ich geb ja zu, ich habe mich auch in die Menge gestürzt. Aber nur, weil mein Wochenendeinkauf anstand. Wir waren ja gestern schon unterwegs, um noch ein paar Highlights für das Adventsmenue und ein paar letzte Geschenke zu besorgen. Aber die Standardsachen, wie Butter und Milch kaufe ich meist im Supermarkt. Und da aufgrund der Kälte mein Gemüsehändler nicht auf dem Wochenmarkt seinen Stand aufbauen konnte, musste ich notgedrungen etwas Suppengemüse, wie Karotten, Lauch und Sellerie im Supermarkt kaufen.

Das hätte ich mir echt sparen können. Der Sellerie entpuppte sich nämlich nach dem Aufschneiden als faules Ei!



Booooah, ich war echt geladen! Wollte ich doch heute das Rindfleisch für die Suppe für den ersten Feiertag aufsetzen. Gott sei Dank hatte ich noch getrockneten zur Hand (Eigenproduktion!)

Nach soviel Ärger musste ich dann erst mal was leckres kochen. Den Stress wegkochen, quasi.

Und was gibt es da besseres als ein Hühnchengericht?

Vier französische Perlhuhnkeulen hab ich mir aus der Metro mitgebracht.
Denen löse ich erst mal ein wenig die Haut von den Füßen, um darunter etwas Maroni-Butter zu schieben.

 

Dann salzen und pfeffern und in etwas Butter mit Knoblauch und Thymian sanft anbraten. Das muss wirklich sehr vorsichtig geschehen, damit die Butter nicht zu dunkel wird und Knoblauch und Kräuter nicht verbrennen. Hat das Fleisch schön Farbe bekommen, nimmt man es heraus und brät in Spalten geschnittene Schalotten an und löscht mit etwas Weißwein ab. Etwas Lorbeer und Zitronenschale dazu und ab in den Ofen.
In der Zwischenzeit etwas Instantcouscous zubereiten. Eine Hand voll Mandeln überbrühen und schälen, danach grob hacken. Zwei bis drei Datteln in Streifen schneiden. Eine Schalotte fein würfeln, ebenso eine halbe Chilischote.
In einer Pfanne etwa einen Löffel Maroni-Butter schmelzen, die Mandeln, den Chili und die Datteln zugeben, kurz erhitzen. Dann den körnigen Couscous zugeben. Mit Fleur de Sel würzen. Abschmecken mit Zitronenzeste und etwas Saft. Kurz vor dem Servieren die fein gehackte Schalotte unterheben.

Als Beilage hab ich noch ein paar angebratene Kräuterseitlingstreifen dazugegeben. Und da mir nach Reis war, hab ich für  mich einen Kurkumareis gekocht, den ich auch mit etwas Zeste abgeschmeckt habe. Farblich passte der sehr gut dazu und hat mit seinem würzigen Aroma besser zu dem Gericht gepasst, als ich ursprünglich gedacht habe.


Und da es so fein geschmeckt hat, obwohl es so schnell und einfach zu kochen war, war ich auch wieder mit meiner Umwelt versöhnt.
Und ich habe dem Herrn junior den Vorschlag gemacht, heute nachmittag zusammen mit ihm ein Geschenk für seine Freundin zu suchen.

Und wir sind auch fündig geworden, ganz entspannt in einer fast leeren Innenstadt. Schade für die Stadt, schön für mich.

Kommentare:

Arthurs Tochter hat gesagt…

ich gehe nicht in die blöden Discounter, die einzige Ausnahme ist manchmal Aldi, weil ich den Orangensaft so liebe. Und am Briefkasten haben wir schon lange eine Vermerk, dass wir diese Blättchen nicht wollen.
Aber wenn ich wöchentlich Deinen Blog in Papierform im Briefkasten hätte mit solch feinen Rezeptideen- sehr gerne! :)

lamiacucina hat gesagt…

Wie schön, dass ob all dem weihnachtlichen Luxus-Ramsch, vier Perlhuhn-keulen Frieden stiften können.